EuroHawk: Fehler im System

EuroHawk-UA_TdM
In einer 50-minütigen Grundsatzrede hat Verteidigungsminister Thomas de Maizière (Foto oben mit der Ausschussvorsitzenden Susanne Kastner) am (heutigen) Mittwoch dem EuroHawk-Untersuchungsausschuss des Bundestages erklärt, wo die Probleme beim Projekt EuroHawk lagen: im wesentlichen im System, dass in der Hoffnung auf einen Erfolg des Projekts Abstriche bei der Leistung hinnahm und gleichzeitig den Geldhahn aufdrehte. Er selbst, sagte der Minister, sei zwar immer wieder über Probleme im Bilde gewesen – aber an deren Lösung sei immer gearbeitet worden. Erst im Mai dieses Jahres sei klar gewesen, dass das Projekt im geplanten Kostenrahmen so nicht laufen könne, und deshalb habe er die Entscheidung seiner Staatssekretäre gebilligt, diese unbemannte Aufklärungsflotte nicht zu beschaffen.

Die Rede des Ministers steht im Wortlaut auf der Seite des Verteidigungsministeriums – so weit ich das sehen kann, hat er wortgetreu vorgelesen. (Sicherheitshalber hier noch mal zum Herunterladen: 20130731_TdM_UA_EuroHawk)

 

 

45 Gedanken zu „EuroHawk: Fehler im System

  1. Dazu sagte de Maizière vor dem Ausschuss, die Markierung sei zwar grün, aber mit Textmarker, und er benutze keinen (grünen) Textmarker.

  2. „Dennoch hätte das Ministerium als Fachaufsicht führende Behörde und die Leitung des Ministeriums früher informiert und in maßgebliche Entscheidungen eingebunden werden müssen. “
    Dann ist ja alles klar: Die Fehler wurden unten gemacht, das Ministerium kann nichts dafür, er ist also auch aus dem Schneider!
    Mut zur Verantwortung schaut anders aus.

  3. hat irgendwer etwas anderes erwartet? schon um der freundschaft zu mutti willen konnte er hier keinen all zu tiefen kotau machen.

  4. Wäre schon interresant, was TdM exakt zum CASSIDIAN-Besuch und zum Vier-Augengespräch mit Gerwart sagte?

    Laut der Süddeutschen Zeitung vom 12. Juni 2013 06:27 hatte de Maizière den Erhalt der Mappe mit dem Aktenzeichen 75-60-00 am 10.12.2012 persönlich quittiert. Sie wurde ihm von Staatssekretär Stéphane Beemelmans zugeleitet, der wiederum den Erhalt am 10. Dezember quittiert hatte. In dieser 6-seitigen Infomappe zum Euro Hawk steht auch, dass schon damals bemannte Flugzeuge als Alternativ-Plattform erwogen wurden. Die Mappe wurde TdM von StS SB zugeleitet, – welcher wiederum den Erhalt am 6. Dezember quittierte – und diente der Vorbereitung auf den am 10.12. 2012 terminierten Besuch bei EADS-CASSIDIAN in Manching.

    Am Ende der Ausführungen zum EuroHawk befindet sich als „Sprechempfehlung“ die Aussage (wörtlich) „aufgrund der Zulassungsproblematik und weiterer Unsicherheiten“ [… sei …] „derzeit keine Grundlage gegeben, um eine Entscheidung für eine Serienbeauftragung zu befürworten oder gar zu treffen“.

    Insofern erscheinen weitere „grüne Marker-Marginalien“ nicht für den Wahrheitsgehalt der Aussagen des Minsters als relevant, TdM hatte den Empfang der Mappe ja quittiert.

  5. Tja, man sollte als Verteidigungsminister immer einen kompetenten „devil’s advocat“ zur Seite und neben „der Linie“ haben, der dann jedes Stückchen Papier, das an den BM geht, sachlich, fachlich und politisch prüft, kritisch hinterfragt und kommentiert……das war mal der Planungsstab.

    „Risiken“ ? Welche Risiken konkret und wie ist die Risikobemessung und welches Risikomanagement ist nötig ? What if and if, what ?
    „Lösungen“ ? Was für Lösungen konkret ? Kosten/Nutzen (politisch, finanziell, operativ) ?
    etc…..
    .

