Nach 2014 keine Tiger-Kampfhubschrauber mehr in Afghanistan

Bei einer Nachfolgemission für den ISAF-Einsatz in Afghanistan nach 2014 sollen nach den Vorstellungen der Bundesregierung keine deutschen Tiger-Kampfhubschrauber mehr am Hindukusch zum Einsatz kommen. Die derzeitigen Planungen zum Einsatz von 600 bis 800 Soldaten sähen vor allem Ausbilder vor – das wäre dann keine Aufgabe für ein Kampfhubschrauberregiment, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium Christian Schmidt bei einem Besuch am Tiger-Standort Fritzlar, wie die Hessische/Niedersächsische Allgemeine berichtet (Link aus bekannten Gründen nicht).

Unklar ist allerdings bislang nicht nur, ob und in welchem Umfang die geplante ISAF-Folgemission Resolute Support in Gang kommt. Unklar scheint aus deutscher Sicht auch, wie robust die Truppe zum Eigenschutz und gegebenenfalls zur Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte (ANSF) ausgestattet sein muss, auch wenn sie keinen Kampfauftrag haben wird. Der ISAF-Kommandeur, US-General Joseph Dunford, hatte dazu vor wenigen Tagen in einem Interview des britischen Guardian erklärt:

Dunford also did not rule out a combat role for Nato troops after 2014, particularly in the form of close air support – the planes and helicopters that aid troops caught in fierce fighting, which is a capacity that Afghanistan is only starting to develop.

Dagegen, auch das gehört dazu, hatte Verteidigungsminister Thomas de Maizière im Interview mit Augen geradeaus! betont, Kampfunterstützung für die afghanischen Sicherheitskräfte werde es von der Bundeswehr nach 2014 nicht mehr geben:

Über den Schutz der eigenen Soldaten hinaus, ich sagte gerade in extremis, auch Unterstützung ANSF. Das ist ja ein bisschen mehr als nur Force Protection.
Die Einzelheiten muss man da sehen. Dieser in extremis support bezieht sich gegebenenfalls auf Staatsbürger unserer Staaten, auf Entwicklungshelfer, auf all das, ob man die da raus holt.
Nicht auf die ANSF?
Ein Kampfauftrag an der Seite der ANSF ist nicht Teil der neuen Mission.

 Nachtrag: Inzwischen habe ich mit Schmidt selbst sprechen können, und er betont, dass es für eine mögliche ISAF-Folgemission keinen Beschluss, viel weniger bereits eine detaillierte Planung gebe – und deswegen noch alles offen sei, was die Zusammensetzung eines möglichen deutschen Kontingents angeht.

(Foto: Der Tiger über Afghanistan – Bundeswehr/RC North PAO via Flickr unter CC-BY-ND-Lizenz)

 

36 Kommentare zu „Nach 2014 keine Tiger-Kampfhubschrauber mehr in Afghanistan“

  • b   |   06. September 2013 - 13:07

    Passend dazu frisch vom AAN

    Back to Bad: Chahrdara between Taleban and ALP – a district case study

    Chahrdara – under heavy foreign siege in 2010 (1) – is back to where it was: a Taleban stronghold in the north. At the same time, the Afghan Local Police (ALP) deployed to the district, set up to fight the insurgency, add to the problems in a startling way – they fight not only against Taleban, but also against civilians and among themselves.

  • T.Wiegold   |   06. September 2013 - 13:33

    Danke für den Hinweis. Sollte ich lieber noch einen neuen Thread zu aufmachen…

  • Roman   |   06. September 2013 - 13:36

    Das ist gelebter Schwachsinn vor dem Herrn. Nun ist der Tigereinsatz entgültig in eine reine Werbeveranstaltung für EADS mutiert, bei dem nicht einmal die Truppe profitiert. Schande über den unsäglichen Parteibeamten de Maiziere, der sich einmal mehr als Bückstück der Industrie positioniert und auf Kosten der Steuerzahler seinen zukünftigen Arbeitgeber päpelt.

