Neue Frauen-Studie: Die Männer in der Bundeswehr haben ein Problem

Eine ganze Weile lagen die Ergebnisse unter Verschluss, die die Forscher des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr (inzwischen aufgegangen im Zentrum für Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, ZMSBw) bereits 2011 zu den Frauen in den Streitkräften erhoben haben. Ein Blick in die am (heutigen) Freitag veröffentlichte Untersuchung lässt ahnen, warum: Im Vergleich zu den sechs Jahre zuvor erhobenen Zahlen ist die Akeptanz von Frauen in der Bundeswehr bei ihren männlichen Kameraden stellenweise deutlich zurückgegangen. Und da kommt alles hoch, was weiblichen Soldaten in Deutschland immer wieder an Ablehnung entgegengebracht wird – von der Ansicht, sie seien für das harte Leben im Felde nicht geeignet, bis zu der Einschätzung, mit Frauen leide die Kampfkraft der Truppe.

In der Sprache der Forscher wird das etwas dezenter als Entwicklungen, die auf eine gewisse Eintrübung des Integrationsklimas verweisen bezeichnet. Vor allem, heißt es in der Studie:

• Die männlichen Soldaten glauben stärker, dass Frauen dem harten Leben im Feld nicht gewachsen sind. 2005 taten dies 28 Prozent, 34 Prozent im Jahr 2011.
• Dass Frauen körperlich anspruchsvollen Funktionen nicht gewachsen sind, glauben nun 52 Prozent, vorher 44 Prozent.
•Der Prozentsatz der Männer, die einen Verlust an militärischer Kampfkraft infolge der Integration von Frauen wahrnehmen, ist von 33 auf 36 Prozent gestiegen.
• Dass sich die Bundeswehr infolge der Integration zum Schlechteren entwickelt hat, glauben nun 57 statt vorher 52 Prozent.
• Die Meinung, man könne mit Frauen gut zusammenarbeiten, wird nun von 77 Prozent im Vergleich zu 83 Prozent in 2005 vertreten.
• Die Skepsis der Männer gegenüber Frauen in Vorgesetztenfunktionen ist gewachsen. 2005 hielten 15 Prozent der Männer Frauen für Vorgesetztenfunktionen für ungeeignet, 22 Prozent in 2011.
• Das Gerechtigkeitsempfinden der männlichen Soldaten ist noch stärker sensibilisiert als dies vorher der Fall war. Dass Frauen zu positiv bewertet werden, glauben nun 51 statt vorher 39 Prozent; bessere Karrierechancen werden ihnen von 62 Prozent statt vorher 53 Prozent attestiert; dass von Frauen weniger erwartet wird, glauben nun 49 statt vorher 45 Prozent; und 33 Prozent statt vorher 15 Prozent sehen Frauen durch militärische Vorgesetzte besser behandelt.
• Dass die Integration noch großer Anstrengungen bedarf, glauben 48 Prozent in 2011; in 2005 taten dies lediglich 22 Prozent der Männer.

Also unterm Strich: Sehr viele Männer, die Mehrheit in der Truppe, ziehen eine zunehmend negative Bilanz der Integration von Frauen in die Streitkräfte. Den größten Unterschied zu der vorherigen Untersuchung gibt es beim letzten Punkt; die Zahl der Männer, die der Meinung sind, die Integration der Frauen brauche noch viel mehr Anstrengung, hat sich mehr als verdoppelt. Und das, obwohl die Studie den Frauen einen hohen Integrationswillen bescheinigt: Hinsichtlich der integrationspolitischen Orientierung der weiblichen Soldaten ist zunächst festzuhalten, dass die Integrationsbereitschaft und der Leistungswille der Soldatinnen weiterhin hoch sind. Sie entscheiden sich (…) in der Mehrzahl eher für eine Strategie der Anpassung an die dominante (männliche) Organisationskultur.

Tja. Die Frage ist ja nun, ob die Aufnahme von Frauen in die Streitkräfte das Problem ist – oder ob die Männer damit (zunehmend) nicht fertigwerden. Aus Sicht der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ist der Kurs gegen die jüngsten Erkenntnisse klar: Wir müssen die Karrierepfade für Frauen gangbarer machen, die Vereinbarkeit von Dienst und Familie zügig vorantreiben und auch besser sichtbar machen, wie sehr die Bundeswehr von der wachsenden Zahl Frauen in der Truppe profitiert.

