RC N Watch: Deutscher NGO-Mitarbeiter in Faisabad entführt, wieder befreit

Ehe das in Deutschland bekannt wurde, ist es offensichtlich schon wieder beendet: Ein Deutscher, der für eine Hilfsorganisation in der nordafghanischen Provinz Badakhshan arbeitet, ist kurz nach seiner Entführung am Sonntag von afghanischen Sicherheitskräften befreit worden. Die Meldung der afghanischen Agentur Khaama Press:

According to local authorities in north-eastern Badakhshan province of Afghanistan, Afghan security forces freed a German citizen from the unknown hostage takers in this province.
Provincial security chief Gen. Imamuddin Mutmaein confirming the report said the German citizen used to work in a non-governmental organization in the central city of Faizabad. (…)
He said Afghan security forces managed to free the kidnapped German citizen following a military operation conducted in Argo district at Danishmandan village on Sunday night.

Aus Faisabad und aus der Provinz Badakhshan hatte sich ISAF – und damit die Bundeswehr – bereits im vergangenen Jahr zurückgezogen, das Provinical Reconstruction Team (PRT) in Faisabad aufgelöst und an die Afghanen übergeben. In der Provinz gibt es immer wieder heftige Gefechte zwischen afghanischen Sicherheitskräften und Aufständischen, zudem Entführungen von Soldaten. Vor allem im Distrikt Warduj  (Wardusch) hatte es dabei zahlreiche Tote auf beiden Seiten gegeben.

Nachtrag: NGO scheint nicht so ganz zutreffend, es handelt sich wohl um einen Mitarbeiter der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

3 Kommentare zu „RC N Watch: Deutscher NGO-Mitarbeiter in Faisabad entführt, wieder befreit“

  • Memoria   |   25. März 2013 - 10:49

    Die Entwicklung in Badakshan und Faryab scheint ein Ausblick auf die Zukunft zu sein:
    Viele kleine Fürsten…
    Angeblich wurden vor einigen Wochen in Badakshan entführte Soldaten gegen gefangene Taliban ausgetauscht.
    In Berlin ist man sicher erleichtert, dass die ANSF den Deutschen (der für eine Durchführungsorganisation des Bundes arbeitet) befreit haben.
    Wie auch immer ímmer die Umstände waren – „managed to get free“ kann ja vieles bedeuten.

  • markus, d.Ä.   |   25. März 2013 - 11:05

    so dünn wie die fakntelage atm noch ist, deutet es doch auf eine eher lokal oder regionalpolitische dimension der geiselnahme hin.
    EH als faustpfand in den verhandlungen von regional“fürsten“ mit zentralregierungen haben ja auch in anderen weltregionen eine gewisse tradition…
    sowas lässt sich ja oft mit personellen oder finanziellen zugeständnissen lösen.

  • Jugendoffizier   |   25. März 2013 - 16:46

    Wie sich eine Region doch verändern kann… Im Jahr 2009 konnte man sich noch recht frei in der Provinz bewegen. Es gab dort wenig Interesse an offenen Konflikten, da die Provinz eine Transitroute für Drogen und Waffen darstellt. Dort stören offene Auseinandersetzungen nur das Geschäft.
    Aber auch 2009 gab es schon Distrikte, die für uns „schwarze Flecken“ darstellten, weil man relativ selten dort war. Das lag nicht zuletzt an dem minimalen „Footprint“ gegenüber dem riesen Raum und dem sehr schwierigen Gelände.
    Taliban waren in der Region eher in den Nachbardistrikten Richtung Taloquan zu finden. Diese nutzten die Weite des Raumes gerne als Rückzugsraum.