Was kostet der Eurofighter? Das BMVg hat keine Ahnung, sagt der Rechnungshof

Die so genannten Bemerkungen des Bundesrechnungshofs (BRH) zur Haushaltsführung des Bundes fallen bei Verteidigungsministerium und Bundeswehr gerne mal überdeutlich aus – weil es im Verteidigungsetat um recht viel Geld geht. In neuen Bemerkungen, die der BRH am (heutigen) Dienstag veröffentlichte, nehmen sich die Prüfer das teuerste Waffensystem der Bundeswehr vor, den Eurofighter – und kommen zu einem (finanziell) verheerenden Ergebnis: Nach einer – neuen – Ermittlung der so genannten Lebenswegkosten und der Kosten für Materialerhaltung habe das Verteidigungsministerium dagegen zwar Einwände erhoben, das führe aber für den Rechnungshof zu der Einschätzung:  Er sieht sich darin bestärkt, dass das BMVg keinen Überblick über die Ausgaben hat.

Aus der Zusammenfassung:

Dem BMVg fehlt es an Transparenz über die aufgelaufenen und noch anfallenden Ausgaben beim EUROFIGHTER. Mit dem EUROFIGHTER verfolgt die Bundeswehr das teuerste deutsche Rüstungsvorhaben. Es zeichnet sich ab, dass die hierfür vormals geplanten Ausgaben erheblich überschritten werden. Dies verringert die verfügbaren Mittel für andere Systeme. Die fehlende Transparenz erschwert es zu erkennen, welcher Gestaltungsspielraum für andere Rüstungsvorhaben bleibt.
Im Jahr 1997 plante die Bundeswehr, 180 EUROFIGHTER für rund 11,8 Mrd. Euro zu beschaffen. Dieser Betrag wird mit der Beschaffung von 140 EUROFIGHTER nahezu vollständig ausgeschöpft sein. Das BMVg rechnete mit Lebenswegkosten von mindestens 30 Mrd. Euro.
Die Bundeswehr verwendet den Begriff „Lebenswegkosten“ für die Ausgaben, die über den gesamten Lebensweg eines Waffensystems entstehen und dem einsatzfähigen System zugerechnet werden können. Mit Kenntnis der Lebenswegkosten sollen die zu erwartenden Ausgaben langfristig planbar sein.
Obwohl die Flotte von 180 EUROFIGHTER auf 140 EUROFIGHTER verringert werden soll, sind die Lebenswegkosten nach den Berechnungen des Bundesrechnungshofes etwa doppelt so hoch wie bei Beschaffungsbeginn. Besonders stark gestiegen sind die Betriebsausgaben, insbesondere die Ausgaben für die Materialerhaltung.
Darüber hinaus zeichnet sich ein erheblicher Bedarf an ergänzenden Entwicklungen und Beschaffungen ab, der erst zu einem kleinen Teil in Haushalt und Finanzplan abgebildet ist.

Die Langfassung – mit Grafik – hier.

(Archivbild 2011: Start eines Eurofighter in Laage – Bundeswehr/Andrea Bienert via Flickr unter CC-BY-ND-Lizenz)

73 Gedanken zu „Was kostet der Eurofighter? Das BMVg hat keine Ahnung, sagt der Rechnungshof

  1. Das BMVg bzw. AIN und BAAIN können m.M.n. – wie der BRH schon sagte – in der Tat nicht rechnen. Wenn 140 EuFI rund 11,8 Mrd. € kosten und darauf noch 1,5 Mrd. € Anpassungs- und Optimierung-Entwicklungen anfallen, ergeben sich 13,3 Mrd. an Invest. Gemäß der Faustformel in der Luftfahrt, daß bei den Life-Cycle-Costs über 30 Jahre ca. 25% auf das Invest und ca. 75% auf die Betriebskosten entfallen, ergeben sich bereits 53,2 Mrd. € (ohne Preissteigerungs bzw. Inflationsrate) und eben keine 30 Mrd. €! Inflationiert man das Ganze mit 1% per anno ergeben sich nach 30 Jahren bereits ca. 70 Mrd. €!

    Anders gerechnet: Wenn 140 EuFi ca. 13,3 Mrd. € Invest betragen und jährlich 28.000 FlgStd (ab 2020) geleistet werden sollen, ergibt dies bei Betriebskosten (DOC) von 18.000 €/FH (nach Jane’s) ca. 511,11 Mio. €/anno bzw. uninflationiert 15,336 Mrd. € für 30 Jahre. Inflationiert man diese Betriebskosten wiederum mit 1 % per anno, ergeben sich ca. 20,5 Mrd. €. Zzgl des Invests von 13,3 Mrd ergibt dies 33,8 Mrd. € an „Life-Cycle-Cost und so wird wohl das BMVg gerechnet haben.

    Allerdings krankt diese Rechnung leider daran, dass „Null“ unscheduled Maintenance und „Null“ (Waffen-) Systemkosten enthalten sind und auch keinerlei Ersatzinvestitionen.

