Heron bis 2014 verlängert

Quasi urlaubsbedingt – aber weil ich weiß, dass es hier etliche interessiert – kommentarlos zur Info: Das Heron-1-Leasing ist bis Oktober 2014 verlängert worden.

Die heutige Mitteilung dazu von Rheinmetall:

Die Rheinmetall Airborne Systems GmbH, ein Unternehmen von Cassidian und Rheinmetall, wird die Bundeswehr in Afghanistan auch weiterhin als Dienstleister mit unbemannter luftgestützter Aufklärung unterstützen. Das Unternehmen wurde vom Koblenzer Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) in der Verlängerung eines bestehenden Vertrags damit beauftragt, der Bundeswehr hochmoderne unbemannte Aufklärungsflugzeuge des Typs Heron 1 für zwei weitere Jahre zur Verfügung zu stellen. Das Volumen des neuerlichen Auftrags umfasst rund 75 Millionen Euro, bezogen auf den Zeitraum vom Oktober 2012 bis Oktober 2014.
Neben der Fortführung des Flugbetriebs beinhaltet die Beauftragung unter anderem auch die Ausbildung zusätzlichen Einsatzpersonals der Luftwaffe sowie die Einrüstung neuer, leistungsfähigerer Sensornutzlasten.

(Abbildung: Rheinmetall)

Im Rahmen der sogenannten SAATEG-Zwischenlösung nutzt die Luftwaffe am afghanischen Standort Mazar-e-Sharif zwei UAS-Systeme (Unmanned Aircraft System; unbemanntes Fluggerät) mit insgesamt drei Fluggeräten Heron 1 sowie zwei Bodenkontrollstationen, die von der Rheinmetall Airborne Systems GmbH im Rahmen einer Betreiberlösung bereitgestellt werden. Dieses so genannte „System zur abbildenden Aufklärung in der Tiefe des Einsatzgebietes“ (SAATEG) dient der zeitverzugslosen luftgestützten Überwachung und Aufklärung im gesamten Operationsgebiet des deutschen ISAF-Kontingents und wurde am 17. März 2010 in Betrieb genommen.Heron, das erste unbemannte Fluggerät in Diensten der Luftwaffe überhaupt, hat sich im Betrieb bewährt und ist ein unverzichtbarer Baustein der regionalen Aufklärungsarchitektur geworden. Bis heute hat Heron 1 für die Bundeswehr bereits über 9300 Stunden Aufklärung im Einsatzgebiet geflogen. Es wird erwartet, dass Mitte August 2012 die zehntausendste Flugstunde absolviert wird.
Bei Flügen mit bisweilen mehr als 24 Stunden Dauer liefern die Sensoren wichtige Informationen und leisten einen wertvollen Beitrag für einen höchstmöglichen Schutz der Soldaten und ziviler Kräfte vor Bedrohungen.Die Bundeswehr hat sich im Herbst 2009 für eine Betreiberlösung – und damit vorerst gegen eine Beschaffungslösung – entschieden, um eine vorhandene Fähigkeitslücke kurzfristig und zu überschaubaren Kosten schließen zu können.
Unterauftragnehmer in der Kooperation mit der  Rheinmetall Airborne Systems GmbH ist das israelische Unternehmen Israel Aerospace Industries (IAI) als Hersteller der Heron-Fluggeräte. Die Rheinmetall Airborne Systems GmbH hat in dieser Partnerschaft die Verantwortung für das komplette Paket aus Service, Wartung und Instandsetzung. Der operationelle Betrieb und die Bedienung der Systeme im Aufklärungseinsatz hingegen liegen in den Händen des militärischen Personals der Bundeswehr.
Heron 1, ein unbemanntes Fluggerät der MALE-Klasse (Medium Altitude Long Endurance), kann zu jeder Tages- und Nachtzeit und weitgehend wetterunabhängig zur Ziel- und Wirkungsaufklärung eingesetzt werden. Mit einer Spannweite von 16,6 Metern und einem Abfluggewicht von 1,2 Tonnen kann Heron 1 in Flughöhen von bis zu 30.000 Fuß operieren. Dank seines Satellitendatenlinks klärt das UAS auch über große Entfernungen auf.
Bereits im Januar 2012 hatten Cassidian und Rheinmetall vereinbart, die bisherigen Aktivitäten Rheinmetalls im Bereich der unbemannten Flugsysteme künftig gemeinsam im Rahmen eines Joint Ventures zu betreiben, dessen industrielle Führung bei Cassidian (51 Prozent der Gesellschaftsanteile) liegen wird. Rheinmetall bleibt mit 49% der Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen engagiert, das  seinen Betrieb nun zum 1. Juli aufgenommen hat. Zum CEO der Rheinmetall Airborne Systems GmbH wurde Thomas Reinartz ernannt. Reinartz leitete zuvor den Bereich Sales Operations and Operational Marketing bei Cassidian.

