RC N Watch: IED-Anschlag auf Deutsche bei Kundus – Keine Verwundeten (Update)

Erstmals seit fast acht Monaten ist  am (heutigen) Donnerstag auf deutsche Soldaten der ISAF-Truppe ein Sprengstoffanschlag verübt worden. Bei dem Angriff  sieben Kilometer westlich des ISAF-Camps in Kundus, auf dem Weg Richtung Distrikt Char Darrah, wurden nach Angaben des Einsatzführungskommandos keine Soldaten verwundet. Ein geschütztes Fahrzeug vom Typ Dingo 2 (Archivbild oben) wurde leicht beschädigt:

Heute morgen um 7.06 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit wurde gegen deutsche Soldaten circa 7 Kilometer westlich des Feldlagers Kundus ein Sprengstoffanschlag verübt. Es wurden keine Soldaten verwundet. Ein Fahrzeug wurde leicht beschädigt.

7.06 Uhr MESZ entspricht 09.36 Ortszeit Kundus, weitere Einzelheiten dieser Attacke mit einem IED (Improvised Explosive Device, improvisierte Sprengfalle) sind noch unklar. Der zuvor letzte IED-Angriff auf einen deutschen Konvoi hatte sich am 9. September 2012 in Baghlan ereignet; auch damals waren keine Soldaten verwundet worden.

(Archivbild 2010: Dingo 2 in Afghanistan – Bundeswehr via Flickr unter CC-BY-ND-Lizenz)

43 Gedanken zu „RC N Watch: IED-Anschlag auf Deutsche bei Kundus – Keine Verwundeten (Update)

  1. Der Fall der Briten beweist wieder einmal, dass universaler und stets verlässlicher Panzer-/IED-Schutz leider immer relativ ist. Glück gehabt!

  2. Der MARAP ist zwischenzeitlich auch umstritten deshalb soll er in den Nächsten 10-20 Aus dem Verkehr gezogen werden in der USA werden keine mehr gebaut.
    In den USA geht es auch immer mehr zu den Ketten, auch die Bw hat mit Radfahrzeuge Probleme wen es nicht immer auf Straßen bleiben kann
    Aber durch die Unter Finanzierung müssen erst Radfahrzeuge beschafft werden vor man weiter Planen kann
    MARAP sollen zum teil zu GepLKW Umgebaut / zurück gebaut werden

  3. Das MRAP-Design soll teilweise ab 2016 durch das „Joint Light Tactical Vehicle“ ersetzt werden, verbleibt aber mit Masse (letzte Zahl ca. 12.000) in den Streitkräften, wenn auch gelagert.

    Ein Ersatz durch ein Fahrzeug mit Ketten stand nie zur Debatte und wäre auch gegenläufig zur Idee hinter dem Design.

  4. Als Nachtrag zu dem von mir angeführten Artikel:

    „An MoD spokesman said: ‘If you have an explosion that’s big enough to lift a vehicle and roll it, you always have the possibility that it will lift and soldiers will be killed. You can never armour a vehicle enough to withstand every kind of blast.’
    The attack came three days after the Taliban launched its ‘spring offensive’ against coalition forces.“

  5. MARAP gehen zum Teil zum National Garde.
    Aber es werden Umbauten entwickelt für was die dann Umgebaut werden
    USA planen M113 Nachfolger Kette
    Und M2 Nachfolger Kette
    “Joint Light Tactical Vehicle ist der Hummer Nachfolger, wenn auch die Gebirgsjäger Standard Mäßig bekommen sollen weil der MARAP den Schutz nicht geben kann , ist der größte Teil da wo bis jetzt der Hummer ist
    Und Fallschirmjäger sollen evtl. den Strayker bekommen, da werden erste Versuche gemacht da ja Planmäßig ja Strayker frei werden durch die Reduzierung

  6. Ein Beleg dafür, dass die BW eben doch über ausgezeichnete Technik verfügt. Allen Nörgeleien zum Trotz.

  7. @stefan, meine Rede, aber der Dingo schaukelt halt …
    @Alarich, Kettenfahrzeuge fahren auch nicht mehr besonders gut, wenn die auf eine Mine oder IED fahren.

