Ausbildungsmission Irak: ‚Anbieten, was Deutschland leisten kann und leisten will‘

Den bevorstehenden Beschluss der Bundesregierung für eine Ausbildungsmission der Bundeswehr im Irak hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier der SPD-Bundestagsfraktion etwas detaillierter erläutert – sicherlich auch deshalb, um Skeptiker in den eigenen Reihen für die Parlamentsabstimmung über das Mandat umzustimmen. Die Passage zu dem geplanten deutschen Einsatz, mit dem kurdische Peshmerga-Kämpfer für den Kampf gegen die islamistische Terrormiliz ISIS fit gemacht werden sollen, nimmt einen großen Teil von Steinmeiers Brief zum Jahresende an die SPD-Abgeordneten ein.

Zur Dokumentation der entsprechende Teil des Briefes (der am heutigen Montag bekannt wurde und Augen geradeaus! vorliegt):

Die irakische Regierung hat die internationale Allianz um Unterstützung angerufen, unter anderem um die in den letzten Monaten schmerzhaft deutlich gewordenen Ausbildungsmängel zu beseitigen. Angesichts der nach wie vor prekären Lage können wir uns dieser Bitte nicht verschließen und wollen die kurdischen Sicherheitskräfte mit gezielter, strikt am dortigen Bedarf orientierter Ausbildung unterstützen. Wir denken hier insbesondere an Fähigkeiten wie militärische Logistik, technische Kommunikation, Versorgung und Sanitätsleistungen, aber auch Minenräumung und Sprengfallenbeseitigung, da hier die Quelle für einen Großteil der Verluste der Peschmerga liegt.
Ich habe mich unter den internationalen Partnern und innerhalb der Bundesregierung dafür eingesetzt, dass wir dem Irak genau das anbieten, was Deutschland leisten kann und leisten will.

Wir dürfen kein Szenario akzeptieren, in dem wir unsere Soldatinnen und Soldaten in unabsehbare Gefahren schicken – räumlich unbeschränkt, mit einem untragbaren Kräfteansatz, und vor allem: ohne absehbares Ende. Auch solche Vorstellungen hat es gegeben.
Wir haben aber entschieden, das Engagement unserer Soldatinnen und Soldaten auf den Raum Erbil zu begrenzen. Die Bundeswehr soll für ein halbes Jahr die Koordinierung der internationalen Ausbildungsunterstützung für die Kurden im Nord-Irak übernehmen und diese danach an Italien weitergeben. Auf diese Weise vermeiden wir eine Verfestigung größerer Kontingente der Bundeswehr im Nord-Irak und stellen die jederzeitige Korrekturmöglichkeit der jetzigen Entscheidung sicher, wenn die Lage sich ändern sollte.
Liebe Genossinen und Genossen,
die Entscheidung über Waffenlieferungen im August ist vielen von uns – auch mir – nicht leicht gefallen; sie war eine Entscheidung mit Risiken, eine Abwägung zwischen lauter nicht-perfekten Optionen, denen wir in der Außenpolitik so häufig gegenüber stehen. Die jetzt anstehende Entscheidung zur Ausbildungsmission ist wie jeder Einsatz unserer Soldatinnen und Soldaten im Ausland ebenfalls eine schwierige Abwägungsentscheidung. Deshalb gehört sie in die Mitte der Demokratie, durch eine Mandatierung des Parlaments.
Ich glaube aber, sie ist eine verantwortbare Entscheidung – und zwar aus zwei Gründen. Verantwortbar, weil wir den Peschmerga, deren mutigen Kampf wir unterstützen wollen, neben der reinen Ausrüstung auch die notwendigen Fähigkeiten liefern können und sollten. Verantwortbar auch, weil Deutschland innerhab der internationalen Allianz gegen ISIS eine Rolle übernehmen muss, die unserem Gewicht und unseren Fähigkeiten entspricht. Genau deshalb bieten wir Ausbildungseinheiten an, aber keine Kampftruppen. Genau deshalb richten wir kein deutsches Lager unter deutscher Führung ein, sondern wechseln uns in einer Ausbildungseinrichtung unter kurdischer Leitung ab mit Partnern, von denen viele im Jahr 2003 gegen den Irak-Krieg standen wie wir; die aber sehen, dass wir angesichts der aktuellen Bedrohung daraus kein Recht zur Enthaltung heute ableiten können. Kollektive Sicherheit heißt eben auch: Arbeitsteilung – zwischen allen und von jedem gemäß seiner Möglichkeiten.