    Ferner hat das BMVg offenbar nicht berücksichtigt, vgl. BRH-Bericht S. 2, Abb 9.1 (http://augengeradeaus.net/2014/04/was-kostet-der-eurofighter-das-bmvg-hat-keine-ahnung-sagt-der-rechnungshof/comment-page-1/#comment-107533) daß die Materialerhaltungskosten je EuFi und Betriebsjahr seit 2002 bis 2012 von 2,9 Mio. € auf 4,05 Mio. € im Trend angestiegen sind. Dies entspricht einer jährlichen Kostensteigerung von 3,4 %. Bei gleichem Trend liegen wir in 2014 bereits bei 4,33 Mio. € und in 2020 bei 5,29 Mio. € je AC und Jahr. Ab 2020 sollen aber statt ca. 100 FH/AC dann 200 FH/AC jährlich geflogen werden. Das rechne man dann mal auf 140 Maschinen und auf die weiteren Jahre bitte hoch!

    Kurzum, die Rechnerei des BMVg bzw. der Lw bzw. des BAAINBw mit „Lebenswegkosten“ von mindestens 30 Mrd. € kann hinten und vorne nicht stimmen und ist wieder um nur ein Teil der Wahrheiten, mit welchen der Verteidigungsausschuß und der Haushaltsausschuß scheibchenweise gefüttert werden sollen (bzw. wollen). Der Rest sind faule Ausreden bzw. unsubstantiertes Zeug (… genauso wie beim MH90 NTH SEA LION)! Da liegt der BRH mit ca. 60 Mrd. € Life-Cycle-Cost beim EuFi schon eher auf der sicheren Seite.

  2. @ klabautermann wg P3

    Ich wolte lediglich deutlich machen, dass es neben der erwähnten US-Problematik eine weitere gab, auf die NL uns hingewiesen hat. Ich weiß,dass Kosten/Budgetgründe damals das Argument waren, erinnere aber auch, dass der gut gemeinte NL-Hinweis, dass die Bw ohne das Büro mit dem Flieger in heftigen Turbulenzen landen könnte, mit einer gewissen „Ach was, das kriegen unsere Leute schon gebacken und ihr wollt uns wohl nur noch etwas Weiteres, Teures verscherbeln-Haltung “ ignoriert wurde.
    Im Falle eines P3 -Upgrades wird man die Folgen vermutlich auch preislich merken.

  3. Der Bundesrechnungshof hat wie der SPIEGEL eine lange Tradition, Hass gegen den Eurofighter zu schüren. Das die Alternativen Rafale und F-35 auch nicht billiger bzw. potentiell teuerer sind, und die Gripen in einer anderen Liga spielt, spar ich mir jetzt mal.

    Ich habe im Wikipedia-Artikel, Abschnitt Deutschland/Kosten bereits darauf hingewiesen, dass sich die BW selbst „verarscht“ hat, indem sie völlig unrealistische Systemkosten angenommen hatte. Der Systempreis hat sich seit 2003 praktisch nicht verändert, was im Artikel von mir so auch bequellt und reingeschrieben wurde. Logisch betrachtet gibt es auch keinen Grund, warum sich der Systempreis ändern sollte, abgesehen von der Inflation.

    Nun hat der Rechnungshof eine neue Spielwiese entdeckt: Die Lebenszykluskosten. Denn irgendwie muss man das Projekt auf Teufel komm raus kritisieren, auch wenn man einer anderen Behörde vorwirft, nicht genug in die Glaskugel zu sehen.

    Die hohe Kunst, Menschen mit Statistik zu beleimen, ist auch den Damen und Herren des BRH nicht fremd. Als Beweis muss die Grafik auf pdf-Seite 2/3 herhalten, Abbildung 9.1. Der Anstieg im linearen Trend ist nur vorhanden, wenn man den linkesten Datenpunkt mit in die lineare Regression einfließen läßt. Ohne diesen kommt wohl kaum ein Anstieg heraus. Würde ich von 2007 an eine Gerade reinfitten, könnte ich klar beweisen: Auch ohne Inflationsausgleich wird das Waffensystem trotz steigender Stückzahlen billiger im Unterhalt.

    Das einzige was mich am BRH-Bericht interessiert ist, wie der Kurvenverlauf in Abb 9.1 zustande kommt. Anfangs ein starker Anstieg, ok, wegen Simulatoren, Handling-Equipment etc. Dann der Zulauf weiterer Maschinen, mehr Flugstunden werden generiert, die Kosten sinken, den das Drumherum wurde bereits beschafft. Nun gab es aber im vorletzten Aufzeichnungsjahr wieder einen Kostenpeak, nach einem moderaten Anstieg vorher, und ein Abfallen danach. Warum? Ist das das Phase 2 Enhancement? Da wurde ja auch am DASS rumgefummelt und Antennen und LRUs ausgewechselt, und durch Leistungsfähigere ersetzt.

    Die Lebenszykluskosten für den Eufi, oder jedem anderen Waffensystem kann sowiso niemand seriös abschätzen. Ich kenne zwar die üblichen Quatschformeln, Beschaffungskosten x 3 = Lebenszykluskosten, aber das ist eh nur Müll. Wer weiß welche Waffen da noch reingerüstet werden, welcher Pilot mal eine Bauchlandung hinlegt etc.