  • Bang50   |   06. September 2013 - 13:57

    Dann bin ich mal gespannt wie die BW ihre Soldaten raus bekommen möchte, wenn plötzlich der Laden zusammenklappt und die ANA sich auf der Stelle umdreht. In Vietnam konnte man die Leute wenigstens noch mit dem Hubschrauber vom Dach holen.

  • -MK20-   |   06. September 2013 - 14:07

    @Roman
    Und wieso profitieren die Soldaten derzeit nicht von den Tigern vor Ort? Hat EADS ein Flugverbot für die UHT verhängt, aus Angst ihre Ausstellungs- und Werbeprodukte könnten Kratzer in den Lack bekommen?

  • T.Wiegold   |   06. September 2013 - 14:58

    @all

    Siehe Nachtrag oben – ich hab‘ mit Schmidt gesprochen.

  • Schorsch52   |   06. September 2013 - 15:03

    Tiger: da sehe ich nur soweit ein Problem mit TdM als er dem Spuk kein Ende bereitet hat (und auch keiner der Vorgänger).

    Aber zum Thema „rausholen“ – bleiben nach 2014 noch CH dort?

  • TheDude   |   06. September 2013 - 15:39

    Für mich ist aus den Läden Bundeswehr und Verteidigunsministerium endgültig die Luft raus.

    Man kann das deutsche Militär einfach in keinster Weise mehr ernst nehmen. Es ist einfach kein Militär, sondern nur noch eine symbolische und provisorische Kampftruppe. Hätten wir kein KSK oder dergleichen wäre Deutschland nur noch eine internationale Lachnummer.

  • Memoria   |   06. September 2013 - 17:00

    Bereits Mitte 2014 verfügt das deutsche Kontingent über keine schweren Waffen mehr (Steilfeuer, SPz, UHT), aber noch über sehr viel Stab.

    Nach 2014 wird noch mal neunmalklug auf Korpsebene aufwärts den ANSF erzählt was sie machen sollen.
    Helfen wird es nicht, aber auch egal.

  • TomTom   |   06. September 2013 - 18:26

    Eine unsägliche Verkaufsveranstaltung, genau wie beim NH-90.
    Wir.Dienen.EADS.

  • Bang50   |   06. September 2013 - 18:44

    Ob Werbeveranstaltung hin oder her (der UHT ist wieso für EADS/EC völlig uninteressant, da spätes 80er frühes 90er Jahre Museumsstück und somit nur Altlast mit der man seinen Ärger hat, da die BW Bürokratie den unbedingt haben möchte) – es ist sehr bedenklich, dass man evtl. die Fähigkeiten streicht (UHT, NH90, ggf. CH53) welche die wenigen verbliebenen Ausbilder noch schnell rausholen können wenn die Lage kippt (Auf die Amerikaner sollten wir nach 2014 nicht mehr zählen).

  • -MK20-   |   06. September 2013 - 19:02

    Wieso wird hier eigentlich oftmals von einer Werbeveranstaltung bzw. Promotion-Tour seitens EADS ausgegangen? Und das auch noch mit Bezug auf die Bundeswehr??

    Die Franzosen haben schon vor Jahren ihre Tiger nach Afghanistan geschickt, vor einiger Zeit auch nach Lybien und letztens erst nach Mali. Die Italiener haben ihre NH90 auch schon länger in Afghanistan im Einsatz. Das ist Werbung, mit der EADS ganz gut leben kann, würde ich sagen.

    Zudem, was soll das leere Gerede von „Museumsstück“ und „Altlast“? Ich weiß ja, EADS allgemein und insbesondere hier zu verdammen und zu verhöhnen ist zu einer Art hippen Sommertrend geworden, aber langsam werden diese hohlen Phrasen doch arg langweilig.

