Deutscher katholischer Bischof für internationale Schutzzone in Syrien

Von dem Interview, das die Katholische Nachrichtenagentur (KNA) mit dem Trierer Bischof Stephan Ackermann geführt hat, kenne ich bislang nur die Nachrichtenfassung von Radio Vatikan, aber schon das lässt aufhorchen:

Die internationale Gemeinschaft sollte nach Ansicht des Trierer Bischofs Stephan Ackermann in Syrien auf die Einrichtung von Schutzzonen für die Zivilbevölkerung drängen.(…) „Eine humanitäre Intervention ist ernsthaft in Erwägung zu ziehen.“

Nun ist Ackermann nicht nur katholischer Bischof von Trier, sondern auch Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax. Und damit sozusagen die Stimme der katholischen Kirche in Deutschland für Friedensfragen. Mal sehen, welche Resonanz sein Vorschlag findet. (Vielleicht müsste man auch den kompletten KNA-Text finden.)

Und zur Ergänzungen: Es gibt Meldungen, dass nach französischen Angaben im UN-Rahmen eine Flugverbotszone über Syrien erwogen wird.

Nachtrag: Jetzt habe ich die komplette KNA-Meldung sehen können. Eine zentrale Aussage Ackermanns (ich hoffe sehr, dass dieses Zitat noch im Rahmen des Zulässigen ist …):

Es hieße den Gedanken der Schutzverantwortung unzulässig zu verkürzen, wollte man ihn nur auf die Frage einer militärischen Intervention reduzieren. Die politische Leitfrage ist: Wie können wir einen hinlänglichen Schutz der Zivilbevölkerung gewährleisten? Das kann am Ende in manchen Fällen dazu führen, dass man auch militärische Mittel in Erwägung zieht. Sich aber vorschnell nur noch mit dieser Frage zu befassen, wird dem Ernst militärischer Mittel nicht gerecht, und es verengt den politischen Blick zusätzlich.

Bei aller Vorsicht in der Formulierung: Militärische Mittel sind für ihn danach denkbar.

Zu dem französischen Vorstoß bei den Vereinten Nationen gibt es jetzt eine Reuters-Meldung: France to propose UN Chapter 7 provision on Syria

Nachtrag 2: Der komplette Wortlaut des Interviews mit dem Bischof ist jetzt hier zu finden.

89 Gedanken zu „Deutscher katholischer Bischof für internationale Schutzzone in Syrien

  1. Mit dem Beispiel Libyen vor Augen werden die Russen und Chinesen werden zum Glück keine als „Flugverbotszone“ getarnte Staatsvernichtung in Syrian zulassen.

    Der Herr Bischof ist einer dieser Interventionisten die keine Ahnung haben wovon sie reden.

    „Schutzzonen für die Zivilbevölkerung “ heisst Auschalten der syrischen Flugabwehr durch massive Luftangriffe. Zerstörung der syrischen Armee. Zerstörung der Kommando- und Führungsfähigkeiten des syrischen Staates. Was der Herr Bischof fordert ist totaler Krieg.

    Und welchen der Teil der Zivilbevölkerung will der Herr Bischof schützen? Die Christen und Allawiten die von den Terroristen der Muslim Brüder mit Genozid bedroht werden? Oder die sunnitischen Familien der Terroristen?

    Exclusive: Arab states arm rebels as UN talks of Syrian civil war

    Rebel fighters from the Free Syrian Army (FSA) have received weapons from the two Gulf countries, which were transported into Syria via Turkey with the implicit support of the country’s intelligence agency, MIT, according to a Western diplomat in Ankara.

    „The Turkish government helped us to be armed,“ said one member of the FSA living in the Turkey-Syria border area. He claimed that the weapons had arrived at a Turkish port via ship and were then driven to the border without interference from Turkish authorities.

    The SNC is seen as having lost nearly all of its legitimacy with Syrian activists inside the country after failing to unite the fractured opposition. Yet, it appears that Turkey insisted the SNC vouch for the specific FSA groups that would receive the weapons before allowing the arms to cross the border.