Die Studie Truppenbild ohne Dame? zum Download beim BMVg.

(Eine persönliche Anmerkung von mir: Das Thema Frauen und Streitkräfte ist hier auf Augen geradeaus! immer wieder ein Reizthema gewesen. Die Diskussion kreiste dann oft um die Frage, ob Frauen biologisch überhaupt fähig seien, als Soldat Dienst zu tun – wobei Erfahrungen anderer Länder, von Israel bis zu den USA, locker ignoriert wurden. Ich wäre dankbar, wenn diese Frage hier jetzt nicht zum Mittelpunkt würde. Da mir dann immer sehr schnell fehlende Demokratie, Zensur und ähnliche Dinge vorgeworfen wurden, gibt’s jetzt eine Lösung: Wer unbedingt darüber debattieren möchte, die Frau als solche tauge nicht für die Streitkräfte, landet im Bällebad.)

(Foto: Bundeswehr/B.Wilke via Flickr unter CC-BY-ND-Lizenz)

 

 

198 Gedanken zu „Neue Frauen-Studie: Die Männer in der Bundeswehr haben ein Problem

  1. Ist es sexuelle Belästigung wenn eine Soldat (w) (Uffz) während eines Pausengesprächs am oberen Reissverschluss des Kombis eines verdutzten Stabsoffiziers (m) herumnestelt?

    Ist es sexuelle Belästigung wenn ein Soldat (w) (Uffz m P) während einer Papierübergabe die Hand eines verdutzten Stabsoffiziers (m) von oben umfassend sanft berührend unmerklich streichelnd festhält?

    Tja…aus der Truppe – für die Truppe…!

    Frage: Gab es nicht mal, so der Flurfunk, wiederholt Prostitution in der Bundeswehr?

  2. crm-moderator | 27. Januar 2014 – 21:03
    Können Sie Ihren Kommentar bitte löschen lassen … es ist doch reines „hören-sagen“ ohne jegliche Substanz. Was soll das denn in einer Diskussion.
    Also bitte.

  3. @crm-moderator

    Glauben Sie wirklich, dass sich Ihre Beispiele dazu eignen, das Thema vernünftig zu bearbeiten?

    Mich persönlich macht die Diskussion wirklich betroffen! Das hat mit einem professionellen Dienst nichts, aber auch gar nichts, zu tun!

  4. @Heiko und Soenke:

    Komm mir bloß nicht mit Fakten.
    Hören Sagen..soso…sagen sie dass mal einer Soldatin.
    Apropos die beiden Fälle sind mir passiert.
    Und nu?

  5. @Interessierter
    „War da nicht mal was bei EUFOR RD CONGO mit einer Interkulturellen Einsatzberaterin?“

    Die gehörte zu den Gutmenschen, die Waffen für böses Männerzeugs hielt, auf Soldaten herabblickte, sich über grundlegende Absicherungsmaßnahmen amüsierte und dachte, ihr könne nichts passieren, weil sie die Einheimischen ja sooo gut verstehe und mit etwas lächeln alle Konflikte zu verhindern wären. Es kam wie es kommen musste, und sie wurde wegen eigener Unvorsicht entführt, was einen vorhersehbaren Ausgang gehabt hätte wenn sie nicht sehr viel Glück gehabt hätte.

  6. crm-moderator | 27. Januar 2014 – 21:11
    Das ist einfach zu billig. „crm-moderator“ was soll das sein? Eine Person, ein Ding, ein Institution?
    Aha, 2 Fälle sind Ihnen bekannt/passiert und das ist dann repräsentativ bzw. typisch für die Bundeswehr?
    Aber vielleicht ist das ja die derzeitige Sachlichkeit innerhalb der Truppe ..

  7. crm-moderator | 27. Januar 2014 – 21:11
    „… bloß nicht mit Fakten“ .. schon klar, die wären ja prüfbar! Lassen Sie es einfach …

  8. Da schildert man 2 eigene Fälle und die werden entweder als „billiges Fake“ dargestellt oder man bekommt den Rat den Mangel abzustellen (ohne Zeugen)

    Bisher bin ich bei allen Wortmeldungen von einer Wahrhaftigkeit, bzw.
    im Rahmen des Quellenschutzes von leichten Sachstandsänderungen ausgegangen.