  • TheDude   |   06. September 2013 - 19:19

    @MK20: Wenn die Behörden trotz offensichtlicher Notwendigkeit darauf verzichten, den Tiger in einer passenden Version zu beschaffen und stattdessen an der Konfiguration aus dem kalten Krieg festhalten, darf immer und immer wieder darauf herumgeritten werden. Mit Lust und Genuß! ^^

  • -MK20-   |   06. September 2013 - 19:26

    Und das ist also die Schuld von EADS bzw. endlich der lang ersehnte Beweis, dass der Bw-Einsatz der Tiger in Wirklichkeit eine EADS-Werbeveranstaltung ist? Ahja. Das macht zwar überhaupt keinen Sinn, aber was soll’s. Hauptsache wieder auf dem Tiger herumreiten – mit Lust und Genuss, bloß oftmals ohne Verstand.

  • Bang50   |   06. September 2013 - 19:28

    @ -MK20-
    Weil der UHT nun einmal ein Museumsstück ist und in der Produktstrategie von EADS/EC in Zukunft keine Rolle mehr spielen wird (HAD is the new sexy).

    Warum? Die Hard-/Software muss demnächst erneuert werden, da die Prozessoren aus den 90er Jahren nicht mehr verfügbar sind –> wird richtig viel Geld kosten. Weiterhin sind die Fähigkeiten des UHT zu speziell bzw. nicht flexibel genug um einen int. Kunden anzulocken. Die Konkurrenz A129 Mangusta, AH-2 Rooivalk etc.. ist günstiger und bietet im Vergleich mehr. Für EADS/EC ist und war der UHT ein Sorgenkind, welches man so schnell wie möglich aus seinem Portfolio raus bekommen möchte (gilt auch für den HAC) um Platz zu machen für den HAD. Das hat nichts mit EADS Bashing zu tun, sondern ist schlicht eine sinnvolle Produktstrategie die ich als Manager genauso fahren würde.

    Bzgl. Franzosen: Als die Franzosen ihren Tiger HAC nach Afg. geschickt haben, wurde das von einigen int. Beobachtern als Werbekampagne interpretiert (Rüstung ist in F Staatsräson). Ob es so war, kann ich nicht beurteilen – jedoch war die Industrieunterstützung beachtlich und hat damit den Verdacht eines Showevents verstärkt. Ob dies auch für die BW gilt, wage ich wegen oben genannten Gründen zu bezweifeln. Wenn überhaupt, ist es eine Werbekampagne die sich nach innen richtet: „Schaut her! Der UHT funktioniert jetzt – streicht bitte nicht den Tiger komplett bei der nächsten Reform.“

  • Bang50   |   06. September 2013 - 19:34

    Edit: Bei HAC muss es HAP heissen – sorry

  • Bang50   |   06. September 2013 - 20:02

    Nachtrag/Beispiel
    Man kann es sich vielleicht auch so vorstellen: UHT = Win95 / HAD=Win7

    Als Betreiber von Win95 werden sie richtig ihre Freude dabei haben, über die nächsten 30 Jahre Support vom Hersteller zu bekommen – jede neue Anwendung/Update wird eine spezielle und teure Sache werden, auf die selbst der Hersteller keinen Lust hat, weil es ein riesen Sch… ist. –> Ich spreche da aus der Sicht von jemanden, der mal eine Win95 basierte Maschine auf eine neue Anwendung umrüsten sollte.

    Als Betreiber von Win7 ist der Support über die nächsten Jahre gesichert. Neue Anwendungen werden vom Hersteller unterstützt/entwickelt.

  • -MK20-   |   06. September 2013 - 20:05

    Achso, HAD is the new sexy. Und der UHT ist dann trotzdem die Schuld von EADS? Ja nee, ist klar. Was der Kunde wünscht, hat der Kunde bekommen. Der Kunde hat da recht wenig Einspruch erhoben und nicht daran gedacht, den ursprünglichen Auftrag zu stornieren. Und somit sind wir beim UHT angelangt. Das man dieses Pferd immer noch tot schlagen möchte grenzt an Lustlosigkeit, sich mit der Entscheidung abzufinden und sich mit dem auseinander zu setzen, was man nun auf dem Hof stehen hat. Aber ja, man kann auch die Arme verschränken und schmollen, ist einfacher.

