Deutsche Chemikalien für Syriens Giftgasproduktion?

Syrian Chemical Weapon

Die Meldung klingt, nun, nicht so richtig beruhigend. Von den Kollegen der ARD:

Rot-Grün und Schwarz-Rot haben zwischen 2002 und 2006 Chemikalien an Syrien geliefert, die zur Sarin Produktion verwendet werden können

Die Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine schriftliche Anfrage der Linkspartei an die Bundesregierung macht deutlich, dass die unter Rot-Grün geführte Bundesregierung 2002 und 2003 und die unter Schwarz-Rot geführte Bundesregierung 2005 und 2006 Ausfuhrgenehmigungen für Chemikalien erteilt hat, die als sogenannte Dual Use Güter gelten. Das Antwortschreiben liegt dem ARD Hauptstadtstudio vor.
Die Stoffe, darunter Fluorwasserstoff oder Ammoniumhydrogendifluorid, sind für die Produktion von Sarin nötig, so der Chemiker Dr. Lasse Greiner von der Fachhochschule Mannheim gegenüber dem ARD Hauptstadtstudio. Allerdings seien sie nur Bestandteile von Sarin.
Der Bundesabgeordnete der Linkspartei Jan van Aken erhebt schwere Vorwürfe gegen die damaligen Verantwortlichen in den jeweiligen Bundesregierungen. „Ich kann das gar nicht glauben. Deutschland hat jahrelang insgesamt über 111 Tonnen Chemikalien an Syrien geliefert, mit denen man Sarin produzieren kann und das in ein Land von dem man wusste, dass es ein Chemiewaffenprogramm hat“, so van Aken gegenüber dem ARD Hauptstadtstudio.
Das Bundeswirtschaftsministerium begründet die Ausfuhrgenehmigungen im Antwortschreiben: „Diese Genehmigungen wurden nach sorgfältiger Prüfung aller eventuellen Risiken, einschließlich von Missbrauchs- und Umleitungsgefahren im Hinblick auf mögliche Verwendungen im Zusammenhang mit Chemiewaffen, erteilt.“

Hm, hatten wir so was ähnliches nicht schon mal? Das berühmt gewordene Stichwort, vor mehr als 20 Jahren, damals ging’s um Libyen: Auschwitz in the Sand

Nachtrag: Dazu eine Erklärung der Bundesregierung:

In ihrer Antwort auf die schriftlichen Fragen im Monat September 2013 Nr. 83,84, 116 und 117 hat die Bundesregierung bereits darauf hingewiesen, dass die Genehmigungen nach sorgfältiger Prüfung erteilt wurden. In allen Fällen wurde die zivile Verwendung plausibel dargestellt. Der Bundesregierung liegen auch keine Informationen vor, dass die gelieferten Güter zwischenzeitlich anders als für die angegebenen zivilen Zwecke genutzt wurden. In der Antwort der Bundesregierung heißt es:

„Diese Genehmigungen wurden nach sorgfältiger Prüfung aller eventuellen Risiken, einschließlich von Missbrauchs- und Umleitungsgefahren im Hinblick auf mögliche Verwendungen im Zusammenhang mit Chemiewaffen, erteilt. In allen diesen Fällen wurde die geplante zivile Verwendung der Güter plausibel dargestellt. Die Bewertung aller verfügbaren Informationen vor Erteilung der Genehmigungen hatte keine Hinweise auf eine militärische Nutzung ergeben, die eine Versagung der Genehmigung begründet hätten. Der Bundesregierung liegen auch keine Informationen vor, dass die gelieferten Güter zwischenzeitlich anders als für die angegebenen zivilen Zwecke genutzt wurden.“

Frage und Antwort im Original: Chemie_Syrien

Aus Regierungskreisen hieß es, die in der Antwort genannten Chemikalien stünden zwar bei der Ausfuhr international unter Genehmigungspflicht. Es handele sich aber um Stoffe, die auch eine breite, rein zivile Anwendung hätten, zum Beispiel bei der Oberflächenbehandlung von Metallen,  der Fluorierung von Trinkwasser oder der Herstellung von Zahnpasta. Die Genehmigungen seien nur bei einer ‚plausiblen zivilen Verwendung‘ und  erst nach Prüfung durch die Geheimdienste erteilt worden.
(Foto: Von syrischen Aktivisten  aufgenommenes Bild einer vermuteten Giftgasgranate bei Ghouta in Syrien – Bild Elliot Higgins via Wikimedia Commons)