    „Officially, they are not going to admit it,“ the diplomat said. However, the SNC are „their guys“, he said, referring to MIT. The vetting process was aimed at preventing the weapons from falling into the hands of Islamic extremists. Yet, the diplomat voiced concerns that, in practice, the weapons have only been delivered to rebels sympathetic to the Syrian Muslim Brotherhood, the dominant group within the SNC. „Only Muslim Brother groups are getting weapons,“ he said.

  2. Na ja, Ackermann ist ja auch Missbrauchsbeauftragter der kth´. Kirche und hat sich als solcher ordentlich blamiert. Da brauchte er wohl mal einen „Ausgleichstreffer“.

  3. Da wartet auf die herrschende Politikerkaste aber eine echte Herausforderung, Die Argumentationskunst müsste ja schon die Höhen der Alchemie erklimmen, die aus „Sch…..“ bekanntlich Gold machen kann. Vielleicht sollte man zuvor doch lieber erkunden, ob sich die christliche Kriegsopfertheologie vom wahren Glück und suchtfreien Leben nicht auch hierzulande noch einmal reanimieren lässt?
    Da streiten sich ein Evangele und ein Kathole wieder mal um Deutungshoheit in Sachen teutonisch-christlich-moralischer Handlungs- versus Verantwortungsethik………
    Ich bekomme so langsam das K…….

  4. @Soenke Marahrens – denken sie den Syrienkonflikt einfach mal zu Ende. Was nach einem gewaltsamen Abgang von Assad und der syrischen Führung kommt ist ein Bürgerkrieg jeder gegen jeden vergleichbar mit Irak das ja heute noch, mit 100 Toten an einem Tag, im Konflikt ist. Fragen sie die Iraker ob das nicht „totaler Krieg“ war/ist was man gegen sie geführt hat.

    Foreign Fighters Trickle into the Syrian Rebellion

    Although no reliable data is available regarding the number of foreign fighters in Syria, many sources have discussed their presence. A broad survey of reporting on the issue found at least thirty-three English, Arabic, and French news accounts that mentioned statements by foreign fighters and facilitators in Syria, confirmed deaths of such individuals, or confirmed arrests at the border. Jihadist forums also discuss such fighters, occasionally mentioning individuals who have been „martyred“ in Syria (though it is uncertain whether these sources are describing the same individuals or separate cases).
    .
    With the above limitations in mind, the collective evidence suggests that between 700 and 1,400 foreign fighters have entered or attempted to enter the country this year alone.
    .
    The foreign fighters in Syria reportedly include Arabs (Lebanese, Iraqis, Jordanians, Palestinians, Kuwaitis, Tunisians, Libyans, Algerians, Egyptians, Saudis, Sudanese, and Yemenis) as well as other Muslims, including South and Central Asians (Afghans, Bangladeshis, and Pakistanis) and Westerners (Belgian, British, French, and American). The largest contingents — totaling approximately 500-900 fighters — seem to hail from Syria’s neighbors: namely Lebanese, Iraqis, Palestinians, and Jordanians, many of whom previously fought U.S. forces in Iraq. The second-largest contingent hails from North Africa: around 75-300 fighters from Libya, Tunisia, and Algeria.

    Nochmal: Wen will der Bischof vor wem schützen?

    Wenn er die syrische Bevölkerung vor diesen ausländischen Fanatisten beschützen will dann sollte er die syrische Regierung unterstützen.

  5. „Wenn er die syrische Bevölkerung vor diesen ausländischen Fanatisten beschützen will dann sollte er die syrische Regierung unterstützen.“

    Damit diese weiterhin einen großen Teil des Volkes unterdrückt ? In dieser Frage gibt es keine Richtige/Falsche Antwort.

  6. @b, Elahan

    also Augen zu und durch? Sind ja nicht unsere Kinder und Frauen? (Sarkasmus mode aus)? Herr Scholl Latour schreibt ja leider auch nur, dass er auf keinen Fall Assad oder Ghaddaffi unterstuetzen wolle…. aber….. ohne Ziel / eigene Position ist jeder Weg wahlweise falsch oder richtig?