37 Gedanken zu „Heron bis 2014 verlängert

  1. Die Lobbyfronten bringen sich also in Stellung und uns erwartet ein weiterer Stellungskampf mit reichlich geschmissenen Dreck.

  2. Ich glaube, dass das einfach nur ein Kompromiss ist, weil man inzwischen weiß, das Reaper nicht schnell genug für Afghanistan verfügbar sein würden und sich eine andere Beschaffung und/oder Entwicklung nicht lohnt. Ergo verlängert man Heron und beschafft nach ISAF das, was man eigentlich will.

  3. @T.W.
    Danke, dass sie an uns gedacht haben :-)

    @Voodoo
    Zustimmung, und evtl benötigen wir für die Konflikte der Zukunft andere Plattformen.

    Ein Netzwerk von Herstellern und Verkäufern ist da wohl schon weiter!
    Was für den maritimen Bereich bei der Nutzung von Plattformen gilt, kann auch auf Land noch ganz falsch sein, denn den Geräten ist es fast egal über was sie fliegen :-)
    Potential SoS Architecture
    http://www.wimaas.eu/pdf/WiMAAS_600-PPT-PU-IEEE_JRC20090320Ed9.pdf

    http://jeffreycarr.blogspot.de/2011/10/cybersecurity-issues-with-predators.html

  4. One of the main obstacles in using UAVs is the integration in the European Air Traffic management system that can take 5-10 years.
    Dieses Problem ist jedoch über Land ein großes! Das Nächste wird der Betrieb der Drohnen nach EMAR und EASA-Regeln sein.

  5. @wecho
    Wer hat das denn gesagt? Ich sprach von „nach ISAF“ und nicht von „nach Afghanistan“…

    Aber glauben sie nicht, das nach dem offiziellen Abzug 2014 sich hierzulande noch jemand öffentlich Gedanken zur Nachfolgemission machen wird, man ist ja schließlich abgezogen. Das schließt meiner Einschätzung nach im übrigen auch sämtliche Beschaffungsaufträge mit ein. Denn: Kein Einsatz = kein einsatzbedingter Sofortbedarf mehr und d.h. üblicher Beschaffungsweg.

    Nur wenn jemand liegend in Blech zurückkommt, dürfte das kurzfristig Aufmerksamkeit nach sich (sprich auf die Folgemission) ziehen… Traurig, das man das jetzt schon erahnen kann.

  6. Wer kauft den bitte freiwillig ein Israelisches UAV ? Das einzige was die Dinger gut können ist das sie dem Staat Israel ein haufen Geld bringen…
    Man hätte sich im BMVg lieber mit der Amerikanische Predator B anfreunden sollen, die im Gegensatz zur Heron, Einsatzerfahrung vorweisen kann.

  7. Das FAZ Interview, wo EADS verkündet weiter um Talarion kämpfen zu wollen, ist jetzt auch Online.

    In google eingeben: „Europäische Drohne steht vor dem Durchbruch“

    Der Tonfall vom Cassidian Boss Zoller fand ich darin schon heftig, vor allem weiter Unten. Das hört sich so an, der Bund die Cassidian Drohne rkaufen muss, weil man in dem Bereich schon mehr als 500 Mio reingesteckt hat, wovon nach dessen Aussage auch noch einen guter Teil Bw Geld war, und nicht weil die Bundeswehr eine Drohne braucht. Ansonsten will man Cassidian mit Deutschland möglichst wenig zu tun haben.

    Bei Weltonline holzt ECD gegen das BMVg, zu finden unter der Überschrift: „Eurocopter-Chef plant Highspeed-Hubschrauber“.

    Scheinbar gibt es massive Unstimmigkeiten zwischen EADS und den BMVg. Vielleicht war die ankündigung des BMVg Reaper UAV zu kaufen, eine trotzreaktion, weil es mit den Verhandlungen zu den Reduzierungen nicht voran geht. EADS fährt jetzt heftigste PR Geschütze gegen das BMVg auf.

