Die Fregatte “Hamburg” fährt nun doch an den Persischen Golf

Die Fregatte Hamburg der Deutschen Marine wird nun doch an den Persischen Golf fahren: Nachdem das US-Verteidigungsministerium das Auslaufen des Flugzeugträger-Verbandes mit der Harry S. Truman abgesagt hatte, bei dessen Mission die Hamburg dabei sein sollte, wird das deutsche Kriegsschiff nun den Flugzeugträger Dwight D. Eisenhower begleiten – und die Luftabwehr der Trägergruppe in dieser weltpolitisch heiklen Region sichern.

Aus der Mitteilung der Marine:

Am Donnerstag, den 21. Februar, verlässt die Fregatte “Hamburg” zusammen mit dem Flugzeugträger “Dwight D. Eisenhower” den Hafen von Norfolk/USA. Die Fregatte “Hamburg” wird als integraler Bestandteil des amerikanischen Flugzeugträgerverbandes an gemeinsamen Übungen teilnehmen.
Ursprünglich war geplant, dass die Fregatte “Hamburg” Teil des Verbandes um den Flugzeugträger “Harry S. Truman” werden sollte. Übungsgebiet wäre ebenfalls das arabische Meer gewesen. Auf Grund einer Entscheidung der amerikanischen Marine, die ” Harry S. Truman” vorerst nicht zu entsenden, wurde die nunmehr vollzogene Umplanung erforderlich.

Die U.S. Navy hatte die komplette Planung für die Rotation der Flugzeugträger und ihrer Begleiteinheiten angesichts der Kürzungen im US-Verteidigungshaushalt über den Haufen geworfen. Langfristig soll die Präsenz dieser größten Kampfgruppen zur See in der Region nahe – wenn nicht direkt vor – dem Iran auf einen Flugzeugträger-Verband begrenzt werden. Für die Deutsche Marine gilt mit dem erneuten Anlauf wieder, dass es eines ihrer spannendsten Vorhaben in diesem Jahr sein dürfte.

(Foto: The aircraft carrier USS Dwight D. Eisenhower (CVN 69) transits the Suez Canal. – U.S. Navy photo by Mass Communication Specialist Seaman Darien Kenney via Flickr unter CC-BY-Lizenz)

43 Kommentare zu „Die Fregatte “Hamburg” fährt nun doch an den Persischen Golf“

  • Bang50   |   18. Februar 2013 - 17:25

    Mal eine Frage an die Marinekenner: Bleibt die Munition für die Hauptwaffen (VLS, Seezielflugkörper, RAM, 76mm OTO Melara) zu Hause oder wird dort wirklich mit vollen Magazinen gefahren?

  • Stefan   |   18. Februar 2013 - 19:40

    Ich habe auch eine Frage. Sichert die Hamburg die Luftabwehr der Trägergruppe allein und vollverantwortlich und stellt damit eine Entlastung für die US-Marine dar, oder ist sie nur ein zusätzliches Anhängsel, welches einfach nur mal nebeher fahren und üben darf?

  • Memoria   |   18. Februar 2013 - 20:11

    Mindestens gleich spannend wird n.m.E. die “große Fahrt” von U32:
    http://tinyurl.com/b75jqz5

    Mit Blick auf den Erfolg von U24 im Jahr 2001 find ich das ehrlich noch viel spannender…

    Mit Blick die Fahrt der Hamburg frage ich mich auch welche Auflagen für die Fahrt vom BMVg erteilt wurden.

  • Hans   |   18. Februar 2013 - 20:28

    @Stefan

    Ein Flugzeugträger hat immer mehrere Begleitschiffe, und nicht nur eines ist für die Flugabwehr zuständig. Also agiert die Hamburg weder allein (ich denke die USA würden das nie zulassen, auch bei anderen Verbündeten nicht), aber ein Begleitschiff wird bestimmt ersetzt.
    http://tinyurl.com/anusznn

    Auf die Auflagen bin ich ebenfalls gespannt. Viele Schiffe bei Atalanta und Unifil haben nicht alle Waffen dabei… das werden die USA aber nicht akzeptieren.