    Wie auch immer: Wie hätten sie reagiert, wenn ich weiblich wäre?

    Und die Frage gönnen sie mir: Sind sie Soldat(en)?

  9. Und jetzt kommt der Fragebogen mit der sexuellen Belästigung. Was soll ich ankreuzen?

    Ich sags ihnen: N.b.

  10. @crm-moderator

    Dafür gibt es sehr eindeutige Vorschriften….. Einfach mal Blättern. und ja, dort steht Zero tolerance! Das will der Dienstherr so.

  11. @Heiko Kamann

    Die Beispiele von @CRM-Moderator sind nach eigenem ERLEBEN [sic!] durchaus K E I N E E I N Z E L F Ä L L E! Darüber hinaus meine ich mich erinnern zu können, das Ihre aktive Dienstzeit bereits einige Jahre zurückliegt. Ich glaube, das damals sowohl eine andere gesamtgesellschaftliche Moral beim Umgang mit Sexualität herrschte (Stichwort: „Casual Sex“ in der Zeit der post-00er Jahre und Generation Web 2.0), generell geringere Anzahl Frauen in der Truppe, etc. Auf das Thema Einsätze in Verbindung mit Bedürfnispyramide nach Maslow etc. will ich mal noch garnicht eingehen.

    Mit Verlaub, aber aus vorgenannten Gründen reden (schreiben) Sie wie ein Blinder von der Farbe. Sie MÜSSEN das nicht glauben was Ihnen hier geschildert wird, haben aber meiner Meinung nach auch nicht die Rechtfertigung, die Glaubwürdigkeit der Schilderungen in Zweifel zu ziehen.

    Hochachtungsvoll,

  12. Interessierter | 28. Januar 2014 – 7:20
    1. ist allzuviel in den letzten 5 Jahren auch nicht passiert
    2. habe ich schon 1980 mit Soldatinnen zusammen gearbeitet; so wohl als Vorgesetzter als auch als Untergebener (NATO)
    3. „Mit Verlaub, aber aus vorgenannten Gründen reden (schreiben) Sie wie ein Blinder von der Farbe. Sie MÜSSEN das nicht glauben was Ihnen hier geschildert wird, haben aber meiner Meinung nach auch nicht die Rechtfertigung, die Glaubwürdigkeit der Schilderungen in Zweifel zu ziehen.“ Sollten Sie mal Vorgesetzter mit Disziplinargewalt werden, verlangen Sie bei Anschuldigungen wie sie crm… geschrieben hat, hoffentlich mehr Substanz …

  13. @Heiko Kamann

    ad 1.

    Ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen und Ihre persönliche Situation näher zu kennen, aber ich kenne genug lebensältere Kameraden, die jeglichen Bezug zur Generation der Soldaten im Alter zwischen 20 und 30 verloren haben.

    ad 2.

    Wenn Sie dieses Argment anführen, haben Sie mein Argument mit den geänderten Werten bzw. dem Umgang mit Sexualität in dieser Zeit entweder nicht verstanden oder negieren es grundsätzlich.

    ad 3.

    Das ist in meiner Laufbahn nicht drin…es sei denn es werden wieder Kriegs-/Feldbeförderungen für UmP zum Offz eingeführt. Was ich nicht hoffe, da wir dann andere Probleme hätten als uns darüber Gedanken zu machen.

  14. Einen sehr schönen Kommentar zu diesem Thema findet man auch seit gestern Abend im Strategie und Technik-Blog von JPW.
    Mir hat das Zitat aus seiner Wehrübung besonders gefallen :-)

  15. Interessierter | 28. Januar 2014 – 7:57
    zu ad1. lassen Sie das, da bewegen Sie sich auf dünnen Eis. Lebesältere Kameraden haben in dem alter Kinder, sind meistens ganz schön nahe dran …

    zu ad2. Sie hätten erkennen können, das ich ergo schon ein paar Jahre länger Erfahrung mit Soldatinnen habe … wie haben sich denn die Werte (die Sie anführen) in den letzten 5 Jahren geändert?