Nun ist dieses Schreiben natürlich in erster Linie an die eigene Partei gerichtet, was den Ton und die Argumentation erklärt. Allerdings: die Verbindung der Aussage weil Deutschland innerhab der internationalen Allianz gegen ISIS eine Rolle übernehmen muss, die unserem Gewicht und unseren Fähigkeiten entspricht mit der Schlussfolgerung genau deshalb bieten wir Ausbildungseinheiten an, aber keine Kampftruppen ist eine interessante Aussage eines in der Sicherheitspolitik maßgeblichen Regierungsmitglieds über die Ansicht der eigenen Streitkräfte: Ausbildungs- statt Kampftruppen, heißt das, nicht weil wir es politisch so entschieden haben – sondern weil es nicht anders geht. Oder wie sonst soll man diese Aussage verstehen?

Der Mandatsentwurf ist inzwischen auch weitgehend fertig, aber noch nicht endgültig zwischen den Ressorts abgestimmt. Deshalb im Moment noch nichts zu den Details darin, nur der Hinweis: In der Tat wird wohl die Koalition der Willigen gegen ISIS im Zusammenhang mit dem generellen UN-Aufruf, den ISIS-Vormarsch zu stoppen, als ausreichende Grundlage für das im Grundgesetz genannte System kollektiver Sicherheit angesehen. Nicht ohne Grund verwendet ja auch Steinmeier diesen Begriff in seinem Brief.

Nachtrag: Die Niederlande, die sich ja auch an der Ausbildungsmission beteiligen (neben ihrem Einsatz von F-16-Kampfjets), haben das weitere Vorgehen in einem Brief der Regierung ans Parlament ganz gut erläutert. Ich schaue mal, was man daraus mit Google Übersetzer in eine lesbare deutsche Form bringen kann – oder gibt’s hier einen des Niederländischen Kundigen, der die entsprechenden Passagen (S.11 und 12) übersetzen kann und mag? (Bei Eingabe des ganzen Dokuments übersetzt Gugel leider nur die ersten 9,5 Seiten…)

(Foto: Beginn der theoretischen Einweisung in die von Deutschland an die Peschmerga gelieferten Waffen in einer Ausbildungsstätte nahe Erbil, Nordirak am 01.10.2014 – Bundeswehr/Sebastian Wilke)

23 Gedanken zu „Ausbildungsmission Irak: ‚Anbieten, was Deutschland leisten kann und leisten will‘

  1. Ein Dokument der Schande! Denn wenn es so wäre, daß wir eine Kampftruppen hätten oder diese keine entsprechenden Fähigkeiten, dann wäre wir weder zur Bündnis-, noch zur Landesverteidigung in der Lage.

    Auch wenn es vielleicht nur darum geht, sich um einen Kampfeinsatz der BW nur herumdrücken zu wollen, ist dieses Dokument für jeden Jäger, Fallschirmjäger oder Panzergrenadier der BW eine Beleidigung!

    Ich gehe davon aus, das zumindest alle altgedienten Soldaten unserer Kampfeinheiten in der Lage wären die ISIS zu bekämpfen, weil deren Kampftaktikt, mit Fahrzeugen anzugreifen, entspricht doch viel mehr der alten Ausbildung gegen den Warschauer Pakt, als der Kampftaktik der Taliban.

    Natürlich könnte die BW die ISIS mit Leopard II, Marder und Panzerhaubitzen 2000 ebenso bekämpfen, wie mit Jägern oder Fallschirmjägern, soweit diese mit Panzerbrechenden Waffen eingesetzt würden.

    Zumal wir nur das zur Ausbildung anbieten wollen, was die Kurden am wenigstens interessiert. Denn wenn ich Kurde wäre, dann würde mich die Ausbildung an Panzerbrechenden Waffen, Artillerieausbildung, eine Fernspäherausbildung für Kommandosoldaten oder eine Häuserkampfausbidlung interessieren, aber bestimmt nicht Logistik oder Sanitätswesen.

    Die Briten und Amerikaner werden richtig ausbilden und wir machen uns wieder zur Lachnummer und Witzveranstaltung dort!

    Wenn man große Reden auf der Sicherheitskonferenz hält, dann sollten dem auch Taten folgen, stattdessen spielen wir weiter den Drückeberger!

