Fregatte „Hamburg“ auf den Weg in den Persischen Golf

Die Fregatte Hamburg der Deutschen Marine ist jetzt als Teil eines amerikanischen Flugzeugträgerverbandes auf dem Weg in den Persischen Golf. Am (gestrigen) Donnerstag (Ortszeit) lief der US-Flugzeugräger Dwight D. Eisenhower aus, und die deutsche Fregatte soll in dem Verband die Flugabwehr koordinieren und sicherstellen. Die Hamburg hatte ursprünglich mit dem Träger Harry S. Truman in diese Übung – oder eher doch Einsatz? – gehen sollen; die Fahrt der Truman war aber vom Pentagon aus Kostengründen abgesagt worden.

Die Kollegen vom Deutschlandfunk haben sich vor dem Auslaufen auf der Hamburg und auch auf dem Flugzeugträger  – noch auf der Truman – umgehört und auch die Frage gestellt, was passiert, wenn der Verband und damit auch das deutsche Schiff in der politisch schwierigen Region rund um den Iran in eine Auseinandersetzung gerät. Die Reportage dazu findet sich

zum Nachhören hier.      

(Foto: Bundeswehr/PIZ Marine via Flickr unter CC-BY-ND-Lizenz)

 

25 Gedanken zu „Fregatte „Hamburg“ auf den Weg in den Persischen Golf

  1. Zweierlei ist an diesem Einsatz von besonderer Bedeutung:

    1. Das Waffensystem F124 ist somit durch die USN als systemisch gleichwertig für die Weltöffentlichkeit zertifiziert und akzepiert….das ist auch politisch signifikant
    2. Die F124 – eine sehr teure Investition des deutschen Steuerzahlers – wird endlich seiner eigentlichen Zweckbestimmung zugeführt………..und vielleicht demnächst auch U212

  2. Derzeit wird leider übersehen, dass die Fregatte „Hamburg“ nicht die erste der Klasse 124 ist, die in eine US-Trägerkampfgruppe integriert wurde.
    Im Sommer 2010 legte die Fregatte „Hessen“ den erfolgreichen Grundstein für die Zusammenarbeit. Seinerzeit verlegte die deutsche Fregatte mit dem „Truman“-Verband (!) in den Persischen Golf, trennte sich dort aber von der Gruppe und fuhr zurück.
    Der damalige Kommandant der „Hessen“ sprach nach der Rückkehr nicht ohne Stolz von einer Kooperation „auf Augenhöhe“.

  3. @CSMA

    Wenn die Eisenhower eine bestimmte Position erreicht hat, dann wird sie aus dem Netz verschwinden …….und auch die Besatzung wird dann nur sehr eingeschränkt und kontrolliert mit Mutti zu Hause telefonieren können….man nennt das OPSEC ;-)…und das nimmt die USN bei ihren carrier battle groups im Einsatzgebiet seeeeeehr ernst

  4. @ klabautermann
    Naja, bei Stratfor sind strike group positionen aber wöchentlich relativ genau einzusehen.

    Abgesehen davon. Versuchen Sie mal ein Objekt mit der Radarsignatur von Manhattan in einem Tümpel wie dem Persischen Golf zu verstecken. Von der iranischen Kauffarteiflotte die täglich in Sichtweite an der Schaluppe vorbeifährt mal ganz abgesehen.

  5. „Die F124 – eine sehr teure Investition des deutschen Steuerzahlers – wird endlich seiner eigentlichen Zweckbestimmung zugeführt“

    Ziemlich schwachsinnig, dass man aus kurzfristigen finanziellen Überlegungen auf die Option der 4. Fregatte verzichtet hat und jetzt 8 F122 durch 4 F125 mit sehr begrenzter Flugabwehr ersetzt.

  6. @wacaffe

    Was halten Sie vom Gravitationsgesetz ? Ich finde, wir sollten dieses Gesetz beibehalten.

    ;-)

  7. @maggus

    Die F125 waren ja auch niemals zur Luftverteidigung bestimmt, sie sollen Stabilisierungseinsätze leisten und Spezialkräfte an Land unterstützen.
    Die F122, die sie ersetzen, übrigens ebenso wenig. Die sollten in Zeiten des Kalten Krieges Konvois über den großen Teich eskortieren und das bedeutet nunmal eine Konzentration auf ASW und nicht AAW.
    Wir haben hier eine Anschaffung im Rahmen der Neuorientierung von Aufgaben der Marine und kein gleichwertigen Ersatz.

