‚Die den Krieg leugnen, gelten als Pazifisten‘

Gegen die hier übliche Regel (und auch ein wenig abweichend von den hier üblichen Inhalten) verlinke ich einen Text aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung – weil ich finde, dass diese Stimme aus der Ukraine zumindest zur Kenntnis genommen werden muss: Ein verzweifelter Kommentar der in Berlin lebenden ukrainischen Schriftstellerin Katja Petrowskaja. Gegen die in der öffentlichen Debatte herrschende Meinung, es gehe um jeden Preis darum, einen Krieg zu verhindern. Aus Sicht der Ukraine tobt er längst:

Wenn Tausende Menschen in einem Krieg in meinem Land erschossen werden, wenn über eine Million auf der Flucht sind, wenn sich in der Kriegsregion Hunger ausbreitet und Menschen sterben in ihren grauen Kellern, wenn Tausende Kriegswaisen nach Hilfe suchen und es gleichzeitig in Deutschland Demonstrationen und Aufrufe gibt, die vor einem drohenden Krieg in Europa warnen, als herrsche heute noch Frieden, als wäre die Katastrophe, die wir vielleicht verhindern könnten, noch gar nicht da – dann fühle ich mich plötzlich fremd und missachtet in Europa. (…)  Und die, die den Krieg leugnen, gelten nun als „Pazifisten“ par excellence.

(Archivbild November 2014 mit freundlicher Genehmigung von Jeroen Akkermans)

101 Gedanken zu „‚Die den Krieg leugnen, gelten als Pazifisten‘

  1. Bei der Öffnung der Wirtschaft für Ausländische Investoren läuft das genauso wie in der Korruptionsbekämpfung in die falsche Richtung. Statt für mehr Wettbewerb zu sorgen, werden mehr Bereiche der Ukr. Wirtschaft für Ukr. Oligarchen vor Mittbewerbern geschützt.

    „Die Fluggesellschaft von Oligarch Igor Kolomojski gewinnt den Streit gegen den Schweizer Bodenabfertiger und festigt ihr Monopol.“
    „Die UIA-Dominanz wird noch durch eine andere Strategie abgesichert: Frühere UIA-Manager werden in wichtige externe Ämter gewählt. Die nationale ­zivile Flugaufsichtsbehörde wird ebenso von einem UIA-Mann geleitet wie der grösste Flughafen des Landes in Kiew.“
    http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Swissport-beendet-Engagement-in-der-Ukraine/story/16585677

    Als Einnahmequelle wollen die jetzt die Zolltarife für Importe aus der EU anheben. Das scheint aber rechtlich so nicht möglich zu sein!!

    Kolomojski hat nach den Euromaidan Putsch Achmetow als Oligarchen Paten der Ukraine abgelöst. Der Unterschied ist nur, dass Kolomojski noch brutaler gegen Gegner vorgeht um sich die Komplette Ukr. Wirtschaft unter seiner Kontrolle zu bringen. Das einzige was da blüht, ist Vetternwirtschaft, Korruption, Rechtsunsicherheit oder Misswirtschaft.

    Einen Lebensfähige EU hätte bei so welchen Anti Wettbewerbsmaßnahmen schon längst das EU Assoziierungsabkommen zurück gezogen. Nach den Abkommen hat sich die Ukraine weiter von den EU Prinzipien entfernt. In Brüssel geht es nur um den Transatlantischen Weg in den eigenen Untergang. So etwas darf die EU nicht ungestraft durch gehen lassen.

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