    Ja was denn nun?
    Gelten die Menschenrechte in Zukunft nur noch in DEU, weil es einfacher ist?

    Und 2. Warum soll ein Deutscher Bischoff nicht fuer Christen in die Bresche springen, wenn sie wegen ihres Glaubens verfolgt werden?

  7. @Sönke Marahrens

    So kenn ich sie gar nicht! Man kann doch differenzieren und das eine tun ohne das andere zu lassen! Wer Ghaddaffi/Saddam so offensichtlich unterstützte wie es der Westen tat, musste sich doch nicht wundern, dass diese Regenten sich verschätzten.

    Würden die großen Staaten nicht jeweils eine Seite in Syrien unterstützen wäre, dort sehr schnell Ruhe! Selbst Nordkorea, wäre ohne Unterstützung und Einmischung bald erledigt, aber diese Despoten nehmen ihre Bevölkerung als Geisel, erpressen den Westen machen Geschäfte mit dem Osten (oder umgekehrt, je nach Land) und wenn die Situation dann eskaliert, meinen manche man könne von Außen mit dem sipo Werkzeug Militär größeres Unheil verhindern! Wo ist da die Prophylaxe? Wo ist da langfristige, nachhaltige und strategische Weitsicht? Solange wir mit Verbrechern Geschäfte machen und uns nicht um die humane Situation der Bevölkerung kümmern, solange sollten wir auch nichts mit militärischen Mitteln unternehmen um die Kinder aus dem Brunnen holen, denn bei der Vorbereitung zum hineinwerfen schauen wir ohne schlechtes Gewissen zu. Das ausgerechnet die Menschen dann ein Eingreifen aus humanitärer Sicht fordern die jene als Gutmenschen bezeichen der sich um die Situation der Menschen kümmert bevor es soweit ist, läßt mich fragen; warum man plötzlich sein soziales Herz entdeckt?

  8. Und zu 2. Weil der Bischof es nicht mit letzter Konsequenz selbst tut und im Übrigen wird es so sein, dass wenn die staatliche Gewalt ersteinmal weg ist, werden es die Christen und Alawiten sein, die den Verlust als erste spüren werden!

  9. @Elahan

    Zustimmung

    Selbstbestimmungsrecht der Völker (Wir sind dasVolk) geht über abstraktes Menschenrecht…..R2P und so nen post-kolonialer Scheiß der unfähigen Staats-Primaten

  10. Die Christen sind ja noch auf der Seite von Assad, da das syrische Regime halbwegs säkular ist haben sie wenig zu befürchten, solange wir da nix machen. Das war im Irak genauso, und seit 2003 haben wir die irakischen Christen als Asylbewerber in Europa.
    Und viele Leute, vor allem die „Gutmenschen“, sollten sich mal von dem Gedanken verabschieden dass es eine gewaltlose Friede-Freude-Eierkuchen-Welt gibt. Das bleibt eine Utopie und wir können nur versuchen für die „bessere“ Seite Partei zu ergreifen.
    Am Ende ist das ja immer richtig, der Sieger schreibt die Geschichte!

  11. @klabautermann

    Ja und Nein,
    Selbstbestimmung ja (was ggf oder wahrscheinlich fuer AFG die Rueckkehr der Taliban bedeuten wird/kann…. ),
    aber der Weg dahin bitte nicht auf Kosten der Schwachen bzw der Schwaechsten….

    @Elahan

    jetzt machen Sie mich bitte nicht fuer das Scheitern des bisherigen Comprehensive Approaches (denn ohne mil ….) verantwortlich….(hierzu ein Originalzitat vom Wochenende einer Mutter (Sie oder ihr Ehemann im diplomatischen Dienst in Wash) gegenueber einen Soldatenkind auf dem Weg zum Firmvorbereitungstreffen mit dem Bischof „Soldatenkinder sind hier nicht erwuenscht, wir sind hier alle fuer den Frieden….)

    wenn ich ihrer Argumentation folge, kann ich mir auch jedes Streben nach Erfuellung der Menschenrechte sparen….