    Interessant ist in diesem Zusammenhang: Oftmals lese ich, dass Armeen, die sich zu sehr auf COIN ausrichten (lesson’s learned aus Afghanistan und Co.), den zukünftigen konventionellen Krieg gegen eine gleichstarke Armee aus den Augen verlieren. Was in anderen Worten bedeutet, man muss für den nächsten Kalten Krieg gewappnet sein. Kommt nun wieder die fehlende BK als einziges Argument ins Spiel, dass gegen den UHT in zukünftigen konventionellen Kriegen gerichtet sein wird?

    Stichwort BK und hellste Aufregung: A129 Mangusta. Entwickelt und eingeführt im Kalten Krieg und ohne BK. Outrage.. bitte.. jetzt! Danke.

    Apropos, meinen Sie das mit Denels Rooivalk eigentlich ernst? Entwicklung seit den 80ern, ein dutzend Stück bis heute eingeführt, scheint ja ein richtiger internationaler Verkaufsrenner zu sein. Outrage?

    Falls sich wer wundert, Russland produziert übrigens auch heute noch die Mi-24PN, die über eine starre BK-Bewaffnung verfügt. Nanu? Hat das nicht was vom Kalten Krieg? Outrage?

    Was diese so genannten „int. Beobachter“ interpretieren ist mir herzlich schnuppe. Hießen die zufällig Boeing, Bell und Konsorten? Wieso soll die Industrieunterstützung denn nicht beachtlich sein – immerhin hat man ein neues Produkt in ein Einsatzland verlegt, dass so ursprünglich gar nicht im Programm stand. Krieg in Afghanistan mit europäischer Beteiligung? Da hätte man am 10. September 2001 noch drüber gelacht! KMW leistet auch Industrieunterstützung in Afghanistan bzw. anderen Auslandseinsätzen. Gilt das nun nach Definition nicht auch als Werbekampagne? Outrage??

    Wie gesagt, EADS muss überhaupt nichts bewerben. Ganz allein die Bundeswehr und das BMVg dürfen diesen Pudding auslöffeln, den sie sich da gekocht haben. Als Produktmanager bei EADS würde ich mich beim Gedanken daran totlachen und alljährlich eine Danksagung ans BMVg schicken. Zeigt übrigens sehr schön, wer die klügeren Köpfe für sich gewonnen hat.

  • Memoria   |   06. September 2013 - 20:12

    OT:
    Die Niederlande sollen für Srebrenica haften:
    http://www.tagesschau.de/ausland/srebrenica174.html

    Hoppla.

  • Bang50   |   06. September 2013 - 20:20

    -MK20- vielleicht sollten Sie mal einen Gang runter schalten, meinen Text nochmal lesen und verstehen – für Ihre Neurosen kann ich nichts, deshalb stillen Sie die bitte nicht an mir. Danke.

  • Memoria   |   06. September 2013 - 20:26

    @Bang50:
    Die Erinnerung von MK20 an die Rolle des Bedarfsträgers (=Heeresfliegertruppe) ist trotzdem gerechtfertigt.

    Es ist eben nicht immer nur die pöse, pöse Industrie und das dumme BWB.

  • -MK20-   |   06. September 2013 - 20:35

    Sorry, Bang50, aber Sie brachten die ganzen Punkte ins Spiel. Ich hab nur meinen Senf dazu gegeben. Mag aggressiv rüberkommen, ist aber an und für sich recht herzlich gemeint. Mir macht’s halt wahnsinnig viel Spaß die ewigen Nörgler mit Fragen zu durchlöchern und dann zu beobachten, wie sie total verblüfft ins Wanken geraten, wenn mal jemand gegen den Strom schwimmt.

  • Flame   |   06. September 2013 - 20:46

    OT: @- MK 20-
    „Stichwort BK und hellste Aufregung: A129 Mangusta. Entwickelt und eingeführt im Kalten Krieg und ohne BK. Outrage.. bitte.. jetzt! Danke.“

    die nachgerüstete 20mm Gatling scheint aber „effektiv“ zu sein:
    Italian army attack helicopter A129 mangusta destroy Taliban positions in Afghanistan http://www.youtube.com/watch?v=f5eqm_QDOjY&feature=player_embedded#t=106

    PS: nach Wiki sind 9 A129 in ISAF war immer der Meinung es wären nur 6 ???