  8. „Alarich | 02. Mai 2013 – 18:56
    aber brechen nicht die Achse wenn die Einbrechen im Gelände ?“

    Aber mit einer zersprengten Kette dreht sich der KPz nun mal maximal nur noch im Kreise.

  9. Weil:
    Kette ≠ IED
    Kette = Geländegängigkeit = Gefechtsfahrzeug ≠ MRAP
    MRAP = IED
    IED>MRAP = KIA
    IED>Kette = KIA

  10. Ist halt auch „nur Wettrüsten“.
    Der Gegner bastelt IED mit höherer Sprengkraft -> Die Panzerung wird verstärkt
    IED verursacht geringeren Schaden als üblich -> Sprengkraft wird erhöht

    Der Kreis dreht sich halt nur nicht ewig, irgendwann machen es die Achsen nicht mehr mit oder es wird unfahrbar usw.
    Freuen wir uns halt, so lange nichts passiert.

  11. Natürlich auch die Bomben müssen ja auch Größer sein
    Sind auch wieder Schwieriger zu Schmuggeln und Einzug Graben
    Aber Natürlich gibt es mal den Dingo 3 und 4
    Und es kann morgen anderes Wichtiger sein wie heute und Morgen geglaubt das macht das Leben aus

  12. Da wir immer mehr die Präsenz in der Fläche aufgeben, ergeben sich auch wieder für die Gegenseite verbesserte Möglichkeiten zur Verbringung von IED.
    Wenn man abzieht, ist dies wohl eine zwangsläufige Folge (auch wenn ich unseren generellen C-IED-Ansatz weiter für zu defensiv-pioniermäßig halte).

    Mal sehen wie sich die Lage bis zum Herbst entwickelt.

  13. Vielleicht für den ein oder anderen hier von Interesse.
    Vortrag von Hptm Bohnert an der UniBw HH über seine Zeitals KpChef 2./ TF KDZ (2011/2012):
    http://www.youtube.com/watch?v=svH7WkLGgPo

    Er hat ja verschiedentlich publiziert hier bekommt man jedoch einen recht umfassenden Eindruck, einschl. Zwischentöne (z.B. Integration InfZg von 291, ANP-Chef C.-D.).

  14. @Prediger

    Ist das nicht der Abrams der von eigenen Truppen zerstoert wurde nachdem er beim Baghdader Thunder Run durch einen RPG Glueckstreffer immobilisiert wurde? Wenn ich mich recht erinnere haben die da ne ganze Tonne unterschiedlicher Waffensysteme dagegen eingesetzt um ihn so zuzurichten.

  15. Also alle Tage wieder:

    Radfahrzeuge sind grundsätzlich bei Explosionen unter dem Rad oder der Wanne weniger empfindlich, da die Druckwelle mehr Raum hat unter der Wanne zu entweichen – V-Form Unterboden hilft hier sehr –> siehe Dingo. .
    Gefahr: Durch den hohen Schwerpunkt kann das Fahrzeug umgeworfen werden – was zu schweren Verletzungen führen kann.

    Kettenfahrzeuge liegen tiefer und die Laufrollen verhindern ein großzügiges Ableiten der Explosionsgase. Damit wirkt mehr Energie auf die Wanne – jedoch haben Kettenfahrzeuge meist mehr Masse – da Spz. oder MBT. Hilft wiederum die Insassen vor zu starker Beschleunigung zu bewahren.

    Viel entscheidender ist deshalb die Qualität bzw. Materialzusammensetzung der Wanne. Die Schweißnähte dürfen nicht reißen und der Stahl sollte ehr zäh als hart sein. Wenn die Wanne standhält, darf der Schock welcher auf die Insassen wirkt nicht zu groß werden –> Deshalb an der Decke aufgehängte Sitze (siehe Puma) oder vom Boden entkoppelte Sitze mit spezieller Auflage für die Füße (siehe GTK Boxer).

    Jede Panzerung kann überwunden werden mit der entsprechenden Menge Sprengstoff. Die Wanne kann dafür ausgelegt sein, der Mensch besitzt jedoch nur beschränkte Möglichkeiten sich an massive G-Beschleunigungen zu gewöhnen.