    Aber wenn Sie mal kurz die Perspektive DEU/Europa einnehmen, koennte man dann nicht auch annehmen, dass wir jetzt als Europa auch mal eine Wertebild nach aussen tragen sollten?

    ich wuerde behaupten der Mittelweg macht es, aber voelliges Raushalten ist m.E. genauso inakzeptabel wie die von Ihnen beschriebene Situation,

  12. …wie würde das denn aussehen : „..von westlichen Truppen eingerichtete und beschützte Schutzzonen für Christen und Alawiten“ in einem (noch) souveränen islamistischen Staat.

    So würde man sich genau zwischen die Stühle setzen und den Menschen auch nur temporär helfen.

  13. @Klabautermann

    das ist ein anderes Problem, dann sollte ich aber dazu stehen…. ;-)

  14. @Soenke

    genau. so isses…….wer Position bezieht, sollte auch die Konsequenzen tragen…..also sollten Bundespräsidenten und Bischöfe einfach mal die Fresse halten in Sachen Syrien oder Afghanisan etc

  15. @ Söhnke

    Zitat: „Und 2. Warum soll ein Deutscher Bischoff nicht fuer Christen in die Bresche springen, wenn sie wegen ihres Glaubens verfolgt werden?“

    Gute Frage, die Sie da stellen !
    Leider werden Christen nicht nur in Syrien verfolgt.
    Sie werden in Agypten (Kopten) verfolgt, übrigens härter als zu Mubaraks Zeiten.
    Sie werden im Irak verfolgt, im Gegensatz zu Saddam Husseins Zeiten.
    Sie werden vor allen Dingen in Saudi Arabien verfolgt !
    Sie werden in AFG verfolgt
    Sie werden in der Türkei (Armenier) verfolgt
    Sie werden in Indonesien, Malaysia verfolgt usw.

    Soll der Bischof jetzt gegen alle diese Länder einen Feldzug , eine humanitäre Intervention, fordern ?

    PS: Mein persönlicher Favorit wäre Saudi Arabien mit den Wahhabiten !

  16. @Georg

    Sie haben Nigeria vergessen!…..

    Hier wird heute aber auch nur schwarz und weiss gemalt!
    Die Reise nach Rom beginnt stes mit dem ersten Schritt…..(ich bin Protestant, bevor jetzt noch einer meint, ich will einen Kreuzug)

  17. Im Westen sank die Sonne als glühender Ball und malte den Himmel feurigrot, als der Zug mich wieder ins Münsterland brachte. Im Westen Kriegsglut und Blut, in der Heimat Ruhe und Frieden. In Westen und Osten Hass gegen Euch, Hass, der Euch umbringen will. In der Heimat Liebe, die Euch gutmachen will, was Ihr für uns tut. Gott helfe uns! Wir können es nicht alleine.

    Guod befuohlen!
    En hiärtlick Kumpelment KARL WAGENFELD

  18. @ Sönke

    Versuchen wir die Ihre Idee der europäischen Sicht und die Töne zwischen Schwarz und Weiß, eben die Grautöne zu belichten.

    Nehmen wir die erste Humanitäre Intervention im Namen des Völkerrechts, bis dahin waren ja nur Staaten Subjekte des Völkerrechts, neben wir also den Kosovo, vor dessen Feldzug der seinerzeitige katholische Militärbischof Dr. Dyba, in einem Kommentar in der ZEIT, die damals neue humanitäre Intervention rechtfertigte.

    Also was wurde im Kosovo seit 1999, in den vergangenen 13 Jahren erreicht ?

    – das Morden hat aufgehört
    – es hat sich ein Staat der Organisierten Kriminalität entwickelt ( die Hauptachse des europäischen Drogen- und Menschenhandels (Prostitution) führt über die Albaner im Kosovo ).
    – es wurden zig Mrd Euro im Kosovo versenkt, ein Großteil versickerte in der Korruption
    – es wird immer noch mit einem gigantischen Aufwand, eine künstliche Staatsgrenze gesichert, anstatt die wenigen serbischen Dörfer im Norden Kosovos, dem serbischen Staatsgebiet zuzuschlagen

    Also, wie schaut unsere Kosovo-Bilanz in Grautönen unterm Strich aus ?