  • NMWC   |   18. Februar 2013 - 20:28

    Unabhängig von den Verschwörungen um Auflagen und so.
    Die Einheiten F124 sind tatsächlich das in der Lage die Luftabwehr der Trägergruppe zu koordinieren. Also das was die Begleitschiffe als Aufgaben wahrnehmen.
    Der Träger übernimmt ja auch mit seinem Carrier Air Wing eigene Teile.
    Nein wirklich, F124 kann das. Auch wenn das hier manch einer das nicht hören möchte. Sie wird somit nicht bloß ein Anhängsel sein, sondern ein Teil der Strike Group. Dazu wir im Vorfeld auch überprüft. Und das sind keine Gefälligkeitsprüfungen. Solche gemeinsamen Manöver und Operationen gehören zum normalen Alltag.
    Und bezüglich der Bewaffnung ist der Lagerort nicht das Depot sondern an Bord. Das gilt vor allem für SM2, ESSM, RAM, Harpoon und MU90. Und da des Öfteren auch die Geschütze einen scharfen Schuss haben werden ist die entsprechende Munition an Bord. Alle gem. JAME M vorgesehene Mun gehört an Bord.

  • TomTom   |   18. Februar 2013 - 20:32

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Hamburg ohne Bewaffnung in einem solchen Verband zur See fährt. (Aber neue Tiefen werden im Moment ja fast täglich erreicht, hoffen wir das Beste)
    Auch wird sie nicht alleine die Verbandsabwehr stellen, vielmehr sind daran ja immer mehrere Einheiten beteiligt.
    Eine Entlastung der US Navy wird sie nicht sein, das eine AAW-Asset hätten sie wohl auch noch gehabt.
    Trotzdem zeigt es die Interoperabilität und wird ein Aushängeschild für mögliche Exporte sein….

  • NMWC   |   18. Februar 2013 - 20:36

    @ Hans
    Auf welche Munition wird denn verzichtet? Bitte genaue Angaben mit Typ und Menge, damit ich meine Erinnerungen aus UNIFIL bezüglich der normal ausgestatteten MunKammern auf den DEU Schiffen und Booten nochmal korrigieren kann….,

  • Jacob   |   18. Februar 2013 - 20:46

    Uns hat man gesagt, dass die Amerikaner schon mit den Augen gerollt haben, das die deutsche Marine unbedingt dabei sein muss. Die halten den ganzen Verband doch nur unnötig auf und die Technik soll den Amerikanern auch nur ein müdes Lächeln abgerungen haben. Aber nun muss man mit…

  • NMWC   |   18. Februar 2013 - 20:55

    @Hans
    Ach die Geschichte… Geht also doch etwas spezieller und meine Erinnerung ist doch nicht so schlecht wie ich dachte..
    Und weiter? Wird der RBS-15 dort gebraucht? Nein.
    Die Probleme mit dem FüWes finde Ich da schon etwas schlimmer. Aber so lange die Fähigkeit Seeraumüberwachung davon nicht beeinträchtigt ist, geht es noch.
    Das muss aber durch das Marinekommando und das Geschwader verantwortet werden.
    Die Marine ist froh über jede Einheit die den seit Jahren vollkommen überplanten JÜEP entlasten kann. Deswegen sind die froh, das die K130 endlich Ins Fähren kommen und die Besatzungen endlich auf See sind.

  • Bang50   |   18. Februar 2013 - 20:58

    Öhm ich denke es geht hier um die “Hamburg” (F124) und nicht die Korvetten K130.

  • NMWC   |   18. Februar 2013 - 21:13

    Richtig. Ich für meinen Teil wollte nur eine in den Raum gestellte Aussage verifiziert bekommen. Und mehr werde ich dazu auch nicht sagen.

    In meinem ersten Beitrag stand etwas zu der Bewaffnung nach der Sie gefragt hatten. Es wäre unnötiger Aufwand so einen Quatsch zu machen und die Systeme von Bord zu nehmen.

  • Memoria   |   18. Februar 2013 - 21:19

    @NMWC:
    “F124 kann das.”

    Mag sein, aber darf sie das auch?

