Kein Gruppenbild mit Drohne: ‚Die Menschen müssen im Mittelpunkt stehen‘

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Die anderen fliegenden Systeme hatte Ursula von der Leyen schon gesehen, an ihrem zweiten Tag im deutschen Feldlager in Nordafghanistan: Den Hubschrauber NH90 als MedEvac-Helikopter, den Transporthubschrauber CH53, den Kampfhubschrauber Tiger. Kurz vor dem nächsten aufgebauten Gerät im Hangar des Einsatzgeschwaders Masar-i-Scharif bog die Ministerin dann plötzlich scharf nach rechts ab und begrüßte einige Soldaten und zivile Techniker, die sich mitten in der Halle aufgestellt hatten. Ihr System, die Aufklärungsdrohne Heron, stand ein paar Meter abseits: Bilder der neuen Ressortchefin mit einer Drohne, so die klare Botschaft, sollte es bitte schön nicht geben.

Bei ihrem ersten Besuch bei der Truppe vermied von der Leyen sorgfältig den zu engen Kontakt mit dem, was Militär nicht zuletzt ausmacht: mit Waffensystemen. Gerne ließ sie sich mit Soldatinnen und Soldaten ablichten, sei es vor dem Tiger oder mit den Infanteristen der Northern Reaction Unit (NRU), voll aufgerödelt vor ihrem Boxer-Transportpanzer.

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Um die aufgebaute Waffenschau mit den Gewehren dieses letzten deutschen Kampfverbandes in Afghanistan machte sie dagegen einen deutlichen Bogen. Und die sorgfältige Distanz zu Drohnen aller Art wahrte sie selbst zur Kleindrohne Aladin – nur mit dem Bediener der Kleinstdrohne Mikado ließ sich von der Leyen ablichten.

Fremdeln mit tödlicher Gewalt, die ein Kennzeichen von Streitkräften ist? Auf die konkrete Frage, warum sie gezielt ein Gruppenbild mit Drohne vermied, antwortete die Ministerin leicht ausweichend: Das Wichtigste ist mir, die Truppe zu besuchen. (…) Die Menschen, die hier arbeiten und die ihren Dienst tun, die müssen im Mittelpunkt stehen. Die Ausrüstung der Soldaten, auch das eine Ministerinnen-Aussage, müsse vor allem deren Schutz dienen: Das Wichtigste ist, dass die Soldaten geschützt sind bei der Aufgabe, die sie wahrnehmen.

Mit dem scharfen Ende des Soldatenhandwerks wird sich die neue Chefin der Truppe beim Einarbeiten wohl noch auseinandersetzen müssen. Über die Menschen, um die sie sich kümmern will und muss, hat sie in ihrer bisherigen kurzen Amtszeit schon viel gesprochen. Über die Wirkung, die Militär erzielen soll, noch wenig.

Zum Nachhören das Statement der Ministerin an ihrem zweiten Besuchstag in Afghanistan – die Aussage zum Nicht-Drohnenfoto kommt nach der letzten Frage, ca. bei 02:34:

39 Gedanken zu „Kein Gruppenbild mit Drohne: ‚Die Menschen müssen im Mittelpunkt stehen‘

  1. „Das Wichtigste ist, dass die Soldaten geschützt sind bei der Aufgabe, die sie wahrnehmen.“

    Das Thema wurde hier ja bereits angerissen.
    Schutz, Schutz, Schutz und Demokratie etablieren.
    Für die Menschen…

    Das Wort „Waffe“ hat sie gar nicht benutzt, oder?

  2. Da angeblich eine Beschaffungsentscheidung zum Thema MALE ansteht (Heron TP oder Reaper oder Heron 1 oder nix) war es wahrscheinlich richtig keine visuelle Steilvorlage zu präsentieren. Das hätte vieles überlagert und wieder hätte sich der ein oder andere „Experte“ zum Thema „Killerdrohnen“ echauffiert.
    Informiert hat sich sich trotzdem – nur eben ohne Fotos. Vollprofi eben. ;o)

  3. Ich denke, von der Leyen ist als Vollblutpolitikerin bewusst, dass der Begriff „Drohne“ in der veröffentlichten und öffentlichen Meinung in Deutschland toxisch ist. Die Ministerin wird schon darauf achten, dass es in den Bildarchiven keine Aufnahmen geben wird, auf welchen sie mit so einer Teufelsmaschine im Hintergrund abgelichtet ist.