  16. @Heiko Kamann

    zu 1.) Deswegen schrieb ich ja, „ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen und ohne Ihre persönliche Situation zu kennen“… Das dies insbesondere auf (evtl. eigene) Kinder in dem entsprechenden Alter bezogen war, war mir offentsichtlich…Ihnen anscheinend nicht. Sei’s drum. Dünnes Eis? In wiefern? Das ich meinen subjektiven Eindruck schildere? Ich bitte Sie… Des weiteren: Kinder zu haben und zu verstehen was in diesen vorgeht, bzw. was diese in Ihrer Freizeit (insbsondere ab einem Gewissen Alter) veranstalten sind wohl zwei paar Schuhe.

    zu 2.) Ich habe ihnen die Stichworte geliefert, aber hier gerne nochmal:

    „andere gesamtgesellschaftliche Moral beim Umgang mit Sexualität herrschte (Stichwort: “Casual Sex” in der Zeit der post-00er Jahre und Generation Web 2.0)“

    Wenn Sie darauf nicht eingehen können oder wollen, ist das auch Ihre Sache. Ferner war dieses Argument EXPLIZIT auf Ihre Aussage der Zusammenarbeit mit Frauen in den Streitkräften seit den 80er (!) Jahren bezogen! Zitat @Heiko Kamann:

    „2. habe ich schon 1980 mit Soldatinnen zusammen gearbeitet; so wohl als Vorgesetzter als auch als Untergebener (NATO)“

  17. @ O.Punkt, T.Wiegold: besten Dank für den Hinweis und link zu meinen Beitrag!
    Mehr habe ich zu dieser hochemotionalen Thematik auch nicht beizutragen. O.Punkt: Kennen Sie besagtes Bataillon?
    Horrido, JPW

  18. @Heiko Kamann
    Schon erstaunlich mit welcher Vehemenz sie meine Schilderungen als Phantasien denunzieren wollen.

    Ich frage mich, ob sie bei einer Soldatin ähnlich reagiert hätten.

    Sie haben also Einblick in die jüngere Generation, weil sie Kinder im entsprechenden Alter haben/kennen? Dir erzählen natürlich alles ihren Eltern…. Klar, haben wir ja auch gemacht als wir im entsprechenden Alter waren…. ROFL.

    @Soenke Marahrens

    Danke für den Tipp mit der Vorschrift. Hätte ich vielleicht selbst drauf kommen können.

    Wie auch immer, zurück zur Studie: Nachdem bei Veröffentlichung noch die Chance einer sachlichen Diskussion bestand, haben es die Medien unter Schweigen des BMVg geschafft eine „sexual harrassment“ story draus zu drehen….
    Gut gemacht.

  19. @ CRM-Moderator

    Ich halte ihre zwei Beispiele für sehr glaubwürdig. Ich kenne einige Beispiele wo sich Chefs nur mit angelehnter Tür zum Chef-Zimmer (Spieß hört im Vorzimmer mit) mit weiblichen Soldaten unterhalten wollte, insbesondere bei Kritikgesprächen.
    Die Gefahr der sexuellen Anmache beschuldigt zu werden ist einfach zu groß und die Erfahrung lehrt, selbst wenn nichts dran ist an den Vorwürfen, bleibt trotzdem immer etwas an dem persönlichen Ruf hängen.
    Außerdem schildern ihre Beispiele eine gewisse „Aufwärtsmobilität“ der Soldaten (w), die ich auch beobachten konnte. Also HptGef (w), Verwendung Militärkraftfahrer angelt sich Zugführer, Transportoffizier als Lebensabschnittsgefährten usw.

    Ja, man muss feststellen, dass so eine Pilotenkombi und der dazugehörige Dienstgrad schon einen gewissen Reiz auf die weiblichen Soldaten ausüben, noch dazu im fernen Ausland und mit der Möglichkeit ihren gesellschaftlichen Status (wenn auch event. nur vorübergehend) schlagartig nach oben zu verbessern.

    Bei der Bw gilt eben auch der alte Satz aus dem Medizinstudium für weibliche Studentinnen, „entweder man hat im 3. Semester seinen Doktor oder man muss ihn selber machen“.

  20. Zitat:

    Frage: Gab es nicht mal, so der Flurfunk, wiederholt Prostitution in der Bundeswehr?