29 Kommentare zu „Deutsche Chemikalien für Syriens Giftgasproduktion?“

  • Johannes   |   18. September 2013 - 15:09

    „Dual use“ ist bekanntermaßen ein weites Feld. Der mediale Versuch, dies in die Diskussion um Chemiewaffen einzustricken, ist meines Erachtens nach nicht mit Belegen unterfüttert. Flußsäure (HF) und das entsprechende Ammoniumsalz sind Basischemikalien und für weit mehr als die Sarinproduktion vonnöten.
    Es wird so bleiben, wie es der Name schon suggeriert: Der genaue Verbleib wird sich nicht klären lassen, aber die Ausfuhr sämtlicher „dual use“-Güter einzustellen ist gerade im Bereich der Chemikalien nicht sinnvoll – dafür sind die Anwendungen zu weit gestreut.

  • hansg   |   18. September 2013 - 16:27

    Wenn man einen Blick auf die Verwendung dieser „Stoffe“ (i.e. HF und NH4HF2) in der zivilen Industrie wirft, sind 111 Tonnen auf einen „jahrelangen“ (4 Jahre) Zeitraum weitaus weniger spektakulär als mancher Politiker es darstellt…

    Da war Johannes einen Tick schneller.. in diesem Sinne: Volle Zustimmung ;)

  • NMcM   |   18. September 2013 - 17:22

    Ein schelm wer dabei böses denkt…
    Aber an und für sich nichts wirklich neues!
    Dual use ist für die meisten industrienationen ein guter trick um doch noch fragwürdige güter zu exportieren.
    Wenn es einem wirklich ernst wäre mit dem frieden, abruestung und so, dann wuerde man solche dual use gueter nicht exportieren. Klar, theoretisch ist alles dual-use, aber einige gueter sind doch schon fuer eine bestimmte zweitverwendung praedestiniert;)

    Meine meinung: moralische verpflichtungen unserer parteien sind nur solange etwas wert, solange sie unter einem gewissen betrag liegen! Wer jetzt rumzetert, wie boese syrien ist, und damit recht hat, sollte sich vielleicht mal fragen was die restliche welt dazu beigetragen hat!

  • Kerveros   |   18. September 2013 - 17:44

    @NMcM:

    grade in dem Kontext aber sinnbefreit… grade die besagte Chemikalie wird auch bei der Rohstoffgewinnung eingesetzt… die Menge an NH4HF2 in der Sarinproduktion gemessen an der Gesamtmenge die weltweit genutzt wird duerfte wohl verschwindend gering sein, insofern ist ‚praedestiniert‘ wohl eher hier nicht so das Thema…

  • Skalg   |   18. September 2013 - 18:01

    Das war damals, als man sich nach dem Irakdesaster nach stabilen, nicht islamistischen Staaten umgeschaut hat, zu denen man die Beziehungen verbessern kann. In dem Zeitraum hat auch Israel einige Verhandlungsfortschritte mit Syrien gemacht und es gab allgemein relativ viel Hoffnung; ich vermute mal, daher auch die Lieferungen.

    Im Nachhinein ist man natürlich immer klüger.

  • QMensch   |   18. September 2013 - 18:11

    Selbst für mich als nicht-Chemiker ist nach einer nicht einmal 2minütigen Wikipedia Recherche ersichtlich, dass weder HF noch NH4HF2 ausschließlich für die Saringewinnung genutzt oder importiert werden.

    Hier zwei kurze Zitate aus Wiki:
    „Verwendung[Bearbeiten]

    Fluorwasserstoff findet Verwendung bei der Herstellung von Fluorkohlenwasserstoffen, Aluminiumfluorid, synthetischem Kryolith (Eisstein, Na3[AlF6]), Uranhexafluorid, anderen Fluorverbindungen, Flusssäure, beim Herstellungsprozess von Tensiden und in der Farbstoffchemie. Bei der Elektrolyse von Fluorwasserstoff entsteht unter bestimmten Bedingungen elementares Fluor (F2).
    Fluorwasserstoff wird als Katalysator bei der Benzinherstellung, als Lösungsmittel, in der organischen Chemie für die Substitution mit Fluor und in der Tieftemperaturtechnik eingesetzt.“