  8. @M.
    Die Israelis setzten die Dinger doch seit Jahren permanet ein, da dort weniger zwischen „Grundbetrieb“ und Einsatz unterschieden wird.

  9. @ Ben und der PR Maschine

    Und da würde ich, wenn ich „das BMVg“ wäre, den Herren, mit Verlaub, einfach mal den Mittelfinger zeigen. Beiße nicht die Hand, die dich füttert – dieses Prinzip muss man denen wohl offensichtlich mal wieder beibringen.

  10. Wer ist die Hand und wer beißt? Ist die Hand unsere Politiker, die Bundeswehr, das BMVg, die Soldaten, das BwB oder der Steuerzahler? Wer beißt? Die Industrie, einige Firmen, ein paar Geschäftsleute, die Beschäftigten der Firmen oder die Eigner? Ich glaube die Steuerzahler, die Beschäftigten und die Soldaten würden sich gut verstehen aber da haben eben noch ein paar mehr noch ganz andere Interessen (Macht und Geld) und solange das System so bleibt, werden die Prozesse immer nach dem selben Muster ablaufen! Die Patrioten machen was die Patriarchen wollen und das ist nicht patriotisch! Der Minister will Macht und die Bosse Geld, oder beide beides! SiPo geht anders! Es lohnt sich Produkte von kleineren Firmen in der BRD und der EU zu betrachten! Produkte der USA haben viele Nachteile und sind bei fairer Betrachtung auch nicht immer die Besten und Günstigsten.

  11. @Vodooo

    Das liest sich auch, wenn die beiden auch ohne BMVg Aufträge gut leben könnten. Die schaffen sich nur ein Grund, den man bei der nächsten Personalanpassung aufführen kann.
    Ich Schätze, da werden beide Parteien eh noch Nachlegen.

  12. Die Carl Zeiss Optronics mit ihren Produkten für militärische und zivile Anwendungen wie z.B. Systeme für die Grenzraumüberwachung wird von Cassidian übernommen Dieser Erwerb bedeutet eine „strategische Ergänzung des bestehenden Produktportfolios von Cassidian im Bereich der Sensoren“ die u.a. Verwendung im UAV-Bereich finden. Cassidian wird den Erwerb in das Geschäftsfeld „Sensoren und elektronische Kampfführung“ integrieren. Weltweiten Marktzugänge und die internationale Wettbewerbsfähigkeit wird dadurch verbessert. Mit einem weiteren Kooperationspartner (H3 AEROSPACE, Daimond, EMT, Fanjet, m4com, Stemme, Reihnmetall uvm) wäre EADS in kurzer Zeit (solange sich nicht die Bw/BwB einmischen) in der Lage ein UAV/OPA System auf den Markt zu bringen. der Markt ist nicht Deutschland sondern Europa und der „Mittlere Osten“. Es lohnt sich ein Blick auf die ILA (Europa-Forum für Unmanned Aircraft Systems & Solutions)!

  13. Dank Sinnlosen Sparen muß man Alternative Sorgen
    da ist die Verlängerung kaum noch Ausweichbar
    den Bw hat mehrer zu Beschafung Projekte den Rotstift oder auf Später verschoben

  14. @M:

    die „Dinger“ sind in manchen Bereichen vor den amerikanischen Modellen. Stichwort ATOL, Nutzlast HERON TP usw.
    Im Übrigen wird die 10.000 Flugstunde in der kommenden Woche erwartet.

  15. @M: Ich würde es mal mit Nuhr probieren: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal…

    Israelische Drohnen haben einen ca. 20 Jahre Entwicklungsvorsprung vor amerikanischen Drohnen. Denkt und glaubt in der Regel der Laie nicht, ist aber so! Und HERON I wird nicht nur von den Deutschen eingesetzt, sondern kann schon lange auf Erfahrungen in Einsätzen z.B. seitens der Kanadier, Franzosen und halt auch Israelis zurückgreifen.
    Die Israelis hatten UAVs schon operationell, da gab es den Predator noch nicht mal.