  • -MK20-   |   06. September 2013 - 20:57

    Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Mangusta ursprünglich ohne BK entwickelt wurde und diese erst nachgerüstet werden musste. Effektiv sind übrigens auch Miniguns am AH-6 und M3 am OH-58, sowie die 30mm am MH-60 DAP. Alles starre Bewaffnung. Die Tiger-ähnliche Hubschrauberneuentwicklung (OH-1?) aus Japan hat meines Wissens auch keine BK und muss auf Pods zurückgreifen. Den Mi-24P hatte ich bereits genannt. Man könnte auch noch China’s Z-19 mit in diese Liste aufnehmen.

  • Bang50   |   06. September 2013 - 21:05

    @ Memoria – lesen Sie bitte meine Texte:

    Zitat: „der UHT ist wieso für EADS/EC völlig uninteressant, da spätes 80er frühes 90er Jahre Museumsstück und somit nur Altlast mit der man seinen Ärger hat, da die BW Bürokratie den unbedingt haben möchte“

    Zitat: „Das hat nichts mit EADS Bashing zu tun, sondern ist schlicht eine sinnvolle Produktstrategie die ich als Manager genauso fahren würde.“

    Zitat: „Ob dies auch für die BW gilt, wage ich wegen oben genannten Gründen zu bezweifeln. Wenn überhaupt, ist es eine Werbekampagne die sich nach innen richtet: „Schaut her! Der UHT funktioniert jetzt – streicht bitte nicht den Tiger komplett bei der nächsten Reform.“ – Anm: Hier hätte ich vielleicht deutlicher machen sollen, dass ich den Initiator der „vermeintlichen“ Werbekampagne bei den Heeresfliegern sehe, die sich an die entsprechenden Entscheidungsträger innerhalb der BW richtet.

    P.s Es gab in der Zeit als die Kabelprobleme beim UHT in den Medien kursierten das Gerücht, EADS/EC wäre ganz froh wenn die BW/Heeresflieger/BMVg auf den HAD umschwenken – man würde der BW in den Verträgen sogar entgegengekommen. Ich kann dieses Gerücht nicht auf seinen Wahrheitsgehalt überprüfen. Jedoch kann ich mich in die Situation versetzen in welcher sich EADS/EC befand. Man hatte es mit einem problembehafteten Projekt zu tun, welches in weiten Teilen bereits technisch veraltet und der Generationenwechsel auf HAD bereits absehbar war. Die Serie UHT würde mit 57 Maschinen relativ klein ausfallen und unnötige Parallelstrukturen erzeugen. Die Erneuerung der Soft-/Hardware des UHT würde in wenigen Jahren kommen und wieder enorme Probleme bereiten und sehr viel Geld kosten (erneute Abnahme/Zertifizierung etc..). Aus der Perspektive von EADS/EC war es deshalb unverständlich warum die BW sich nicht vom UHT löst und auf den zukünftigen Standard HAD setzt. Somit hätte EADS/EC nur noch eine Variante des Tigers gehabt, auf dessen Weiterentwicklung die gesamte Ing. Kapazität verwendet werden könnte und bei der man sich den ganzen Ärger mit der erneuerten Soft-/Hardware sparen könnte. Ich sehe somit bzgl. UHT Tiger den Ball tatsächlich ehr auf dem Feld der BW liegen.

  • Bang50   |   06. September 2013 - 21:19

    @ -MK20- schauen Sie sich meinen Post an Memoria um 21:05 an – dann wird Ihnen klar, dass wir gar nicht soweit auseinander liegen.

    Bzgl. Der Bordkanone: Die habe ich nicht erwähnt, Sie haben das Thema auf die Agenda gesetzt. Mit Lasergesteurten 70mm Raketen, könnte dieses Thema in den nächsten Jahren eh „obsolet“ werden.