    „Ammoniumhydrogendifluorid bildet farblose, leicht zerfließende, in Wasser leicht lösliche Kristalle. Es ätzt Glas und wird des Weiteren industriell zur Fleckenentfernung und in der Erdölindustrie verwendet, um sich durch Granitschichten zu arbeiten. Dies funktioniert, da Ammoniumhydrogendifluorid Fluorwasserstoffsäure bildet, welche den Quarz im Granit angreift.“

    Diese beiden Rohstoffe sind für eine Industrienation nicht ganz unwichtig. Hier eine moralische Gleichgültigkeit deutscher Seite hineinzudeuteln ist bei der wirtschaftlichen Präsenz von Bayer und BASF in der Chemiebranche übertrieben und wirklich keinen #Aufschrei! wert…

  • Interessierter   |   18. September 2013 - 18:13

    Ich kann mit einem Traktor einen Pflug ziehen oder ein Artilleriegeschütz…

    111t in vier Jahren scheint mir nun wirklich nicht die riesen Menge, vor allem in Anbetracht der möglichen (und wahrscheinlichen) Verwendung im Bereich Erdölförderung. Kurze WWW und Wiki Recherche sagt mir, das Flußsäure zur Erdölgewinnung in Sandsteinböden genutzt wird. Ich konnte jetzt leider noch nicht recherchieren wie viele der syrischen Erdölquellen auf Sandsteinböden liegen, bei einer Erdölproduktion von ca. 170 Mio. t Rohöl (in 2011) kann man denke ich doch eine rein zivile Nutzung nicht ausschließen.

    Ich weiß das diese Argumentation mehr als spekulativ ist, aber bevor sich bei mir auch nur die geringste Empörung regt, will ich erstmal das naheliegende abarbeiten.

    Just my two cents…

  • J.R.   |   18. September 2013 - 18:43

    @ Interessierter
    Mit der Logik kann man dann auch gleich die ganzen Exportbeschränkungen sein lassen, denn auch bei Waffen kann man eine Nichtnutzung nicht ausschließen. ;)

  • FNU SNU   |   18. September 2013 - 19:02

    Um mal etwas in die Rechtslage hereinzuschauen.

    Es gibt kein Embargo gegen Syrien, dass die Lieferung der o.a. Stoffe untersagt. Weder national noch EU Ebene oder UN.

    Als nächstes hilft ein Blick in die Dual Use- Verordnung ( VO 428/2009)und dort sind diese Stoffe ebenfalls nicht als verboten sondern nur unter Genehmigunagspflichtig aufgeführt.

    Insofern prüft diese Transaktion das zuständige Ministerium, in DEU das BAFA.
    Eine sogenannte „Allgemeine Genehmigung“ ist durch den Warenkreis ausgeschlossen, es sind also grundsätzlich Einzelgenehmigungen zu beantragen.

    Bei Dual Use Gütern ist immer eine militärische oder zivile Nutzung möglich. Ansonsten wär das ganze ja irgendwie sinnlos.

    Der Vorgang ist werder geheim gewesen noch ist hier irgend etwas illegales passiert.

    Dass Syrien nicht dem CWPC (oder wie die heissen) beigetreten ist, wird im Rahmen der Ausfuhrprüfung natürlich auch beachtet.

    In 4 Tagen ist der Wahlkampfspuk mit allen vermeintlichen Enthüllungen endlich vorbei und dann kommt (hoffentlich) wieder Sachpolitik zum vorschein.

    Irgendwann kommt noch heraus, dass der GröFaZ mit Messer und Gabel gegessen hat, und dass die Bundeswehr natürlich diese Traditionslinie ablehnt und in Zukunft insbesondere in den Offiziercasinos Stäbchen (ausökologischer Herstellung ohne Kinderarbeit) verwendet werden.

  • markus, d.Ä.   |   18. September 2013 - 20:21

    mhh interessant, dass mutti gleich die rot-grünen in schutz nimmt und bereits absolution erteilt hat? ob da jemand im badischen schnell zum Telefon gegriffen hat und im hinblick auf den chemiestandort D vor all zu offener instrumentalisierung gewarnt hat ?

    ein schelm wer … ;)

  • Sachlicher   |   18. September 2013 - 21:59

    @ NMcM | 18. September 2013 – 17:22

    Ein schelm wer dabei böses denkt…
    Aber an und für sich nichts wirklich neues!
    Dual use ist für die meisten industrienationen ein guter trick um doch noch fragwürdige güter zu exportieren.
    Wenn es einem wirklich ernst wäre mit dem frieden, abruestung und so, dann wuerde man solche dual use gueter nicht exportieren.

