Vertraglich festgezurrt: 350 Puma-Schützenpanzer

For the record: Geplant und auch dem Verteidigungsausschuss mitgeteilt war es schon länger, jetzt ist es auch vertraglich festgezurrt: Die Bundeswehr kauft statt der ursprünglich geplanten 405 Stück nun noch 350 Schützenpanzer Puma. Die entsprechende Vertragsänderung sei am (gestrigen) Mittwoch unterschrieben worden, teilt das Verteidigungsministerium heute mit.

Was der Bund dadurch spart, war ja auch schon bekannt: 340 Millionen Euro.

Interessant ist auch der Hinweis in der BMVg-Meldung:

Derzeit werden die ersten ausgelieferten Serienfahrzeuge einer intensiven technischen Nachweisführung unterzogen, die mit dem Vertrag um neun Monate verlängert wurde. Im nächsten Jahr soll die Nachweisführung mit der Einsatzprüfung durch den Bedarfsträger abgeschlossen werden.

Alles ein bisschen später als geplant, oder irre ich?

17 Gedanken zu „Vertraglich festgezurrt: 350 Puma-Schützenpanzer

  1. Kann mir jemand bitte den Hinweis übersetzten? Die „technische Nachweisführung“ (=Funktioniert es so, wie es geplant ist?) soll jetzt also 9 Monate länger dauern als bisher vorgesehen? Was machen die denn so lange (wundert sich der Laie)?

  2. Der Puma wird in einem sog. langsamen Serienanlauf gefertigt. Die ersten „Serienfahrzeuge“ müssen dann die Nachweisführung bei der BW erbringen. Ist die Nachweisführung abgeschlossen, ist auch die finale Ausführung bekannt und die Produktionsrate für die Serienfahrzeuge wird nach oben geschraubt.
    Diese eskalierende Serienfertigung wird nun 9 Monate nach hinten verschoben.

    Ein Grund könnte sein, dass es Probleme mit den Hydropneumatischen Stoßdämpfern gibt (sie werden undicht). Dieses Problem ist schon seit den ersten Protoytpen bekannt und der Hersteller arbeitet an einem neuen Entwurf. Wahrscheinlich kommen diese neuen Dämpfer erst in ein paar Monaten und die BW möchte diese dann auch erst testen bevor man die Ampel auf Grün stellt.

  3. Oder das BMVg verschiebt die Auslieferung weil man dann erst in einigen Jahren zahlen muss und jetzt die BW Reform hinter sich bringt nachdem auch der letzte gemerkt hat dass man so nicht direkt spart…

  4. Ich kann die Sicht von Bang50 nur unterstützen:
    Verschiedene (Kinder?-)Krankheiten (nicht nur die Hydrops) sind noch nicht behoben, daher wurde die Nachweisführung um 9 Monate verschoben.
    Der Zeitplan war von Anfang an naiv – oder besser bewusst überoptimistisch.
    Es steht aber weierhin die Frage im Raum: Wann kann ein PzGrenZg mit SPz Puma in den Einsatz???
    Einsatzreif ist ja nicht einsatztauglich.
    Prognose: Nicht vor 2015.

  5. Naja was ich Intrressant finde ist das wie letztes jahr noch hieß
    das dafür Boxer beschaft würden die ja auch noch fehlen ( soll 680) ,
    Das es es jetzt nur noch 350 Puma ohne weiterer Auftrag für den Boxer gibt
    es scheint eher der BWSpar zu entsprechen

    Das war auch vermutlich das aus für eine Ami SPz wo einmel der Puma dabei war jetzt nicht mehr .Wen das eigene Land nicht traut

    und Puma größe ist eh ein ? den CV 90 hat 8 PzGren und der neue Ami SPz soll sogar 9PzGren Fassen da soll der unterschied zwischen Strayker und SPz abgeschaft werden an der Manschaft Stärke / Vereinlichung)

    Ob mit diesem Dolchstoß überhaupt je ein Land den Puma Kaufenwird ( Ladenhüter wird )

    Mit solchen Politker braucht die Bw keine Feinde mehr (auch andere Politiker )

  6. Lieber Alarich, ich bin nun leider an eine Grenze gestoßen, an der ich ihre Beiträge bei aller Liebe inhaltlich nicht mehr nachvollziehen kann. Was wollten sie uns sagen?

  7. @Voodoo
    Ich habe das so verstanden:
    1. Er kritisiert, dass für die wegfallenden Puma kein Ersatz in Form von Boxern beschafft wird.
    2: Die US Army hätte evtl. den Puma gekauft, tut dies jetzt jedoch nicht, weil Deutschland selbst diesem System nicht mehr vertraue.
    3. Es sei unklar, wie viel Mann der Puma fasse, die Amerikaner wollen jedoch ein SPz, der 9 PzGren unterbringen kann damit es keinen Unterschied mehr zum Stryker gibt.
    4. Dolchstoßlegende

  8. Zu1.) Wieviele Boxer zusätzlich vertraglich fixiert werden, ist noch unklar. Klar ist hingegen der Wille, die eingesparten Finanzmittel für Gladius und Boxer zu verwenden. Auch klar ist die Zielaustattung mit mindestens 680 Boxern.

