Nachwuchswerbung: Mutter stolz auf ihre Kinder

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Da bin ich aber sehr gespannt, wie die neue Nachwuchswerbung ankommt, die die Bundeswehr – offensichtlich seit heute – geschaltet hat und die ich sowohl in der gedruckten Zeit als auch bei Zeit Online gefunden habe: Ein wenig missverständlich bekundet dort eine Kerstin Braun den Stolz auf ihre Kinder, die bei den Streitkräften sind (nach dem Wortlaut studiert auch Frau Braun bei der Bundeswehr, was nicht so richtig Sinn ergibt – oder gibt’s an den Bw-Unis jetzt generationsübergreifende Studienangebote?).

Wie auch immer: So eine Anzeige ist natürlich für Kontroversen gut. Eine Mutter, die stolz darauf ist, dass ihre (vermutlich beiden) Kinder Offizier sind. Kann man machen. Allerdings lässt so eine Anzeige offen, ob Frau Braun stolz ist, weil beide studieren. Oder weil beide Soldat(in) geworden sind. Was war denn beabsichtigt?

(Und hoffen wir mal, dass es Kerstin, Linda und Martin Braun in der Konstellation wirklich gibt. Und es nicht ein Frauengesicht aus dem Stockphoto-Katalog ist. Ich lasse mich ja gerne davon überzeugen.)

 

112 Kommentare zu „Nachwuchswerbung: Mutter stolz auf ihre Kinder“

  • Sascha Stoltenow   |   19. Oktober 2013 - 19:06

    Es ist lobenswert, dass Sie sich hier beteiligen, Herr Schrader. Aber welchen Punkt wollen Sie machen, wenn Sie sich gegen „teure Agenturen“ abgrenzen? Wollen Sie dokumentieren, dass Sie nichts von Betriebswirtschaft verstehen, denn die tatsächlichen Kosten von Bundesbediensteten und Werbern unterscheiden sich kaum? Oder wollen Sie zeigen, dass Sie einfach nur keine Ahnung von Kommunikationsmanagement haben, denn weder können Piloten und Fallschirmjäger das, was professionelle Werber können, noch umgekehrt? Oder sind Sie eher auf den Kleingewinn aus, der bei der Äußerung von Ressentiments gegen Werber fast schon sicher ist? Und: wie erklären Sie Ihre polemische und unprofessionelle Haltung gegenüber den zahlreichem Dienstleistern der Bundeswehr? Oder bauen Sie einfach darauf, dass es bis zu Ihrem Dienstzeitende nicht mehr dazu kommen wird, dass die Bundeswehr mit Profis zusammen arbeitet bzw. Sie sich nicht für diese Führungsaufgabe qualifizieren? Letzteres gelingt Ihnen ziemlich gut, denn wer die Leistung anderer nicht wertschätzen kann, weil er die eigenen Fähigkeiten überschätzt, hat in den meisten Fällen sein Karriereziel schon erreicht.

  • Sascha Stoltenow   |   19. Oktober 2013 - 19:22

    Um das Managementversagen zu illustrieren, anbei ein paar Punkte zum Mitschreiben:
    – Thema Elternstolz ist gut, u.a. weil Gen Y unentschlossen bei der Berufswahl ist.
    – Zielgruppe Eltern und Medium Zeit sind gut.
    Das hätten die Eckpunkte für ein richtig gutes Briefing sein können.

    Absolute No Gos
    – „Wir haben niemand anderen gefunden“ Dann arbeitet gefälligst und sucht, bis Ihr jemanden habt (und fragt Euch vielleicht auch mal, warum Ihr niemand findet)
    – Nie, never ever nehmt jemanden aus dem eigenen Stall, so toll sie ihren Job auch machen. Ihr seid Diener. Ihr macht die Helden, seid aber keine. Grundregel für Kommunikationsmanager.

  • Elahan   |   19. Oktober 2013 - 19:38

    @Soenke Marahrens

    „Irgendwo ist mein Sarkasmus Schalter untergegangen. ;-)“

    :-))

    A die Laufbahn ist durchlaessig bis nach ganz oben… man muss dann aber auch z.B umziehen wollen. Fuer einen 35 jaehrigen sicher schwieriger als fuer einen 25 jaehrigen.

    Genau da ist sie eben nicht!…..noch nicht!

    B. Klug und fleissig habe ich keine Probleme, aber es soll ja auch 19 jaehrige geben, fie fas Abi im ersten Bildungsweg schaffen…. müssen die jetzt gebremst werden bis die Kameraden im 2. Und weiteren Bildungswegen soweit sind?