    Ich würde es nicht Prostitution nennen, sondern freien Umgang mit der eigenen Sexualität. Zu diesem Thema sollte man sich mal mit den SanRgtern unterhalten, die die Kontingente auf dem Balkan stellen mussten und die Erfahrungen der Chefs und des Kasernenkommandanten der Sanitätsakademie in München auswerten.

  21. @CRG-Moderator
    Ich wäre zurückhaltend, was Gerüchte über Prostitution angeht, denn das ist ein Thema, über das sich Soldaten eben gerne das Maul zerreissen und anfangen zu tratschen wie alte Waschweiber, wenn so ein Gerücht einmal in die Welt gesetzt wurde. Ich habe solche Gerüchte über die Marine gehört, aber das kam von einem der hatte es von jemandem der kannte jemand anderen der auf einem Lehrgang abends beim Bier gehört hätte usw.

    @Supple Leopard
    Das Problem mit den IEBs geht noch viel tiefer, und hier war aus meiner Sicht nicht das Problem das die Betreffende eine Frau war, sondern dass sie über keinerlei Erfahrung im Einsatzland oder in vergleichbaren Krisenregionen verfügte, aber die Bundeswehr offenbar auf Teufel komm raus eine Frau auf dieser stark wahrgenommenen Position haben wollte und daher ohne Rücksicht auf Verluste genommen hat, was verfügbar war. Manch männlicher Vorgesetzte schmückt sich eben gegenüber seinen Vorgesetzten gerne mit so etwas. Auch diese Seite des Problems sollte man einmal betachten.

  22. @Georg:

    +1.

    Tja, wenn man bei der Zahlstelle plötzlich grössere Summen einzahlen will…

    Mich ärgert diese“Dunkelziffer“-Diskussion bspw. Bei SPON nachzulesen.
    Die geht immer.

  23. @Interessierter | 28. Januar 2014 – 9:05
    “andere gesamtgesellschaftliche Moral beim Umgang mit Sexualität herrschte (Stichwort: “Casual Sex” in der Zeit der post-00er Jahre und Generation Web 2.0)”

    Können Sie das eigentlich irgendwie belegen?

  24. @Georg – die „Methode angelehnte Tür“ kennt im Prinzip ja längst jeder Lehrer, Dozent, Professor, Klavierlehrer, Kindergärtner, Psychologe… und man muss sie wohl inzwischen auch jedem Vorgesetzten in jedem Zusammenhang dringend ans Herz legen. Schade eigentlich.

    Also: Tür auf! Mit einer Ausnahme vielleicht: Wenn das „Kritikgespräch“ so ausfällt, dass man’s vom ersten bis zum letzten Satz auch mühelos durch die geschlossene Tür hören kann… :)

  25. Interessierter | 28. Januar 2014 – 9:05
    Ich habe von 1980 bis 2008 mit Soldatinnen zusammen gearbeitet; das hätten Sie aber auch erkennen können. Die meiste Zeit waren es allerdings Soldatinnen anderer Nationen.

    So, und jetzt müssen Sie mir erklären, was sich denn seit 2008 in diesen Punkten

    “andere gesamtgesellschaftliche Moral beim Umgang mit Sexualität herrschte (Stichwort: “Casual Sex” in der Zeit der post-00er Jahre und Generation Web 2.0)”

    so arg verändert hat.

    Es ist auch gar nicht ungewöhnlich, das ein Mittfünfziger mit Mittzwanzigern/Dreißigern ganz normal redet …

  26. @Der Zeitgeist

    Ich persönlich nicht. Aber wohl viele Soziologen, Psychologen, etc…

    Ich hab mir mal die Gigantische Mühe gemacht bei Google die Worte

    „Sutdie“, „Wandel“ und „Sexualität“ einzugeben:

    https://www.google.de/#q=studie+wandel+sexualit%C3%A4t&safe=off

    Bitteschön. Gerngeschehen.

    @Heiko Kamann

    Dann resümiere ich, das Sie selbst in Ihrem Erleben davon nicht betroffen waren. Freut mich für Sie. Glückwunsch. Deswegen können Sie trotzdem weder das MIR widerfahrene und durch mich beobachtete, noch das von @CRM-Moderator erlebte negieren. Und jetzt? Sind wir weiter gekommen?