    Zu2.) Kompliziertes Thema: Die Amerikaner wollen nicht nur 9 Mann Absitzstärke, sondern auch eine 40mm Bordkanone. Bei dem geforderten Schutz, ergibt das ein Fahrzeug in der 50-60 Tonnen Klasse. Nun gibt es Kreise in der Army, die solch ein Gewicht für völlig unpraktisch halten. Ergo: Man weis eigentlich noch gar nicht so recht was man will und am Ende wird es gar kein Produkt geben, wie bei vielen überambitionierten Projekten der Amerikaner.
    Dazu kommt eine enorme Lobbyarbeit in den USA, welche ein deutsches Panzerprodukt in den USA unbedingt verhindern will. Der Grund dafür ist, das die Amerikaner im Panzerbau qualitativ nicht (mehr) konkurenzfähig gegenüber deutschen Panzerbauern sind. Man hat also Angst das die Deutschen ihren Fuß in die Tür bekommen und man ihn dann nicht mehr raus bekommt.

  9. @ Dominik

    Danke ;-) Hatte Dolchstoßlegende auch verstanden und den Rest dadurch gleich wieder kopfschüttelnd vergessen.

    Back to topic:
    Ich stimme Bang50 zu, dass man PUMA durch Boxer und Gladius ersetzen will. Bezweifle auch stark, das sich RHM und/oder KMW sonst auf so einen Deal eingelassen hätten, ohne sich mehr als fürstlich entlohnen zu lassen.

    Ebenfalls ist richtig, das die amerik. Rüstungslobby ausländische Produkte auf gar keinen Fall im Land, oder noch schlimmer, in den Armed Forces sehen will. Man erinnere sich nur an das Theater bei der Tanker-Ausschreibung der USAF. Lieber entwickelt man auf teufel komm raus eigene Sachen, auch wenn man diese nach der Prototypphase wieder in die Tonne kloppt. Anderes Beispiel gefällig? Gern: Ersatz für die M109 PzH – anstatt die PzH 2000 zu kaufen, versuchte man selber etwas auf die Beine zu stellen, was kläglich scheiterte…

  10. Genau so machen es aber leider auch alle Länder, inkl. DEU. Anstatt sich billige Sachen zu kaufen wenn man sie nicht entwickeln kann entwickelt man nicht so gute aber dafür umso teurere Eigenprodukte. Subventioniert dazu die nationale Rüstungsindustrie und redet (im Moment weniger) von GSVP und unterhält mit weiterem Geld eine EU Verteidigungsagentur.
    Und T.W. sei Dank gibt es für augengeradeaus.net dann immer wieder Diskussionen um Helikopter, Drohnen, Panzer, Schiffe etc ;)

  11. @ Hans – Exakt ;-)

    Die Vorstellung man könne mit viel Geld Exzellenz erreichen, ist eben immernoch eine romantische Vorstellung in den Köpfen von Politikern. Die Lobbyisten spielen das selbe Lied, wissen aber meistens sehr gut dass man an den Konkurenten nicht heranreicht. Gerade deshalb muss man dann z.b Arbeitsplätze und „Entscheidungshilfen“ ins Spiel bringen.

  12. Naja Bilig ist auch nicht Bilig
    der Puma soll aufbaufähig werden , das heißt an die zukünftige herrausvorderungen Umrüstbar zu sein naja , dann ist die Manschaft Stärke wenn das kommt Puma zu klein
    Bei den Amis wurde die Gewicht Klasse schon 2 x Vergrößert ( Mehr Gewicht )

    Naja und geld Sparen hmm aber die 2 firmen werden erhalten ok KMW will mit Rhm Fusonieren oder Teile der teilhaber ist mehr richtiger
    Aber KMW mit weiteren 70 DINGO 2
    Rhm mit 90 x IDZ II
    ist die frage ob das Nohau erhalten wird und mit 100 Spar Leo II Umbau ( Kein A 7+ )

    Die Zukunft sollen wir mehr in die USA schauen ein SBoot das im März 2012 Verschrotet wurde soll wurde in den golf geschickt um wurde stadt Schneidbrenner .Modernsiert

  13. Alarich, bitte, bitte, bitte: könnten Sie vor dem „Senden“ ihre Beiträge rudimentärst auf Rechtschreibung, Interpunktion, etc. überprüfen? Danke.

    „Nohau“, das toppt alles bisher dagewesene.

  14. nicht nohau sondern know how (english) das ist im Westen eigentlich überall bekannt, kommen sie aus Asien?

  15. @Frank
    Einfach ignorieren…

    Don’t feed the troll!

    @Thomsen
    Mit dem Troll sind natürlich nicht Sie gemeint :)

  16. Es ist ein bisschen schade für das Unternehmen / die Unternehmen, dass die Stückzahl im Verlauf der letzten Jahre so häufig nach unten korrigiert wurde. Das ist hinsichtlich der eigenen Kalkulationen und Produktionssplänen sehr undankbar.

    Ein „Softstart“ ist immer gut und auch üblich, damit Alltagsprobleme oder irgendwelche ganz banalen Änderungen in die größte Zahl der Fahrzeuge eingearbeitet werden können.

    Die eigene Rüstungsindustrie zu subventionieren, der Verdacht kommt ja stets zurecht auf, ist aber nicht unbedingt eine Arbeitsplatzpolitik sondern strategisch relevant.
    Um mal einem Vorurteil aufzusitzen, ist der deutsche Panzerbau immer sehr gut gewesen, sodass eine solche Politik legitim ist. Natürlich kann man nicht damit zufrieden sein, wie inkonsequent und ziellos die letzten großen Projekte angegangen wurden. Die Gründe dafür sind aber weitreichender und tragischer als die Nationalität der Unternehmen. ^^

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