    Bzgl. A129 Mangusta und 80er Jahre: T129 ATAK ist 21.Jh – hier wird vielleicht auch deutlich was ich bzgl. Tiger meine. Kein Kunde hat Interesse an 80er oder 90er Jahre Technik. Ein (Neu)Kunde will das Neueste – bzgl Tiger heisst das eben nicht UHT, sondern HAD.

  • -MK20-   |   06. September 2013 - 22:58

    Das der UHT als Parallelstruktur zum HAD teurer wird, da es sich um einen Sonderwunsch bzw. ein Nischenprodukt handelt (Stichwort PAH-2) – welches, so denke ich, allerdings völlig konform mit der damaligen deutschen Doktrin einherging – ist nicht schwer nachzuvollziehen. Allerdings hören sich die Punkte zur Softwareproblematik so an, als würde man in 20-30 Jahren den UHT nicht mehr fliegen können, weil er angeblich zu alt sei und keiner mehr von Seiten EADS Bock hat, sich darum zu kümmern. Aber auch hier gibt es Verträge. Kein Bock ist keine Ausrede, weder für EADS noch für andere Unternehmen. Haben die Amerikaner nicht dasselbe Problem mit ihrer F-22? Verhältnismäßig alt, kleine Tranche und ein neues Produkt ist bereits im Anmarsch. Auch hier glaube ich nicht, dass sich die Fliegerei da bald erledigt hat oder das zuständige Unternehmen lieber Kaffee trinkt anstatt die Verträge zu erfüllen.

    In der Tat, die BK habe ich eingebracht. Ich tue es lieber selbst, da diese in jeder Situation – ausnahmslos jede, egal von wem, wo auch immer – sonst als alleiniges Kill-Kriterium genannt wird. Aber auch hier habe ich Beispiele genannt, die den UHT nicht als „one of its kind“ dastehen lassen. Das will man dann aber meist gar nicht mehr wahr haben.

    Lasergesteuerte FFAR werden eine starre bzw. bewegliche BK niemals obsolet werden lassen, sind aber dennoch ein wichtiger und richtiger Schritt in die Zukunft, um aus dem UHT das volle Potential herausholen zu können. Denn, wieso sollte man bei unbeweglichen Raketen bleiben und teure HOT und PARS verschwenden? Sofern ein 20mm Waffenpod mehr Vorteile bietet als die bisherigen HMP 400, könnte man auch da an eine Kampfwertsteigerung denken.

  • Bang50   |   07. September 2013 - 0:22

    @ -MK20_ – Man wird den UHT schon in wenigen Jahren nicht mehr fliegen können, weil man die Ersatzteile/Prozessoren nicht mehr bekommt. Auf diesen Umstand haben die Heeresflieger bereits hingewiesen und hier liegt beim ganzen Projekt UHT Tiger der Hase im Pfeffer bzw. die tickende Zeitbombe. An diesem Umstand ändern auch irgendwelche Verträge oder der Hersteller nichts. Wenn in Fernost die Chips nicht mehr gebaut werden, ist es vorbei. Dann heißt es auf einen neuen Hardwarestandard umrüsten, das bedeutet neue Software, das bedeutet neue Flugtests, das bedeutet eine erneute Zertifizierung, das kann erneute Probleme bedeuten und und und… –>kurz: richtig viel Geld.

    Anm: Ich habe früher im Spezialmaschinenbau gearbeitet und kann Ihnen deshalb sagen, dass kein Ing./Techniker wirklich Bock darauf hat bei einer alten Spezialmaschine neue Hard-/Software zu implementieren (ja auch hier bekommt man plötzlich nicht mehr die Chips, welche es vor 20 Jahren mal gab). Ich habe es einmal erlebt und es ist eine Katastrophe. Sie werden dabei wahnsinnig bis die Maschine wieder das macht was sie machen soll. Dabei können Sie fast täglich zuschauen wie es teurer wird. Auch die Ing. von EADS werden das wissen und sind mit Sicherheit not amused über die „Herausforderung“ welche da auf sie „unnötig“ zukommt.

