An den Nachrichten des Militärs aus Afghanistan zweifeln selbst die Stars&Stripes

Die Stars&Stripes sind zwar kein offizielles Medium des US-Militärs, aber eine amerikanische Soldatenzeitung, die dem Militär schon recht nahe steht. Da fällt es ein wenig aus dem Rahmen, wenn sich der Korrespondent dieses Blattes in Afghanistan mal die offiziellen Angaben der Presseoffiziere von ISAF und US-Streitkräften vornimmt… und zu einem verheerenden Ergebnis kommt:

When insurgents detonated a truck bomb and tried to storm a major U.S. base in eastern Afghanistan last June, quick-thinking American and Afghan troops stepped in to avert catastrophe, killing all 14 attackers and stopping what could have been a devastating attack while sustaining no casualties.
That was the triumphant message put out by military public affairs officers. The problem was, little of it was true.

Dringende Leseempfehlung: Positive Spin? Some messages from military not entirely accurate

(Foto: Afghan Border Policeman – ISAFmedia via Flickr unter CC-BY-Lizenz)

15 Gedanken zu „An den Nachrichten des Militärs aus Afghanistan zweifeln selbst die Stars&Stripes

  1. Vielen Dank für den Hinweis.
    Die Parole ist eben nur noch: declare victory and go home.
    Und der ISAF-Spokesman ist seit Jahren deutsch.
    Also tragen auch wir eine Mitverantwortung an der Art von StratCom.

  2. Die Frage muss sein: wie lange ist das schon so. Ich habe es zu spät realisiert. Aber schon 2005 in Vorbereitung auf den ersten ISAF-Einsatz gab es keine Möglichkeit, ein realistisches Bild aus der Presse über die Lage in Afghanistan zu bekommen.

    Auch die Lageinfos aus dem Inlandsdienst waren „dürftig“. Einzig das Telefonat mit dem abzulösenden Vorgänger im Einsatz vermittelte ein verlässliches Bild.

    Habe lange Zeit die Presse und das allgemeine Desinteresse an dem Thema dafür verantwortlich gemacht…

    Naja. Danke für den Bericht & GN8

  3. @Memoria

    Ist der ISAF-Spokesman wirklich dafür verantwortlich, was veröffentlicht wird und was nicht? Oder ist er am Ende nicht nur einfach der „micro monkey“, der brave Vorleser und Wellenbrecher? Ich erinnere mich da an den Film „Thirteen Days“ über die Kuba-Krise. Ich weiß, weit hergeholter Vergleich und Hollywood, aber nichtsdestoweniger sieht man dort sehr schön, wie Presse in einem Konflikt gesteurt wurde / werden kann.

  4. Das erinnert doch stark an den gloreichen Abzug der Russen zwischen 1988 und 1989… Wie dumm muss man eigentlich sein, in den Zeiten der heutigen Vernetzung offensichtliche Lügen auf offiziellen Kanälen zu verbreiten?

  5. @vodoo:
    Er ist sicher nicht der Bestimmter, aber wir spielen mit.
    Aber Verantwortung und B3 aufwärts ist ja eh so ne Sache.

  6. @Memoria
    Googeln Sie mal die letzten drei DEU ISAF Spokesmen. Natürlich ist der Sprecher ein Opportunist per job description. Aber andererseits: die brauchten nichts zu sagen, was sie nicht wollen. Man könnte ja einen Vertreter einteilen oder „hinschmeißen“, oder?

  7. @T.Wiegold
    Ja, habe ich gelesen, sieht aber nicht so aus, vielleicht habe ich auch ein falsches Bild von den Einheimischen…

  8. @autostaedterin:

    dies ist wahrscheinlich ein Soldat der ANA, westlich ausgerüstet sieht er vielleicht nicht so aus, wie sie sich das vorstellen.

  9. Wenn wir grade schon bei Fotos von afghanischen Soldaten sind: ISAF hat auf Facebook ein Foto der ANA geteilt: https://www.facebook.com/ISAF/posts/10151693576743454

    Seit wann befinden sich denn afghanische Soldaten, von den ANA-OAs abgesehen, in Deutschland bei der Bundeswehr zur Ausbildung? Meines Wissens nach gab es bisher nur Fotos von ANA-Soldaten als Rollenspieler (bzw. eher Selbstdarsteller) im JMRC in Hohenfels…

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