Marine verliert die Hälfte ihrer schwimmenden Krankenhäuser

Die Bundeswehr hat derzeit mit ihrem Material generell nicht viel Glück. Und dann kommt auch noch Pech dazu: Beim Brand einer Lagerhalle in Bremen am 22. Februar wurden die Container eines Marineeinsatzrettungszentrums (MERZ) vernichtet. Das MERZ ist ein komplettes Krankenhaus, das auf Einsatzgruppenversorgern der Deutschen Marine eingerüstet wird – und von dieser High-Tech-Ausstattung besitzt die Bundeswehr genau zwei Stück.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden bei dem Brand zwar nur die Container zerstört,  medizinische Ausrüstung und Geräte waren ausgebaut und separat gelagert. Das komplette MERZ war an Land untergebracht worden, weil es zum Einsatzgruppenversorger Frankfurt am Main gehört, der derzeit in der Werft ist – und demnächst wieder einsatzbereit sein soll. Doch ohne die speziell angefertigten Container ist das Rettungszentrum nicht nutzbar: Die Montagepunkte und vor allem die Anschlüsse an die Bordtechnik sind Einzelanfertigungen. Eine Neubeschaffung dieser Container wird voraussichtlich Monate, wenn nicht Jahre dauern. So lange muss die Marine mit einem MERZ auskommen.

(Danke für den Leserhinweis auf den Brand!)

(Foto: Einsatzgruppenversorger Frankfurt am Main – Bundeswehr/Schönbrodt)

56 Kommentare zu „Marine verliert die Hälfte ihrer schwimmenden Krankenhäuser“

  • NMWC   |   27. Februar 2015 - 9:09

    @Löw, @ari127mm, @Trelan
    War jetzt mal in einem Dokument mit Namen Spezifikation…
    Das MERZ auch für EGV Bonn berücksichtigt worden, denn da gibt es technische Schnittstellen zwischen SanBereich und MERZ. Also war @ari127mm mit seiner Beschreibung korrekt (mit dem Hinweis auf das Flugdeck was ich im anderen Thread klargestellt hatte) . Das MERZ ist auch für EGV Bonn aufgestellt und abgenommen worden. War klarer Bestandteil der Lieferleistungen. Und es befindet sich mit seinem Gewicht in der Gewichtsrechnung und Stabilitätsberechnung.

    @GERMANIAC
    Also was ich herausbekommen habe, Fragen und Blick in ein paar Ordner: Es gab dazu eine ARGE MERZ. Daran beteiligt war auch Dornier EADS seinerzeit, aber nicht als der alleinige Spieler. Die Container hat die Lindenau Werft GmbH gebaut. Es gibt noch einige Unterlagen neben der eigentlichen TDv und der alten Leistungsbeschreibung. Das MERZ funktioniert auch wirklich nur an Bord einwandfrei, da die Auslegung doch stark auf den Verbund EGV MERZ ausgelegt ist (Schnittstellen MERZ, Schiff, SanBereich). Die Zahl der Container, der Verbindungscontainer und die Planung der 2stöckigen Aufstellung ist schon nicht gerade klein.

    Und der tatsächliche Name ist: Marine-Einsatz-Rettungs-Zentrum.

  • MikeMolto   |   27. Februar 2015 - 9:17

    Zur Info:
    Lindenau Werft ist jetzt auf reinen Schiffs-Reparaturbetrieb reduziert und gehoert einem Quatar-Oelscheich.
    Dort gibt es keine Dokumentation mehr. – Die ARGE wurde aufgeloest.

  • NMWC   |   27. Februar 2015 - 9:48

    @MikeMolto
    Es gibt aber noch Unterlagen (siehe meinen versteckten Hinweis auf Ordner, Blick Namen der Dokumente und so). Denn nicht alle Teilnehmer der ARGE sind verschwunden.

    Also halten wir fest. So falsch lag der dusselige und ständige nervende NMWC mit seiner Aussage von gestern gar nicht. Auch wenn ich mich gerne von @GERMANIAC hab korrigieren lassen:
    Lindenau verkauft und „bereinigt“. Dornier verkauft und „bereinigt“, da ich nicht davon ausgehe das dieses Wissen für 13 Jahre irgendwo für nichts vorgehalten wird. Auch gemessen an den Links von @GERMANIAC (die ich so nicht kannte, danke dafür) wo erkennbar ist wo der Fokus der Systeme liegt.

  • MikeMolto   |   27. Februar 2015 - 10:14

    @ NMWC 09:48

    Dr Sir, das ‚dusselige und staendig nervende‘ ist mir nicht praesent.
    Im Gegenteil ich schaetze Ihre sachlichen Informationen sehr, welche das allgemeine Maulen (so gerechtfertigt es in Detail auch ist) etwas relativieren. Danke.

  • Zivilist   |   27. Februar 2015 - 12:02

    Die letzte OrgWeisung sagt aus das es Marine-Einsatz-Rettungs-Zentrums (MERZ) heißt. Hab gerade noch mal nachgeguckt.

  • Chris   |   03. März 2015 - 8:53

    28 Minenabwehreinheiten abbauen?
    Haben wir überhaupt noch so viele?
    Bzw was bleibt dann noch übrig???