Lagebeobachtung Ukraine, 12. September – Ermittler nehmen MH17-Abschuss vom Boden an

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Zum Thema Ukraine und der Lageentwicklung dort ein neuer Thread – wegen der Übersichtlichkeit und wegen neuer Angaben des niederländischen Untersuchungsteams zum Absturz der malaysischen Passagiermaschine über der Ukraine:

Die Ermittler der Absturzursache des Flugs MH17 über der Ost-Ukraine am 17. Juli nehmen inzwischen einen Abschuss mit einer Boden-Luft-Rakete als wahrscheinlichste Ursache des Unglücks an. Das sagte der niederländische Staatsanwalt Fred Westerbeke am (heutigen) Freitag bei einer Pressekonferenz, wie AP berichtet:

The possibility that Malaysia Airlines flight MH17 was shot down from the ground is the „most likely“ scenario being explored by dozens of detectives, according to the Dutch prosecutor overseeing the criminal investigation into the downing of the jet.
The shooting-down scenario „is the one getting the most attention now“ in the international investigation into the downing of the Boeing 777 over eastern Ukraine on 17 July, Fred Westerbeke of the Dutch National Prosecutors Office told reporters on Friday.

Das sagt allerdings noch nichts darüber aus, wer für einen Abschuss verantwortlich ist – ebensowenig wie der am vergangenen Dienstag veröffentlichte Zwischenbericht der Flugsicherheits-Experten.

Weiter nach Entwicklung.

(Foto mit freundlicher Genehmigung von Jeroen Akkermans)

55 Gedanken zu „Lagebeobachtung Ukraine, 12. September – Ermittler nehmen MH17-Abschuss vom Boden an

  1. @brogi: Und im Moment hat Putin dafür ein Window of Opportunity. Die Zerschlagung der EU hat bereits begonnen. Ob die NATO im gegenwärtigen Zustand einen russischen Hybridkrieg gegen das Baltikum überstehen würde, muß man bezweifeln. In ein paar Jahren wird sich die NATO berappelt haben.

  2. @califax

    „Und im Moment hat Putin dafür ein Window of Opportunity. “

    Wieder Zustimmung….deshalb gehe ich auch davon aus, dass wir uns nicht mehr lange „gedulden“ werden müssen…..leider.

    Denn ewig kann Russland den Status quo nach unseren Regeln nicht durchhalten und unser Dornrößchenschlaf wird auch irgendwann zu Ende sein…..

    Und in Anbetracht der doch deutlichen Betonung der (taktisch) nuklearen Option seitens Russlands in den letzten Wochen, ist mir nicht wirklich wohl bei der Sache…

  3. Bündnisfall im Baltikum? Möglischer nuklearer Angriff der Russen? Das die Lage unten in der Ukraine ernst ist, steht ja außer Frage, aber nun den alles entscheidenden Waffengang der Russen gegen den Westen als Teufel an die Wand zu malen finde ich etwas arg drastisch.

    Im Gegensatz zur Ukraine haben die baltischen Staaten die letzten Jahre ohne größere Revolutionen, Oligarchiepräsidenten und tot geschossene Demonstranten erlebt. Das Unruhepotential, dass man in der Ostukraine genutzt hat, müsste in den baltischen Ländern erst noch erfunden werden. Ich will für die Zukunft nichts kategorisch ausschließen, aber im Moment wird mir hier eindeutig zuviel dramatisiert, zumal die russische Bevölkerung politisch vlt., aber demographisch auf keinen Fall einen Konflikt Marke Bündnisfall überleben wird. Man darf auch die Fähigkeiten der Russen nicht überschätzen, die ja neben der hierbei phantasierten Westfront auch noch im Kaukasus und in Zentralasien gebunden ist, nicht zu vergessen im Fernen Osten (Vladivastok). Abseits der Gardeverbände wie Marineinfanterie und Luftlandesoldaten vermute ich mal, ohne Detailkentnisse der russischen Armee Überalterung sowohl an Material als auch in der Führungsebene.
    Die Armeen der Nato-Partner alleine sind den Russen nicht gewachsen, zusammen wird es den Russen bsp. allein im Punkto See- und Luftüberlegenheit kaum gelingen, einen Stich zu machen.

  4. Der russische Fernsehsender (Doschd, TVRAIN), der an der Aufdeckung der russischen Kampfeinsätze in der Ukraine beteiligt war, bekommt jetzt die Reaktion des Staates zu spüren.

    Xenia Batanowa wurde heute fast totgeprügelt und liegt mit Schädelfrakturen im Krankenhaus.

  5. …. und Putin hat auch gleich die Wertsachen gestohlen um den Krieg zu finanzieren.

    Am Abend näherten sich zwei unbekannte Männer Xenia als sie nach ihrem Haus in Milyutinsky Lane und stach mehr als ein Dutzend Schläge ins Gesicht.
    Als der Journalist das Bewusstsein verlor, nahmen die Angreifer von ihren Ohrringen und nahm ein Handy.
    http://translate.google.de/translate?hl=de&sl=ru&u=http://tvrain.ru/articles/v_moskve_izbita_shef_prodjuser_dozhdja_ksenija_batanova-375359/

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