    Das von Angst geprägte BMVg wird doch nicht einfach so eine AAW-Fregatte als Teil einer Carrier Strike Group ins arabische Meer entsenden? Oder etwa doch? Lerne stets gern dazu.
    Entsprechende Auflagen wären ja sogar legitim – allein schon mit Blick auf die Parlamentsbeteiligung.

  • NMWC   |   18. Februar 2013 - 21:28

    @Memoria
    Über die Auflagen kann ich persönlich nichts beitragen. Diese hatte ich bewusst ausgeklammert, denn diese Vermutungsspiele sind nicht meins. Ich kenne die Befehle für den Kommandaten nicht und werde über deren Inhalte ebenfalls keine Vermutungen anstellen. Sorry…

    Mir ging es zunächst um die Fähigkeit, nach der hier ja auch mit einer zunächst recht geschlossenen Frage gefragt wurde…..

  • Bang50   |   18. Februar 2013 - 21:29

    @ NMWC – Wenn ich Sie also richtig verstanden habe, werden die SM2 und ESSM direkt im VLS gelagert – Danke! Wieder etwas gelernt.

    Memorias Frage ist aber dann doch sehr interessant. Wir haben also eine Fregatte, die mit scharfen Effektoren unterwegs ist. In welcher Situation düfte der Kapitän von diesen Waffen gebrauch machen? Nur zur Verteidigung seines Schiffes oder darf er tatsächlich den Verbandsschutz durchsetzen, so ganz ohne Bundestagsmandat? Wie sieht es aus, wenn der Verband aktiv an einem Konflikt teilnimmt? Zieht man dann die “Hamburg” ab?

    Edit: Zu spät – Frage schon beantwortet.

  • MFG   |   18. Februar 2013 - 21:38

    Nach dem, was der Buschfunk vom Einsatz der HESSEN berichtet, ist den Amerikanern durchaus bewusst, dass AN/SPY-1 und AEGIS Welten schlechter sind als APAR/SMART L. Die Frage ist eher, ob die Deutsche Marine überhaupt SM-2 im Bestand hat!

    @NMWC
    Dass bei UNIFIL voll aufmunitioniert herumgeschippert wurde, glauben Sie doch hoffentlich selbst nicht?

  • NMWC   |   18. Februar 2013 - 21:46

    Natürlich ist Memorias Frage interessant. das wollte ich damit auch gar nicht in Abrede stellen. Selbstverteidigung natürlich. Verbandsschutz durchsetzen hat da ne andere Qualität. Ich stecke dazu einfach nicht genug drin, um dazu valide Beiträge anbieten zu können.

    Das Einrichtungen (Container, VLS, Werfer) an Bord erleichtern mir die Lagerung und regelmäßige Prüfung der Systeme. Nur für Depotinstandsetzungen Einheit oder Werksüberholungen Systeme muss was passieren. Aber da sind die Intervalle recht lang.

  • NMWC   |   18. Februar 2013 - 21:53

    MFG,

    Ich habe nicht von voll aufmunitioniert gesprochen sondern von gem. JAME-M. Und damit die notwendigen Waffen und Munition für den Eigenschutz.
    Aber danke für die Nachfrage. Die wirklichen Experten haben natürlich Recht, ich habe meine Ruhe und habe 2007 als Battle Watcher im CTF-Stab einfach nur geträumt und nichts mitbekommen….

  • halli   |   18. Februar 2013 - 21:54

    Ich bin 20 Jahre mit der Marine zur See gefahren als letzte Einheit die f 124 Hamburg in dienst gestellt. Wir sind alle Jahre immer voll aufmunitioniert zur See gefahren.die Systeme immer bereit zum scharfen Schuss. Die klasse f 124 hat bei den Amerikanern ein sehr hohes ansehen.

