Mali? Intervention im Norden nicht vor Mitte 2013

Mali Express (Foto: Flickr user Ferdinand Reus unter CC-BY-NC-ND-Lizenz)

Hier mal das Aktuellste zum Thema Mali – von Reuters:

Any foreign-backed offensive to retake control of northern Mali from al Qaeda-linked Islamists will take at least six months to prepare, plans seen by Reuters show, a delay that runs counter to the expectations of many Malians. (…)
„It is quite conceivable that there will be no military action for up to a year. Any intervention will probably need to be before April or after September,“ the diplomat said, referring to complications arising from the mid-year rainy season.

Da dürfte man dann eher auf September 2013 tippen. Was allerdings für die Europäer und ihre geplante Ausbildungsmission nicht bedeutet, dass sie sich mehr Zeit lassen können: Im Gegenteil deutet das darauf hin, dass eine solche Ausbildungsmission sinnvoller ist, als wenn bereits im Frühjahr dann notdürftig ausgebildete malische Truppen in den Norden entsandt werden sollten.

Unterm Strich zeigen solche – vagen – Überlegungen allerdings, dass es bislang kaum einen Plan gibt, der wirklich realistisch aussieht.

Kriegserklärung via Twitter? Die Israelis waren nicht die ersten

https://twitter.com/MajorEChirchir/status/131394603067777024

Meine Journalistenkollegen schreiben derzeit in allen Medien (und vermutlich voneinander ab?), dass die Tweets der israelischen Armee zu den Aktionen im Gaza-Streifen die erste Kriegserklärung, oder, wahlweise, die erste Ankündigung militärischer Aktionen via Twitter gewesen seien.

Kollegen: Das stimmt nicht. Die vermutlich ersten waren die Kenianer beim Einmarsch in Somalia im November vergangenen Jahres. Siehe den Tweet oben und hier.

„Mehr Europa auch in der Verteidigung“

Archivbild vom Oktober 2012: Bundesaußenminister Guido Westerwelle (r.) und sein französischer Kollege Laurent Fabius (Foto: Thomas Trutschel/photothek.net)

Das Treffen der Außen- und Verteidigungsminister von fünf größeren europäischen Ländern am (gestrigen) Donnerstag in Paris ist angesichts anderer Ereignisse ein bisschen untergegangen: Auf Einladung der Franzosen waren die Minister aus Frankreich, Deutschland, Polen, Italien und Spanien zusammengekommen, um über eine engere Zusammenarbeit in der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik zu reden. Natürlich auch, weil bei allen das Geld für die Verteidigungshaushalte knapper wird.

Auffällig ist, dass Großbritannien als eine der großen EU-Nationen und nicht zuletzt als eine wichtige Militärmacht in Europa nicht dabei war – obwohl das formal erklärbar scheint: Das Treffen war eine erweiterte Form des so genannten Weimarer Dreiecks, dem Frankreich, Deutschland und Polen angehören.

Die Erklärung dieses Fünfer-Treffens gibt es hier zum Nachlesen. Die Aussage We need more Europe also on defence matters steht im letzten Punkt.

Was der Erklärung an konkreten Taten folgt, bleibt abzuwarten. Das Ziel ist jedenfalls ambitioniert formuliert: Europeans must take share of responsibility to respond more actively to the challenges ahead in order to guarantee Europe’s security.

Zur Ergänzung noch Informationen des Verteidigungsministeriums:

„Mit Polen und Spanien haben wir einen Letter of Intend [sic] unterschrieben für ein gemeinsames Engagement auf dem Gebiet der Seeraumüberwachung“, so de Maizière. Darüber hinaus haben sich Deutschland und Frankreich vorgenommen, eine Drohne der nächsten Generation gemeinsam zu entwickeln. Auch Italien habe großes Interesse an einer Beteiligung bekundet.