Hubschrauber im Hochwassereinsatz: Das „Heer“ muss weg

Die mittleren Transporthubschrauber der Bundeswehr vom Typ CH53, die auch im Hochwasser im Einsatz sind, gehören seit einiger Zeit nicht mehr zum Heer. Sondern zur Luftwaffe. Und da hat sich bei der ganzen öffentlichen Wahrnehmung des Hubschrauber-Einsatzes zum Sandsackschleppen und zur Evakuierung wohl jemand geärgert, dass auf einigen Maschinen immer noch der Schriftzug Heer drauf steht – und in Zeitungsbildern und Fernsehberichten zu sehen ist.

Jedenfalls: Mitten im Hochwassereinsatz sind einige, wenn auch nicht alle der sechs eingesetzten CH53 sozusagen umlackiert worden. Der Schriftzug Heer ist von einigen Hubschraubern verschwunden. Teilweise wurde die alte Beschriftung wohl auch mit grünem Panzerband abgeklebt.

Eigentlich war die Umlackierung ja für die nächste Routineinspektion der Maschinen vorgesehen. Aber so viele Bilder mit Heer drauf sollten wohl nicht sein… Und dann wurde bei der nächsten Landung am derzeitigen Hochwasser-Stationierungsort Holzdorf eben mit Spraydose oder Panzerband gearbeitet.

Offiziell sagt die Luftwaffe dazu, sie sei natürlich daran interessiert, dass ihre CH53 nicht als einer anderen Teilstreitkraft zugehörig ausgezeichnet durch die Gegend fliegen. Eine offizielle Weisung gab es wohl nicht. Aber halt entsprechende Wünsche, die dann berücksichtigt wurden.

111 Gedanken zu „Hubschrauber im Hochwassereinsatz: Das „Heer“ muss weg

  1. @ Koffer
    Ihnen ist doch nicht mehr zu helfen.
    Verschonen sie uns doch in Zukunft mit ihrem kleinkarierten idealistischen Gedankengut.
    Es gibt doch bestimmt schöne fallschirmdingsbums Blog’s in denen sie sich an ihrem Waffenstolz gegenseitig, ohne die nervigen Realisten, aufgeilen können.
    DANKE

  2. @Buckel: Hoppla, auch wenn ich mit @Koffer absolut nicht in Allem einer Meinung bin. Ideale oder idealistisches Gedankengut sollte man trotzdem als solche und als konstruktive Beiträge akzeptieren, denn diese zeigen schon mal eine Richtung auf. Dass die Lösung möglicherweise bereits auf halbem Wege liegt, nämlich „Wir sind das Heer, die Marine, die Luftwaffe und Einigkeit macht _u_n_s_ stark“, ist auch eine Corporate-Identity und derart wäre schon viel erreicht.

  3. @ eigener Post 14.06., 15:17 Uhr
    1. Nachdem parallel bis zu 7 CH-53 beim Hochwasser geholfen haben, darunter auch 2 GA, muss ich mich korrigieren.
    2. Richtig ist, dass das Entfernen des Schriftzugs Heer durch die Luftwaffe angewiesen wurde.
    3. Dabei wurde allerdings stets fachmännisch gearbeitet und nicht „Pfusch auf Weisung“ betrieben. Es mußte KEIN Flug ausfallen, denn das Entfernen des Schriftzugs wurde nachts fachmännisch, wie in meinem Post dargestellt, durch einen mir namentlich bekannten Lackierer, Chapeau SF E., ausgeführt.
    4. Wesentlicher als Diskussionen über Lack und Schriftzug ist, dass jedes Lfz etwa 40 Umläufe mit jeweils 4 to Packs je Tag leisete und nun in der Anzahl der Lfz abnehmend weiter leistet.
    5. Last but not least: Personal aus Laupheim, Schönewalde, Bückeburg und Rheine arbeitete und arbeitet Hand in Hand; am Wochenende sowie Tag und Nacht.