  • Voodoo   |   18. Februar 2013 - 22:35

    Ich glaube kaum, dass die USN (offensichtlich) müde über irgendeinen Verbündeten lächelt, denn dazu ist sie viel zu professionell. Und was die Rolle der deutschen Fregatte betrifft, so habe ich als Heeresmuffel bisher immer gehört, dass das Schiff im Vergleich zu amerikanischen Einheiten diese Aufgabe mindestens gleichwertig, wenn nicht sogar besser, meistern kann. Bei Stars&Stripes ist auch nicht alles..öh.. Messing, was glänzt ;)

  • Roland_09   |   19. Februar 2013 - 10:26

    Nein, nein, nein. Es geht natuerlich darum, die Amerikaner auszuspionieren und deren Achillesferse zu finden:

    http://www.thetrumpet.com/article/7200.5747.0.0/world/military/german-frigate-sails-with-us-battle-group

  • markus, d.Ä.   |   19. Februar 2013 - 11:00

    endlich traut sich mal jemand die wahrheit auszusprechen!

  • T.Wiegold   |   19. Februar 2013 - 11:06

    Örgs. Es gibt so Quellen, die sehe ich eher als Satire und wäre dankbar, wenn die hier nur im Notfall verlinkt würden ;-)

  • JCR   |   19. Februar 2013 - 11:49

    The Trumpet ist schon geil weil die nicht im 2. Weltkrieg stecken geblieben sind sondern im dreißigjährigen Krieg!
    Bei denen ist Deutschland das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, dass als katholischer Staat den Protestanten weltweit entgültig den Garaus machen will ;)

    Was die 124er und die USN angeht, APAR ist halt 20 Jahre jünger als AEGIS, da wird sich schon technisch einiges getan haben, nur hat halt die 124 nicht sonderlich viele SM2 und auch nicht die allerneuesten Varianten davon.
    Aber da es ja kaum zum scharfen Schuss auf irgendwas außer Drohnen kommen dürfte, spielt das kaum eine Rolle.

  • Zivi a.D.   |   19. Februar 2013 - 12:03

    Soweit ich die vorliegenden Nachrichten verstanden habe, wird die USN bis Ende nächsten Jahres mindestens neun Ticonderoga-Kreuzer außer Dienst stellen. Von einem Ersatz habe ich bisher nichts gehört. Damit würde den US-Trägergruppen wohl eine wichtige Komponente fehlen, denn die Boote (etwa USS Normandy) haben ja ganz ordentlich was geleistet, was für sich allein deutlich genug spricht.
    Wenn das so richtig sein sollte (irgend jemand hier wird doch Genaueres wissen), drängt sich einem Laien wie mir allerdings schon der Eindruck auf, dass da ein Zusammenhang besteht zwischen dem Einbau fremder Schiffe in die Trägergruppen und dem durch Sparzwang bedingten Rückbau USN.

  • klabautermann   |   19. Februar 2013 - 12:07

    AEGIS ist auch nicht gleich AEGIS. Die Mod 3 AEGIS VAaiante ist moderner als F124, allerdings so teuer, dass die USN bislang nur 3 Systeme beschafft hat…

  • JCR   |   19. Februar 2013 - 12:13

    Die CGs sind ja wirklich schon lange im Einsatz und der Verlust dieser Schiffe wird durch die Burke Flight III DDGs wohl aufgefangen, aber bis die in Dienst sind wird da eine Lücke entstehen, die man gut mit NATO-Schiffen auffüllen kann.

    Aber wieso muss ich bei USS Normandy jetzt immer an Mass Effect denken? ;)

  • Zivi a.D.   |   19. Februar 2013 - 12:31

    Die USS Normandy ist mir eigentlich nur aufgefallen, weil sie zu unserer Ausgangsgeschichte (USS Truman geht nicht an den Golf) gehört. Der Rest heißt einfach: Die Verantwortlichen haben mehrfach auf ihre Fähigkeiten zurückgegriffen, sie scheint also ihren Job gut gemacht zu haben. Sonst wären doch wohl Alternativen genutzt worden.

  • Helge Wilker   |   19. Februar 2013 - 12:34

    JCR | 19. Februar 2013 – 11:49

    Was die 124er und die USN angeht, APAR ist halt 20 Jahre jünger als AEGIS, da wird sich schon technisch einiges getan haben, nur hat halt die 124 nicht sonderlich viele SM2 und auch nicht die allerneuesten Varianten davon.

    Es gibt doch “Cooperative Engagement” – das hieß doch, dass ein Schiff den Kontakt (track) hält und mit SM2 von anderen Schiffen bekämpft. Können die F124 das? Dann wären die relativ kleinen Magazine nicht ein gar so großes Problem.