    Wenn Sie nun sagen Zitat:“ Das man dieses Pferd immer noch tot schlagen möchte grenzt an Lustlosigkeit, sich mit der Entscheidung abzufinden und sich mit dem auseinander zu setzen, was man nun auf dem Hof stehen hat. Aber ja, man kann auch die Arme verschränken und schmollen, ist einfacher.“ – Dann frage ich mich, wer in dieser Diskussion schmollt bzw. sich nicht damit auseinander setzen kann, was auf dem Hof steht. Auf dem Hof steht nämlich ein Projekt mit erheblichen fiskalischen und technischen Risiken, welches noch lange nicht in trockenen Tüchern ist. Aber diesen Umstand kann man eben leicht übersehen, wenn man in der pro/contra Tiger Rhetorik gefangen ist (Ich bin an dieser Stelle auch mal recht „herzlich“)

    Und nun? Lösungsvorschläge?

  • xyz   |   07. September 2013 - 2:18

    Die Nachrüstung einer BMK wäre beim UHT ja möglich. Allerdings wäre die dann eine komplette Neuentwicklung, da eine Integration wie beim HAD nicht möglich ist. Die Aufhängung wäre dann eher wie beim Apache. Die Entwicklung und Integration ist dem BmVg aber schlicht zu teuer.

  • SirLancelot   |   07. September 2013 - 10:47

    @bang50:
    Mit Ihrer Argumentation könnte man auch direkt alle Entwicklungsvorhaben für fliegendes Gerät einstellen. Kein Fluggerät ist aufgrund der notwendigen Flugzulassung auf dem Stand der Technik (am Boden).

    Auch beim Tornado findet nach wie vor Softwarepflege und -Änderung erfolgreich statt. Trotz der alten Technik…

  • Bang50   |   07. September 2013 - 11:13

    @xyz – 1. Nein, 2.Nein, 3.Nein, 4. Nein – es ist technisch schlicht nicht möglich, da der Platz beim UHT belegt ist und eine andere Frontsektion verwendet, welche nicht für eine BMK ausgelegt ist.

    @SirLacelot – Nochmal – das Versorgungsproblem der Hardware im UHT Tiger ist evident und dieser Umstand wurde auch so von den Heeresfliegern kommuniziert.
    Bzgl. Tornardo – schauen Sie sich an, was man in den letzten Jahren an neuen Rechnern eingebaut hat. Mit etwas neuer Software ist es nicht getan. Dabei ist der Tornardo wahrscheinlich noch einfacher zu versorgen, da er in einer Zeit gebaut wurde in der integrierte Schaltkreise noch primär aus Logik IC`s bestanden und nicht aus hochintegrierten Mikroprozessoren .

  • Vtg-Amtmann   |   07. September 2013 - 14:12

    Sorry Mk20, hier prallen Ihr technologischer Background und Ihr fliegerisches sowie militärisches Know-How mit dem Anderer aufeinander. Als „Jägergrün, Rosa, Hochrot und Goldgelb“ noch Anfang der 70er Edeltruppen waren und Grau, wie wieder heute zu den „Fehlfarben“ zählte, konzipierte MBB zusammen mit Agusta folgenden Vogel auf Basis BO105 und A 109 namens Fledermaus: http://www.fotos-hochladen.net/uploads/fledermaus0nz8r73fw5.jpg !
    Irgendwann hatte aber Agusta ob den „deutschen Eigenwilligkeiten“ die Lust daran verloren und ging eigene Wege. Aus der bescheidenen „Fledermaus“ wurde in Deuschland ein „Papier-Tiger“, der weniger kann, als ein aktueller T129 und doppelt soviel kostet. Was soll also Ihr „Fleurop-Service“ hier in AUGEN GERADEAUS an ECD? Ihre Blumen haben heute – 43 Jahre später – TdM sowie StS AIN SB längst verteilt, ebenso wie beim NH90 des Heeres und beim SEA ANGEL bzw. beim SEA LION der Marine!

  • Helidoc 262   |   07. September 2013 - 17:45

    @ALLE
    Schade das der thread, bezüglich der Rückverlegung Tiger zum ewigen Thema UHT, HAP, HAC und ECD abgeglitten ist.