    David Camerons Aussagen sind deshalb purer Aktionismus bzw. Populismus. Die einzige Möglichkeit sich vor noch größeren IED`s zu schützen, sind noch massivere Wannen mit noch mehr Masse. Wie realitätsnah eine Armee ist, die mit MRAP`s zu Felde zieht, die das Gewicht eines MBT haben, kann sich jeder selbst vorstellen.

  16. @ AnoSynum
    Ist halt nicht gerade einfach, an halbwegs zuverlässige Statistiken zu den Verlusten an amerikanischen Panzern im Irak-Krieg zu kommen.

    2005(!) berichtete USA today bereits von 5 durch IEDs getöteten Abrams-Crewmitgliedern, und 80 zurück in die USA geschickten Fahrzeuge.

  17. @memoria
    danke für den Link zum Vortrag von Hauptmann Bohnert.
    Da lernt man Respekt für unsere Soldaten.
    Hab den Link gleich bei Facebook geteilt.

  18. @Bang50

    Zustimmung, aber es kommt immer noch vor allem auf das WIE an. Die Waffe ist im Zweifel immer stärker als die Panzerung, also auch hier: Wirkung vor Deckung.
    Sei es Wirkung kinetisch oder im Operationsumfeld (Präsenz in der Fläche, Vertrauen der Bevölkerung etc).
    Einen 100 % Schutz wird es nie geben. Eigene Leute schützen – JA aber auch vernünftig agieren.

  19. @Bang50
    „Kettenfahrzeuge liegen tiefer und die Laufrollen verhindern ein großzügiges Ableiten der Explosionsgase. Damit wirkt mehr Energie auf die Wanne“

    Hier http://www.liveleak.com/view?i=fadc431531 ein Beispiel dafür. Fahrzeug und Besatzung scheinen es zum Glück überstanden zu haben.

  20. Weder die Amerikaner, noch irgendwer anderes „schwört auf Kette“. Vorsicht, hier werden Beschaffungsprogramme durcheinander gebracht, die nicht viel gemeinsam haben.

    Die Idee der MRAPs (nicht MARAPs…) geht schon sehr viele Jahre zurück, bis in die 60er/70er wenn ich mich richtig entsinne und sollte die Überlebenschancen der Insassen erhöhen – das Fahrzeug selbst aber nicht unbesiegbar machen.

    Es wird niemals „die“ eine optimale Lösung geben. Weder auf Kette, noch auf Rad. (Spaßeshalber könnte man nun über moderne / zukünftige Halbkettenfahrzeuge fachsimpeln.)

    Soviel zu dieser Diskussion. Es ist gut zu wissen, dass es verhältnismäßig wenige Anschläge auf Bw-Angehörige gegeben hat und bei diesem Anschlag nur Materialschaden entstand. Die interessantere Frage wäre allerdings, wieviele Anschläge in derselben Region auf nicht-Bw-Angehörige im Zeitraum Sep ’12 – Mai ’13 verübt wurden.

  21. @-MK20-
    Im Jahresvergeich gab es im Raum Kunduz zwischen Q1/2012 und Q1/2013 eine erhebliche Zunahme an INS/OK–Aktivitäten (+77%).
    Wobei 2011 die Vorfälle noch fast doppelt so hoch lagen.

    Siehe ANSO-Report (S. 10):
    http://www.ngosafety.org/store/files/ANSO%20Q1%202013.pdf

    Derlei Zahlen sind stets mit Vorsicht zu verwenden, jedoch hat ANSO wohl die beste Erfahrung in diesem Bereich und die Trendentwicklung als solche scheint eine valide Aussage zu sein.

    Ruhig ist es für uns, weil wir immer passiver agieren.

  22. @ Memoria

    Was meinen Sie?
    Sind nicht große Teile ISAF „mental und innerlich“ bereits ausgestiegen?
    Warun sollte jemand, mit Blick auf den irreversiblen Ausstieg, noch Mut und Tapferkeit zeigen?

  23. @ J.König

    „Sind nicht große Teile ISAF “mental und innerlich” bereits ausgestiegen?
    Warun sollte jemand, mit Blick auf den irreversiblen Ausstieg, noch Mut und Tapferkeit zeigen?“

    Ich glaube genau darauf will Memoria hinaus. Und vor diesem Hintergrund ist ein Rückgang der Angriffe auf die Bundeswehr eben nicht mit einer Verbesserung der Sicherheitslage gleichzusetzen.