    Das ethnische Morden hörte auf, ansonsten ist wenig erreicht worden, zu einem astronomischen Preis.

    Ich war damals auch für diese Humanitäre Intervention, wenn ich mir die Ergebnisse anschaue, muss ich jedoch feststellen, dass wir viel zu wenig erreicht haben für den Aufwand.

    Bleiben wir bei Peter Scholl-Latour . Wenn ich auf einen Baum raufklettere, sollte ich mir vorher überlegen, wie ich wieder runterkomme. Was soll das Kriegsziel einer Intervention in Syrien sein ? Sturz Assads ? Chaos im ganzen Land, anstatt in den drei grenznahen Städten ? Wie würde die Exitstrategie in Syrien aussehen ?

    Eine humanitäre Intervention kann man auch zum Vehikel des saudischen Machtanspruches machen !

  19. Der Bischof sollte sich wirklich im klaren darüber sein, dass er mit seiner Forderung nach einer Eskalation des Krieges gleichzeitig dem Ende des Christentums in Syrien nach 2000 Jahren das Wort redet.

    Denn die Sunniten werden nicht nur mit den Aleviten kurzen Prozess machen. Ganz vorne auf der Abschussliste stehen die Christen, immerhin 10 % der Bevölkerung.

    Betroffen sein davon wird auch die mit Rom unierte Melkitische Griechisch-Katholische Kirche.

  20. Gerade einmal drei Monate hielt es der vormalige Kabarettist Joachim Gauck im höchsten Staatsamt aus, da brach der alte Beruf wieder durch. So entfuhr es am Dienstag dem ersten Bürger wie folgt:
    Und dass es wieder deutsche Gefallene gibt, ist für unsere glückssüchtige Gesellschaft schwer zu ertragen.“ Aber: „‚Ohne uns‘ als purer Reflex kann keine Haltung sein, wenn wir unsere Geschichte ernst nehmen“, mahnte der Präsident.
    Anlass für Gaucks kabarettistischen Rückfall war vielleicht der Minentritt von Assistenztrainer Hansi Flick, den Gauck bei der Blamage beistehen wollte. Vielleicht war es auch die derzeit schwarz-rot-gold-Bier-geschwängerte Atmosphäre, die bei Konservativen die Hemmungen senkt. Die Offenbarung, getötete Deutsche seien ein schwaches Argument gegen Krieg und ausgerechnet Kriegsgegner ließen es an Haltung fehlen, erlaubt gewisse Rückschlüsse auf die Weltsicht des präsidialen Geistlichen.

    Bemerkenswert ist bereits Gaucks unkritischer Euphemismus „Gefallene“ – ein Sprachgebrauch, den selbst die Bundeswehr bis 2008 vermied. Die Renaissance auch der Verklärung von qualvollem Verrecken junger Menschen auf dem Abschlachterfeld zum „Heldentod“ darf noch in Gaucks Amtszeit erwartet werden – ein Wiederauferstehen Gefallener jedoch erst deutlich danach.

    Ein solches sind jedoch die über 3000 Bundeswehrsoldaten wert, die im Vertrauen auf die Sicherheit der Truppe durch Unfälle und dergleichen im Kaltem Krieg den ‚Heldentod ‚fanden. Nicht eines Mahnmals würdig befand man die 3400 Bürger in Uniform, die sich während ihrer Dienstzeit das Leben nahmen. Es gibt ja Nachwuchs, und so ist ein Bundeswehrkindergarten wie am Dienstag ein denkbar würdiges Terrain, um über die aktuelle soldatische Zulässigkeit nach der Suche nach Glück eines deutschen Staatsbürgers zu predigen.