  2. Ich weiß ja nicht, wie Steinmeier sich das vorstellt. Aber gerade in dem Kulturkreis muss ein Ausbilder Anerkennung haben, sonst wird seine Lehre als Leere abgetan, die sich ja nicht in der Praxis beweisen muss.

    Ohne etwas auf „großen Max“ machen, also im Zweifelsfall auch beweisen, dass man was drauf hat, läuft das nicht bzw. sehr ineffizient.
    Womit man zwangsläufig bei Embedded Tactical Trainer und Embedded Training Teams landet, womit man im Risiko ist, womit man dummerweise Leichensäcke einpacken muss …

    Also entweder das deutsche Engagement ist in der von Steinmeier beschriebenen Form, also nutzlos für die Kurden und nur ein innenpolitisches Placebo, oder wir werden auch Risiken eingehen müssen, wollen wir zur Anti-IS-Koalition dazugehören.

    Könnte es sein, dass die SPD den Irak-Einsatz mit einer neuen Bundeswehr- Kita verwechselt?

  3. Dieses Mandat ist also so etwas wie eine sicherheitspolitische Geste.
    Klassischer Gestenpolitik liegt zumeist eine von zwei möglichen Ursachen zugrunde:
    1. Man kann faktisch nichts Substanzielles beisteuern oder 2. Man will nicht.

    In diesem Fall sind wohl beide Ursachen zu vermuten. Da muß man als Soldat schon ganz schön zu Zähne zusammenbeißen, wenn man als „Geste“ in einen solchen Konflikt geschickt wird.

  4. In einem Punkt muß ich allerdings Steinmeier so ein büschen in Schutz nehmen. Ich habe leider den Artikel nicht mehr gefunden, allerdings hat sich vor einigen Tagen in England ein General dahingehend geäußert, dass der Kampf gegen IS im Irak durch die Luftschläge sein Gesicht bereits geändert hätte. IS hat taktisch umgeschaltet und geht kaum noch mit größeren „Kavallerie-Attacken“ im Irak vor, sondern infiltriert und nistet sich in urbanen Räumen ein. Und somit braucht man im Häuserkampf erfahrene/ausgerüstete Bodentruppen eher als noch mehr Luftnahunterstützung oder klassische Bewegungskampf-Fähigkeiten. Und da sehe ich für die BW gegenwärtig keine wirklich robuste Fähigkeit, bzw. Expertise. Nicht umsonst geht das Heer ja nach Israel, um diese sehr spezifisch nah-mittelöstliche Kampfform zu üben.

  5. @ThoDan: Ich weiß jetzt nicht, welche Kritikpunkte meinerseits Sie noch weiter begründet haben wollen genau?

    1. Die Kurden wollen Gebiete befreien oder verteidigen. Sie haben beklagt, daß die ISIS ihnen waffenmäßig überlegen ist. Deshalb haben wir und andere Staaten ihnen ja Waffen geliefert.

    Für Araber/Kurden ist das Kämpfen männlicher als die Logistik oder das Sanitätswesen. Und wenn diese gegen einen Waffenmäßig starken Gegner zu kämpfen haben, dann deren Kämpfer doch vor allem, wie sie die ISIS Kämpfer möglichst töten oder besiegen können. Dann interessiert die doch keine Logistik oder Pioniertechnik, sondern wie sie mit den vorhandenen Waffen die ISIS besser treffen oder bekämpfen können. Und dann wollen diese mehr Ausbildung an Panzerbrechendne Waffen, an Artillerie oder Mörsern, um mehr Wirkung zu erzielen.

    2. Und was das Papier an die SPD Fraktion angeht, so wird den BW Soldaten damit die Fähigkeit zum Kampf abgesprochen. Wir haben noch genug Marder, Leo II und Panzerbrechende Waffen usw. sind auch genug vorhanden, soweit zusammengekratzt würde, damit die BW die ISIS bekämpfen könnte.

    Es mag sein, daß nicht alle BW.-Soldaten(wegen der neuen Grundausbildung) so mit MG oder Panzerfaust ausgebildet sind, wie es sein sollte vielleicht ist die Ausbildung zu sehr auf die Bekämpfung leichter bewaffneter Taliban konzentriert worden, aber dies könnte man doch in ein paar Wochen ändern, wenn die Politik denn wollte.