    Folgendes Szenario ist mehr als wahrscheinlich: Bei einem amerikanischen Drohnenangriff werden mal wieder auch Zivilisten (bzw. Personen mit ungeklärtem Status) getötet. In einem deutschen Presseerzeugnis wird es dann einen Artikel mit der Überschrift geben: „Ethische Grundsatzdiskussion über Drohnen“. Bebildert ist dieser Artikel dann (1) mit einem Foto von zerfetzten Leichen und (2) dem Foto mit einer lächelnden von der Leyen und der Drohne. Das ist zwar perfide, aber eben auch unvermeidlich.

  4. @CRM-Moderator:
    Oder die Ministerin sieht in dem Thema zu viel Risiken und verschiebt die Entscheidung weiter.
    Aber beim EG MeS bekommt sie hoffentlich ein ehrliches Briefing bezüglich Bedarf bei RSM und Bewaffnung.

  5. Der Schutz der Soldaten ist wichtig. Ohne Ausnahme.
    Aber ist der Ministerin bewusst, wozu der Staat Militär unterhält?
    Nämlich zum eigenen Schutz, aber eben auch um Gewalt zu projezieren.
    Vielleicht muss man ihr das nochmals in Form einer Powerpoint-Präsentation näher bringen.

  6. Schon eine kleinere (!) Zeitung die WLZ-FZ schreibt bereits (neben der blühenden Presselandschaft der großen Blätter) Zitat: “ Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will keine Kosten scheuen, um den Schutz der Soldaten im Einsatz sicherzustellen. „Das wichtigste ist der Mensch und nicht die Frage der Materialkosten“….“
    Nun haben wir eine der ersten konkreten Aussagen.
    Daran wird sie nun gemessen. Das vergisst nun keiner. Sie wird gemessen von den Soldaten auf den Bildern, von interessierten Bloggern, von der Truppe, von ihrem Haus u.v.m.,
    Sie hat sich sicher beraten lassen für eine solche Aussage die im Gedächtnis bleibt. Die sitzt! Ob sie weiß, was das alles bedeutet? Von der Drohne bis zur Korvette. Von der Schießbrille, moderener Bekleidung, moderner(!) Logistik bis zum Hubschrauber für Marine und Spezialkräfte, nein nicht der „kleine“ LUH. Von der Beschaffung bis zur Nutzung (!!). Von der Planung bis zur Realisierung. Ich hoffe sie hatte gute Berater für einen solchen Satz. Due dann auch beraten, wenn es zur alltäglichen Umsetzung geht. Grau ist dann der Alltag, düster die Aussichten. Hart im Umgang mit dem BMF, wenn zur Kasse gebeten wird.

  7. Sie kann nur so gut und schnell lernen, wie es das bereitgestellte Lehrmaterial erlaubt bzw. die passenden Berater dazu. Wenn die sie begleitenden Barett-Träger im Einsatzland selber noch in dieser Welt festhängen, wird es ein langer und schwerlicher Weg…

  8. @Voodoo

    Bahn 1, Figur. Das ist das Problem. Schauen Sie sich die Fotos an (ich meine nicht die mit der Frau Btsm ;))
    Und im Mysterium schein sich im Uniformträgerbereich bisher ja auch nichts zu ändern.

  9. @CRM-Moderator,@all: Das Thema Drohnen wird ja auch noch durch die latente Frage ob das Cassidian ISIS-SIGINT-System weiterhin nutzbar ist oder nicht überschattet. Sprich wird beim EuroHawk die Milliarde an Schaden voll? Dann wird das BMVg – allen voran SB und DS – heftigsten Diskussionen ausgesetzt sein und die Opposition und auch die SPD werden mit Fug und Recht behaupten TdM, SB und DS haben vor dem EuroHawk-U-Ausschuss gelogen, daß sich die Balken biegen.
    Ferner soll ja noch bis Jahresende der GI einen Vorschlag zu einer MALE-Drohne (in welche dann u.U.. das Cassidian-System zu verbauen wäre) und zu einer alternativen bemannten Plattform samt alternativen SIGINT-System abgeben.
    VdL wird sich also schneller mit dem Drohnenthema befassen müssen als ihr lieb ist und damit auch mit den genannten Personalien.

  10. Wenn das schon so anfängt, warum sollte sich uvdl dann noch später mit Waffensysteme groß Beschäftigen? Hauptsache es Menschelt doch richtig, wenn die Medien dabei sind.