    Der Witz, die Beschaffungskosten von Waffen wie IRIS-T und Meteor dem Eurofighter anzulasten (Spezialität britischer Rechnungshof: + Kosten des EAP-Prototyps), können nur als Defätismus bezeichnet werden. Ich will mal Wissen, welcher russische Rechnungshof die „Kosten“ russischer Waffensysteme künstlich aufbläht, um der Presse, Militärzeitschriften internationaler Provinienz usw. Munition gegen das eigene System (Militär, Industrie, Politik,…) zu geben. Selbst das GAO besitzt da mehr Zurückhaltung, und rechnet die Kosten von AIM-120D nicht der F-22 oder F-35 an.

    Soviel zu meinem heutigen Beitrag der Reihe: Deutschland schafft sich ab. Die Kommentare hier zeigen schon die me­ta­phy­sischen Folgen solcher BRH-Berichte.

    Achja: Mein Tipp zu den Lebenszykluskosten: Wenn die EZB Geld wie verrückt druckt, und die Inflation auf 4-5% steigt, knapp 100 Mrd. Euro bei 30 Jahren Nutzungdauer. Nach heutigen Preisen also etwa 35 Mrd. Den „Trend“, von dem der Vtg-Amtmann redet, hab ich schon oben zerpflückt.

    Schönes verlängertes Wochenende wünscht das Segelboot

  4. Zitat: „Nun hat der Rechnungshof eine neue Spielwiese entdeckt: Die Lebenszykluskoste…“
    •Nö, die ganze Welt rechnet mit Lebenszykluskosten, nur die BW hat sie gerade wieder neu entdeckt bzw. versucht endlich sich einer realistischen Finanzplanung anzunähern.

    Zitat:“Achja: Mein Tipp zu den Lebenszykluskosten: Wenn die EZB Geld wie verrückt druckt, und die Inflation auf 4-5% steigt, knapp 100 Mrd. Euro bei 30 Jahren Nutzungdauer. Nach heutigen Preisen also etwa 35 Mrd. Den “Trend”, von dem der Vtg-Amtmann redet, hab ich schon oben zerpflückt.“ –
    •Geldmenge und Inflation sind zwei paar Stiefel.

    •Zu Ihrer Theorie:
    Zitat:“ Die Ausgaben wären noch höher gewesen wenn die bis zu diesem Zeitpunkt geplante Anzahl an EUROFIGHTER ausgeliefert und die vorgesehenen Flugstunden erreicht worden wären.“

    weiter…

    Zitat:“ Das BMVg begründete die hohen Materialerhaltungsausgaben mit den von der Rüstungsindustrie unabhängig vom Bestand vorzuhaltenden industriellen Betreuungseinrichtungen.“

    Zitat:“…Demnach hätten die Ausgaben je EUROFIGHTER mit dem Zulauf neuer Kampfflugzeuge sinken müssen. Dies war jedoch nicht der Fall…“

    ..wenn Sie nun den linken Beobachtungswert entfernen, würde die Regressionsgerade zwar eine geringere Steigung aufweisen aber insgesamt auf einem höheren Niveau liegen. Tatsächlich würde die Regressionsgerade ein höheres Niveau aufweisen, wenn die geplanten Flugstunden erreicht worden wären. Erwartet wurde jedoch, dass mit wachsender Anzahl von Kampflugzeugen die Regressionsgerade eine negative Steigung aufweist, da das BMVg die gestiegenen Materialerhaltungskosten mit anzahlunabhängigen Betreuungseinrichtungen erklärte. Tatsächlich haben wir hier den empirischen Beweis vorliegen, dass es nicht alleine an den Betreuungseinrichtungen gelegen haben kann. Die Aussage des BMVg ist also zumindest anzuzweifeln.

    Weiter…

    Zitat: „Ab dem Jahr 2020 plant die Luftwaffe, mit 140 EUROFIGHTER jährlich 28 400 Flugstunden zu fliegen. Dies wäre mehr als das Dreifache der im Jahr 2012 mit 86 EUROFIGHTER geflogenen Flugstunden.“
    •2020 geplant: 140 x 28400h = 3,976 Mil. Flugstunden
    •2012 geflogen: 86 x ca. 9466h = 814076 Flugstunden
    •Entspricht einem geplanten Flugstundenzuwachs in 6 Jahren von 488 %, wobei die Materialerhaltungskosten schon jetzt 1/3 des Etats für Materialerhaltung aller Luftfahrzeuge der BW ausmachen. Weiterhin sinken die Materialerhaltungskosten pro Flugzeug (wie oben bereits erklärt) nicht (obwohl sie es durch Lerneffekte, Skaleneffekte und stückzahlunabhänige Leistungen tun müssten), sondern haben einen leicht positiven Trend. Selbst wenn man von konstanten Materialerhaltungskosten ausgeht, bedeutet das einen Anstieg dieser Kostenstelle um mindestens 488% – wenn die LW bei diesem Planungsziel bleibt.

    Weiter….