    Das Papier spricht der BW jeder Fähigkei zum Kampf ab, selbst dazu ab, die Kurden oder Irakischen Soldanten im Kampf zu schulen. Und ich denke wir haben sicher genug Soldaten, die die Kurden im Häuserkampf oder der Bekämpfung von Panzern usw. ausbilden könnten, wenn es gewollt wäre.

    Stattdessen sollen Dinge ausgebildet werden, die außer die Sprengfallen für die Kurden ohne Interesse sind und nach einem halben Jahr will man sich schon wieder abhauen, obwohl der Krieg gegen die ISIS noch viele Jahre dauern wird.

    In Wirklichkeit ist es unehrlich, daß wir an der Anti-Isis Koalition uns beteiligt haben, weil in Wirklichkeit sollen die anderen die Drecksarbeit machen und die BR will sich vor einem tatsächlichen Einsatz nur rumdrücken, und weil dies nicht ganz geht, wird etwas angeboten, was den Kurden nichts nützt, weil der Wille zum Kampf gegen die Isis der Regierung fehlt.

    Und Korrekturmöglichkeit kann ich nicht anderes verstehen, als daß die BW-Ausbilder abhauen sollen, wenn es brenzliger wird als gedacht!

    Richtig wäre ein Deutsches Lager einzurichten, mit deutscher Wachmannschaft und Kampftruppenausbildung und auch die Entsendung von Kampfsoldaten, selbst wenn man erst mit der KSK anfangen sollte, aber dann wären wir kein Drückeberger mehr.

    Die USA werden spätestens mit dem nächsten Präsidenten Bodentruppen entsenden, ich vermute das schon im Präsidentenwahlkampf die Republikaner die Strategie nur aus der Luft geißeln werden und eine Änderung der US-Politik damit erzwingen werden, weil ein demokratischer Präsidentschaftskandidat darf im Wahlkampf nicht als verweichlicht gelten gegenüber der ISIS oder sich so darstellen, wenn er die Wahl gewinnen will.

  6. Dieses Dokument ist offensichtlich nur als innerparteilicher Brief gedacht.

    Ein wenig stört mich das Festhalten an dieser Lebenslüge „Ausbildungseinheiten ungleich Kampftruppen“, aber das ist ja nichts neues.

    Viel mehr stört mich der innere Widerspruch von Schreiben und Handeln!

    O-Ton Steinmeier:
    „[Wir] wollen die kurdischen Sicherheitskräfte mit gezielter, strikt am dortigen Bedarf orientierter Ausbildung unterstützen. Wir denken hier insbesondere an Fähigkeiten wie militärische Logistik, technische Kommunikation, Versorgung und Sanitätsleistungen, aber auch Minenräumung und Sprengfallenbeseitigung,[…].“

    Aber wenn das die Schwerpunktthemen sind, warum schicken wir dann nur 1 (!) Tanklaster, 30 Minensonden, 20 Metallsuchgeräte und 23 einsatzbereite Unimogs?
    Die 16.000 Sturmgewehre, 8000 Pistolen, MGs, PzAbwWaffen, etc. sind also unbedeutendes Beiwerk, was keiner wollte und was keiner weiteren Ausbildung bedarf?
    Oder gab es hier eine plötzliche Schwerpunktverlagerung, die man als Außenstehender nicht mitbekommen hat?

    Und zum zweiten mal innerhalb kurzer Zeit frage ich mich:
    Schizophrenie, Demenz oder einfach nur Doppelmoral?

  7. @ K.B. | 15. Dezember 2014 – 17:16

    Und zum zweiten mal innerhalb kurzer Zeit frage ich mich:
    Schizophrenie, Demenz oder einfach nur Doppelmoral?

    Wie wäre es mit kaltschnäuziger Skrupellosigkeit!