    Uvdl hat doch schon im Arbeitsministerium bewiesen, dass sie eine „Blenderin“ ist, genauso wie TdM ein Blender war. Die Niedrigen Arbeitslosenraten wurden doch u.a. erreicht weil die über 53 Jährigen aus der Statistik gestrichen wurden und die Arbeitslosen wurden mit allen Mitteln in atypischen Beschäftigungsverhältnisse gedrängt. Das fanden die „gelenkten“ Medien auch Super, weil das ganz im Sinne deren Anzeigenkunden war. Als Verteidigungsministerin kann sie nicht so sehr auf die breite Unterstützung der Medien beim rumblenden hoffen, wenn etwas mal nicht so läuft. Interessant wird es, wie sich das Verhältnis zum Blender Konzern EADS entwickelt.

    Die alte Regierung hat ein großes Blendwerk hinterlassen, ob die neue das Aufrecht erhalten kann, wird spannend.

  11. @all
    gönnt ihr doch erstmal einen Anfang. Sie kann gut mit Menschen. Dann soll sie da anfangen. Damit hat dieser Truppenbesuch zu Weihnachten (sic!) eine klar menschliche Schwerpunktsetzung , was ja vorher so bemängelt wurde.
    Nächstes Jahr sehen wir weiter.

    pi

  12. Also mich würde mal was anderes interessiere. Von der Leyen ist offenbar an der Merkel-Nachrolge interessiert. Nehmen wir also mal an, es gäbe wieder mal so einen Vorfall in in Kundus. Einheimische sind auf Raubzug, irgendwer befürchtet eine Gefahr und gibt einen Tötungsbefehl. Was ist für einen zukünftige Bundeskanzlerin besser? Ist es besser, wenn sie die Leute verheizt oder ist es besser, wenn sie sich schützend vor sie stellt?

    Man dürfte die Frage auch anders rum stellen: Dürfen nun die Soldaten weniger schießen oder mehr scheißen?

  13. Ich ahne auch wieder nur untere Mittelmäßigkeit.

    Diese normativen Bla Bla Worthülsen lassen jeden Soldaten faktisch einschlafen, außer die Kategorie, die sich bei jedem Ministerbesuch untertänigst mit ins Bild drängelt.
    Meistens hin befohlene weibliche Soldaten oder A14 i.G. aufwärts, köstlich :-)),
    darüber lacht schon mein kleiner Sohn und der kennt sich aus ;-)
    Ministerin UvdL hat noch ein paar Tage Schonfrist in der Bewertungsfestsetzung.

    ….wird lustig im neuen Jahr :-)

    Gruß
    FvS

  14. Wolfgang-2 | 23. Dezember 2013 – 14:21
    Ziehen Sie doch Ihre eigenen Schlüsse aus Ihren sinnlosen Fragen …

    Freiherr von Schill | 23. Dezember 2013 – 14:30
    Dieser Beitrag ist noch nicht mal „Mittelmäßig“ …

  15. Die Frage ist nicht sinnlos. Steht die Frau vor den Leuten oder verheizt sie sie im Ernstfall?

  16. „Die Ausrüstung der Soldaten, auch das eine Ministerinnen-Aussage, müsse vor allem deren Schutz dienen: Das Wichtigste ist, dass die Soldaten geschützt sind bei der Aufgabe, die sie wahrnehmen.“

    Hatte vdL vorher schon ein Brieifing bei der Kampftruppe? Denn dort hat sie dann oder hätte sie sicher auch erfahren, wie dort „Schutz“ definiert wird:
    „Wirkung ist der beste Schutz“

    In der Tat – es bleibt abzuwarten, wie sie ihre eigenen Worte in 2014 auslegt und lebt.
    Für eine derart spontane Adventsreise nach MeS finde ich den Antritt jedenfalls sehr ordentlich!

    Frohes Fest!

  17. Vielleicht zur Ergänzung meiner Frage: Helmut Schmitdt hatte einmal gesagt, er wäre zurück getreten, wenn Mogadisch schief gegangen wäre. Wer also seinen Posten behalten will, der geht ein Mogadischu-Risiko nicht ein, der opfert also Leute.

    Also: Ist Sie Verteidigungsministerin oder Kanzlerkandidatin? Von der Antwort hängen ggf. Menschenleben ab.

