RC N Watch: Mehr Bedrohungen für Zivilisten im Norden Afghanistans

Die UN-Mission in Afghanistan, UNAMA, hat am (heutigen) Mittwoch zur Situation der Zivilbevölkerung im Land ihren Jahresbericht für 2012 vorgelegt. Und trotz der halbwegs positiven Tendenz – erstmals seit sechs Jahren ist die Zahl der getöteten und verwundeten Zivilisten etwas zurückgegangen – bleibt der Gesamt-Ausblick düster. Aus Zeitgründen erst mal nur eine Anmerkung aus dem Bericht, die aus deutscher Sicht aufhorchen lässt – es geht um den Norden des Landes:

At the same time, however, UNAMA observed increasing threats to civilians in 2012 associated with the presence and re-emergence of armed groups, particularly in the north and northeast regions of Afghanistan.

Da muss man noch mal genauer in die Zahlen schauen. Aber dass die UN-Mission gerade den Norden erwähnt, ist kein gutes Zeichen. Das kontrastiert mit der wiederholten, vor allem deutschen Aussage, die Sicherheitsentwicklung im Norden sei positiv.

 

4 Kommentare zu „RC N Watch: Mehr Bedrohungen für Zivilisten im Norden Afghanistans“

  • Memoria   |   19. Februar 2013 - 8:57

    „Of these, killings and injuries to civilian Government employees increased by a staggering 700 per cent. “

    Das „Phoenix“-Programm der Taliban scheint nicht an „Momentum“ zu verlieren – ganz im Gegenteil. Gleichzeitig ist GenMaj Pfeffer der Meinung das sich die Sicherheitslage positiv entwickelt (u.a. da es keine komplexen Angriffe mehr gibt).

    Nehmen wir die Auswirkungen der gezielten Tötungen durch die Taliban auf die afghanische Gesellschaft und Politik überhaupt richtig wahr?

    Ich habe weiterhin nicht den Eindruck.

  • bonk   |   19. Februar 2013 - 12:18

    Es ist schon interessant zu beobachten, wie paradox die Kommunikation verläuft.
    Es sterben mehr ANSF und Zivilisten als je zuvor. Und zwar um Größenordnungen mehr als ISAF-member und gefeiert wird die niedrige eigene Verlust-Quote.

    Wofür waren „wir“ noch gleich in Afghanistan?

  • Mustermann   |   19. Februar 2013 - 13:27

    Aus meinen Jahren in AFG weiss ich sehr wohl, dass alle Aussagen von UNAMA mit Vorsicht zu geniessen sind. Wenn eine Institution wenig weiss, was im Land WIRKLICH vorgeht, dann ist es der verschlafene Haufen der UNAMA. Und über ISAF sollte man sich auch wenig Illusionen machen: die anglo-amerikanische Version der Informations Operations dominiert das Geschehen und disqualifiziert sich somit selbst als brauchbare und verlässliche Quelle. Was bleibt? Geht selbst hin und lebt im Lande! (Nicht in Kabul!) Dann wisst ihr bald, dass die Zustände denen in Mitteleuropa zur Zeit des Dreissigjährigen Krieges entsprechen. Und das sagt eigentlich alles.

  • T.Wiegold   |   19. Februar 2013 - 13:37

    @Mustermann

    Was UNAMA in dem Bericht beschreibt, klingt sehr nach den Zuständen zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges….

    (Habe übrigens einen neuen Thread dazu aufgemacht, mit mehr Details.)