    Des weiteren ist es garnicht ungewöhnlich das eine junge Frau mit einem Mittfünziger NICHT über das Thema Sexualität spricht. Dies bei altersgleichen, bzw. potentiellen Partnern sehr wohl tut. Ach halt, entschuldigung, das ist auch wieder ein Argument aus meiner Lebenswirklichkeit. Tut mir leid, damit wollte ich Sie nicht weiter behelligen. [/Sarcasm]

  27. @ Heiko Kamann:
    Von 2008 bis 2014 in diesem Zusammenhang leider eine ganze Menge.

    Wann waren sie das letzte mal im Auslandseinsatz, wo man 24/7 unter seinesgleichen ist?

    Das soll jetzt nicht abwertend sein oder ihre früheren Erfahrungen in Frage stellen.

  28. Hm, es liegt sicherlich überwiegend an der überwiegen männlichen Leserschaft hier, aber es scheint mir schon eine recht einseitige Diskussion hier vorzuherrschen – es scheint ja nur Frauen zu geben, die ihre männlichen Kameraden anbaggern, aber keine sexuellen Übergriffe gegen Frauen? Ich wollt‘ das nur mal anmerken; der Wehrbeauftragte hat heute dazu auch was gesagt – steht gleich in dem Thread zu seinem Jahresbericht.

  29. Moin,

    es ging um die dauernde eindimensionale Betrachtung dieses Themas. Und darum, dass die Studie die eine missglückte Integration nahelegt, nun in eine „Sexuelle Belästigung / Dunkelziffer“ – Thematik umgedeutet wird/werden soll.

  30. @T.W.

    Negativ, Ghostrider.

    Wir (oder zumindest ich) war mal bei den Problemfeldern im Umgang zwischen Männlein und Weiblein (double standards, individuelle bevorzugung, etc.). Nur gibt es hier Kommentatoren, die meine eigene erfahrene/erlebte Lebenswirklichkeit versuchen zu negieren.

    Das von ihnen ins Feld geführte angebliche Argumentationsmuster ist nicht meines und wird es auch nie werden. Nur leider wird die eine Seite der Medaille (Männlein belästigt Weiblein) immer anders beleuchtet, als die Seite der umgekehrten Vorzeichen…

    Darüber hinaus habe ich ein Problem damit, wenn ein Kommentator die einseitigkeit der Studie, bereits bei der Probandenauswahl, negiert. 8500 Frauen und 6000 Männer wurden befragt. Aha, absolut repräsentativ. Entweder befrage ich beide Geschlechter im entsprechenden Proporz, oder direkt getrennt. Dann aber mit jeweils abgestimmtem Fragenkatalog. (Meine persönliche Meinung).

  31. @Interessierter | 28. Januar 2014 – 12:05

    Ja, Studien gegoogelt habe ich auch, aber vielleicht sollten Sie sie auch mal lesen:

    “ „Annahmen, wonach immer mehr junge Menschen immer früher sexuell aktiv werden, bestätigen sich nicht“, erklärte die Direktorin der BZgA, Elisabeth Pott, in Köln.“
    Auch sind deutsche Jugendliche in erster Linie nicht, wie viele besorgte Erwachsenen glauben, auf der Suche nach dem „Kick“ oder nach möglichst vielen verschiedenen Erfahrungen, sondern erleben ihr „erstes Mal“ meist in einer Partnerschaft. „Die Tatsache, dass Jugendliche ihr erstes Mal später und in einer festen Beziehung erleben, zeigt, dass sie sich den Zeitpunkt und den Partner bewusster überlegen“, erklärte Pott gegenüber sueddeutsche.de. „Feste Beziehungen, in denen man über Verhütung sprechen kann, scheinen an Bedeutung zu gewinnen.“

    Quelle: Süddeutsche Zeitung

    Wo genau sehen Sie da jetzt den Trend zum „Casual Sex“?

  32. @TW: Die Diskussion ist deswegen einseitig, weil sich speziell dieser Punkt aus allen anderen Themen heraushebt. Vorwürfe sind oft kaum beweisbar, leicht herzustellen, in der öffentlichen Wahrnehmung werden sie gerne geglaubt, selbst wenn objektive Gründe dagegen sprechen. Und nein, das sind keine Verallgemeinerungen, nur bleiben einzelne Vorfälle wegen ihrer Wirkung so sehr viel besser im Gedächtnis als andere.