    Zitat:“Für den EUROFIGHTER zeichnet sich ein erheblicher Bedarf an ergänzenden Entwicklungen und Beschaffungen ab. Hierfür meldete die Bundeswehr in den letzten Jahren Bedarf von 1,5 Mrd. Euro an. Der Bedarf ist nur zu einem kleinen Teil im Haushalt abgebildet und berücksichtigt z. B. die Forderung der Luftwaffe nach der Mehrrollenfähigkeit aller EUROFIGHTER noch nicht.“
    •Der große Brocken „Mehrrollenfähigkeit“ ist also in diesem ganzen Bild noch nicht mitberechnet.

    Entschuldigung dass ich es jetzt so sagen muss, aber der Vorwurf, der BRH würde seine Daten absichtlich fälschen um Politik zu machen, ist schon ziemlich stark. Besonders wenn man offensichtlich den BRH Bericht nicht korrekt interpretieren konnte.

  5. @Segelboot:

    Stimmt, am Anfang eines Projektes kann das keiner. Für ein System in Nutzung gibt es aber ausreichend Erfahrungen um recht gute Prognosen zu erstellen (Amtsintern oder bei z.B. IABG). Stellt sich nur noch die Frage, was wirklich Systemkosten sind. Infra, Pers, etc. pp. gehört ja dann auch dazu.

    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass insbesondere auf Seiten der Planung zu viel Illusion besteht über die Vorhersage der Lebenswegkosten. Am liebsten hätte man, dass das BAAINBw die Lebenswegkosten noch vor der Beauftragung der FFF (Aufftrag BMVg Planung an Planungsamt) irgendwie quantifiziert. Ich hoffe das gibt sich mit derZeit.

    Um auf den Eurofighter zurück zu kommen. Wie hoch die Gesamtkosten sein werden,hängt ja auch davon ab, ob man noch eine Rollenanpassung durchführen wird. Dazu müsste nur mal jemand definieren wie es in der Luft weiter geht.

  6. @Segelboot, @Bang50: Genau den von @Segelboot benannten „Glaskugeleffekt“ habe ich in drei Varianten mittels aller „Krücken“ vorgerechnet, samt dem Trend der Materialerhaltungskosten, welcher leider vom BRH linear „vergewaltigt“ wurde, statt eben polynomisch! Dennoch, ganz so dumm, wie Sie , @Segelboot, vielleicht glauben ist der BRH nicht, denn rechnen können die Jungs auch bzw. bemühen sich zumindest darum.

    Nur erklären Sie mal zielorientiert im VA einem „roten“ Volkshochschul-Pädagogen und Gitarrenspieler oder auch einem „schwarzen“ Stabs-Bootsmann und Schießplatzkommandanten, daß die BMVg-Semantik alles „Quatsch mit Soße“ ist. Vom HA mal ganz abgesehen.

    Also sagte der BRH sehr konservativ – und mehr auch nicht -, „Dem BMVg fehlt es an Transparenz über die aufgelaufenen und noch anfallenden Ausgaben beim EUROFIGHTER. Mit dem EUROFIGHTER verfolgt die Bundeswehr das teuerste deutsche Rüstungsvorhaben“ und spricht davon, „daß die vom BMVg angesetzten Life-Cycle-Cost von mehr als 30 Mrd. € tatsächlich mindestens das Doppelte betragen dürften.“

    Bleiben wir also bei Ihrem Fazit: Sie sagen die heute absehbaren Systemkosten liegen bei ca. 35 Mrd. € und werden nach 30 Jahren ca. 100 Mrd. € betragen. Das entspricht exakt einer realistischen Preissteigerung von 3,7 % anno und das klingt alles sehr plausibel. Und 100 Mrd. € sind mehr als 30 Mrd. €. Damit sind wir wieder auf einem gemeinsamen Nenner, nur den Prognosen des BMVg entspricht dies leider absolut nicht.

    Also ist die Kritik des BRH am BMVg hinsichtlich der Life-Cycle-Costs absolut berechtigt, denn diese sind snd in der freien Wirtschaft „Standing Prodedures“. Nicht der BRH muß dem BMVg beweisen, daß er rechnen kann, sondern genau umgekehrt. Ergo liegt das BMVg auch beim EuFi leider mal wieder voll daneben!i

    N.B. In der Fliegerei habe ich die spontane Genauigkeit gelernt, in Technik und BWL jedoch, die zurückblickenden systematischen „Mikrometer“ und genau das erwarte ich auch von einem „System BMVg“. Basta!

  7. @Vtg-Amtmann @Woody: Meine Kritik war grundsätzlicher. Wir stimmen völlig überein dass das BMVg die Kosten des Eufi künstlich niedrig gerechnet hat, um die gewünschte und benötigte Menge beschaffen zu können. Was die Kostenschätzung angeht, lieber Vtg-Amtmann, liegen wir ja auf einem gemeinsamen Nenner.

    Das Problem ist aber, wie der BRH kritisiert: Statt zu sagen: „Siehe, bei den Systemkosten wurde gemauschelt, nun korrigiert, nun aber müssen auch die Lebenszykluskosten angepasst werden.“ werden völlig absurd Ausgleichsgeraden in Zick-Zack-Kurven gelegt, und daraus „Trends“ abgeleitet.