  16. Bemerkenswert ist die kurzfristige Realisierungszeit der SAATEG-Interimslösung Heron und das trotz Kooperation zwischen einer deutschen und einer israelischen Firma.
    1. Zwischen Vertragsabschluss und Erstflug in Afghanistan im März 2010 lagen nur knapp fünf Monate.
    2. Rheinmetall und IAI bauten innerhalb dieser kurzen Frist die Instandsetzungs- und logistische Unterstützungsorganisation auf und erreichten die notwendigen Zulassungen für das unbemannte Flugsystem.
    3. Um das System für die Luftwaffe vertragsgemäß betreiben und Unterstützungsleistungen im Einsatz rund um die Uhr gewährleisten zu können, stellte Rheinmetall parallel dazu rund 40 qualifizierte Luftfahrzeugmechaniker und Piloten ein und ließ sie, gemeinsam mit den Luftwaffenbesatzungen, in Israel an dem System ausbilden.
    4. Im gleichen Zeitraum erfolgte die Produktion der Heron-Systeme und die Verlegung nach Afghanistan.
    5. Wenn EADS es auch wollte könnten sie es, denn die Technologie haben sie!

    SAATEG Anschlusslösung – Heron TP
    Anschlusslösung für SAATEG schlägt Rheinmetall das System Heron TP (Turboprop) vor. Heron TP ist eine Weiterentwicklung des Heron 1 und einsatzreif. Der Heron TP kann bei jedem Wetter und unter allen klimatischen Bedingungen eingesetzt werden und lässt sich im Militärtransporter Airbus A 400 M an jeden Einsatzort bringen. Die Einsatzdauer des hochmodernen Systems liegt bei über 36 Stunden.

    Nach einem Bericht der „FAZ“ bot die EADS eine Kooperation an: „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir in absehbarer Zeit zu einer gesamteuropäischen Lösung einer eigenen Drohne kommen werden“, so Stefan Zoller.
    Deutschland und Frankreich wollen laut dem Bericht im Bereich UAV enger kooperieren: „Ende dieses Jahres, Anfang 2013 werden wir einen Durchbruch erleben“, sagte Zoller in der „FAZ“.
    Es gibt wohl zwischen der deutschen und französischen Regierung bereits Gespräche und deshalb muss natürlich der Minister des BMVg warten!

    Niemand braucht ein System aus den USA, denn auch dieses müsste durch die Finger des BwB und so hätten wir die gleiche Situation wie beim EuroHawk, da wird ein Fluggerät zum Bodendienstgerät. Das es das BwB zusammen mit dem WaSys Kdo nicht mehr leisten kann ist bei den Personalkürzungen und den häufigen Dienstpostenwechseln vorprogrammiert! Nun kürzen wir weiter! Wer soll eigentlich die Arbeit machen? Es wird schlimmer werden und nicht besser!

  17. [Elahan- „Niemand braucht ein System aus den USA….“]

    Nicht nur das ist das Problem, sondern auch das man nicht davon ausgehen kann, dass die gelieferten/ gekauften amerikanischen System genauso gut sind wie in den amerikanischen Streitkräften. Die sogenannten Verbündeten USA verkaufen uns nicht das was sie selber benutzen.

  18. @Howie
    Zustimmung, gerade bei HighTech Sensoren und Blackboxen ein großes Problem
    und wenn man sie dann gekauft hat, wird man bei den Ersatzteilen und den vorgeschriebenen technischen Änderungen über den Tisch gezogen! Billig ist eben nicht günstig!

  19. @ M: Falls Sie es noch nicht mitbekommen haben: Israelische Systeme sind alle „combat-proofen“ – und das jeden Tag!

  20. dann kiekt mal hier:

    [Und wieder den Link gelöscht. Links zu Webseiten deutscher Printmedien finden hier nicht statt, wie schon öfter erläutert. Bitte die Info kurz zusammenfassen. T.W.]

  21. Leute bzw. sehr geehrte Herren,.

    lest doch bitte die Beiträge von „Elahan“, „Howie“, „Tiefflieger“, „T.“, „Voodoo“, „Bang 50“ und auch die eher „legastenischen, aber durchaus fördrlichen Antworten von „Allarich“

  22. @P.Runge

    Mich würde eine Zusammenfassung des von Ihnen geposteten Beitrags sehr interessieren.

