De Maizière in Mali (2)

Verteidigungsminister Thomas de Maizière hat bei seinem Besuch in Mali Anfang dieser Woche nicht nur mit dem Präsidenten des westafrikanischen Landes, Dioncunda Traoré gesprochen (siehe Foto oben), sondern auch mit dem malischen Verteidigungsminister, mit dem Kommandeur der EU-Trainingsmission Mali, François Lecointre, und den deutschen Soldaten, die bereits vor Ort sind.

Die Pressestatements des Ministers als O-Ton zum Nachhören hat das Verteidigungsministerium auf seiner Webseite eingestellt (hey, ungeschnitten, insbesondere der zweite O-Ton – das ist ja fast wie bei Augen geradeaus!).

Weil es bei der Gesamtanstrengung der Europäischen Union ja nicht nur darum geht, den Soldaten Malis das Schießen oder Sprengfallenentschärfen beizubringen, ein Blick auf ein Thema, das von offizieller deutscher Seite bislang nicht vorkommt: Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat auf einen Skandal hingewiesen, der die politische Lage und die Rolle der Streitkräfte (wie auch der Medien) in dem westafrikanischen Land schlaglichtartig beleuchtet. Ein Redakteur einer malischen Zeitung ist seit Tagen inhaftiert und muss mit einer Anklage rechnen. Sein Vergehen: Er hat den offenen Brief einer Gruppe von Offizieren abgedruckt, die sich über die Privilegien ihres Kameraden Hauptmann Amadou Sanogo beklagten. Nun ist Sanogo nicht irgendein Hauptmann – er hatte im vergangenen Jahr den Putsch angeführt, der den Präsidenten Traoré an die Macht brachte.

Da ist wohl ein wenig mehr als Ausbildungshilfe nötig.

(Foto: Bundeswehr)

17 Gedanken zu „De Maizière in Mali (2)

  1. Verstehe die Aufregung nicht. Lupenreine Demokraten wie Hauptmann Sanogo (ausgebildet in FRA oder an der FüAk?) sind doch schon eine ganze Weile lang begehrte Gesprächspartner für Berlin…

  2. Puh, da hat unser Minister doch einen Anzug an. Da ist ja der Ruf unseres Landes noch gerettet.

    Sorry, aber bei dem Schwerpunkt der Kommentare von Mali 1 muss ich auch einmal Spam erzeugen.

  3. Drei fröhliche und gut gelaunte Damen in der Begleitung des Herrn Ministers im Hintergrund…

    Wer mag das sein? Die Gleichstellungsbeauftragte…? Und wer sonst noch?

    Gab es auch sachkundige militärische Begleitung?

  4. Qualitativ bewegen wir uns jetzt auf dem Kommentarniveau des SPON. Demnächst beklagt noch jemand, dass der Minister eine grüne Krawatte trägt. Diejenigen, die selbst an dieser Stelle implizit über solche „bösen“ (weil wahrscheinlich von den Westalliierten absichtlich eingerichteten) Institutionen wie Gleichstellungsbeauftragte klagen sollten einen alten militärischen Grundsatz beherzigen: Wenn man in der Sache nichts zu sagen hat, hält man den Mund!
    Vielleicht hat ja irgendwer auch etwas zu Mali anzubieten?

  5. @Zeitzeuge

    Unter anderem die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses. Insofern zeigt Ihre Bemerkung, dass Sie nicht so richtig Ahnung haben, um mal auf Ihrem Niveau zu argumentieren?

    Im Ernst: Es wird schon ein bisschen Kindergarten. ChairForce hat da recht.

  6. Da muß ich doch was kommentieren, obwohl sonst nur Mitlesender:
    Mir war die Dame (Dr. h. c. Susanne Kastner, SPD, Vorsitzende VtgAusschuß) so auch nicht bekannt, da in der Öffentlichkeit sehr selten zu sehen und auf den meisten Bw Standorten auch nicht. Und das Foto sieht schon sehr stark aus nach Höflichkeitsbesuch aus anderem Anlass. Jedenfalls nicht so sehr nach Krisenregion, in der die Bundeswehr in der nächsten Zeit gebunden sein wird.
    Ich finde, da hat Zeitzeuge doch ein wenig recht, hier nach zu haken, was die Begleitung des VtgMinisters angeht. Auch wenn der angeschlageneTon einem schon sehr spöttisch vorkommt.

  7. Oft wird hier in den Kommentaren zB über die Persse ordentlich geschimpft, dass sie sich aufgrund weniger Fakten „Urteile“ bildet. Aber in letzter Zeit wird hier in Kommentatoren genauso draufgehauen, nur weil auf ein, zwei Fotografien Personen aus Sicht mancher nicht passend gekleidet sind, oder anscheinend das falsche Geschlecht haben, oder nicht die gesamte Abteilung Einsatz aus dem BMVg im Hintergrund steht.

    Der eigentlich Blog-Eintrag tritt dabei meistens in den Hintergrund, während das „Mähren“ immer mehr Einzug hält.
    Und nun „mähre“ ich über die Kommentare rum :(.

    Kurz: ChairForce hat recht!

  8. Mein Eintrag an dem offenbar Anstoß genommen wird war eigentlich eher ironisch humorvoll gemeint. In der Internet Ära scheint man offenbar ohne emoticons nicht mehr verstanden zu werden.

    Abgesehen davon muss in einem Blog das Bilder Posted um Aufmerksamkeit zu generieren auch mal mit stilkritik gerechnet werden.

  9. „Abgesehen davon muss in einem Blog das Bilder Posted um Aufmerksamkeit zu generieren auch mal mit stilkritik gerechnet werden.“

    Öhm, an dieser Stelle evtl. etwas falsch verstanden? Ich dachte immer, die Bilder dienen der Visualisierung des geschriebenen Wortes, bzw. als Ergänzung dazu. Aber für Aufmerksamkeit in diesem Blog wohl kaum, schließlich sind wir hier doch nicht bei den anonymen Kunstkritikern…

    Und gerade mit der Ironie ist das immer so eine Sache, jeder hat da ein anderes Verständnis vom Text und kann ihren Ansatz evtl. tatsächlich nicht nachvollziehen.

  10. Uff. Jetzt sind wir wirklich auf der Meta-Ebene angekommen. Wie immer mein Angebot: wird die Diskussion gewünscht, über Bilder in Blogs, Visualisierung und so weiter, mache ich gerne bei WiegoldZwo dazu einen Thread auf.

  11. Gibt es eigentlich, abseits meiner heißgeliebten FAZ, seriöse Darstellungen über die Region und die politische Situation in Mali? Porträts der „wichtigsten“ Personen, der Ethnien und Religionen? Ich war zwar beim ersten Bw-Abenteuer in Somalia dabei, seitdem bin ich nicht mehr der große Afrika-Kenner…

  12. @David Ermes

    Danke – scheint aber nicht so ganz auf dem Laufenden, wenn der Putsch 2012 nicht erwähnt wird?

  13. @TW: 2012 ist noch nicht editiert. Just aktuell wurde 2011 fertiggestellt und publiziert. Das UCDP ist keine (!) Datenbank zur aktuellen politischen Lage, sondern für retrospektive Untersuchungen und Analysen. Allein weil es zu jeder Information drei von einander unabhängige Quellen geben muss, ist beim UCDP leider für den Journalisten nur die Hintergrundrecherche angesagt. (Die aber nirgends sonst so fundiert wäre ;-)

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