    Fakt ist, dass der Eufi noch im Zulauf ist. Später spielen die Kosten der Pilotenausbildung praktisch keine Rolle mehr, ebenso die Beschaffungskosten für Wägelchen für DASS-Warmluft, Leitern, Fliegerhostanpassung usw. Ferner gibt es keinen Grund, warum in 2020 die dreifache Menge Flugstunden erflogen werden soll, wenn der Eufi-Bestand nur um 86 -> 143 = +66% zunimmt, und nicht um 300% auf 258 Maschinen. Eine kritische Würdigung der BW-Zahlen bleibt also aus.

    Das Problem -generell- ist meines erachtens auch, dass bei der BW eine seeehr schwache Mentalität vorhanden ist, die Lebenszykluskosten zu drücken. Möglichkeiten sind:

    – Großbritannien hat die Zeit zwischen zwei Wartungsintervallen von 400 Stunden auf 500 Stunden erhöht um Flottenkosten einzusparen. Ich kenne keine Verlautbarung der BW, das ähnlich zu handhaben. Vmtl. das übliche Problem: Zahlen tuts der Steuerzahler und nicht der Beamte, aber wenn ein Flugzeug abstürzt, und irgendwas mit Wartung wird als Ursache identifiziert, könnte es seiner Laufbahn schaden. Neunmalkluge Kollegen und die Presse werden die Reduzierung der Wartungsintervalle geißeln usw. Das übliche Drama.

    – Die Briten versuchen z.Zt. die Pilotenausbildung ohne den teureren Zweisitzer. Dachte, ich hätte mal was darüber gelesen. Ist vor allem für Exportkunden interessant.

    – Die T3-Fliegerlein werden mit dem CAPTOR-M ausgerüstet, was lebensdauerlang hält, sollen aber durch das (größtenteils neue) E-Scan-Radar ersetzt werden. Somit zahlt man für zwei Radare. Man könnte die T3-Flieger mit Betonnasen ausliefern, bis das E-Scan eingebaut wird. Hat man beim ADV-Tornado so gemacht: Als das Foxhunter noch nicht verfügbar war, wurden die ersten Maschinen eben mit Betonnasen („Blue Circle“) ausgeliefert, und später das AI.24-Radar nachgerüstet. Für Air Policing mit IRST und IRIS-T reicht die CONSTOR (=CONcrete + capTOR) Lösung allemal.

    -Die Ersatzteile von allen Flugzeugen sind schrecklich teuer, weil ein quasi-Monopol des Herstellers vorliegt. Nur so unter uns: Die Vorderlippe eines großen Triebwerks für Zivi-Flieger, kostet rund eine Million Euro. Die Herstellungskosten (CFK + Harzinfusion + Autoklav) plus Strom, Personal usw. schätze ich auf einen mittleren 5-stelligen Betrag. Die Gewinnspanne liegt bei etwa 90%. Das dürfte normal, und ein Fall für’s Kartellamt sein. Aber heh, der Steuerzahler zahlt ja, nicht der Beamte oder Haushaltspolitiker.

    Gruß am Tag der linken Gewalt, vom Segelboot

  8. Wie sehen denn die Kostenrechnungen der anderen EF2000 Nationen aus?
    – was sagen die Briten?
    – was sagen die Österreicher?
    – was sagen die Italiener?

  9. Nochmal – ein Trend ist keine Prognose, wenn man es im theoretischen Teil nicht explizit so verstanden haben möchte. Was der BRH hier gezeigt hat: Das BMVg behauptet, die Materialerhaltungskosten seien wegen stückzahlunabhängigen Aufwendungen gestiegen. Diese Aussage überprüft der BRH: Stückzahlunabhängige Aufwendungen sind Fixkosten, wenn man nun die variablen Kosten oben drauf rechnet und an der Abszisse die Stückzahl aufträgt, müsste sich eine Kurve mit sinkenden Totalen Durchschnittskosten ergeben. Dem BRH kann man hier den Vorwurf machen, dass er sich nicht an diese übliche Darstellung gehalten hat und somit der geneigte Leser leicht auf eine falsche Fährte gelockt wird –> Der BRH behauptet, die Materialerhaltungskosten pro. Kampfjet würden im Trend steigen.

    Der BRH sagt in diesem Abschnitt –> Die Aufwendungen für Materialerhalt in den letzten Jahren liegen nicht wegen den von „Rüstungsindustrie unabhängig vom Bestand vorzuhaltenden industriellen Betreuungseinrichtungen“ absolut höher.

    Entweder sind nun die Materialerhaltungskosten tatsächlich gestiegen (durch Preissteigerung der Ersatzteile oder höherer Flugstundenanzahl) oder das BMVg hat Investitionen in das Waffensystem in die Materialerhaltungskosten eingerechnet.

    Somit kommt man auch zum Kernpunkt der BRH Kritik: Kostentransparenz beim
    EUROFIGHTER herstellen.