    Ist es nicht eher so das es ein absolutes Politikum war den UHT , ja dann immerhin so geschätzte schlappe 24 Monate ins „Gefecht “ zu schicken, damit die am absteigenden Ast sitzenden Heersflieger Reste noch ein bisschen am Hindukusch mitspielen dürfen.

    Oder sollten wir hier mal über Durchhaltefähigkeit diskutieren. wenn LeLuc in sechs Jahren einen Schüler Output von 10 hatte und es 2013 auf sage und schreibe 4 neue Tigerlizenzen bringt, dann sollte man mal nachdenken, wer den Vogel denn über 2013 überhaupt in die HIGE bringen kann.

    Die Formel heisst – keine Pilots , kein Flugdienst –

    Naja und die dann dran sind in der Rotation nach AFG zu gehen, haben dann so locker 150 bis 200 Stunden flight experience, wenn das Geld überhaupt reicht für so viel Flugstunden.
    Früher haben wir über die Amis gelacht, wenn die mit 400 Stunden in BOH oder sonst wo rumgeflogen sind. Das kann die Multitasking “ Breite vor Tiefe “ Firma jetzt noch besser.
    Man konnte ja schon in einem vorherigen Thread bezüglich NH 90 Einsatzbereitschaft in AFG im Video sehen, das man heutzutage in der Ausbildung nur noch „Häckchen “ macht.
    Okay das mag gewollt sein, vielleicht wird ja nach der nächsten großen Reform der Gesamthaken zum Abhaken gesetzt.

    Hier macht doch die Grüne Firma wie bei allem anderen bezüglich der Reform nur noch Stückwerk. Der ganze Zirkus ist doch nur rumgeeiere und wenn die Tiger nicht mit dem NH 90 bis zum letzten Tag da bleiben, dann ist das — in den Einsatz bringen von HFLg Material — reine Geldverschwendung.

  • Tigerp   |   07. September 2013 - 21:06

    So So,
    hier sind also die ganzen Profis und Spezialisten.
    Vergleiche zwischen HC (ihr wisst schon Helicoptern ) ist nur dann gerecht wenn man alles vergleicht (Gewicht, Kosten, SW Fähigkeiten…) . Museum, naja einen AH64 kann man dort beisichtigen. Die Fähigkeiten eines UH Tiger erkennen Amis an. Selbst mit Piloten AH 64 gesprochen. Immer nur das neuste und Beste zu fordern ist ja modern und für Piloten und Techniker ja auch schön aber man kann auch mit der aktuellen Version kämpfen. Aber ihr seid ja schon dort gewesen, Oder? Ich sage Euch es geht. Wer anders denkt darf mich gern besuchen und wir diskutieren.
    EADS ist eine Rüstungsfirma wie jede andere auch. Thales und BAE sind in der Lieferung von Qualität identisch . Was man bestellt , bekommt man auch. Ja, die Pünktlichkeit ist nicht immer gegeben aber auch das ist bei allen gleich. warum fliegen denn z.B keine AH64 D Modells in AFG. oder Black Hawks mit Glascockpit . Aber ihr wisst es ganz bestimmt und könnt es mir sagen. Freue mich auf die Antwort.
    Gruß

  • Flame   |   08. September 2013 - 12:12

    @ Tigerp

    Besitzen die HKP 16 der Schweden keine MFD’s, die fliegen doch in ISAF
    genauso wie die AH-64D’s, da meinst du sicherlich den AH-64-E (früher AH-64D Block III)
    und die haben sicherlich mehr Probleme als nur mit der „Transmission“.
    Klugscheissmod.-Aus

    Gruß

  • Jens H.   |   08. September 2013 - 13:27

    Hallo,

    gibt es eigentlich irgendwo Einsatzberichte zu lesen?
    Also wie oft war der Tiger in der Luft? Wie schlägt er sich? Was waren die Ziele? Gibt es Videos der Einsätze?

    Viele Grüße,

    Jens