    Das ist altes Dencken, es gibt in der Zukunft nicht einen ersten und einen zweiten Bildungsweg, sondern es gibt viele Wege, denn es gibt ja auch ganz unterschiedliche Berufe/Verwendungen.

    C. Ich halte es nach wie vor fuer einfacher einen Nichtsoldaten zum Soldatrn zu machen als aus einem Hauptschueler einen Dipl Informatiker (Ausnahmen bestätigen die Regel)

    Ja, Dipl. Informatiker war einmal. Ein Facharbeiter mit Meister oder Fachschule ist nun mal in vielen Bereichen fähiger als so mancher mit Bachelor. Es geht um den Einzelnen und seine Qualifikation und nicht darum, was man mit 17 mal gemacht hat. Hauptschule kann sein, muss aber nicht :-)

  • Wolfgang-2   |   19. Oktober 2013 - 20:28

    > D. Wolfgang-2 ich kann ihr systemisches Versagen nicht erkennen, ich sehe da nur Vorgaenge bei denen Vorgesetzte Uffz Offz versagt haben.

    Ich denke wir sollten es dabei belassen. Das ganze ist nun etwas länger her und vielleicht auch gar nicht mehr so wichtig. Nur der bleibende Eindruck, den meine BW-Zeit bei mir hinterlassen hat, den würde ich heute mit den Worten zusammefassen: Die vorrangige Aufgabe der BW besteht darin, dass wir lernen unser Vertrauen auf Gott zu setzen und nicht auf eine menschliche Organisation.

  • Sönke Marahrens   |   19. Oktober 2013 - 22:31

    @Elahan

    Und deswegen streben in Muenchen 85 % der Schüler eines Jahrgangs das Abitur an….;-)
    Das duale Studium setzt das FH Studium auf niedrigerem Niveau fort und der Meister kann seinen Master machen um dann als Praktiker (mit dem alten Meistertitel darf man seinen eigenere Betrieb führen und soviel Geld scheffeln, wie es der Markt, die eigene Arbeitskraft und das eigene Vermögen zu lassen) im Büro zu verkuemmern….
    Na dann viel Spass…

    Bologna ist der erfolgreiche Versuch von Fra und Ita den deutschen Diplom Ingenieur auf dem Mrkt zu verdraengen…..

  • iltis   |   20. Oktober 2013 - 0:02

    @Soenke Marahrens: Zu so einer Aktion gehören aber immer (mindestens) zwei. Damit sie ein Erfolg wird, muß der, der das Opfer bringen soll, zustimmen. Selbst schuld also. Es gibt aber durchaus Hoffnung. Nicht wenige Unis/ Fachschaften überlegen, zum Diplomstudiengang zurückzukehren.

    @Wolfgang-2: Da wünschte ich fast schon, Sie hätten recht und das, was Sie an Erfahrungen berichten, gäbe es nur bei der Bw. Nein, leider finden Sie Inkompetenz und Selbstüberschätzung beinahe überall. Auch dort, wo es gesellschaftlich am schlimmsten schmerzen sollte: In der Schule.

    Da konnte man nach dem berühmten PISA- Schock erstaunliches sehen. Bildungspolitiker reisten damals in hellen Scharen nach Skandinavien um sich bei unseren nördlichen Nachbarn zeigen zu lassen, wie Schule besser geht und vor allem, wie man bei den Bildungsvergleichen künftig besser reüssieren könnte. Mit glänzenden Augen berichteten sie noch vor dem Heimflug bereitwillig vor den Kameras und Mikrofonen, daß man tolle Dinge gesehen habe, wie einheitliche Beschulung über die ganze Laufbahn etc. Dann muß irgend etwas passiert sein – Irgendwo über der Ostsee verwandelte sich in den Politikerhirnen das eben noch bewunderte in sein grausiges Gegenteil und schon nach der Landung verkündeten sie, daß das natürlich nicht dazu führen könne, daß am dreigliedrigen deutschen System zu rütteln sei. Und wenn sie nicht gestorben sind, so zweifeln sie noch heute.

    Zwar weiß bekanntlich jeder Bauer, daß die Sau vom Wiegen nicht fett wird, sondern vom Fressen, in unseren Schulen haben wir inzwischen einen solchen Test- und Prüfungsbetrieb eingeführt, daß zum eigentlichen kaum noch Zeit ist: Lernen mit und durch Begeisterung

  • sascha kramer   |   20. Oktober 2013 - 1:22

    als ich 1999 soldat wurde waren meine eltern auch ein wenig stolz auf mich.habe ich doch die tradition der familie fortgesetzt.so wie einer meiner brüder nach mir auch.
    allerdings,als erst ich,6 monate nach mir mein bruder nach afg geschickt wurden sah es etwas anders aus.
    man fragte natürlich nach dem sinn dieses einsatzes,hat alles hinterfragt und dieses sehr kritisch.
    nachdem mehr als 10 jahre seitdem vergangen sind,sagen wir,als direkt betroffene,stolz sind wir immer noch.aber zu welchem preis?wir sind nicht mehr die,die wir waren als wir in köln-wahn ins flugzeug einstiegen!