    Oder anders formuliert: „Liebes BMVg, wir haben keinen blassen Schimmer wie ihr eure Kostenarten zusammenrechnet bzw. wie eure Rechenstruktur ist“

  10. @Bang50

    Ich könnte mir vorstellen, dass die „stückzahlunabhängigen“ Investitionen (Betriebsinfrastrukturen, Simulatoren etc.) keine Fixkosten im Sinne von Einmalkosten sind, sondern dass über den life cycle betrachtet hier auch Bauerhalt-, Materhalt-Kosten anfallen.
    Klassische Haushaltskameralistik gem. Mittelfristigen Finanzplan versus moderne Betriebswirtschaftliche Kalkulationstheorie/Wirtschaftlichkeitsberechnung war schon immer ein Streitpunkt zwischen BW und BRH.
    Gerade der EF ist ein Beispiel für eine imperfect competition (http://en.wikipedia.org/wiki/Imperfect_competition) und da streiten sich die Gelehrten schon lange darüber je nach Perspektive: Mikro- versus Makroökomie.

  11. Die Planer vom BMVg sollten sich mal die Software „ACE-Aircraft Cost Evaluator“, „APC-Aircraft Performance Comparator“, „LCC-Life Cycle Cost“ und „MxM-Manenance Manager“ von „Conklin & de Decker“ (https://www.conklindd.com/product.aspx) zulegen und in Berlin, Bonn und Koblenz installieren.

    Bei diesen Kalkulationsprogrammen lassen sich sämtliche Fenster und Einzelparameter frei programmieren und abändern, also auch auf einen fiktiven oder auch völlig neuen Lfz-Typ „verbiegen“. Mit maximal 795 US$ je Programm und LFZ-Kategorie sind das für das BMVg Peanuts.

    Die Conklin & de Decker–Kalkulations-Programme sind m.M.n. das Beste was derzeit auf dem Markt ist und wir haben das Ganze nicht nur mit einem „neuen Basisschulungs-Hubschrauber (BSHS)“, sondern auch für viele HC unserer Werft-Kunden längst durchexerziert. Das Schöne ist, daß man periodisch einen SOLL-IST-Abgleich durchführen und damit nicht nur analysieren und ein Cost-Controlling realisieren kann, sondern auch für die Zukunft eine Optimierung sichergestellt ist. Das gilt einerseits bei uns für die Kundenmaschinen, andererseits aber auch für unseren BSHS-Kanditaten, der ja schon seit 2005 an der Airforce Academy in Deblin (Polen) mit mittlerweile 24 Maschinen fliegt.

    Soweit mal zum „Rechnungswesen und Controlling“ der Bw vs. zur gewerblichen professionellen Luftfahrt und Luftfahrttechnik und eine auch für die Bw gebotene – bislang aber stets aufs Neue vermißte – Professionalität. Oder anders gesagt, im Bw-Beschaffungswesen gehört nicht nur auf der Führungsebene mit eisernem Besen gekehrt und ausgemistet, sondern auch auf der Arbeitsebene. Dafür kann man UvdL und ihrem Stab nur noch eine glückliche Hand wünschen.

  12. @Vtg-Amtmann

    Das BMVg hat doch SASPF, DAS Schweizer Messer der modernen Planung und Betriebsführung inkl. Controlling ;-)

  13. @Klabautermann: Lachhaft, damit kann man ja nicht einmal einen NH90 in AFG operieren! Das fängt bei den einzelnen Fenstern für die Mat-Erhaltung an und hört beim IEPT auf.

    Aber das wissen Sie ja auch, das weiß die ganze Truppe, nur das BMVg, AIN und BAAINBw wissen das offenbar immer noch nicht!

    Nachdem das Projekt SASPF ist in erster Linie ein Organisations- und weniger ein Softwareprojekt ist, also von innen „gespeist“ wird, kann der Output qualitativ nicht besser sein, als der Input. Ganz im Gegenteil, Systemimmanenzen, Defizite und Unprofessionalität werden mit SASPF nicht nur multipliziert, sondern sogar erhärtet und in einer „Negativ-Spirale“ fest betoniert. Derart wird sämtliche externe Expertise abgeschottet (vgl. http://www.computerwoche.de/a/herkules-it-riese-auf-toenernen-fuessen,1217494)

  14. Der Kernpunkt der BRH -Kritik war m.E. nicht Kostentransparenz beim
    EUROFIGHTER herzustellen, dass hätte man auch explizit so sagen können. Die Beschaffung eines modernen Kalkulationsprogrammes hätten die Leute vom BRH auch explizit fordern können, oder zumindest eine Berechnung nach diesen Quasi-Standards.

    Wie bei allen sogenannten „Studien“, die mehr Wert auf Meinungsbildung statt Wissensbildung legen, ging es auch dem BRH mit halbseidenen Berechnungen nur darum, zu möglichst negativen Schussfolgerungen zu bekommen. Die agitatorische Presse hat diese Fantasiezahl von 60 Mrd. dankbar aufgegriffen, ohne das Kostenjahr, die Inflationrate oder weiteres zu vermelden. So wurde das Ziel, das Eurofighter-Projekt ins negative Licht zu rücken, vom BRH und der Presse wieder einmal erfolgreich erreicht.