  18. @ Wolfgang-2
    Kontext der Frage? Den Mogadischu-Einsatz hatte Schmidt persönlich befohlen und vor allen Dingen war dass der erste scharfe Einsatz der GSG-9; niemand wusste, was passieren wird und daher übernahm Schmidt alle Verantwortung.

    In AFG wird es niemals eine Ministerentscheidung in diesem klar umrissenen Ausmaß geben, insofern ist ihre Vermutung hinfällig.

  19. Habe ich das in den Nachrichten eben richtig gesehen? Man hat für die Ministerin zum Abschluss eine kleine Präsentation der Marke Combat Rescue inszeniert?

  20. Keine Angst, inzwischen hat auch der ehemalige Wehrmachtsoffizier Schmidt sein Gutmenschen-Gewissen entdeckt und kämpft mit der „Zeit“ wacker gegen die teuflischen deutschen Waffenhersteller. Denn merke: ohne H&K wird die Welt gleich viel besser, weil dann die geneppten Verbündeten bei Väterchen Putin einkaufen müssen und so mit der Kalaschnikow (RIP Michail) ein ohnehin überlegenes Modell erhalten, mit dem sich viel effizienter und kostengünstiger arbeiten lässt. Fragt nur mal den netten Onkel Assad. Und außerdem ist der lupenreine Demokrat Putin dann vielleicht so glücklich, dass er ganz generös noch ein paar weitere Promi-Gefangene aus dem sibirischen Dschungelcamp entlässt, während die übrigen hunderttausend Gulag-Insassen weiterhin mit ihren Bauchdecken die Stiefel ihrer liebevollen Aufseher polieren dürfen. Ei, was sich unser kleiner Steinmeier dann wieder freut!

  21. Im Grunde kann man der Ministerin keinen Vorwurf daraus machen, dass sie bei ihrem jetzigen Wissenstand erst mal die Defensive nach vorne schiebt. Da muss man nicht tief in der Materie stecken. Sie hat aber auch mal die „schlagkräftigen“ Streitkräfte als Ziel definiert, von daher ist da Spielraum. Sie kann die Probleme der Vorgänger auch nicht beseitigen: Es gibt nur einen Plafond und der steigt nicht, auch wenn ich es mir noch so sehr wünsche. Wenn man die Kohle nicht ausgibt wird die Chance noch kleiner. Wenn ich die Attraktivität erhöhen will, brauche ich vermutlich mehr Geld. Wenn ich die Schlagkraft erhöhen, brauche ich mehr Geld (und eine leistungsfähige Rüstungsindustrie, die auch im Wettbewerb steht). Wenn ich Schutz will…to be continuied. Ihr wirklicher Spielraum ist ausgesprochen gering und wird vielleicht ein bißchen größer, wenn der Großteil der Truppen aus Afghanistan zurück ist. Die Festlegung auf SB kann man so interpretieren, dass den begonnenen Weg weiter gehen will. Der Rest der Leitung ist ja ziemlich neu und ziemlich unerfahren.
    Ich finde, dass sie bisher geschickt agiert und bin gespannt, was folgt.

  22. „Kein Gruppenbild mit Drohne: ‘Die Menschen müssen im Mittelpunkt stehen“
    Dieser Satz stößt hier auf die meiste Resonanz, nach dem Motto die Frau vdL will nicht mit Waffen auf ein Foto, und es ginge nur um „Menschen“.
    Der Erste Kommentar hier von „Memoria“ fasst das ganz schön zusammen.

    In den 20:15 Nachrichten, wurde aber etwas vollkommen anderes verstanden/ kommuniziert.
    Kern der Nachricht: Es dürfe nicht an der Ausrüstung gespart werden, eine eindeutige Aussage, an einem Eindeutigen Ort. Zumal die erste konkrete Aussage der Ministerin überhaupt.

    Die Menschen und der Schutz usw. hier wohl eher ein Trojanisches Pferd?

    Meiner Meinung nach kommunikativ ein Volltreffer.

  23. @Frank:
    Richtig, die Botschaft kam sehr prominent rüber.
    Aber was heißt das nun?
    Die Mittelfristplanung läßt schon jetzt die angedachte Beschaffung von GTF und GFF nicht zu, der Plafond wird wohl auch nicht angehoben.

    Da hat sie sich wohl vergallopiert.
    Sie ist eben noch in der Tiefe nicht sattelfest. Kein Problem.
    Mal sehen wie sehr sie medial am eigenen Anspruch gemessen wird. Nach Pressemeldungen berichteten die Soldaten auch von Defiziten – mal sehen, ob sie sich nach Rückkehr auch vom Apparat einlullen läßt.