  23. Alles was zur Starfighterkrise geführt hatte, wird gerade wieder praktiziert und der GAU wird nur dadurch verdeckt, indem man nur noch einen Bruchteil der Flugstunden in Einsatzszenarien übt! Man beginnt nun ein ganzes Geschwader (AG 51) mit Mehrfachrolle (Aufklärung, EK, Seezielbekämpfung, UAV und was sonst noch alles) zu überfordern. Breite vor Tiefe wir auch im Bereich UAV dazu führen, dass man dann auch in diesem Gebiet nichts mehr wirklich kann. Ein Segelflugzeug ist ein Segelflugzeug und benötigt einen Segelflugzeugführer. Ein Recce-Lfz ist ein Recce-Lfz und benötigt eine Recce-Besatzung und ein Bomer ist eine Bomber und benötigt eine Bomberbesatzung. Man kann auf der Avionik-Logistik-Ebene Querschnittlich arbeiten aber nicht bei der Auslegung der Luftfahrzeugzelle.
    Der ständige Drang, Eierlegendewollmilchsäue zum Fliegen zu bringen (und nun noch mit Unterstützung durch SASPF) überfordert Mensch, Material, Ausbildung und Logistik.
    Machmal wäre es von Vorteil wenn man aus der Geschichte lernen würde. Die Möglichkeit und Kompetenz hätten wir! Oberstleutnant Dr. phil. Heiner Möllers kennt nicht nur die Geschichte, sondern er ist auch in der Lage Folgerungen für laufende Projekte zu ziehen! Aber Tradition im fachlichen Sinn (Tradition nicht als Ziel/Selbstzweck sondern als Brücke) wird durch das BMVg und BwB zerstört! Die Nutzung von Erfahrung wird bewußt nicht gefördert!

  24. @Tiefflieger: Gibt es die Geschichte des israelischen Drohnenprogramms irgendwo zusammengefasst? In ‚Wired for War‘ beschreibt Peter Singer die Probleme Israels beim Einsatz von Drohnen gegen die Hisbollah. Der Einsatz von UAVs führte hier vor allem zu Trotzreaktionen („Feiglinge“) und gezielten Aktionen gegen Soldaten & Zivilisten („Wer nicht bereit ist etwas zu opfern, reagiert besonders empfindlich auf Tote“). // Mich würde aber besonders interessieren, inwiefern israelische Drohnen den amerikanischen Drohnen überlegen sind. Ob Industrie, Wissenschaft oder Einsatzstunden (insbes. bei tödlichen Missionen) – ich stelle es mir sehr schwer vor, hier an den Amerikanern vorbeizukommen …

  25. @Jack Bristow

    vgl Heron1 und PredatorB (und bitte nur diese beiden Modelle vergleichen, nicht mit Reaper gleichsetzen):

    größter Vorteil HERON1: ATOL, funktioniert tadellos,
    PredatorB hat diese Funktion nicht, dadurch entstehen die meisten Schäden während Take Off und Landung, auf diesem Sektor ziehen die Amerikaner jetzt erst richtig nach.

    Natürlich hat der Predator B die Möglichkeit „Wirkmittel“ an Bord zu nehmen, dies ist ein klarer Vorteil gegenüber den geleasten Heron1 der Bw. Ansonsten kann der Heron1 im Grunde das Gleiche was der Pred B kann (SATCOM;Rover usw), Flugzeiten über 27 Stunden sind kein Problem.
    Der letzte Winter hat gezeigt, dass der Heron deutlich wetterunabhäniger ist, als der Predator B(war sehr überraschend)

    Man kann das technisch noch weiter und tiefgreifender Ausführen, aber da sind mir leider in Bezug auf Informationsweitergabe Grenzen gesetzt.

    Und zu guter Letzt:
    HERON 1 seit Dez. 2010 ohne Zwischenfälle oder gravierende Ausfälle

  26. Danke @T., die Ausführungen haben mir sehr geholfen, weil ziemlich genau dass Gleiche hätte ich jetzt ausgeführt.
    Eine Ergänzung: In AFG „fallen“ fast so gut wie täglich UAVs vom Himmel. Natürlich sind hier dabei alle möglichen Typen involviert, nicht nur Predator. Allerdings so gut wie keine israelischen Typen.

  27. @Tiefflieger

    Dem kann ich nur beipflichten. Selbst die Amerikaner mit dem HUNTER (ebenfalls israelische Drohne) versehen jeden Tag ihren Dienst, völlig unauffällig.

    Aktuell haben wir knapp 9900 Flugstunden, letzter gravierender Zwischenfall Dez. 2010 bei etwa 2000 Flugstunden. Seit 8000 Flugstunden mit 3 Maschinen keine BV.
    Aber mit den Stunden wächst natürlich auch die Erfahrung aller beteiligten Personen.

  28. vllt. klappt das ja so…hier mal der artikel vom 06.07.2010, keine ahnung ob der der gelöscht wird:

    Bundeswehr soll Reaper-Drohne bekommen

    Das Verteidigungsministerium erwägt den Kauf amerikanischer Drohnen des Typs Reaper für die Bundeswehr.