    Und ein Polemiker wie Herr van Aken, der so herleitet. Mal süffisant gefragt, schließlich ist ja Herr van Aken selbsterklärter ABC-Waffenexperte: die Infos liegen jedem Interessierten als open-source Quelle vor, seit langem schon. Nur er bekam es jetzt erst mit?

    Ansonsten überlegen Sie bitte einfach den Umkehrschluss Ihrer und der van Akschen Überlegung bzw. Polemik, also die Gegenpolemik sozusagen: Sanitätsmaterial und Medikamente helfen Streitkräfte durchhaltefähiger zu machen, also fordern Sie bitte schon einmal einen Exportstopp-kann man für humanitäre Hilfe gebrauchen? Mag sein, aber Exportverbot muss sein: SanMat und Medis sind doch dual-use Güter…

    Genug polemisiert: Es gibt Stoffe, die gemäß CWÜ nicht, sagen wir so: genehmigungsfrei handelbar sind. Schauen Sie ins CWÜ und schauen Sie in die allgemeine internationale Rechtslage bzgl. des internationalen Handels mit Syrien. Und dann führen Sie bitte einfach mal aus, auf welcher rechtsstaatlichen Grundlage hin, man den Export hätte stoppen können/dürfen ohne dabei Willkühr walten zu lassen.

    Da ich das mE geeignete Prüfschema von FNU SNU | 18. September 2013 – 19:02 nicht wiederholen möchte, verweise ich an dieser Stelle auf diesen Post.

  • Stefan   |   18. September 2013 - 22:08

    Deutschland hat Syrien kein Sarin geliefert, sondern lediglich Grundstoffe die neben vielen anderen Zwecken auch zur Produktion von Chemiewaffen verwendet werden können. Das ist kein Verbrechen.

    Es gibt auch nachfolgende Meldung. GB soll Syrien Grundstoffe für 6 Jahre Sarinproduktion geliefert haben.

    So wie Interessierter schrieb
    „Ich kann mit einem Traktor einen Pflug ziehen oder ein Artilleriegeschütz…“

    Man kann halt mit einem Küchenmesser Zwiebeln schälen, aber auch einen Mord verüben.
    Deutschland ist hier kein Vorwurf zu machen.

  • Memoria   |   18. September 2013 - 22:26

    In den Tagesthemen ist diese Sache Aufmacher-Thema – mit alarmistischem Unterton und anschließender Befragung der Kanzlerin.

    Gebührenfinanzierter Meinungsjournalismus zur Prime-Time – ohne minimalen Anspruch an Objektivität. 4 Tage vor der Bundestagswahl. Hauptsache ein vermeintlicher „Scoop“.

  • FNU SNU   |   18. September 2013 - 23:08

    Ich muss meinen Post nach etwas Rechtsrecherce ändern.

    Mittlerweile existriert ein Syrien Embargo, die Frage nach der DU-VO stellt sich aktuell nicht.

    Aber zum DAMALIGEN Zeitpunkt, wenn denn meine Rechtsquellen einen korrekten Stand wiedergeben, war die Ausfuhr Genehmigungspflichtig und nicht verboten.

    Das BAFA prüft schon gut und dass man bei Syrien gut hinschaut, genauso wie bei dem Iran (Wie ich aus meinen Besuchen beim BAFA live miterlebt habe), gehe ich davon aus, dass diese Lieferungen einfach ok waren.

    Gerade bei dem Gutmenschentum, dass gewissen Parteien an den Tag legen, mit Sympathien zu kommunistischen und totalitären Systemen, sollte man sich in der Politik immer zuerst an die eigene Nase fassen.

  • NMcM   |   18. September 2013 - 23:20

    @ Kerveros & Sachlicher

    Gut, die Überspitzung meines Beitrages haben sie erkannt, ich habe nur allgemein meine Bedenken, wenn wir an „so Schurkenstaaten“ wie Syrien irgendetwas liefern. Erdölgewinnung hin oder her.
    Mir geht es vielmehr um ein Prinzip, dass man solchen Staaten überhaupt nichts liefern sollte. Natürlich bewegt man sich im Rahmen des internationalen Rechts wenn man gewisse Chemikalien/Grundstoffe/Technik/etc exportiert.
    Aber mir geht es darum, dass ich es nicht ganz verstehe, dass ein Staat der „böse“ sein soll, auf einmal ein Handelspartner ist. Klar, das gibts es schon sehr lange, solche „Beziehung“ (die Geschichte lehrt uns hier einiges), aber gut finde ich das trozdem nicht gut!