  6. In der Tat, Verantwortung ist unteilbar. gilt leider nicht für die mit Licht bescheinten.
    Vor kurzem hatte ich ein anregendes Telefonat mit einem Rechtsberater der Bundeswehr, der war sehr wohl der Meinung, Veranwortung kann man justiz(l)jabel an andere abdrücken, kommt eben nur auf die Formulierung und die richtige Farbe des Stiftes an.
    Besser noch, nicht mit der Originalschreibhand schreiben und eine pki card eines anderen benutzen, geht alles.
    Bin sehr auf das nächste Verantwortungsbuch von TM gespannt.
    Eigenen StS der einem loyal? folgt (verantwortungsvoll vorauseilt) ist natürlich die Goldrandlösung.

  7. Der Meisterschüler.

    Wobei, eine interessante kommunikative Wendung sehe ich noch.

    „Die Industrie schätzt Kosten tendenziell immer zu niedrig ein. Wir haben für den Bericht der ad-hoc-Arbeitsgruppe die Schätzung des Amtes und des Ministeriums überprüfen lassen. Das beauftragte Institut (IABG) bestätigt die 500 bis 600 Mio Euro und hält die industrielle Schätzung für viel zu niedrig.“

    Soweit ich weiß, ist IABG auch ein Industrieunternehmen. Was stimmt denn nun?

  8. IABG ist eine nach ISO zertifizierte Beratungsgesellschaft und kein profitorientiertes Industrieunternehmen.

  9. Stern.de – Euro-Hawk-Affäre De Maizière 2012 über Drohne informiert

    Nach einem Vermerk aus dem BMVg vom 7. September 2012 soll TdM am 10. September 2012 in Berlin mit dem Chef des Rüstungskonzerns EADS, Tom Enders, über Probleme mit der Drohne Euro Hawk gesprochen haben. De Maizière hatte stets beteuert, zwischen März 2012 und dem endgültigen Aus für die Aufklärungsdrohne im Mai 2013 nicht mit dem Vorhaben „befasst“ gewesen zu sein. Der Vermerk nennt laut „stern.de“ für das Gespräch mit Enders gleich an erster Stelle Probleme mit den Vereinigten Staaten bei zwei transatlantischen Rüstungskooperationen, dem Euro Hawk und dem Flugabwehrsystem MEADS. Ein Mitarbeiter de Maizières habe auf dem Papier notiert: „Hat BM (Bundesminister) vorgelegen“.

  10. Zitat TdM:“Wenn das Missverhältnis zwischen Leistung und dem vereinbarten Preis zu groß wird, muss man auch mal „nein“ sagen.“

    ..der war gut!

  11. „Es war ein wirtschaftliches Wagnis und technologisches Neuland.“ TdM

    Das Hat aber nichts mit der Zulassung zu tun!
    Was ist an einer Lfz Zelle technologisches Neuland?
    Was ist an einer Flugsteuerung technologisches Neuland?
    Was ist am Antrieb technologisches Neuland?
    Ist das Luftrecht Neuland?
    Ist das Projekt etwa an den Sensoren und den Elo Anlagen gescheitert?
    Das Projekt ist am fehlenden Bedarf und an der stümperhaften Umsetzung gescheitert!

  12. @ elahan. der bedarf fehlt ? ich hörte sowohl von oben als auch von der basis eigentlich nur anderes.

    die umsetzung ist idT eher mäßig beeindruckend.

    der hase liegt doch eher hier im pfeffer: neuland sind unbemannte LFZ im zivilen luftraum. also hätte irgendwem auffallen müssen, dass diese Integration der eigentliche haken an der sache ist. das SenseAvoid das ko kriterium ist. da hatte niemand eier genug das thema mal als „ko-kriterium“ anzusprechen. „luftraumsperrung“ usw deutet ja schon auf eine „Wiesellösung“ hin. da war vielen von anbeginn klar, dass es nicht so einfach werden dürfte und man ist da ein hohes risiko eingegangen.

    DAs kann man TdM idT nur bedingt ankreiden, was man ihm ankreiden kann sind mögliche falschaussagen bzgl kenntnisnahme und grundsätzlich das vertrösten lassen. nach dem 5. “ ich kümmer mich drum“ darf man schon etwas misstrauisch werden …
    das ganze projekt lief ja auch schon lange genug unter seiner fuchtel. da hätte man auch deutlich eher die reißleine ziehen können.

