Lagebeobachtung Ukraine, 10. Mai

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Die Gewalt und die Auseinandersetzungen in der Ost- und Südost-Ukraine, die am 9. Mai in Schießereien mit mehreren (genaue Zahl weiterhin unklar) Toten in der Hafenstadt Mariupol kulminierten, gehen auch am (heutigen) 10. Mai weiter. Oben ein Screenshot aus einem Video des Russia-Today-Reporters Graham Phillips: In Mariupol wird offensichtlich an diesem Morgen wieder geschossen.

Die Quellenlage ist, wie schon die ganzen vorangegangenen Tage, sehr unübersichtlich; und vieles ist mit Vorsicht zu bewerten. Dennoch eine Sammlung der Informationen vom heutigen Tag – hier unten umgekehrt chronologisch (das Neueste oben) sortiert. Und gerne auch wieder in den Kommentaren (ich hab‘ mir gestern zu viele unschöne Bilder/videos angesehen…)

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Am Abend gab es nach einem offensichtlich vergleichsweise ruhigen Tag Meldungen von erneuten Auseinandersetzungen bei Sloviansk/Slawjansk, nach ersten Berichten von einem Checkpoint vor der Stadt dann näher am Zentrum. Angeblich soll auch das Mobilfunknetz betroffen sein, vorerst twittern Journalisten aus der Stadt noch weiter:

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Ukraine: Youtube sperrt die öffentlichen Beweise

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Auch das ist Teil der Information Warfare: Die tödlichen Auseinandersetzungen am (gestrigen) 9. Mai in Mariupol in der Südostukraine wurden aus vielen verschiedenen Blickwinkeln dokumentiert, von vielen Leuten mit Handy-Kameras. Die Videos landeten auf Youtube (einen Teil davon habe ich hier verlinkt) – doch jetzt sind einige von ihnen verschwunden. Wie das Video, aus dem der Screenshot oben stammt – der einen Mann in Zivilkleidung zeigt, der auf ukrainische Truppen schießt.

Beim Aufruf dieses Videos kommt jetzt: weiterlesen

Bundeswehr will Hoheit über die Computer zurück

Bundeswehr und Technik

Unter den verschiedenen Privatisierungs-Lösungen, die die Bundeswehr eigentlich von starren Behörden-Regeln und unkalkulierbaren Kosten entlasten sollten, genießt das IT-Projekt Herkules einen besonders schlechten Ruf in der Truppe – wie auch hier in den Kommentaren immer wieder angemerkt wurde. Vor allem wegen der mangelnden Flexibilität, die eigentlich mit der Auslagerung der Technik in eine Privatfirma verbessert werden sollte (nettes Beispiel, und es gibt vermutlich Hunderte, ist das Pressezentrum einer Teilstreitkraft, die für alle Mitarbeiter einen zentralen Drucker hat – weil nach dem vertraglich festgestellten Schlüssel für diese vergleichsweise kleine Zahl an Mitarbeitern halt nur ein Drucker vorgesehen ist).

Das Verteidigungsministerium will deshalb offensichtlich – zumindest vorübergehend – die ganze Infrastruktur wieder selbst betreiben, wie in den vergangenen Tagen aus Medienberichten bekannt wurde. Eine ganz übersichtliche Zusammenfassung der Lage bei der Kollegin Sabine Siebold von Reuters – danach werden derzeit drei Modelle geprüft: weiterlesen

Bällebad Mai 2014

(Scheint wieder erforderlich.)

(Foto: Flickr-User besanstag unter CC-BY-Lizenz)