  • Henner   |   19. Februar 2013 - 12:48

    @ Helge Wilker,

    Jedenfalls kann die Fregatte die Führung der Luftabwehr übernehmen. Stichwort SAMOC.

  • Brommy   |   19. Februar 2013 - 12:50

    Zum Thema Munition: Ich bin seit meinem Einstieg 2006 gut 4 Jahre auf verschiedenen Fregatten aller Klassen gefahren und auf JEDER Seefahrt waren die Magazine für die Geschütze voll. Bei den verschiedenen Flugkörpern kam es immer drauf an, was verfügbar war und wohin es ging, aber ein paar waren immer an Bord. Und immer wenn es in den Einsatz ging war da auch alles voll, inklusive der Reservemagazine für den Sea Sparrow Launcher auf der F122.

    Was das müde Lächeln der USN betrifft, ich habe das bei einigen Manövern (BALTOPS und vor Plymouth) eher andersrum erlebt. Die USN mag zwar viele, teure und große Schiffe haben, dass bedeutet aber noch lange nicht, das sie damit auch gut umgehen können. Leider hinkt die Ausbildung, das Crosstraining (Ein Soldat mehrere Jobs) und gerade die Initiative gegenüber den Europäern hinterher. Die Amerikaner sind in dem gut, was hauptsächlich vom Computer erledigt wird, z.B. AAW, bei Dingen die menschliches Können erfordern (Oder teilweise auch nur Mitdenken) sind sie dagegen unteres Mittelfeld, z.B. ASW. Ich erinner mich da an eine vierstündige U-Jagdübung vor Plymouth mit einer Visby und zwei Arleigh Burkes gegen eines unserer 212er, nach drei Stunden Suche im Verband haben sie dann endlich mal ihre Sonargeräte eingeschaltet. Wir haben hinterher erfahren, dass das U-Boot 2 Mal! von den Amerikaner überlaufen wurde ohne entdeckt zu werden.
    Dazu kommt das sie sehr lange Befehlsketten an Bord haben, auf Brücke sind ständig 5 Offiziere auf Wache und bis auf einen sind sie alle in der Befehlskette für einen Kurswechsel drin (Crosspool mit der USS COLE 2008), davon alleine ein Junioroffizier oder ein Chief um auf den Rudergänger aufzupassen.

    Ich gebe zu, dass sind meine persönlichen Erfahrungen, es mag sein, dass andere bessere Erfahrungen gemacht haben. Die wirklichen Experten für die moderne USN sind wohl nur diejenigen, die 2010 auf der Hessen waren.

  • klabautermann   |   19. Februar 2013 - 13:33

    Die chinesische Entwicklung der ballistischen Lenkwaffe Dong Feng 21D, die angeblich mit einer mittleren Treffgenauigkeit von 5 Metern über eine Distanz von über 1500 Kilometern mit endphasengelenkten Sprengköpfen auch gegen bewegliche Ziele eingesetzt werden kann, ist der Schlüssel wo und wie die USN ihre carrier Schwerpunkte setzt. Die DF-21D wird als sogenanntes Anti-Access- oder Area-Denial-Waffensystem betrachtet, das den völkerrechtlich garantierten freien Zugang zu den Interessengebieten Chinas gefährdet. Im Golf und im Mittelmeer etc. gibt es keine vergleichbare Bedrohung für die US carriers, also konzentriert die USN ihre high end assets auf Südostasien.
    Die F124 kann ASMD und Verbands-ASMD, mehr gegenwärtig nicht….das reicht aus für den Golf-Einsatz auch aus Sicht der USN.

  • Henner   |   19. Februar 2013 - 13:39

    ASMD und Verbands-ASMD,

    wie wäre es mit einer Aufnahme in das Glossar?

