Niederländische Patriot-Batterie in der Türkei einsatzbereit

Letzte Überprüfung der niederländischen Patriot-Feuereinheiten in Adana am 25. Januar (Foto: NATO)

Die erste der sechs Patriot-Flugabwehrbatterien, die von der NATO in der Türkei stationiert wurden, hat am (heutigen) 26. Januar Einsatzbereitschaft gemeldet: Wie zuvor angekündigt, nahm eine niederländische Einheit nahe der südtürkischen Stadt Adana den Betrieb auf. Sie sei mit Einsatzbereitschaft der NATO-Kommandokette unterstellt worden, teilte das Bündnis mit.

Insgesamt hatte die Allianz auf Wunsch der Türkei sechs Patriot-Feuereinheiten entsandt – zwei aus Deutschland, zwei aus den Niederlanden und zwei aus den USA. Diese drei Länder verfügen als einzige NATO-Mitglieder über die modernste Version des Flugabwehrsystems, das auch zur Abwehr von Raketen geeignet ist. Die Türkei befürchtet solche Angriffe aus dem benachbarten Bürgerkriegsland Syrien.

Während beide niederländische Batterien auf dem Luftwaffenstützpunkt Inçirlik nahe Adana stationiert werden, gehen die deutschen Staffeln bei Kahramanmaras und die US-Batterien bei Gaziantep in Stellung.

13 Kommentare zu „Niederländische Patriot-Batterie in der Türkei einsatzbereit“

  • dhdrvxh   |   26. Januar 2013 - 15:27

    Eine interessante Frage wäre, was die Niederländer besser machen, dass sie schneller einsatzbereit sind als die deutschen

  • Markus700   |   26. Januar 2013 - 15:56

    Der weg war kürzer.

  • b   |   26. Januar 2013 - 16:28

    ie modernste Version des Flugabwehrsystems, das auch zur Abwehr von Raketen geeignet ist. Die Türkei befürchtet solche Angriffe aus dem benachbarten Bürgerkriegsland Syrien.
    Na Herr Wiegold, den letzten Satz glauben Sie doch auch nicht.

    Erdogan brauchte innenpolitisch ein Zeichen das er NATO Beistand hatte. Das die Syrier, ohne einen externen Angriff auf Syrien, tatsächlich auf die Türkei feuert würden glaubt auch in der Türkei wohl niemand.

  • T.Wiegold   |   26. Januar 2013 - 16:30

    @b

    Das ist ja kein Theologie-Blog hier, und was ich glaube, ist relativ irrelevant. Das war die türkische Begründung, das war die Begründung der NATO, und soll ich jetzt bei jeder Aussage einen ausführlichen erklärenden Disclaimer anhängen?

  • Heiko Kamann   |   26. Januar 2013 - 16:34

    dhdrvxh | 26. Januar 2013 – 15:27
    Meinen Sie die machen da einen „Aufbau-Wettbewerb“?!
    Bei den Streitkräften gibt es (Einstz-)Befehle und dort steht dann drin was, wann, wo einsatzfähig sein muss.

  • wacaffe   |   26. Januar 2013 - 17:02

    @ heiko kamann

    circa 5000 Jahre Kriegsgeschichte lehren “ je schneller desto besser“ ;)

  • Kerveros   |   26. Januar 2013 - 21:33

    @dhdrvxh:

    eine Patriot-Staffel innerhalb eines Gebietes zu verlegen und einsatzbereit zu machen ist nicht das Thema, die Anbindung an die NATO Gefechtsstände sicherlich schon eher und wann die sich dann offiziell bereit melden ist wieder eine ganz andere Geschichte ;)

  • Martin Böcker   |   26. Januar 2013 - 23:35

    @b
    Dass es nur um einen Gefallen für Erdogan ging, halte ich für extrem unwahrscheinlich ;-) Für unglaubwürdig halte ich allerdings auch die Erklärung auf http://www.nato.int, dass die niederländische Patriot-Batterie die Einwohner Adanas gegen Raketen schützen soll. Wenn es nur darum ginge, was wäre dann mit den Bewohnern anderer Grenzstädte?

    Ich schlage folgende Erklärung vor, die mMn mehr Sinn ergeben würde:

    Die sechs Patriot-Batterien (laut http://www.luftwaffe.de mit einer Bekämpfungsreichweite von knapp 70 Kilometern) reichen nicht wirklich aus, um die knapp 822 Kilometer lange Grenze zu Syrien abzusichern, zumal sie alle recht nah beieinander stationiert sind (http://goo.gl/maps/uyVYw).

    Die Flugabwehrraketen stehen alle in der Nähe der Hafenstadt Ceyhan, wo zwei Pipelines aus Baku, Aserbaidschan ankommen: Die „Transkaukasische Pipeline“ transportiert Rohöl, die „Südkaukasus-Pipeline“ Erdgas. Laut „Länderinfo“ des Auswärtigen Amtes bezieht Deutschland in erster Linie Erdöl aus Aserbaidschan, welches damit zum siebtwichtigsten Erdöllieferant der Republik wird.

    Es würde aus deutscher Sicht durchaus Sinn ergeben, mit relativ wenig Kosten zum Schutz dieses Transportweges von Rohstoffen beizutragen, immerhin ist die Lage in Syrien z.Z. wenig berechenbar.

    Das alles mal abgesehen davon, dass die Türkei ein geostrategisch wichtiges Nato-Mitglied ist (Zugang zum Schwarzen Meer, US-Airbase bei Incirlik usw), dem man diese Dienstleistung nicht abschlagen kann.

  • Heiko Kamann   |   27. Januar 2013 - 0:30

    wacaffe | 26. Januar 2013 – 17:02
    In vielen TACEVALS, CAPEVALS etc. haben die Verbände gezeigt was sie können und sie werden zu der geforderten Zeit sicherlich einsatzbereit sein. Ich habe keine Ahnung was FlaRak-Truppen vor 5000 Jahren gemacht haben.

  • markus, d.Ä.   |   27. Januar 2013 - 15:20

    und wie wir ja immer wieder lesen hier, ist der einsatz eh nur symbolisch. warum also die eile ;)

  • iltis   |   27. Januar 2013 - 16:20

    @markus d.Ä.: Gerade dann ist Eile wichtig, denn so zeigt man wenigstens Tempo, wenn schon kein scharfer Schuß (echter Einsatz) zu erwarten ist. Bei Bedarf schnell verlegen zu können ist eine eigene Fähigkeit und so etwas wird auch vom nächsten und übernächsten Gegner beobachtet.

  • Panther   |   28. Januar 2013 - 7:10

    @dhdrvxh

    Die haben mehr Campingwagen-Erfahrung :D

  • shipspotter   |   30. Januar 2013 - 22:48

    Wie sind eigentlich die niederländischen Kameraden mit ihrer Technik in die Türkei gekommen?