  24. @Heiko Kamann | 23. Dezember 2013 – 14:55

    Möchten Sie auch inhaltlich antworten oder warten Sie auf das nächste Gruppenbild mit UvdL? :-)

    Ich bekräftige meine Aussage dahingehend, dass UvdL eine gewisse Schonfrist eingeräumt werden sollte, auch ohne Fachkompetenz versehen, ist sie nun einmal die V- Ministerin der Berliner Republik und der unklare Wählerwille und der Macht geleitete Parteienproporz hat sie auf die schmucklosen Flure des Bendlerblocks gespült.
    Da steht sie nun, die siebenfache Mutter und Ärztin, die die Dienstgrade noch lernen will und das komplexeste Ressort der Republik übernommen hat.

    Durch einen gewissen persönlichen Reifeprozess und einigen ernüchternden Erlebnissen, rücke ich in meinem „jugendlichen“ Dienstalter im Umfeld staatlicher Exekutivbereiche von meiner pauschalen Ablehnung zivil tragender politischer Funktionseliten jedoch etwas ab.
    Nicht unwesentlich in der Betrachtung muss die uniformierte Zuträgerschaft und deren Vita und deren Werdegang im System bewertet werden.
    Ein gewisser Typus von Generalstabsoffizier, der schon am Sonntag Abend orakelt, wie die Staatssekretäre oder der Minister am Montag duften könnte und aufgrund dieser höheren ein suggerierten Wahrnehmungsgabe seine Vorlagen an den Realitäten der Truppe vorbei schreibt, ist als Problem nicht zu verleugnen.
    Die 5- 10% positive kritische zugelassene Maße in dieser Laufbahn ist leider zu gering und kann und darf sich i.d.R. nicht auswirken.

    Deshalb ist in der Folgerung verstärkt der uniformierte Führungsbereich und dessen Aussagen oder i.d.R. Nichtaussagen in Zusammenhang mit UvdL mit zu betrachten.

    Gruß
    FvS

  25. Bei 40 Presse Vertretern, inklusive der „Bunten“, ist vdL nicht schlecht beraten, den Bogen um den Heron zu machen. Wenn das, dass Bild in der Bunten gewesen waere, haette von deren Leserschaft kaum einer unterschieden ob’s jetzt eine „CIA-killer-drohne“ oder ein Aufklaerungsgeraet ist.

    ‚Schutz‘ ist zweideutig genug um die einen einen verlegbaren Panik-Raum und die andere Wirkung-vor-Deckung assoziieren zu lassen.

  26. Kommunikativ ein Volltreffer? Ja, vielleicht.
    Prominent platziert? Definitiv!

    Aber alles Edelbinsen ohne Wert.
    Der Volltreffer kann sich in diesem Fall eher als Bumerang erweisen.

    War ich zuerst noch zurückhaltend positiv eingestellt, dreht sich nach diesem Interview bereits ein wenig das Bild. Ich zwinge mich gerade zu denken „Sie ist noch neu im Amt, Sie weiß nicht was Sie sagt!“
    Trotzdem ist sie aus meiner Sicht denkbar schlecht beraten mit diesen Aussagen.
    Ich lasse mich hier aber sehr sehr gerne in naher Zukunft eines Besseren belehren.

    Desweiteren geht mir das Messer in der Tasche auf, wenn ich sehen muss, was mittlerweile für eine Show im Einsatzland (!) betrieben wird. Selbst wenn sie nicht weiß, was für ein Aufwand dahinter steckt alleine die paar Flugminuten mit allen potentiellen technischen Auswirkungen für einen NH90 oder TIGER bereit zu stellen, so hätten ihre ersten Fragen sein müssen: „Für so etwas haben sie hier Zeit? Was machen Sie sonst so den ganzen Tag?“

  27. @Nur 2 Cent u. GrauIng:
    Nach meinem Eindruck hat man die Gelegenheit genutzt und eine „dynamische Fähigkeitsschau“ durchgeführt. Mini-ILÜ in MeS
    Da muss man wirklich sagen: sowas kann die Bundeswehr wirklich. Sicherlich auch gut, dass dabei für die Ministerin Bilder entstehen. Nur leider kommt dabei allzuoft zu kurz wo die Defizite liegen bzw. noch vor kurzem lagen – und was man hieraus systemisch lernen sollte.