    Ich bin so froh, das GB und FR bei zukünftigen Rüstungsprojekten wie Drohnen ohne DEU arbeiten wollen. Wozu mit einem Land zusammenarbeiten, dass sich und sein System (BMVg, BW, Politik, die Liste ist endlos) permanent selbst bekämpft? Das Hickhack beim Eurofighter um die Stückzahl, dann um die Konfiguration, dann Ein- und Ausstieg und Wiedereinstieg beim DASS, dann das Theater weil ja eine deutsche Firma das Radar unbedingt fertigen musste, obwohl der mechanische Schwenker nur Übergangslösung war usw. Und am Ende auch noch permanent negative Meldungen verbreiten und Stückzahlen reduzieren.

    Die internationale Presse hat die Fantasiezahl von 60B ebenfalls aufgegriffen, ebenfalls ohne Kostenjahr, Inflationrate usw. Eine PR-Katastrophe, gezielt lanciert. Wie gesagt, nächstes Mal besser ohne linkes Deutschland und seine masochistische Presse und Beamten, und populistische Politik Waffen entwickeln und verkaufen.

    @Jugendoffizier: Auch nicht anders als bei uns. Allerdings werden keine hochinflationierten Fantasiezahlen auf Basis von Ausgleichsgeraden medienwirksam publiziert, um dem eigenen Land, seinem Militär, seiner Industrie und ihrem Exportpotential zu schaden. Und, wie erwähnt, ist man im Gegensatz zu DEU aktiv bestrebt, die LCC zu drücken.

  15. @Segelboot

    Sie haben doch offensichtlich Ahnung. Warum dann so ein billiges Bashing, was Ihre sonstigen Aussagen in eine komische Ecke stellt und entwertet?

  16. @Vtg-Amtmann

    Mein Kommentar war auch nicht ganz bierernst gemeint. Das BMVg steckt imho in der Tat in einer strukturellen Abwärtsspirale und der point of no return ist schon seit einiger Zeit erreicht. Das scheint man höheren Ortes auch so zu empfinden, denn anders kann ich mir die ewige Mantra von ‚bloß keine Reform der Reform‘ nicht erklären in Verbindung mit der erheblich intensivierten rhetorischen Kosmetik an eigentlich peripheren sicherheitspolitischen Fragen wie „Beruf&Familie“. Für diese politisch inkorrekte Aussage würde ich natürlich als insider sofort abgestraft werden, aber da ich nun outsider bin, tangiert mich das nicht mehr ;-)

  17. @Klabautermann: Ich habe Sie schon richtig verstanden. Mal fast privat; als „Outsider“ gewinnt der Blick des „Insiders“ so richtig an Schärfe, die linke und rechte Grenze wird größer und der Horizont weiter. Zudem kommt mit Rasanz externe Expertise hinzu, sofern man noch weiter engagiert ist.

    O.T. Genau solche Leute sollen (wurden teilweise) von „McKinsey, Roland Berger, Ernest & Young, Price Waterhouse & Cooper und Horvath & Partners, etc.“ gesucht und am 24.04.2014 war ja Termin für den RFP in Sachen externes Controlling bzw. Analyse der 15 größten Beschaffungsvorhaben des BMVg. Da gehört ja der EuFi mit dazu.

    Weiß jemand Genaueres zur Auswahlentscheidung des BMVg, nachdem nun die RFP vorliegen?

    Ich weiß nur, dass sich zumindest 2 sehr reputierte Bieter verabschiedet und von einem Proposal an das BMVg Abstand genommen haben. Ferner soll ein Bieter vorgeschlagen haben, nur das Projekt PUMA komplett zu analysieren und daraus auf die anderen Projekte hinsichtlich der Systemimmanenzen und Obsolenzen zu folgern. Hoffentlich läßt sich UvdL nicht auf solch einen Humbug ein, denn dann haben so „Durchwinkaktionen“ wie im Haushaltsauschuß beim SEA LION nie ein Ende und auch der EuFi wird zum ultimativen Haushaltsdesaster in der von Ihnen benannten Abwärtsspirale und jenseits des Point of no Return!!

  18. @Vtg-Amtmann

    to cut a long story short: Ich halte diese RFP-Geschichte auch nur für Kosmetik und sie ist für mich nur eine weitere Bestätigung dieser politischen Hilflosigkeit in Berlin. Wollen wir doch nicht vergessen, dass diese strukturelle Abwärtsspirale der BW letztendlich unter Scharping durch consulting Firmen losgetreten worden ist. Ich erinere mich – damals noch als insider in high places – an so illustre Figuren wie Ron Sommer und Roland Berger und und und….

  19. @Vtg-Amtmann:

    Ich glaube der Vertrag über die Auswertung der Großprojekte wird im Sommer unterschrieben.