  21. auch wenn es nichts miteinander zu tun hat, Hitler wurde auch nicht durch diplomatisches geschick gestürzt. So wie sich für mich die >Lage darstellt ( russland und china sowie der Iran stützen assad und „der Westen“ voran die saudis, Bharain und die Türkei) stützen die opposition, kann dass auch schnell in einer kompletten auslöschung und verwüstung des syrischen Staates enden. Oder um römisch zu bleiben “ sie schaffen eine Wüste und nennen es Frieden“ LG

  22. Nunmehr also wissen wir dank des an die Staatsspitze beförderten Klerikers, dass wir einer „glückssüchtigen Gesellschaft“ angehören. Süchtig nach Glück? Bereits die Definition von „Glück“ bereitet der Gauck-Gemeinde gewisse Hindernisse. Ist eine Sehnsucht nach Glück möglicherweise etwas Negatives? Wäre es gar moralischer, masochistisch dem Unglück zu frönen? Und ist es möglicherweise einfach nur unverschämt, wenn ein junger Mensch, der sich in eine Uniform hat zwängen lassen, nicht unnatürlich ableben möchte?
    So richtig in Hochform gerät der Kabarett-Routinier, wenn er vor dem Krieg „ohne uns“ warnt, ein „purer Reflex“ der glückssüchtigen Deutschen. Was sind das wohl für vaterlandslose Gesellen, die nicht auf jene schwach bewaffnete Afghanen ballern wollen, die es in zehn Jahren noch nicht in die Schusslinie geschafft hatten? „Ohne uns“ – vielleicht meint der Pastor die deutsche Schande, als weder die DDR, noch Westdeutschland sich am amerikanischen Krieg für die Freiheit der Vietnamesen vor sich selber beteiligen wollten? Und fehlten wir nicht feige, als es galt, das Öl des Iraks zu befrieden? Aus Hubschraubern auf Menschenjagd zu gehen, wäre doch für unsere Jungs kaum gefährlich. Wenigstens im US-Foltergefängnis Abu Ghuraib hätten wir doch als deutschen Beitrag einen Gefängnispfarrer stellen können!

  23. @Soenke Marahrens

    Natürlich sollten wir ein Wertebild nach außen tragen aber ich denke eben das dies mit militärischen Mitteln weniger erfolgreich ist als mit den Mitteln Beispiel durch Vorbild, wie Westeuropa im Kalten Krieg Tat. Wir waren die Hoffnung für ganze Kontinente! Leider haben die USA und auch viele andere Staaten in den Augen der sog. 3. Welt genau diesen Anspruch verspielt. Ich bin sehr für die Erfüllung von Menschenrechten, aber da Mähnen gerade wir Deutschen viel bessere Möglichkeiten als das Militär! Noch immer hat Deutschland ein hohes Ansehen in der Arabischen Welt und noch haben wir die Möglichkeit als ehrlicher Makler aufzutreten. Aber wer für Menschenrechte aufrecht stehen will, sollte gerade mit Saudi Arabien vorsichtig sein. Aber da spielen Menschenrecht keine Rolle und gerade SA ist es was die meisten Gelder in den Kampf gegen die Christen steckt! Firmenbosse von großen Unternehmen machen gerne Geschäfte mit SA und wir sollen unsere Kinder in Auseinandersetzungen entsenden die gerade von dieser Bände finanziert wird. Wo sind die Patrioten für unser Land und deren Kinder wenn es ums Geschäft geht? Unsere Regierung ist über die Finanzströme von SA nach AFG, Bahrain und Syrien informiert und weiß genau wer wen unterstützt. Diese Art von Politik ist einfach unlauter!

  24. Falls mal wieder ein historisch-politisch verirrter deutscher Geistlicher – ob als Pabst oder Bundespräsident – gebraucht wird, um Bomben zu segnen, könnte der „Geitliche“ sogar auch selbst einen kriegswichtigen Beitrag leisten. Und wer weiß, wenn wir Deutschen unsere Glückssucht endlich mal zügeln würden, vielleicht kriegen wir dann ja sogar auch Deutsch-Südwestafrika wieder zurück? Dann jedenfalls können wir „unsere Geschichte“ mal wieder so richtig „ernst nehmen“. Gaucks und Benedikt’s nächster Kabarett-Auftritt folgt so sicher wie das Amen in der Provinz-Kirche in Hintertupflingen.