  13. Merklich wenig Verkehr heute nach den Einlassungen des Bundesministers der Verteidigung als Zeuge in der heutigen Sitzung des Verteidigungsausschusses als Untersuchungensausschuß.
    War es das dann?

  14. Drohnen-Ausschuss: De Maizière erwägt personelle Konsequenzen …
    faz.net › Politik › Inland‎ vor 1 Minute – „Es bleibt dabei, dass ich darüber nachdenke“, sagte er am Mittwoch vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestages zum Euro Hawk.

    TdM hat am 03.03.2011 sein Amt übernommen, StS Beemelmans ebenso. Das EuroHawk-Prjekt war ChefsacheUnd TdM legte angeblich m Zuge seiner Bestandsaufnahme alle Beschaffungsvorhaben auf die Waagschale.

    Der Director, Operational Test and Evaluation Centers stellt zum RQ-4B Global Hawk Block 30 im Operational Test and Evaluation Report vom Mai 2011, also noch vor dem Überführungsflug des EuroHawk nach Deutschland – fest:

    „The system is not operationally suitable, […] Global Hawk long endurance flights do not routinely provide persistent ISR coverage due to low air vehicle reliability […] Mission-critical components fail at high rates, resulting in poor takeoff reliability, high air abort rates, low mission capable rates, an excessive demand for critical spare parts and a high demand for maintenance support […]” (vgl. http://media.bloomberg.com/bb/avfile/rxEWG2sYf7BM).

    Ich bleibe dabei, das war die erste und letzte Chance für eine ko0rrekte Notbremse. Weshalb und wie das BMVg diese Chance vertan hat ist unerheblich; der Minister hat die Verantwortung. Das Glieche gilt für das Verstreichen lassen der Gewährleistunsgfrist am 29.12.2012.

    Ein Vogel der in 2011/2012 es zulassungsrechtlich seit 10.08.2003 nicht weiter als bis zu einem im nationalen amerikanischen Luftraum gültigen nationalen Certificate of Authorization (COA) gebracht hat und für den vor jedem Flug ein IFR-Flugplan und ein Emergency Plan spätestens 5 Tage vor dem Start bei der Luftfahrtbehörde eingereicht werden muß und der eines Begleitflugzeug mit einem weiteren UAS-Piloten an Bord, Bodenradar und eine ständige Sprechverbindung der Piloten in der Bodenstation mit ATC erfordet, kann nach ZdV 19/1 nicht musterprüf- und zulassungsfähig sein und schon gar nicht nach EASA CS 25 /27. Da haben sich FAA und EASA bislang gegenseitig nie etwas geschenkt!

    Das merkt sogar jeder Blinde mit Krückstock und dazu muß man nicht StS oder Minister sein! Und wenn man es trotzdem nicht merkt, dann sollte man Jemanden kennen, der es längst gemerkt hat.

  15. @markus, d.Ä.

    Der Bedarf an SIGINT wird nicht bezweifelt ob man diese mit eigenen (rein nationalen) und unbemannten Plattformen decken muss schon und zwar von den meisten Fachleuten.

    „Neuland sind unbemannte LFZ im zivilen Luftraum“

    Wer das Recht lesen kann und die entsprechenden Rahmenbedingungen beachtet hat damit kein Problem!

    Der EH fliegt in Europa und dies nicht außerhalb des Rechts!

    Fähigkeit und Einsatzerfordernis stehen eben in keinem guten Verhältnis zum Preis Mehrwert/Einsatzwert.

    Dass der Minister auch die Erprobung übers Geld schlecht redet, ist hinter die Fichten führen!

  16. @Sascha Stoltenow: Die IABG stellt aber selbst keine Drohnen oder Komponenten dafür her und ist, wie schon richtig bemerkt, auch nicht im Besitz einer herstellenden Firma. Totale Neutralität ist das auch nicht, das ist mir schon klar, die findet man vielleicht bei Krake Paul. Nimmt er das rote Hütchen ist der EH gut, nimmt er das blaue Hütchen wird er gegroundet. Insofern ist die Beauftragung von Gutachten bei denen für mich nachvollziehbar.
    Wer Ironie findet, darf sie behalten.