  8. III Fortschrittsbericht niederländischer militärischer Beitrag an Kampf gegen ISIS

    Die Niederlande liefern mit ihren F-16( ungefähr 250 Soldaten) und 130 Soldaten für Ausbildung einen Beitrag zur militärischen Komponente der Koalition. In den folgenden Paragraphen wird der niederländische militärische Beitrag im Kampf gegen ISIS beschrieben.
    Die Koordination der militärischen Beiträge der verschiedenen Nationen ist den CENTCOM (Tampa, Florida) übertragen. Die militärische Strategie der Koalition ist in deren Einsatzplan beschrieben. Bei der Entwicklung des Einsatzplans hat die Niederlande Nachdruck auf die Einbettung der militärischen Strategie in ein politische Lösung und die Notwendigkeit der Einbindung der Irakischen Regierung, gelegt. Auch wurden Dinge wie Menschenrechte, humanitäres Völkerrecht und Gender berücksichtigt. Der Einsatzplan wird wahrscheinlich im Jan2015 durch den Kommandanten der Streitkräfte bekräftigt. Aber auch nach der Bekräftigung im Januar bleibt der Einsatzplan ein Leitdokument, welches – basierend auf den aufgenommen Erfahrungen und deren Evaluation – angepasst wird. Hierfür wird innerhalb von CENTCOM eine joint / combined assessment and planning cell eingerichtet. Die Niederlande werden hier vertreten sein. So wird frühzeitig darüber Kenntnis gegeben, in welche Richtung sich die Mission entwickelt und hierauf können die Niederlande Einfluss nehmen.
    Einsatz von Luftstreitkräften.
    Entsendung niederländischer F16
    Kurz nach der Entsendung der niederländischen F-16 Staffel in den mittleren Osten, hat am 7. Okt eine erste niederländische F16 einen Angriff auf Bodenziehe im Irak ausgeführt. Darauffolgend wurden täglich mehrere Missionen geflogen. Die Ziele bestanden hauptsächlich aus ISI Hauptquartieren, Lagerplätzen, Fabriken wo IEDs hergestellt werden, Fahrzeugen und ISIS Kämpfern.
    Minimalisierung von Zivilen Kollateralschäden/Opfern
    Die Angriffe auf Ziele geschehen in einem geregelten Prozess ( targeting process), wobei das Minimalisieren von ungewollten Kollateralschäden und zivilen Verlusten, nicht alleine für die Niederlande, sondern für die Koalition als Ganzes, die höchste Priorität hat. Für dieses Vorgehen bilden das Humanitäre Völkerrecht und die ROE den Ausgangspunkt. Der Irak ist in diesen Prozess mit einbezogen und muss seine Zustimmung geben, um Ziele anzugreifen. Daraufhin beurteilt der Pilot, bevor er seine Waffen einsetzt, selber die Situation. Er beschaut die Umgebung des Zieles und beurteilt nochmals das Risiko bezgl. Ungewollter Kollateralschäden und ziviler Verluste.
    Von den Angriffen werden Bilder gemacht die nach Ablauf der Operation genauestens analysiert werden. Nach dieser Analyse wird ein Bericht verfasst. In diesem wird die Aktion genauestens beschrieben, einschließlich der exakten Verortung, Zeit des Angriffes und die eventuellen ungewollten Kollateralschäden und ziviler Verluste. Wie üblich wird danach an den Kommandanten und über das Koninklijke Marechaussee an das Openbaar Ministerie berichtet um die Verhältnismäßigkeit der Gewaltanwendung zu Beurteilen.
    Einbettung in die Host Nation und Zusammenarbeit.
    Das f-16 detachement ist vollständig entsendet. Die Einheit verbleibt in Zelten auf dem Flugfeld. Das Camp wird noch besser ausgestattet. So wird die Anzahl der Personen pro Unterkunft vermindert werden. Des Weiteren wird ein größeres Munition Depot gebaut. Die Niederlande arbeiten zusammen mit der Host Nation und anderen Koalitionspartnern, wie Belgien, welche auf dem Flugfeld stationiert sind. Dies betrifft den strategischen Lufttransport und Flugfelddienste w.z.B. Verkehrsleitung und Feuerwehr.

  9. @Frank

    Vielen Dank!

    Und ich hoffe, wir haben nicht aneinander vorbeigeredet… Es ging mir vor allem um die Ausbildungsmission, wg. der Vergleichbarkeit zum deutschen Einsatz.

    Aber es ist schon mal gut, das zur NL-Luftwaffe zu haben. Noch mal danke für das Engagement!

  10. Soweit ich mit der unvollständigen Google Übersetzung verstanden habe(die nicht fehlerfrei ist) gehen die Niederlande jedenfalls weit realistischer an die Sache ran und begründen es besser als in Deutschland und mit 130 Ausbildern wollen die auch mehr tun als Deutschland mit nur 100 Militärausbildern!

    Das Ganze wirkt nicht so peinlich wie in Deutschland und im Gegensatz zu uns können die Niederlande immer sagen, wir sind nur ein kleines Land, welches aber Deutschland im Kampf gegen ISIS in den Schatten stellt!