    Nur klingt das hierzulande in gelegentlichen Politikerreden anders, deshalb sollte regelmäßig darauf hingewiesen werden, dass hier wiedermal genehme Statistiken zur Stärkung der eingen Position verwendet werden während man andere ignoriert, wie eigentlich immer in der Weltgeschichte.

  24. kurze zwischenfrage … muss man denn überhaupt noch mut und tapferkeit beweisen? wenn ich das richtig verstanden habe igelt man sich doch weitgehend ein und überlässt die drecksarbeit den locals (ANA, ANP, ALP und was es da noch so an miliz-(un-)wesen geben mag).

  25. @ Diskussion Kette vs Rad:

    Kettenfahrzeuge sind geländegängiger, insbesondere wenn es auf schlammigen Untergrund geht. Man kann entsprechend IED-verseuchte Straßen eher umgehen bzw. man kommt in der afrikanischen Regenzeit überhaupt erst voran.
    Von daher haben auch Bv 206 S (Hägglund) o.ä. ihre Berechtigung.

  26. „Kettenfahrzeuge sind geländegängiger, insbesondere wenn es auf schlammigen Untergrund geht“
    Ich kann aus lang vergangener Erfahrung in Hohenfels (lang, lang ists her) nur sagen, dass es mich angekotzt hat, wie die Luchse (mit und ohne Ketten) mich in meinem Marder schwindlig gefahren haben. Den Pi Fuchs Kommandanten hab ich nach 2 Tagen rundgemacht, weil der durch Schlammlöcher gefahren ist, in dem meine Marder steckengeblieben sind. Das zum Thema … Theorie und Praxis, vermeintliches Besserwissen aus Zeitschriften oder auf eigenes Propagandamaterial aus Munster reingefallen.

  27. „Kettenfahrzeuge sind geländegängiger, insbesondere wenn es auf schlammigen Untergrund geht.“

    Und eine neue Runde bei „Urban legends“… Wie mein Vorredner bereits ausführte, kann der Versuch schnell mal nach hinten losgehen. Übrigens auch nicht in Munster ;) Wer mal versucht hat, alternative Wege durchs Becklinger/“Meiermoor“ zu finden, der weiß wovon ich rede.

  28. Kopf –> Wand

    Ja die BW ist aber doof! Hat sie doch trotz dieser genialen Einsicht beim Puma auf die Räder verzichtet und sich für ein unnötig teures Kettenlaufwerk entschieden und den Boxer hätte sie eigentlich mit Kette bestellen sollen. So oder so ähnlich…

    Leute! Wenn die Wanne aufsitzt ist Feierabend – bei Rad und Kette.

    Wer sein Fahrzeug auf den Bauch setzt, hat etwas falsch gemacht oder Pech gehabt.

    Außerdem ging es hier um einen IED Anschlag auf einen Dingo .

  29. Guten Morgen
    Wir waren schon weiter bang 50
    Schutz Dingo Sicher auch noch Morgen ist, darauf kam ich das die USA auch mehr und mehr auf Kette setzt
    DINGO 1( 1999) kommen ja schon ISAF raus, weil der Schutz nicht Sichergenug ist
    So hat der DINGO 2.3 mehr Schutz als der DINGO 2.2einiges schon wieder Verbessert.
    Aber durch IED Verbesserungen werden auch die DINGO 2.3 nicht mehr Schutz geben wie von heute.
    Da kam die Diskussion auf das die Briten erst wieder Soldaten verloren im MARAP aber der hat mein Wissen nicht den Schutz wie der DINGO 2
    Wie weit der DINGO 2 .5? oder Dingo2.6? das in 10 Jahre halten kann ist Fraglich
    Weitere DINGO sind nicht mehr bestellt nur noch vom letzten Jahr
    Vor Sie die Diskussion aufwerfen PUMMA mit Rad und Boxer mit kette diesen Trend hat die Bw schon Verschlafen das ein Grudmodul als Rad und Kette gibt und der Aufbau auf beide passt das man das Fahrzeug Zusammen stellen kann wie Polen

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