  17. @klabautermann „Tja, man sollte als Verteidigungsminister immer einen kompetenten “devil’s advocat” zur Seite und neben “der Linie” haben, der dann jedes Stückchen Papier, das an den BM geht, sachlich, fachlich und politisch prüft, kritisch hinterfragt und kommentiert……das war mal der Planungsstab.“

    … den TdM abgeschaft hat. Was hat der Planungstab in den Jahren davor bei EuroHawk, A400M, NH90, Tiger, IdZ oder „Entwicklungshelfer-in-Uniform Traeumen“ gebracht?

  18. Die Aussagen zu AGS sind weiterhin substanzlos. Bezeichnend:

    „Zu NATO AGS: Den bereits von mir initiierten Informationsaustausch über die Konsequenzen aus der Nichtbeschaffung des Euro Hawk für NATO AGS werden wir weiterführen.“

    Informationsaustausch nach Vertragsschluss.
    Das erzählt er jetzt seit Monaten.
    483 Mio. €.

  19. „Dennoch hätte das Ministerium als Fachaufsicht führende Behörde und die Leitung des Ministeriums früher informiert und in maßgebliche Entscheidungen eingebunden werden müssen.

    Dies gilt – wie gesagt – etwa für den Schritt im Februar 2010, auf Vorschlag der Industrie die Muster-Zulassung auf die Serie zu verschieben. “

    Nach der bisherigen Darstellung des BMVg war die Fachaufsicht in diese Entscheidung eingebunden (siehe Bericht ad-hoc AG, S. 31). Dies hatte der Minister jedoch auch bereits in seiner Stellungnahme zum AG-Bericht abweichend dargestellt.

    Was denn nun???

  20. @Memoria

    Systemische Arroganz und organisierte Ignoranz waren schon immer die linke und die rechte Hand des Havarieteufels ;-)

  21. Die drei unglaublichen Ergebnisse des EuroHawk-Untersuchungsausschusses sind:

    1.) Der unglaubwürdigste und wohl schwächste Minister, den die Bundeswehr je hatte, kann bleiben bis die Fähigkeitslücke geschlossen wird. Man vgl. bzw. höre http://www.wdr2.de/aktuell/klartext/eurohawk132.html

    2.) Die Behauptung einzelner Koalitionssprecher im Ausschuss, de Maizière sei „klar entlastet“ ist absurd, politisch gesehen ja geradezu pervers. Richtig ist, TdM ist ein fadenscheinig argumentierender, fachlich inkompetenter und sich an sein Amt klammernder bürokratischer Verwaltungsjurist, der als IBUK mit dem Selbstverständnis der Bundeswehr, deren Auftrag und deren Ansehen absolut unvereinbar ist.

    3.) Eine Bundeskanzlerin die derartiges weiterhin zuläßt, hat sich bereits selber die Vertrauensfrage gestellt.

  22. @Klabautermann
    „IABG ist eine nach ISO zertifizierte Beratungsgesellschaft und kein profitorientiertes Industrieunternehmen.“

    Das eine schliesst das andere nicht aus. Natürlich verfolgt die IABG eigene wirtschaftliche Interessen. Das ganze Prozedere zeigt eigentlich, dass sich faktisch an der Beschaffungspraxis seit Jahrzehnten nichts geändert hat. Die selbe Vorgehensweise, die üblichen „Verdächtigen“ … was soll da rauskommen – ich denke mit Grausen an die beeindruckende Leistung der IABG hinsichtlich Stanag 4162 D IDCP (nicht kooperative Identifizierung von Lfz). Da wurden auf Basis der IABG „Expertise“ wirklich lauffähige und erprobte und technologisch wesentlich fortgeschrittenere Systemansätze verworfen, damit die IABG als „unabhängiger“ Berater ihren Ansatz platzieren konnte – der dann „Schiessbudenniveau“ hatte. Gut ist lange her … trotzdem interessant die „Lernrate“ des Deutschen Verwaltungsapparats zu beobachten.

  23. @Vtg-Amtmann

    Ein Kommentator des Manning-Prozesses hat bemerkt, dass das eigentliche Sicherheitsrisiko Manning’s Vorgesetzte waren, die einen so labilen Menschen aus Personalengpassgründen auf so einen sicherheitskritischen Posten gesetzt haben ;-)

    @senior guardian

    Zustimmung

  24. Danke an alle hier schreibenden für den zusätzlichen Input!

    Die Bewertung des Direcotr Operational Test and Evaluation für den Global Hawk Block 30 zeigt auch einem Drittklässler in den recommendations, was hier schief läuft.
    Danke an Vtg-Amtmann!