    Es ist auch kein Bw- Spezifikum. Ich kenne Kollegen, die, wenn sie alleine Aufzug fahren, sofort aussteigen, sobald eine einzelne Kollegin zusteigt. Und – die haben ihre Gründe dafür. Aber wie oben auch, heißt das nicht, daß nun eine Mehrheit der Kolleginnen mit Bedacht solche Probleme provozieren würde. Nein, es heißt aber, daß es reicht, wenn Ihnen das einmal passiert.

  33. @Der Zeitgeist

    Ich werde Ihnen nichts vorkauen…sorry dafür ist mir meine Zeit zu schade…

    Tenor der Studie war:
    „Sex außerhalb von festen Partnerschaften wird häufiger praktiziert. Dabei Unterscheidung nach ONS, Freundschaft+, Affäre/Seitensprung etc.“ DAS ist Casual Sex…

    WER hat hier behuaptet es ginge um das Alter ab wann junge Menschen DAS ERSTE MAL Sex haben??? Wenn SIE das in Relation zu „Casual Sex“ sehen, ist das nicht mein (Verständnis-)Problem.

  34. @Interessierter | 28. Januar 2014 – 14:02

    Na schön, Sie können es auch in der Anzahl sexueller Kontakte innerhalb und außerhalb von Beziehungen definieren, auch dazu gibt es Ergebnisse, z.B. unter Studenten:

    http://bzga.studentensexualitaet.de/media/downloads/Wie_organisieren_Studierende_Beziehungen_und_Sexualitaet.pdf

    „Über 90 Prozent aller studentischen Sexualakte erfolgen in festen Beziehungen, weniger als 1 Prozent in Außenbeziehungen, zwischen 5 und 8 Prozent der Geschlechtsverkehre gehen auf das Konto der Singles. Das gilt für Studentinnen und Studenten gleichermaßen und hat sich in den letzten 15 Jahren nicht verändert.“

    „Zwar haben sich Beziehungen in ihrer Dauer, dem Grad ihrer Institutionalisierung, nach Geschlechterverhältnis und Rollenverteilung und in Bezug auf die ihnen zugeschriebenen Bedeutungen verändert, aber nach wie vor wird die Heterosexualität in bemerkenswerter Ausmaß in festen, exklusiven Beziehungen organisiert.“
    ————–
    Es bleibt also weiterhin die Frage, woran Sie Ihre Einschätzungen zum Wandel der gesamtgesellschaftlichen Sexualmoral hin zum „Casual Sex“ festmachen.

    crm-moderator | 28. Januar 2014 – 16:43
    „Schon mal was von der “Generation Poxxx” gehört?“

    Sicher. Hat was genau mit dem tatsächlich gelebten Sexualverhalten zu tun?

  35. @Zeitgeist:
    Jaja die Studenten……

    Könnte man jetzt ganz sachlich als die Bildungsspitze ihrer Altersgruppe bezeichnen.

  36. @“somebody“: Schon eine ganze Zeit lese ich hier still mit, zum Thema „‚+-6‘, möglicherweise ereigneten ‚3‘ und vemuteten ‚“1+“ sowie vom Hören und Sagen erfahrenen ereigneten ‚+6‘, welche sich alsbald als ‚0‘* erweisen..

    Deshalb darf ich auf folgenden, sowohl beim Militär ( schon etwas länger her), als auch im ziv. Bereich (noch aktuell) erfahrenen „Kreisprozess“ hinweisen:

    – Erstens, die am meisten drüber reden, tuen es meist am wenigsten,
    -Zweites müssen Wunschgedanken folgen,
    – und müssen Drittens permanent deshalb weiter davon reden!

    Deshalb, bewiesene Fakten hier in AG, bitte ja,

    aber „‚Rumor“ bitte bei EMMA oder sonst wo, denn dieses Thema nervt hier langsam und macht die mitlesenden Kameradinnen auch nicht glücklicher, ja es schreckt diese eher ab!