  28. Mini-ILÜ – das ist gerade das Problem: es werden falsche Bilder gestellt und dann nicht korrigiert oder hinterfragt.

  29. @ GauIng

    „Für so etwas haben sie hier Zeit? Was machen Sie sonst so den ganzen Tag?“

    Gibt es denn da eine Antwort, außer Materialschleuse für DEU?

    Was die USA da machen, dürfte bekannt sein, aber wir?

  30. @ GrauIng: wieso „mittlerweile“

    Erzengelkloster reloaded.

    Und alle spielen fleissig mit bei lustigen Türken-Bauen.

  31. Schade das sich in letzter Zeit wirklich gute kritische Anmerkungen mit Substanz zunehmend mit Sarkasmus, teilweise dann auch noch Zynismus mischen. Muss sicher an der Zeit liegen. Obwohl zu Weihnachten passt dies eigentlich nicht. Aber bitte, was gibt es denn auszusetzen, wenn wirkungsvoll Bilder gestellt werden? Das da natürlich bei manchen auch der Effekt mitspielt, selbst davon zu partizipieren, klar. Unvermeidbar. Gibt es immer. Nicht nur bei Soldaten. Aber wer hat bei einer neuen Ministerin „minimize“ erwartet. Wer will derjenige sein, der mit „minimize“ zwar die Truppe schont, aber dann Fragen der begleitenden Soldaten aber Journalisten beantwortet, „Was nichts vorbereitet ? „. Und nicht zu vergessen, diejenigen die sich präsentieren durften, waren sicher ehrlich stolz. Doch auch zurecht. Und promt hat die Ministerin viel versprochen, siehe Presseecho.

  32. @AKamp:
    Leider kann ich nur für einen kleinen Teil der Truppe und auch nur ein WaSys sprechen, aber haben Sie eine Ahnung, wie oft wir in den letzten Jahren „wirkungsvoll Bilder gestellt“ haben? Wir haben in den letzten paar Jahren gefühlt den kompletten VtgAusschuss, diverse Land- und Bundestagsabgeordnete inkl. Minister und natürlich diverse Generale „informieren“ dürfen. Alle paar Wochen ein Besuch, meistens kurzfristig und selten mit nur wenig Mehrarbeit verbunden.
    Niemand hat etwas gegen eine positive realistische Präsentation seiner Fähigkeiten, aber gerne zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Gerne auch gesammelt für alle an einem Ort. Ob dies AFG sein kann beurteilen Sie scheinbar anders als ich. Wir haben genug andere Aufgaben.
    Ich wünsche mir endlich Vorgesetzte, die auf Ihre Frage „Was, nichts vorbereitet?“ endlich mal antworten „Natürlich nicht. Ich erklär Ihnen aber gerne alles!“

    Und zu Ihrem letzten Statement:
    /Ironie AN: Ja, mit jeder Präsentation wächst der „ehrliche Stolz“ ein wenig mehr. /Ironie AUS

  33. Nun kein Zwiegespräch zur Weihnachtszeit:
    Vieles richtig!! Aber erklären? Dann mit „ppt“ wie im BMvg? Und Generale sollten keine show brauchen und bekommen. Die können und müssen zur Dienstaufsicht. Ich weiß da gab es schon viel im Blog. Aber wenn Generale Truppe nicht kennen, das passt etwas grundsätzliches nicht. Und wir wissen von besten Beispielen der Vergangenheit. Truppenführer, das war und ist hoffentlich ein Anspruch. Vorbei? Ich hoffe nicht. Es gibt ja diverse gute Beispiele im Internet. Divisionsübergabe 14., glaube ich. Und Sorry mit Stolz dachte ich z.B. an den Hauptgefreiten, den Piloten nicht an die „B Ebene“. Falsch? Sie haben offensichtlich keine guten Erahrungen.

  34. Mal kurz OT:

    Der zweite Abend in Folge die Bw in der Tagesschau.
    Ich hab nicht auf die Uhr geschaut, aber gefühlte zwei Minuten zum Weihnachtsfest in AFG; der Beitrag kam noch vor dem über den Papst!

    Hammermäßig! Das freut mich, ganz ehrlich.

    @AKamp: Für Show gibt’s sowas wie ne ILÜ. Das muss reichen. Von mir aus auch zweimal im Jahr, einmal im Norden und einmal im Süden. Wenn sich der Rest auf DienstAUFSICHT beschränken würde…

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