    Die Frage ist doch: Welche Schlüsse wird man aus dieser Analyse ziehen können? Eine Reform des Beschaffungswesens wird es wohl kaum sein. Die Großprojekte sind nicht wirklich repräsentativ für die Gesamtheit der Beschaffung, obgleich sie natürlich die meisten Probleme hinsichtlich Zeit, Kosten und Leistung erzeugen. Somit auch die meisten Probleme im politischen Sinn. Falls die Analyse dazu da ist, dem politischen Entscheidungsträgern (transparent) aufzuzeigen, was deren Entscheidungen bewirken, so bleibt die Fragestellung: Wird sich auf dieser Ebene etwas ändern? Ich fürchte nicht. Entscheidungsebenen tendieren immer stärker dazu, Fachexpertise auszublenden.

    Stellt sich die Frage: Was will die Ministerin?

    Sie will die Zeit an der Spitze des BMVg überleben. Die Transparenz in Richtung Parlament (für die sie sowie ihre ParlSts verantwortlich sind) nehmen, im Falle von neuerlichen Problemprojekten, ein klein wenig Rechtfertigungsdruck sowie politische Verantwortung von ihren Schultern. Eigentlich ziemlich clever, die politische Brisanz von „Beschaffungsproblemen“ dadurch zu entschärfen.

    An der Binnenkommunikation des Presse- und Informationstaboder auch PIZ AIN wird anscheinend gearbeitet.

    Eine Sache die UvdL lernen musste ist, dass die Uhren in der Bw, insbesondere im BMVg, anders ticken. Verantwortlichkeitsspielchen verzögern viele dringende Änderungen. Der von Ihnen angesprochene Beratungsvertrag kommt ja auch wesentlich später als angestrebt. Aber so ist das halt wenn das Vergaberecht zuschlägt.

    Die Bundeswehr hat, dass weiß jeder Eingeweihte, noch wesentlich mehr Probleme. Die neue Chefin merkt das wohl so langsam, bzw. antizipiert dies so langsam anhand der Proble die entstehen, wenn nur einige Ministerwünsche erfüllt werden sollen. Interessant für die Bw wird sein, ob sie mehr erreichen wird als ein „Überleben“ bei den politisch brisanten Themen. Eine Besserung z.b. der Kostentransparenz beim Eurofighter wird sich nur dann langfristig einstellen, wenn die anderen Probleme der Bundeswehr gelöst werden.

  20. Nach Angaben des BDLI erarbeitet das BMVg (!) derzeit eine „Militärische Luftfahrtstrategie der Bundesregierung“. Diese soll noch dieses Jahr dem Bundeskabinett vorgelegt werden (siehe auch Bundeswehr-journal: In Sorge um das Branchensegment „Verteidigung und Sicherheit“).

    Dass hierbei die Federführung beim BMVg liegt, ist bereits ein erheblicher Geburtsfehler.

    Aber der Zug der Nach-EF-Ära ist ja bereits abgefahren:
    Während man in D über Papiere, Strategien und Rechtsrahmen spricht, investieren F und UK massiv im Drohnenbereich.

    Aber auch beim EF gibt es von uns vorallem Unsinniges:
    Captor-E/ AESA brauchen wir nicht mit Luft-Boden-Optimierung.

    Wie oben geschrieben ist da mittlerweile jeder froh, wenn er ohne uns darf.

  21. @Memoria:

    Wer in der Bundesregierung, außer dem BMVg, ist denn an einer militärischen Luftfahrt überhaupt interessiert? Was die Arbeiten zu RPAS angeht, so wird schon Geld ausgegeben um technologisch am Ball zu bleiben. Im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel im Kapitel 1420 macht das BAAIN da was es kann. Wie schlecht es um Rü-Invest für die nächsten zwei Jahre bestellt ist wissen sie sicherlich bereits.

    Was fehlt ist ein eindeutiges Signal, nach Innen und Außen. Ohne einen Demonstrator, der mal fliegt, wird man bei einem zukünftigen, multinationalen Programm wenig mitreden dürfen. Ob das gut oder schlecht ist sei dahin gestellt.

  22. @Woody:
    Diese Strategie ist ja wirtschaftspolitisch motiviert, daher sollte das BMWi die FF innehaben. Das BMVg muss natürlich zuarbeiten (Beschaffungsplanung, F+T).
    Aber so werden doch schon wieder die Weichen gestellt, dass die Grundlagenforschung auch aus dem Epl. 14 bezahlt wird.

    Die bisherigen Bemühungen im Kap. 1420 kenne ich – wenn man dies mit den franz.-brit. Bemühungen vergleicht, dann merkt man wie vergeblich es mittlerweile ist:
    http://www.flightglobal.com/news/articles/dassault-and-bae-systems-welcome-anglo-french-ucav-pact-395445/

    Das holt man – wenn überhaupt – nur mit guten Kooperationspartnern (Italien? Spanien? Polen?) und Haushaltsmittel außerhalb des EPl 14 auf.
    Ein Papier ist da einfacher und suggeriert Fortschritt.

    Wir führen jetzt erst nochmal ne Grundsatzdiskussion zu bewaffneten RPA – dies führte bereits vor 5 Jahren zu einer Abkehr Frankreichs.

    Am Ende wundert man sich dann im Jahr 2025 nur marktverfügbar in USA, ISR und FRA/GBR beschaffen zu können – ohne Sonderwünsche der Bundeswehr.

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