    –Trennung–

    Mit der Argumentationskette von van Aken kann ich mich zwar auch nicht anfreunden, doch muss ich der Linken eines lassen: wenigstens einer fragt mal nach, auch wenn es nur „polemisch“ ist.
    Und im Wahlkamof ist so ein Argument/Sachverhalt manchmal Gold wert, wenn ein adequater Konter ausbleibt ;-)

    @all: Dieser Blog ist einfach toll, ich finds immer wieder gut alle Beiträge hier zu lesen und meine Meinung vllt doch das ein oder andere Mal zu ändern. In diesem Sinne:
    Danke!

  • Vtg-Amtmann   |   19. September 2013 - 6:32

    Bei Fakten, wie in
    http://augengeradeaus.net/2013/09/jungnaiv-dieses-syrien/#comment-77784
    und in http://augengeradeaus.net/2013/09/jungnaiv-dieses-syrien/#comment-77848
    dargestellt, sollte es m.M.n. überhaupt keine Handelsbeziehungen mehr geben!

  • Memoria   |   19. September 2013 - 7:14

    Ist es bei dem bisher dokumentierten Verlauf des Abschusses der Mi-17 überhaupt plausibel, dass es zu einem geglückten Fallschirmabsprung der Besatzung kam?

  • Vtg-Amtmann   |   19. September 2013 - 7:26
  • Sgt. Thrash   |   19. September 2013 - 7:57

    @NmcM

    >…….doch muss ich der Linken eines lassen: wenigstens einer fragt mal nach, auch >wenn es nur “polemisch” ist.

    Die Linken fragen nicht nach weil sie es wissen wollen, sondern nur um die Regierung und den Apparat zu ärgern. Bei allen Kleinen Anfragen die ich bisher gesehen habe, hatte ich den gleichen Eindruck. Hauptsachen den Apparat beschäftigen, die Antworten sind eher unwichtig.

  • Vtg-Amtmann   |   19. September 2013 - 9:27

    @Sgt.Trash: Voll einverstanden! Von wenigen Ausnahmen abgesehen, sind die Fragen i.d.R. genauso dilletantisch formuliert, wie die zuvor ergangenen UdÖ und die folgenden Stellungnahmen der pol. StS. Das parlamentarische Kontrollinstrument „Kleine Anfrage“ ist in Masse längst zur ABM-Maßnahme inflationiert.

  • Hans   |   19. September 2013 - 10:39

    Jetzt würde mich nur interessieren, wer von den Herrn(Politiker aus Rot, Grün, Gelb, Schwarz) im Aufsichtsrat der Chemiefirma sitzt?????

  • FNU SNU   |   19. September 2013 - 10:52

    Die Mengen, um die es hier geht, sind Industriell gesehen mehr als gering.
    Da lohnt es sich überhaupt nicht, irgendwelche Skandale zu vermuten.

    Wenn Syrien für sein Chemiewaffenprogramm Chemikalien gebraucht hat, dann gibt es einfachere und effektivere Wege, die Chemikalien zu beziehen. Und vor allem auch Lieferländer, die da deutlich intransparenter sind.

    Russland würde mir da spontan einfallen. Wer Trägertechnologie für die Waffen liefert, der ist in der Regel auch weniger zimperlich, die Wirkstoffe zu liefern.

    Es handelt sich bei den angesprochenen Chemikalien weder um hochkomplexe Substanzen, noch um gigantische Mengen davon.

    Die Unterstellung, dass da irgendwelche Politiker an Chemiefirmen beteiligt sind und deshalb das BAFA eine Genehmigung gegeben hat, halte ich für reinste Polemik.

    Die Linkspartei ist Opposition und ist in den letzten Wochen im Wahlkampf de facto kaum beachtet worden, außer als Drohbeispiel von Schwarz Geld und als abgelehnter
    Koalitionspartner von Rot-Grün (alles vor der Wahl).

    Irgendwie muss man doch Schlagzeilen produzieren. Das ist normale Schlammschlacht vor einer Wahl, bei der bei allen beteiligten Parteien mittlerweile die Nerven blank liegen.