  4. Schon lustig was man hier alles so lesen kann.

    Das arme Heer…so gebeutelt…so unverstanden.
    Das gleiche Themen auch die Luftwaffe betreffen, daß dort die Leute in keinster Weise gefragt werden, ob sie zum Heer wollen und deren Manieren annehmen müssen…interessiert das jemandem vom Heer?
    Nur das diese Leute kein Faß aufmachen, sondern sich sagen….ob Luftwaffe oder jetzt Heer…es ist meine Arbeit…ich identifiziere mich mit meinem Job…und mache diesen so gut wie es geht, egal wo, egal ob bei der Luftwaffe oder beim Heer….ob es mir gefällt oder nicht.
    Aber ich jammere anderen Leuten nicht die Taschen voll!

    Zur “Profilierungsneurose” der Luftwaffe:
    Wie war das mit der Verlegung des NH90 (HEER!!) in Leipzig?
    Da wird von GANZ OBEN (Gelb-Stern-Träger) sich persönlich aufgeregt, warum ein Zeitungsbericht einer “renomierten” Zeitung HSG 64 als Untertitel angibt….das war doch unter Federführung des Heeres!!!
    Naja…wieviel vom Heer waren da?
    Wieviel haben mit angepackt?
    2 oder 3?
    Und der Rest?
    Leipziger Flughafenbedienstete verkleidet in Uniform mit HSG64-Wappen?

    Das nicht alles richtig gelaufen ist….keine Frage!
    Das manches zu einem unglücklichen Zeitpunkt geschehen ist…keine Frage!

    Aber man soll doch mal die Kirche im Dorf lassen!
    Oder warum gibt das Heer den SAR-Dienst wieder an die Luftwaffe ab?
    Sie können doch alles???

  5. @Buckel
    „Verschonen sie uns doch in Zukunft mit ihrem kleinkarierten idealistischen Gedankengut.“

    kleinkariertes und gleichzeitig idealistisches Gedankengut?

    ;)

    Ich gehe davon aus, dass das ein zwar ironisch verbrämtes, aber dennoch grundsätzliches Lob war, denn als Kritik macht der Satz ja durch seinen Widerspruch in sich selbst kaum Sinn :)

    Also: Danke!

    @Hasenscharte
    „Das arme Heer…so gebeutelt…so unverstanden.
    Das gleiche Themen auch die Luftwaffe betreffen, daß dort die Leute in keinster Weise gefragt werden, ob sie zum Heer wollen und deren Manieren annehmen müssen…interessiert das jemandem vom Heer?“

    Grundsätzlich interessiert das im Heer jeden (guten) Vorgesetzten, der jemand von der Lw aufnehmen muß (darf), denn das kann natürlich schon ein Kulturschock für den Kameraden sein und ein (guter) Vorgesetzter berücksichtigt das natürlich in seiner Menschenführung…

    „Nur das diese Leute kein Faß aufmachen, sondern sich sagen….ob Luftwaffe oder jetzt Heer…es ist meine Arbeit…ich identifiziere mich mit meinem Job…
    und mache diesen so gut wie es geht, egal wo, egal ob bei der Luftwaffe oder beim Heer….ob es mir gefällt oder nicht.“

    Eben genau hier liegt die Inkompatibilität zwischen vielen Heeres- und Luftwaffenkameraden!

    Das Heer macht nicht nur einen „Job“. Das ist ja gerade Teil des Selbstverständnisses.

    Ich habe mal an der OSH eine sehr ernsthafte und nachdenkliche Diskussion in einem Kreises zweier Panzerleute, eines Jägers, eines Fallschirmjägers und eines Artilleristen geführt ob wir uns in erster Linie als zukünftige „Offiziere“ oder „Fallschirmjäger/Panzer/etc.-Offiziere“ sehen.

    Diese für einen Heeresmann immens wichtigen Identitäts- und Traditionsfragen mögen für Luftwaffenmann nur schwer nachzuvollziehen sein, aber sie sind nun einmal bei uns WICHTIG!

    Ich habe einen Kameraden, der (keine Geschichte! ich war dabei!), der hat einen BS abgelehnt weil er dafür die Truppengattung hätte wechseln müssen (und das bei einem Hauptmann, wo man ja sowieso kurz vor der ersten „truppengattungsneutralen“ Stabsverwendung steht).