    [Sorry, aber statt des Links den ganzen Text hier rüber zu kopieren, ist natürlich auch keine Lösung – im Gegenteil, das geht weit über ein Zitat hinaus und ist damit eine ziemlich brutale Verletzung des Urheberrechts. Wenn Sie sich mal die Mühe gemacht hätten, nach dem Original der Meldung zu suchen, nämlich nach dem Text der Nachrichtenagentur Reuters, hätte ich gegen die Verlinkung nichts einzuwenden gehabt.

    Ich hab‘ mir mal für Sie die Mühe gemacht – die Reuters-Meldung:

    Verteidigungsministerium erwägt Kauf von US-Drohne Reaper

    Gern geschehen. T.W.]

  29. @Elahan

    Lies dir das FAZ Interview noch einmal genau durch. Vor allem in welche Art Cassidian Boss Zoller das rüberbringt. Ich würde mit so einen Unternehmen, dass so welche Interviews gibt, nur noch ungern zusammenarbeint. Zoller maßt sich in dem Interview an, was und mit wem das BMVg zu beschaffen hat.
    Das Interview dürfte eher eine Retourkutsche zu der Reaper Meldung des BMVg gewesen sein. Vielleicht läuft das mit den abbestellungen nicht so rund.

  30. Cassidian ist doch schon längst im aktuellen SAATEG Geschäft drin.
    Sie haben die Flugsparte von Rheinmetall kurzerhand aufgekauft (Heron,KZO usw)
    Einfach mal danach googeln.

    Und das Talarion nicht weiterentwickelt wird, kann doch niemand ernsthaft glauben.
    Die Reaper Meldung ist nur ein Testballon, es war gerade der Zeitpunkt der Vertragsverlängerung mit Heron.
    Es gibt ebend genügend Schreibtischtäter die unbedingt ein Produkt Made in USA haben wollen. Den Reaper gibt es für den Export aber nur in abgespeckter Version.

  31. Und ausreichend vor Oktober 2014 gibt es ne Auswahlentscheidung Heron TP vs. Reaper? Am Ende schiebt man die Entscheidung wieder raus und wir stehen im November 2014 ohne MALE UAV da – passend zur Endphase des Pseudoabzuges…
    Gerade ab 2015 brauchen wir zwingend leistungsfähige und idealerweise bewaffnete UAV. Oder man verlängert Heron 1 nochmal…

    Zur Bewaffnung noch ein Goldkorn: Gegenüber einer AFG-Delegation wurde wohl vor Ort die Bewaffnung von UAV gefordert – mit korrekten Begründungen.
    Siehe Reisebericht der Abg. Keul, S.6 unten; http://katja-keul.de/userspace/NS/katja_keul/Dokumente_2012_2/120519_Reisebericht_Katja_Keul_Afgfhanistan_13._-17.05.12.pdf

    Die Reaktion darauf ist interessant, da von einer Grünen festgestellt wird, dass ausweichender Feind ein legitimes Ziel ist (da war selbst Herr Jung und Herr Schneiderhan vor 4 Jahren noch anderer Meinung!).
    Der Nachsatz ist dann aber wieder grün…

  32. @Ben
    Zoller maßt sich in dem Interview an, was und mit wem das BMVg zu beschaffen hat?
    Kann ich da nicht herauslesen! Wie kommen siwe zu ihrem Schluß

    @T
    Die EADS-Tochter Cassidian und Rheinmetall legen ihre Drohnen-Aktivitäten http://augengeradeaus.net/2012/01/merkposten-zum-wochenende/ zusammen.

    Reaper ist für AFG evt geeignet, für viele andere Konfliktszenarien ist er mit dem falschen Antrieb versehen (Wellenleistungsturbiene mit heisen Abgasen-IR Signatur).
    Auch hat der Antrieb einen rel. hohen Kraftstoffverbrauch im Vergleich zu Kolbenantrieben.

    Es ist seltsam, dass gerade die einen vermehrten Rüstungsexport der BRD fordern, die US Produkte, den EU-Angeboten vorziehen!

    Was benötigt man wofür und zu welchem volkswirtschaftlichen Gesamtpreis?
    Das BMVg kann schon die laufende Reform nicht bezahlen!

  33. P.S. Ich sehe gerade dass das Dokument mittlerweile frei im Netz verfügbar ist, bitte meinen letzten Kommentar ignorieren.

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