    Da gibt es weitaus andere „Aufreger“, die in Deutschland behoben werden sollten, als dieser vermeintliche Skandal. Da könnte ich weitaus spannendere Geschichten gegen diese oder vergangene Regierungen erzählen. Und sicherlich andere Menschen auch.
    Aber zum einen unterliegen diese Dinge mindestens VS- NfD oder höher und zum anderen muss man sich immer fragen, was diese Enthüllungen denn eigentlich bewirken, bzw. ob Sie irgendeinen Effekt haben.
    Im bereich der Sicherheitspolitik zumindest habe ich das Gefühl, dass es völlig egal ist, was Fachleute sagen oder z.B. T.Wiegold aufklärt. Die aktuelle PUMA-Enthüllung war mE nach den Fachleuten auch außerhalb der Bundeswehr bekannt. Trotzdem wirds grade jetzt ein Aufreger. Warum? Weil Wahlkampf ist.
    Nach der Wahl wirds wieder zu einem freundlichen Desinteresse bis Ignoranz gehen.

  • Slane76   |   19. September 2013 - 10:53

    @T.Wiegold: Sorry fuer das offtopic, aber leider sind die Kosovo-Beitraege alle geschlossen. Reuters meldet gerade dass im Kosovo ein EULEX Polizist erschossen wurde.

  • T.Wiegold   |   19. September 2013 - 11:36

    @Slane76

    Danke für den Hinweis. Bin derzeit unterwegs, mal sehen, ob ich einen neuen Thread dazu hinbekomme.

  • huey   |   19. September 2013 - 13:49

    Haben (wir Deutschen) es doch mal wieder geschafft, unserem universalem Schuldbewusstsein Rechnung zu tragen, und eine „Verstrickung“ der „gemeinen Deutschen“ herbeizuführen….

    *kopfschüttel*

    Man braucht (vermutlich) auch Sauerstoff, um eine Reaktion hervorzurufen….Vielleicht wurde dieser Sauerstoff auch aus Deutschland nach Syrien herübergeweht?
    Da haben wir ja gleich die nächste Verstrickung…

    Wie hier schon gesagt wurde: Auch ein Mähdrescher (der als Landwirtschaftshilfe angeliefert wurde) kann für Rüstungszwecke „missbraucht“ werden..

    Was soll die Aufregung also?

  • Stefan   |   19. September 2013 - 19:17

    Der unabhängige US-Sender WND berichtete, der bei Damaskus entdeckte Kampfstoff sei jenen Sarin-Mustern ähnlich, die von der al-Qaida in illegalen Laboren am Hindukusch, im Irak und in der Türkei gefertigt worden seien. US-Geheimdienste wüssten seit 2001 von solchen Produktions-Technologien, hieß es im Bericht unter Berufung auf Geheimunterlagen des Pentagons. Bis heute verfüge die al-Qaida über solche illegale Labore.

    Ich warte schon auf die Meldung unserer blöden (Nestbeschmutzer-) Medien, dass die bösen Deutschen den Terroristen von al-Qaida auch geeignete Chemikalien für Chemiewaffen geliefert haben. Wer, wenn nicht die Deutschen sind das Übel dieser Welt?

  • Sgt. Thrash   |   20. September 2013 - 8:31

    Die Aufregung ist einzig und alleine dem Wahlkampf geschuldet. Würde das Thema im Oktober aufkommen wäre es keine Zeile auf der Titelseite einer Zeitung wert.

    Wer sollte sich auch aufregen? Die CDU? Die haben die Ausfuhr nicht genehmigt. Die SPD? Damit würden sie sich doch selbst ins Knie schiessen.

    Damit bleiben nur genau die paar Tage vor der Wahl um daraus ein Thema zu machen.

  • califax   |   20. September 2013 - 21:39

    Wer einen Account dort hat, es gibt eine nette lange Story über den Mossad in Syrien. Leckerli: Die hatten Insiderinformationen aus einer syrischen Eliteeinheit, die die C-Waffen überwacht und konnten bereits einen C-Waffen-Einsatz im März beweisen. Obama war stinksauer, weil er es eigentlich ignorieren wollte, und ein Israeli es ausgeplaudert hat.

    http://www.foreignpolicy.com/articles/2013/09/19/the_spies_inside_damascus_mossad_syria

  • T.Wiegold   |   20. September 2013 - 22:35

    Übrigens, Medien…. zu der auch hier verschiedentlich erwähnten Geschichte Syrians In Ghouta Claim Saudi-Supplied Rebels Behind Chemical Attack kommt jetzt ein ziemlicher Rückzieher:

    Retraction and Apology to Our Readers for Mint Press Article on Syria Gas Attack