  • klabautermann   |   19. Februar 2013 - 13:43

    sorry, Anti Ship Missile Defence, was nicht (Theatre) Ballistic Missile Defence einschließt

  • JPW   |   19. Februar 2013 - 14:41

    Eine Korinthe am Rande: Die deutsche Fregatte wird hoffentlich nicht das abwehren, was wir zum atmen benötigen – daher wären die Termini “Flugabwehr” oder “Luftverteidigung” treffender ;-)

    JPW

  • Micha   |   19. Februar 2013 - 17:52

    In der deutschen Marine gehört es leider zur Folklore auf die Fähigkeiten der US-Navy verächtlich herabzuschauen und zugleich ihre Ausrüstung und Größe zu “loben”. Solche Aussagen beruhen in erster Linie offensichtlich auf Neid und Minderwertigkeitsgefühlen (der ausgewogene Erlebnisbericht von Brommy weiter oben fällt nicht in diese Kategorie – ist aber auch eine Ausnahme).

  • NMWC   |   19. Februar 2013 - 19:11

    @Micha
    Und das haben Sie nun genau wo gehört? Von jungen Skadis an der Uni? Oder von Kameraden, die längere Zeit bei der USN im Rahmen von Personnel Exchange gedient haben? Davon kenne ich nun im Bereich Mine recht viele und diese haben sich nicht so geäußert.

    Ich persönlich habe mehrere Jahre immer wieder mit Kameraden der USN zusammen gedient und da hat es solche “Folklore” nicht gegeben. Und Neid und Minderwertigkeitsgefühle hat es in diesem Zusammenhang ebenfalls nicht gegeben.
    Der gegenseitige Respekt sowie der professionelle und kameradschaftliche Umgang miteinander waren der Normalfall. Egal ob an Land oder auf See.
    Natürlich hat es gegenseitig gerne mal etwas Gefrotzel gegeben, aber wenn dann aus Spaß bei einer Tasse Bier.

  • Soenke Marahrens   |   19. Februar 2013 - 20:48

    Wobei der Grad der Fehlertoleranz in der US Navy sehr niedrig ist…
    http://www.navytimes.com/news/2013/01/navy-2013-co-xo-cmc-firings-list/

  • JCR   |   19. Februar 2013 - 20:56

    Gut die USN hat sich aber auch in letzter Zeit einiger Schnitzer geleistet.
    Minenjäger Totalverlust auf dem Riff in den Phillipinen, diverse Raketenkreuzer und Zerstörer auf Grund, einige Uboote ebenfalls….
    Entweder das wurde früher nicht publiziert oder es passiert öfters.
    Das muss nicht unbedingt heißen daß da Inkompetenz herrscht. Hohes operationelles Tempo verbunden mit höheren Anforderungen an immer weniger Schiffe und längere Wartungsintervalle und längere Stehzeiten können dafür die Ursache sein.

  • NMWC   |   19. Februar 2013 - 21:03

    @Soenke Marahrens

    Dies wird schon seit längerem diskutiert (Dezember). Unter Einbeziehung der Person Adm Greenert (Chief of Naval Operations), seit seiner Übernahme 30. Dazu muss man aber auch sehen, welches dann der jeweilige Grund für die Ablösung war.
    http://news.usni.org/2012/12/22/navy-co-firings
    Und da sind schon einige “nette” Verfehlungen dabei….

  • NMWC   |   19. Februar 2013 - 21:07

    @JCR
    Stimmt. Derzeit sind die Budgetprobleme und daraus resultierenden Wartungsprobleme ein großer Posten. Und dann die immer teurer werdenden Beschaffungen wie LCS und Zumwalt DDG 1000.
    Im übrigen war 2007 auch kein schönes Jahr für die Deutsche Marine….

  • Micha   |   19. Februar 2013 - 22:02

    @NMWC
    Ist doch genauso, wie Du sagst: diejenigen, die Ahnung haben, äußern sich selten mit Häme über die US-Navy. Die Regel sind aber “Skadis an der Uni”.

  • Deutschland muss wählen: Sicherheitspolitische Initiative oder Irrelevanz | Offiziere.ch   |   21. Februar 2013 - 10:30

    […] sehr wertvolle Beitrag, dass deutsche Schiffe in amerikanischen Carrier Strike Groups als vollwertiger Bestandteil mitfahren. Für französische oder britische Verbände sollte man, soweit Kapazitäten frei sind, ähnliches […]