    Ich kann übrigens emotional die CH53 Jungs vollkommen verstehen. Immerhin sind sie ja nur bedingt freiwillig zur Lw gewechselt.

    Aber mein Punkt bisher war ja (mehrfach), dass ich die Lw-Führung verstehen kann und NICHT, dass ich die CH53 Kameraden NICHT verstehe ;)

  6. @Koffer

    „Diese für einen Heeresmann immens wichtigen Identitäts- und Traditionsfragen mögen für Luftwaffenmann nur schwer nachzuvollziehen sein, aber sie sind nun einmal bei uns WICHTIG!“

    Daher gibt es ja auch die Traditionsgeschwader…*grübel*
    Das meinte ich mit…Kirche im Dorf lassen!

    „Ich habe einen Kameraden, der (keine Geschichte! ich war dabei!), der hat einen BS abgelehnt weil er dafür die Truppengattung hätte wechseln müssen (und das bei einem Hauptmann, wo man ja sowieso kurz vor der ersten “truppengattungsneutralen” Stabsverwendung steht).“

    Naja…kann ich nur sagen…selber Schuld!
    Wenn man meint, durch einen Truppengattungswechsel Tradition und Identifikation zu verlieren….wird es wohl das Beste gewesen sein!
    Wie so manch Vorredner schon gesagt hat…sind wir bei der BUNDESWEHR….und kämpfen/leiden zusammen, oder kocht jeder sein eigenes Süppchen im Topf der Identifikation und Tradition?

    Würde ja auch heißen, die Luftwaffenkameraden, die jetzt zum Heer wechseln müssen aufgrund des Fähigkeitstransfers (ja…soll vorkommen im Rahmen des NH90) identifizieren sich weder mit der Luftwaffe noch mit irgendwelcher Tradition.
    Ich glaube die klatschen gerade in die Hände…

    Zwecks Lw-Führung verstehen….naja…kann man, muss man aber nicht.
    Ist teilweise wohl ziemlich unpassend und zeitlich äusserst fragwürdig gehandelt worden….meine Meinung.

    Und man soll es kaum glauben….es gibt (auch aus eigener Erfahrung) Luftwaffensoldaten, die diese „Arbeit“ nicht nur als Job ansehen!

    Von daher war es vielleicht die falsche Wortwahl.
    Aber wenn ich hier immer lese, was das Heer doch einstecken muss, was es erleiden muss da manche zur Luftwaffe gehen müssen, daß Tradition usw. mit Füssen getreten wird…
    …ich wollte nur klar machen, das Heer ist hier nicht die goldene Kuh, die alles erleiden muss oder aufgeben muss!
    Beide TSKs betrifft es im gleichen Maßen!
    Sowohl Einschränkungen, Aufgaben, wie auch Neuorientierungen.

    Mir geht es nur langsam gegen den Strich, daß das Heer als Opfer dargestellt wird und die Luftwaffe kann es nicht oder will es nicht.
    Ist auch andersrum so!
    Und darüber sollte mal jeder nachdenken.

    Wir sind EINE Bundeswehr!
    Egal wo CH oder NH oder sonst ein LFz stationiert oder untergebracht ist!

    Und den Leuten am Hindukusch interessiert das einen feuchten Kericht, ob da HEER oder Lw drauf steht!

  7. @Hasenscharte
    „Und den Leuten am Hindukusch interessiert das einen feuchten Kericht, ob da HEER oder Lw drauf steht!“

    Ja, aber den Soldaten interessiert es (zumindest wenn es ein Heeressoldat ist).

  8. Na mich interessiert nur, daß der Hubschrauber von uns ist und mir hilft.

    Völlig egal ob da Heer oder Luftwaffe draufsteht (oder halt nicht).
    Aber man kann ja zusätzlich einen mit der alten Beschriftung dort fliegen lassen und dann unten einen Offizier hinstellen „rechte CH die Kameraden des Heeres zwecks Identifikation und Tradition….linke CH die Kameraden der Luftwaffe und die, denen es egal ist…“

    *Daumen hoch*

  9. „Und den Leuten am Hindukusch interessiert das einen feuchten Kericht, ob da
    HEER oder Lw drauf steht! “

    Stimmt…da steht nämlich ISAF drauf!

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