    Eine weitere Zusammenfassung der unterschiedlichen Bauzustände / Baureihen findet sich unter: http://www.dote.osd.mil/pub/reports/FY2011/pdf/af/2011globalhawk.pdf

    Damit ist klar, dass die Block 20 Systeme (Luft, Boden, Kommunikation, Nutzlast) noch schlechter und unzuverlässiger sind als die Folgesysteme des Block 30.
    Eurohawk basiert auf dem Block 20.

    Wonach ich als Luftfahrtpathologe noch suche sind folgende Original-Informationen:

    1. Es muss eine Darstellung der DFS /( BMVBW – nicht BMVg!) zum Überführungsflug des Prototypen von USA nach D geben, die anlässlich einer Flugsicherheitstagung relativ früh an die Presse gelangt ist (Süddeutsche).
    Angeblich kam es zu mehreren Violations, Systemausfällen und Kommunikationspannen.

    2. Für den Überführungsflug wurde durch die zivile US-Luftfahrtbehörde ein Freigabedokument erstellt. Ist das über die FAA für die Presse abrufbar?

    3. Es scheint weder für Block 20 noch für Block 30 ein anti-icing-system oder de-icing-system zu geben (also auch nicht als Option).
    Gibt es ein Dokument, das die meteorologischen Rahmenbedingungen (allgemein, USA, Europa) aufzeigt, unter denen ein solches System überhaupt genutzt werden kann?
    Meine Behauptung: In D sind das weniger als 10% des Jahres.

    Darüber hinaus verblüfft mich die Diskussion um 500Mio€ für die Beschaffung. Hier verstehe ich auch die Presse nicht, denn wenn man die Kosten für den Betrieb für diese Systeme (frei abrufbar über den US Rechnungshof) betrachtet, wird einem doch erst richtig übel!
    http://www.gao.gov/search?q=Global+Hawk
    Das noch angereichert um die Absturzzahlen (salopp gesprochen liegt die Hälfte der produzierten Luft-Komponenten bereits gecrashed am Boden bzw. musste auch noch mittels bemannter Wirkmittel für den Feind unbrauchbar gemacht werden „kinnetic destruction“) verstehe ich nicht weshalb diesem Thema nicht von den so zahlreichen Wirschaftsexperten mehr Transparenz verordnet wird.

    Kurzum: Selbst wenn einer nichts von Zulassung vesteht, muss er nur die Kosten anschauen.

  25. @avpat

    Nun ja, das Problem ist noch grundsätzlicher als die Zulassungs- und Kostenentwicklungsfrage.
    Spätestens nach „9/15“ (2008 = Lehman Brothers Pleite) hätte man sich im BMVg fragen sollen, ob man sich die nach 9/11 intensivierte dreigleisige Rüstungs-/Industriepolitik weiter leisten kann. transatlantisch, europäisch und national (Standort Deutschland/Refkunde BW).
    Allerspätestens nach dem MEADS-Flop hätte man das transatlantische Gleis sehr kritisch ob seiner Belastbarkeit in Sachen Technologietransfer und nachhaltig technisch-logistischer Interoperabilität prüfen müssen.
    Politisches taktieren ohne Strategie…..
    Nun wird das transatlantische Gleis not-gekappt.

  26. @avpat: Sie sollten mal _a_l_l_e_ Drohnenthreads be AG durchforsten, dann dürften ca. 80% Ihrer Fragen und auch noch weitere beantwortet sein. Presse und Politik wurden durch einen „harten Kern an Insidern“ gefüttert bis zum Umfallen. Da enstand seit Mai 2013 ein richtiger „Informations- und Recherche-Pool“ samt Netzwerk. Das Schwierige war und ist, dass die teils sehr komplexe Kost auch kapiert wurde. Speziell die Politik (Schwarz-Gelb, Rot und Grün) brauchte da viel Nachhilfe und Geduld. Die dabei festgestellte teilweise Ahnungslosigkeit im Bereich BMVg / Beschaffer war erschreckend.