  11. Ist Herr Steinmeier nun der Ansicht, dass wir nicht mehr können oder wollen wir nicht mehr?
    Der letzte Satz legt ja nahe, dass wir an den Grenzen unserer „Möglichkeiten“ sind.
    Hoffe das wird in den nächsten Tagen klarer.

    Dafür geben wir 32 Mrd. € im Jahr aus?

    Der Vergleich zu den Niederlanden ist wirklich interessant.
    Wie erwachsene Offiziere da noch ernsthaft (!) davon reden können, dass NL uns als Anlehnungsmacht sieht, verstehe wer will. Der Krieg wird lang und irgendwann wird man uns zumindest inoffiziell fragen, ob wir nicht einige „kleine“ Länder entlasten können. Und dann? Drehen wir es halt wieder so hin wie es uns innenpolitisch passt – und belehren dann weiterhin alle anderen (wie beim AFG-Besuch von vdL).

    Nichts gelernt.

  12. Da sind sie wieder, die drei Säulen deutscher Außen- und Sicherheitspolitik: Ignoranz, Beliebigkeit und Verantwortungslosigkeit.

  13. @Closius

    Warum sprechen sie unseren Soldaten die Fähigkeit ab, die Peschmerga neben einer EOD/EOR Ausbildung, auch sonst gut und sinnvoll auszubilden?

    Nebenbei kann ich ihren Begeisterungssturm für die Entsendung von Kampftruppen mit dem Ziel, ISIS am Boden aktiv zu bekämpfen in keinster Weise teilen. Vorallem wenn man davon ausgeht, dass dies ein langer Einsatz werden würde. Da würde die Durchhaltefähigkeit aller beteiligten Truppenteile massiv auf die Probe gestellt und nachdem hier vorherrschenden Konsens, wäre genau das der Punkt an dem es spätestens die blutige Nase gibt.

    Ich möchte kein deutsches Dien Bien Phu erleben!

    Ansonsten bleibt abzuwarten, wie die Mandatsvorlage letztendlich formuliert wird.

    Cheers
    Flip

  14. kleine ergänzung zu Franks übersetzung, weil die beiden begriffe so weder im deutschen noch im nato-englisch unbedingt geläufig sein werden:
    “ Koninklijke Marechaussee“ ist die niederländische unter-anderem-militärpolizei, im unterschied zu unseren feldjägern mit ihren vom gesetzgeber bewußt eng gehaltenen zuständigkeiten aus dem französischen gendarmeriemodell kommend. zwar nicht mehr wie carabinieri, gendarmerie, guardia civil in der fläche präsent, aber viele der aufgaben sind eher mit unserer bundespolizei vergleichbar.

    „Openbaar Ministerie“ ist ein sehr irreführender begriff, staatsanwaltschaft kommt hier der sache wohl am nächsten.

  15. Vielleicht sollten wir unsere Lehren auch aus AFG ziehen. Das Kämpfen brauchen wir den Peschmerga nicht mehr beibringen, ebenso wie den ehemaligen Mudschahidin. Sie brauchen also keine Fallschirmspringer!
    Was also? Das, was die Peschmerga wollen? Gut! Wer spricht denn für sie und ihre Bedürfnisse? Was brauchen sie wirklich?
    Wo ist der Feind, also Aufklärung (Drohnen)? Schutz gegen den Feind, wie Jammer und Counter Improvised Explosive Devices? Wirksamkeit im Kampf, wie Luftbodenkampfunterstützung, also Combar Air Support? Und was nützt ihnen CAS im urbanen Gebiet?
    Die Liste wäre beliebig erweiterbar. Vielleicht fangen wir doch einfach dort an, wo es weh tut: Ihnen helfen (Ausbildung!), dass ihnen im Kampf nicht die Munition ausgeht, die Fahrzeuge nicht wegen Spritmangel liegen bleiben und ihre Verletzten schnell und effektiv versorgt werden. Deswegen ist der Ansatz richtig!

  16. Wohltuend zu lesen, dass es hier noch Kommentatoren gibt, die in der Lage sind, ohne Schnappatmung zu analysieren! Auch wenn der Alias das nicht gleich vermuten liesse ;-)

  17. Solange wir die türkische Regierung in der Unterstützung der ISIL gewähren lassen, ist unser Engagement keinen Euro und Soldaten wert.

    Ist das nun Schnappatmung oder tiefes Luftholen

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