    Die F124 sind der Ersatz für die alten Luftverteidigungszerstörer der Klasse 103 (Charles F. Adams-Klasse).

    Sie vergleichen Birnen mit Äpfeln.

  8. „Die F125 waren ja auch niemals zur Luftverteidigung bestimmt, sie sollen Stabilisierungseinsätze leisten und Spezialkräfte an Land unterstützen.“

    Das ist mir schon klar. Aber bei diesem Preis, kann man gleich Verbandsflugabwehr kaufen. Da braucht man keine Fregatte beschaffen, die sich gegenüber Luftangriffen nicht wehren können. Frag mal die Briten.

    Das System F125 hatte durchaus seinen Charme und ich könnte dem Konzept einer spezialisierten Fregatte durchaus was abgewinnen. Aber Feuerunterstützung von See aus ist das 127mm Geschütz eher weniger geeignet. Und wie gesagt 7000 Tonnen Schiff ohne AAW und ASW zu dem Preis naja sinnlos…..

  9. Man vergleiche mal die Fremm und Horizon Fregatten mit der F125 bezüglich Fähigkeiten und Preis, da langt man sich als Steuerzahler ans Hirn. Die Marine kauft für „Stabilisierungsaufgaben“ eine Fregatte, die technisch zwar hochentwickelt ist, aber im Falle einer Eskalation absolut nutzlos ist, weil in ihren Fähigkeiten absolut beschränkt.

  10. guten morgne!

    Ich meine mal gelesen zu haben dass es eine nachträgliche Integration von Sea Ceptor- Raketen geben soll !? weis da jemand was mehr drüber?

  11. @Maggus
    Also die Sache mit dem Preis ist leider nicht das richtige Vergleichsmittel. Wir reden in DEU von 4 Fregatten, bei Fremm/Horizon von 10. erster Unterschied
    Alle am Fremm/ Horizont beteiligten Systemhäuser sind in jeweiligem Staatsbesitz FRA ITA. Zweiter Unterschied
    Somit gibts bereits jetzt mögliche Exportaufträge, in denen Teile der Entwicklungskosten versteckt werden. Alle wesentlichen Systemanteile werden direkt durch die Staaten subventioniert. DCN, MBDA, FINCANTIERI usw. entwickeln nichts! auf Eigeninitiative. Dritter Punkt.
    Diese Exportaufträge werden durch die Nationen direkt unterstützt. Schon mal FRA und ITALIEN Attaché’s auf Messen und so erlebt? Die sind Sales Manager!

    Und dann nochmal kurz zum Thema Preis in DEU. Ich werde nicht müde das immer und immer wieder zu erzählen, bis es endlich mal in den Diskussionen hier ankommt:
    Eine ARGE ist gefordert? Dann muss das Management ARGE auch bezahlt werden. Deutsche Bauvorschriften sind gefordert? Dann müssen diese auch bezahlt werden
    IETD ist gefordert? Dann muss diese auch bezahtlt werden
    Umfangreichste Lieferleistungen HVR sind gefordert? Dann müssen diese auch bezahlt werden
    Man lässt das BAAIN gewähren in seinen Ideen und zusätzlichen Forderungen? Dann müssen diese Sachen auch bezahlt werden

    Dies mal nur so am Rande bevor man Äppel mit Birnen vergleichen möchte

  12. „Aber Feuerunterstützung von See aus ist das 127mm Geschütz eher weniger geeignet.“
    Wo haben sie denn das bitte her??
    5′ Geschütze sind der Standart, wenn es um Landzielbeschuss geht. Und bei bis zu 100km Reichweite mit der Volcano Munition haben sie sogar eine größere als mit den 402mm Geschützen der Iowa-Klasse (39km) und sind sogar noch präziser.
    Und JA, der amerikanische Senat hat aus sentimentalen Gründen 2007 wieder einmal beschloßen, dass die USN die Iowas jederzeit wieder in Dienst stellen können muss, weil man ihre Feuerkraft evtl. brauchen kann… Mood Point, wir haben keine hoffnungslos veralteten Schlachtschiffe aus dem 2. Wk. mehr.