  37. @JPW:

    Nein, ich kenne das Btl nicht im Speziellen, hatte aber das Vergnügen mit den allerersten Super-Soldaten/innen den Cheflehrgang gemeinsam zu besuchen und kann mich daher gut in die Rolle des zitierten S3-Offz hineinversetzen.
    Mehr gesagt, wäre aber schon halb getrollt, darum troll ich mich jetzt lieber :-)

  38. Diese „Diskussion“ hat sich ja in eine Richtung begeben…von schlechten Bft-ergebnissen der FRAUEN, zu genereller bevorzugung der FRAUEN zu sexueller belästigung der männer durch FRAUEN. hier wird ein sehr sehr schlechtes bilder der frauen dargelegt und das schockt mich schon ein wenig. Schade, dass ihre erfahrungen und meinungen fast durchgehend so negativ ausfallen. aber ich hoffe, dass nicht von einem „unvorbildlichem“ exemplar auf alle geschlossen wird. ich habe übrigens noch nie erlebt, dass jemand in einem gespräch mit mir, die tür auflassen wollte, in über 12 jahren nicht. ich selber empfinde „solche“ frauen als ausnahme. und die einseitigkeit vieler betrachtungen haben mich dreimal überlegen lassen, ob ich überhaupt noch was schreibe. das gibt mir als frau bei der bw das gefühl, wenn ich einen raum betrete, wissen all meine kameraden schon, wen oder was sie da vor sich haben…schade.

  39. @ achja

    Na ja, ich denke die „Männer“ differenzieren in ihren Betrachtungen durchaus. Es gibt genügend Frauen, bei denen hätte ich soviel Vertrauen gehabt, die Tür bei einem Gespräch auch zu schließen. Allerdings bei einem Erstkontakt, event. nach einem Vorgespräch mit dem entsprechenden Zugführer, auch wiederum nicht.
    Es gibt genauso viele „balzende Gockel“ wie „kokettierende Soldatinnen“ in der Bw. Wenn man sich nach außen hin „trappiert“ wie ein Zebra in der Pferdekoppel und sich im dienstlichen Umfeld bewegt, wie eine Frau auf Partnersuche, dann muss man auf der Seite des Vorgesetzten schon entsprechende Vorsichtsmaßnahmen walten lassen.
    Im Übrigen macht die Bw seit ca. 10 Jahren die gleiche Erfahrung wie zivile Arbeitgeber, dass nämlich der Arbeitsplatz, die Firma die größte Partnervermittlungsbörse im Leben darstellt.

  40. also das unterschreibe ich gerne georg, aber es ist schon ein unterschied von einer partnervermittlung oder von einem mißbrauch zu reden. wer auch immer angebaggert wird und es nicht möchte, kann das ja klar und deutlich sagen und sicherheitsvorkehrungen schaffen und wer sich der „anmache“ hingibt, muß sich an seine eigene nase fassen.

  41. @ achja

    Und dann muss man noch die Fälle unterscheiden, wo zuerst kokettiert und dann gebaggert wurde, es dann jedoch nicht zu dem gewünschten Ergebnis kam und man letztendlich auf der einen oder anderen Seite zu dem Vorwurf „sexuelle Belästigung“ am Arbeitsplatz hinreißen lässt. Eine schwierige Aufgabe für Vorgesetzte zumal die üblichen Druckmittel in der zivilen Wirtschaft bei der Bw oftmals nicht vorhanden sind, oder sagen sie mal einer Frau Hauptgefreiter oder einem Herrn Oberleutnant, dass er oder sie mit einer Versetzung rechnen muss, weil sie ein privates intimes Verhältnis haben, dass zu Konflikten innerhalb des Transportzuges führt.

  42. @georg

    ich finde das thema fast zu brisant. ich möchte nicht urteilen müssen. ich weiß nur, wenn ich mal in so eine lage kommen sollte (ob nun als angebliche „täterin“ oder als „opfer“), dass ich dann möchte, dass man mir glaubt und nicht, dass die die am weitesten entfernt waren, dann am „besten“ bescheid wissen…“ach wieder so ein fall…“

  43. @achja:

    Same. Ich hoffe das gilt dann auch für die männlichen Betroffenen.

    Und @Georg:

    Thanks again.

    BtW beim Wehrbeauftragten gehts schon wieder um das gleiche Thema…..

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