    Zu 1.) Ja, gibt es.
    Zu 2.) Ja, gibt es, aber nicht im WEB, muss angefordert werden.
    Zu 3.) Richtig, Stichworte: Taupunkte, STÜVE-Diagramme / Emagramme (Energie-Masse-Diagramme). Gibt es bei den MET- bzw WX-Stationen der Flugplätze. Würde da mal bei Manching und Jagel im Vergleich zu Edwards AAFB jeweils mit 4tem und 1tem Quartal anfangen.
    Der Ansatz „Life-Cycle-Costing“ ist gold-richtig.
    Unfall-Statistika finden Sie massenweise bei AG in alten Threads
    Quellen zur Zulassungsfrage finden Sie ebenfalls massenweise bei AG in alten Threads
    Weitere Quellen sind über die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages, über die Bibliothek der BW-Uni-MUC sowie über MAWA / EDA erschließbar.

    Wie tief Sie einsteigen kommt eben darauf an, wie sehr oder auch wie professionell Sie „Luftfahrtpathologe“ sind?
    So far my five cent.

  27. @avpat: „Die Bewertung des Director Operational Test and Evaluation für den Global Hawk Block 30 zeigt auch einem Drittklässler in den recommendations, was hier schief läuft.“

    Nachtrag: Ich gehe sogar soweit und unterstelle: Jeder Entscheidungsträger aus dem Bereich BMVg, Beschaffer und Zulasser samt beteiligter Ämter, der ab Mai 2011 den EuroHawk-Evaluation Report (vgl. http://media.bloomberg.com/bb/avfile/rxEWG2sYf7BM) und/oder die 25-Mio.-Vorlage samt jeweils aktueller Nachtrags- und Änderungsverträge in Händen hatte und keinen Aktenvermerk oder Ähnliches über eine sofort zu erwägende Programm-Einstellung und/oder Regressnahme gefertigt hat und/oder mittelbar oder unmittelbar, aktiv oder passiv zur Programmfortführung bis Mai 2013 beigetragen hat, gehört disziplinar gemaßregelt und/oder vor Gericht gestellt (Man vgl. http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/2199312/).

  28. Wer ein funktionierendes System ohne Ersatz aus dem Betrieb nimmt, und eine Fähigkeitslücke mit nicht absehbarer Länge in Kauf nimmt, trägt für das Fehlen der Information für den Einsatz die Verantwortung!

    Wenn der GI dann auch noch „so schnell wie möglich“ Ersatz fordert, da das Debakel deutliche Auswirkungen auf die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr habe, dann frage ich mich, wer für die letzten drei Jahre ohne BA SIGINT für die Bw verantwortlich war!

  29. @Vtg-Amtmann

    Der GH/EH-Ansatz ist der zwar risikobehaftete, aber alternativlose Versuch (bzw. Experiment) die Geophysik zu überwinden zum Schutz unserer Soldaten und zum Wohl unserer Bündnispolitik. Diese sehr sportliche Vorhaben hat letztendlich aber doch eine sehr wichtige lesson learnt für alle deutschen Ministerialbeamten und -soldaten gebracht: eine saubere Vorlage hat nicht mehr als 3 Seiten und hat keine Kaffeeflecken, bzw. grüne Markierungen. Wenn man die wichtigen Textpassagen in der Farbe der CDU markiert hätte, dann wäre das natürlich was anderes ;-))

  30. Ergänzung: Der Dresd’ner Erlass ist die Institutionalisierung des 3-Affenprinzips: 2 Sts und 1 GI dürfen dabei die Rollen nicht tauschen:
    Der GI sagt grundsätzlich nix …….Konkretes oder Politisches
    Sts W. hört grundsätzlich nix….weder auf dem Flur noch in Besprechungen
    Sts B. sieht nix…..weder in e-mails noch in Vorlagen etc…

    ….und dann ist da noch King Louis……

  31. Ist ja jetzt Amtlich, ein Jahr Sonnenscheinbetrieb des € Hawk kostet mindestens 52 Mio T€uros. Die vorläufige Zulassung des EH erlaubte auch nur 800 Flugstunden. Wenn man mit den über 20 Stunden Rundflügen begonnen hätte, hätte der EH auch nicht viel länger überlebt.