    „Und wie gesagt 7000 Tonnen Schiff ohne AAW und ASW zu dem Preis naja sinnlos…..“
    Sie wissen schon, dass in der heutigen ASW das Schiff selbst am besten gar nicht mehr eingesetzt wird, sondern nur noch als Plattform für Helikopter dient, die als Sensoren und Effektoren fungieren und dabei erheblich besser sind als Schiffe? Und die F125 haben wie alle unsere Fregatten seit der F122 ein Flugdeck und Platz für 2 Helis. Die dienen nicht nur zum Boarden von Handelsschiffen.

    Da mir P angekündigt hat, das ich die letzten Jahre meiner Dienstzeit auf einer F125 verbringen werde, wäre mir persönlich (!) es auch lieber ein 32-Zellen VLS an Bord zu haben (Vll statt der Wasserwerfer?) Aber das war ja politisch nicht gewollt, also müssen wir eben ohne zu Rande kommen.

    Von meinen persönlichen Präferenzen mal angesehen, sollte tatsächlich irgendein Konflikt derat hochkochen, dass wir wirklich bessere AAW-Fähigkeiten als zum Eigenschutz benötigen, wird da kein Schiff der Deutschen Marine alleine rumfahren, sondern im Verband agieren. Dann ist da halt eine F124, De-Zeven-Provinciën-Klasse, Typ 45 oder Tico dabei oder sogar eine CSG im Hintergrund. Dafür haben wie ja VERBANDSflugabwehr.

    @NMWC
    Nicht vergessen, dass wir laut Aussage des ehemaligen BdF (Infoveranstaltung für die Flotte zur Bw-Reform in WHV im Nov/Dez 2010) zum ersten Mal überhaupt Qualitätssicherungsklauseln in die Beschaffungsverträge der F125 geschrieben haben. Das kostet auch extra. Diesmal halt gleich in der Beschaffung und nicht über die nächsten 10 Jahre verteilt.

  13. @Brommy
    Si Señor.
    Wollte auch gar nicht andeuten, dass meine Aufzählung nun allumfassend gewesen ist ;)

  14. @Brommy und NMWC

    ist ja alles richtig, was sie schreiben, however: eine Stabilisierungsoperation kann ja auch ein Schutzerfordernis für z.Bsp unbewaffnete Hilfsschiffe auch gegen Luftbedrohung einschliessen……

  15. Das habe ich ja auch zu keinem Zeitpunkt ausgeschlossen.

    Über das Fähigkeitsspektrum benötigt/angestrebt oder was wäre der bessere Mix für verfügbare Fregatten DEU ging es mir zunächst einmal nicht.

  16. @NMWC

    ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass zBsp eine ESSM auf F125 das Gesamtkonzept „Stabilisierungsfregatte“ etwas überzeugender aussehen lassen würde ;-)

  17. @klabautermann
    Auf jeden Fall!!
    Bin zwar nicht auf ihrer Erfahrungsebene ( altes Schlachtross) angesiedelt, aber deswegen ja nicht komplett verblödet, ;)))
    Und das erinnert mich wieder an die Vorgänge der alten Wege von Forderungen aus der Nutzerebene, durch den Filter FüM, über den Filter RÜ, bis zum Filter BWB und das dann am Ende vielleicht beauftragte Endprodukt.
    Muss mir nochmal den jetzt gültigen Weg zu Gemüte führen. Den hab ich bislang einfach nicht verstehen wollen :)))

  18. Da gibt es den wunderbaren Zirkelschluss:

    Haushälter zum Referenten im Amt der die Nutzerforderung schreibt:

    „Wir haben nicht genug Geld im Haushalt, Forderung XY muss „angepasst“ (gestrichen) werden“

    Referent im Amt streicht, evtl. werden ganze Nutzerforderungen gestrichen, Systemfähigkeitsforderungen erst gar nicht angestossen.

    Politischer Referent im Ministerium:

    „Die Bundeswehr hat keine Forderung nach XY.“

    Die Truppe fragt sich warum es XY nicht gibt, die Notwendigkeit ist offensichtlich.

    Und die Ironie ist dass der Haushälter manchmal völlig falsch liegt und die Streichung des Anteils XY aus dem Waffensystem mehr Geld kostet als es „drin“ zu lassen.

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