Lesetipps zum Sonntag: Streitgespräch Waffenexporte. Und ein Blick auf den OP North

An diesem lauschigen (hier zu Lande) Sonntag noch schnell zwei Lesetipps:

In der evangelischen Zeitschrift Chrismon ein Streitgespräch über Waffenexporte zwischen der Theologin Margot Käßmann und dem Krauss-Maffei Wegmann-Erben Burkhart Braunberens:

Panzer für die Saudis?

Und nach der Reportagereise der Reuters-Kollegin Sabine Siebold nach Afghanistan, von der ich vor ein paar Tagen schon mal einen Lesetipp verlinkte, hier ihre Reportage vom OP North:

Schnellkurs in Eigeninitiative

(Hinweis: Angesichts des geplanten Leistungsschutzrechts verlinke ich hier nicht die Webseiten deutscher Printmedien. Chrismon sehe ich, da nicht primär als Verlegerprodukt konzipiert, als Ausnahme; die Texte von Nachrichtenagenturen auf ihren eigenen Webseiten ebenfalls.)

7 Gedanken zu „Lesetipps zum Sonntag: Streitgespräch Waffenexporte. Und ein Blick auf den OP North

  1. Ein MdB (CDU) Wichmann hat im absurden Streit um überfahrene Regenwürmer und Eidechsen erfolgreich in der tiefsten germanischen Provinz vermittelt; es ging um einen geplanten Fahrradweg, der angeblich einen Schreiadler bedrohen würde, dessen Nahrung die Würmer und Eidechsen sind.

    Was sagt uns das: Konflikte kann man auch gewaltlos lösen ;-))

  2. Nun mal ernsthaft.

    Das eigentliche politische Problem der Regierung ist nicht der Export ganzer Waffensysteme, sondern der Export von Waffensystemkomponenten an US-amerikanische und ändere Waffensystemhersteller im ‚Westen‘, die dann wiederrum die Systeme an Nicht-NATO oder EU-Staaten verhökern.
    In der Komponenten-Herstellung sind wir nämlich wirkliche Weltspitze, ob das nun Glattrohre für Panzer und Artillerie sind oder Computer-Chips für die F22 oder Kryptiersysteme ;-)

  3. zum RC North……..

    Seit 2 Jahren driftet strategisch, operativ und taktisch die Comprehensive Approach Kohäsion zwischen ISAF, der Joint Coalition (beide unter US-Lead) und den afghanischen politisch und militärisch Verantwortlichen mächtig auseinander. Das hat und erzeugt weiterhin ‚Risse‘, die nicht mehr reparierbar, allenfalls kosmetisch übertünchbar sind.

  4. Ein wirkliches Streitgespräch ist das, was Chrismon abgedruckt hat, ja leider nicht. Anstatt jemanden als Interviewpartner einzuladen, der Frau Käßmann selbstbewusst gegenübertritt und damit eine echte, für den Leser gewinnbringende Kontroverse eröffnet, hat man sich für einen aus Sicht der Linksprotestanten wohl als „gut“ geltenden Menschen entschieden (Zitat: „Mein erstes Erbe von meiner Großmutter habe ich weitgehend im Kommunistischen Bund Westdeutschland versenkt“), der sicherheitspolitisch eher ahnungsarm ist (Zitat: „man hatte die Taliban gegen die Sowjets gestärkt“). Braunbehrens redet Käßmann zudem stellenweise so sehr nach dem Mund, dass man Schwierigkeiten hat, die beiden zu unterscheiden (Zitate: “ Könnte ich voll unterschreiben, Frau Käßmann!“, “ Da muss ich Ihnen recht geben“ etc.) Nein, ein echtes Streitgespräch sähe anders aus. Aber dazu hatte man bei Chrismon wohl leider nicht den Mut, und auch Frau Käßmann hätte sich wohl kaum auf eine echte Herausforderung eingelassen. Gegen einen ernsthaften Herausforderer hätte sie mit ihren naiven Phrasen keine Minute lang standgehalten.

  5. Nein, ein Anhänger von Frau Käßmann bin ich beileibe nicht, aber das, was Sie, werter Orontes, Frau Käßmann unterstellen, werden Sie so nicht beweisen können.

  6. @daniel
    Wenn Sie mir sagen, was ich unterstellt haben soll, kann ich die Belege ggf. nennen.

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