  • Elahan   |   20. Oktober 2013 - 1:35

    @Sönke Marahrens

    Dass sie den Dipl Ing verteidigen kann ich verstehen, er war die richtige Weiterführung zur akademischen Ausbildung. Doch das duale Studium und den Meister diskreditieren kann ich nicht nachvollziehen (evtl habe ich sie auch nicht richtig verstanden). Es geht nicht um die Titel, sondern um die Fähigkeiten und den Willen diese umzusetzen (Vermögen).

  • Sönke Marahrens   |   20. Oktober 2013 - 8:07

    @Elahan

    Hier haben Sie mich falsch verstanden, ich diskreditiere nie den Meister, im Gegenteil, ich halte ihn für eine der besten Errungenschaften weltweit! (neben dem Dipl Ing).

    Aber ein duales Studium wäre für mich Meistertitel und Dipl Ing FH oder Univ,

    Und nicht das was wir jetzt sehen: Geselle mit Bachelor…….

  • Sascha Stoltenow   |   20. Oktober 2013 - 9:18

    Neben dem Diplom haben wir auch den Meisterzwang abgeschafft und überlassen es jetzt dem Markt, wer die Fliesen an die Wand klebt.

    Aber wir sind schon ziemlich OT jetzt, oder?

  • Sönke Marahrens   |   20. Oktober 2013 - 9:56

    @Sascha

    Bist du kleinlich ;-)

  • Wolfgang-2   |   20. Oktober 2013 - 10:07

    > leider finden Sie Inkompetenz und Selbstüberschätzung beinahe überall. Auch dort, wo es gesellschaftlich am schlimmsten schmerzen sollte: In der Schule.

    Das kann ich weder für damals noch für heute bestätigen. Ich hatte bis auf vielleicht eine Ausnahme wirklich gute/sehr gute Schulen und gute/sehr gute Lehrer und diese eine Ausnahme war durchaus auch anderen als Problem bekannt. Nein, das von mir beschriebene Problem in der BW habe ich in dieser Konstanz und Intensität weder vorher noch nachher anderswo erlebt. Einer, der mit an Bord war, der hat sogar beim Abschied sein Beurteilungszeugnis, dass er von der dortigen Offizierskaste bekam vor aller Augen zerrissen, weil er ein Zeugnis aus diesem Personenkreis durchgängig ablehnte. Der hat übrigens danach auch studiert und promoviert.

    Vielleicht lag das alles am Alkohol. Wir waren auf dem Schiff und da konnte man jeden Monat eine Flasche hochprozentiges zollfrei kaufen. Ich hatte damals unter anderem einen „13 years old Wiskey“ gekauft und die Flasche habe ich heute noch nicht leer. Und eine angebrochen Flasche Cognac aus dieser Zeit gibt es auch noch. Bei vielen anderen haben die Flaschen allerdings nicht so lange gehalten.

    Aber eine Diskussion darüber scheint wenig sinnvoll zu sein. Man will ja bereits das Problem nicht sehen.

    > Da konnte man nach dem berühmten PISA- Schock erstaunliches sehen.

    Das Problem in den heutigen Schulen sind vielfach die Eltern. Zum einen haben wir eine relativ hohe Zahl an Integrationsverweigerern und es ist nun einfach mal schwierig, wenn man die Landessprache nicht oder nicht ausreichend beherrscht in irgendeiner Art und Weise einem anspruchsvollen Unterricht zu folgen. Und bei den Biodeutschen sieht es streckenweise auch nicht besser aus. Wenn Papi einen guten Anwalt hat, der im Zweifel auch mal Noten per Gericht durchsetzt, dann mag das für das Zeugnis hilfreich sein. Eine Lernmotivation entsteht daraus nicht.

    Es ist leider so: Auch wenn Papi reich ist oder Türke (oder vielleicht sogar beides), zum Lernen muss man seine Nase in ein Buch stecken. Daran wird sich auch so schnell nix ändern.

    > daß am dreigliedrigen deutschen System zu rütteln sei

    Daran muss auch keiner rütteln, wieso auch. Deutschland ist mit diesem System groß geworden. „Rütteln“ müsste man ein paar Schüler und ggf. deren Eltern, damit die wieder zur Besinnung kommen.

    Aber das ist nun wirklich oT.