    Das Grundproblem bei der Beschaffung einer benannten SIGINT Alternative ist ja, dass Cassidans Ultra teure Vorschläge keine Chancen im Haushaltsausschuss haben. Und das finanzierbare nicht EADS Vorschläge von der Bayrischen EADS Mafia schon im BMVg blockiert werden. Ergo entweder gibt es etwas überteuertes mit wenig Nutzwert von EADS oder es gibt gar nichts. Ist auch der Grund, warum der Reaper nicht beschafft wird. Statt in Produkte Investiert Cassidian das Geld in Politische und Medien Landschaftspflege.

  32. Fehler im System:
    Wir machen uns die Welt wie sie uns gefällt – auch bei der Stationierung und Ausbildung:
    http://tinyurl.com/pfdvvvm

    Oldenburg ist doch längst als unpraktikabel erkannt.
    Eine linksrheinische Lösung soll trotz aller Probleme und Mehrkosten durchgesetzt werden.
    Aber da hat man wohl wieder die falsche Vorlage bekommen oder sie nicht richtig gelesen – oder nicht verstanden.

    Und zu dem FA-Btl (mit 2 Kp!) sag ich besser nichts.

  33. Nach wie vor ist die auch die Entscheidung die technische Ausbildung von Kaufbeuren nach Untermeitingen zu verlagern genauso fragwürdig, wie die Verlagerung der LL/LTS nach Oldenburg. Ebenso die „Verortung“ der FS-Ausbildung nach Erndtebrück, sollte das ÖPP in KF verhindert werden.
    Die „Sack-ist-zu-Linie“ darf, auch wenn der StS es vielleicht wollte, erst verlassen werden, wenn der Urheber dieser Phrase nicht mehr im Haus residiert. Ich hoffe weiter auf Einsicht oder auf Abdankung des Gutsherrn.

    In diesem Sinne….

  34. @Memoria
    OT
    „Oldenburg ist doch längst als unpraktikabel erkannt.
    Eine linksrheinische Lösung soll trotz aller Probleme und Mehrkosten durchgesetzt werden.“

    Was ist denn so schlecht an einer „linksrheinischen“ Lösung?

    Wenn schon nicht Altenstadt (was zweifelsohne die beste Entscheidung wäre) oder Holzdorf (was aus sozialen Gründen niemand will ;) ), dann doch am besten FRA!

    Da haben wir einen hinsichtlich der Springerausbildung verläßlichen Partner, der ausreichend groß ist, damit man bei Flugzeugen und Schirmen Synergien erzeugen kann und der Fallschirmjägerei militärisch ernst nimmt.

    Es gibt nur zwei Probleme: 1. die NLD, die die DEU-FRA Entwicklung sehr kritisch sehen und das ist sicherlich für die DEU-NLD Zusammenarbeit in der DSK nicht förderlich und 2. die Tendenz der Franzosen ihre Interessen in multinationaler Zusammenarbeit überzubetonen…

    Aber mal ganz ehrlich, wenn nicht Altenstadt, dann doch besser FRA!

  35. @Koffer:
    Personelle, infrastrukturelle, administrative Probleme der linksrheinischen Lösung:
    – Verlust von Schlüsselpersonal
    – aufwendige Anreise (Flug, Mietwagen)
    – Vereinbarkeit Familie/ Dienst
    – Kosten Trennungsgeld
    – Betrieb eigener Lehrgruppe im Ausland (Beschickung FRA Lehrgänge allein sprachlich unmöglich)
    – Hoher Investbedarf für Infrastruktur (Truppenküche!)
    – Kommandierung im Ausland nur freiwillig
    – etc

    Wie so oft wäre FRA der Gewinner.
    All das ist offiziell festgestellt, wird aber von der Heeresführung (Brüüüno himself) ignoriert.
    Hinzu kommt das Thema Nachfolge T10 (Lehrgang mit franz. Schirm?
    TdM und SB wollen dt.-franz. Koop. – auch wenn man für das Geld Altenstadt noch 10 Jahre betreiben könnte.

  36. Warum keine Kooperation mit den NL? Wenn die DSK schon multinational arbeitet? Und selbst wenn man Altenstadt nicht haben will, aus welchem Grund auch immer, gibt es in Nord- oder Westdeutschland doch bestimmt geeignetere Standorte.

    Btw: Ist geplant, die modernen britischen Kasernen / Anlagen weiterzunutzen? Oder lässt man es wieder verfallen und baut dann teuer neu?

Kommentare sind geschlossen.