  25. also Augen zu und durch? Sind ja nicht unsere Kinder und Frauen? (Sarkasmus mode aus)? Herr Scholl Latour schreibt ja leider auch nur, dass er auf keinen Fall Assad oder Ghaddaffi unterstuetzen wolle…. aber….. ohne Ziel / eigene Position ist jeder Weg wahlweise falsch oder richtig?

    Ja was denn nun?
    Gelten die Menschenrechte in Zukunft nur noch in DEU, weil es einfacher ist?

    Meine Analyse/Meinung hierzu:

    Die syrische Regierung wird von einer Koalition der Amerikaner, Türken, Saudis und Qataris angegriffen. Dieser Angriff, sollte er gelingen, ist zum Nachteil Europas. Wir sollten ihn daher keinesfalls unterstützen.

    Den Anstiftern/Angreifern geht es nicht um Menschenrechte sondern um den Umsturz einer Regierung die ihren Hegemonialplänen entgegensteht.

    In Syrien wurde eine „Farbenrevolution“ inszeniert und dann gezielt einen bewaffneten Aufstand umgemünzt der nun nach allen Kräften von aussen unterstützt wird.

    Assad hat sein Volk bis jetzt halbwegs stabil geführt und aus den Konflikten im Irak und mit Israel herausgehalten. Ein fragiler multietnischer, multisektirerischer Staat wie Syrien in einem insgesamt fragilen Umfeld ist leider (noch) nicht mit nordeuropäischen Hab-dich-lieb Demokratievorstellungen führbar. Im Vergleich mit umliegenden Ländern sah (und sieht) Syrien auch in humanitärer Hinsicht recht gut aus. Syrien hat immerhin klaglos 1 Millionen Irakische Flüchtlinge aufgenommen und versorgt.

    Einem Sturz der syrischen Regierung würde ein längeren blutiger Kampf der Minderheiten und der besser gestellten Sunnis gegen die verarmte (drei Jahre Dürre) religiös-konservative syrische Landbevölkerung folgen. Das Ganze würde nach Jahren mit einer Flucht der Minderheiten nach Europa und der Installation eines islamistischen Staates und den Fittichen der Saudis an der Südflanke der NATO enden.

    Der Libanon, der strukturell Syrien gleicht, würde ebenfalls betroffen/vernichtet werden .Die syrischen Kurden würden sich mit den irakischen Kurden zusammentun und einen eigenen Staat fordern was dann erneut Konflikte in der Türkei auslösen würde.

    Warum man die angreifende Seite bei diesem Unternehmen unterstützen sollte entzieht sich mir.

    Die ausführenden Gruppen des Angriffs fallen in drei Kategorien:
    1. „Friedliche Demonstranten“ – sind/waren im Kern von US NGOs trainierte Aktivisten – siehe diverse Wikileaks Dokumente hierzu – wie z.B. die U.S. Organisation Avaaz die die Medienbrigade in Homs trainiert hat und austattet. Diese „Aktivisten“ haben viele wohlmeinende Syrer mit durchaus berechtigten Forderungen in Demonstrationen auf die Strasse gebracht.
    2. Bewaffnete Aufständische
    a. einige wenige Kader trainiert und angeleitet von SpecOps Soldaten (Green Barrets) und verantwortlich dafür aus friedlichen Demonstrationen einen gewaltsamen Konflikt zu erzeugen. Den ersten unabhängigen Bericht zu deren gewaltsamen Auftreten konnte man bereits am 10. April 2011, drei Wochen nach den ersten Demonstrationen, lesen. Dieses waren wohl auch die Scharfschützen die recht früh auf Demonstranten geschossen haben um die Stimmung anzuheizen. (Nachweislich hat es solche „false flag“ Scharfschützen auch im U.S. unterstützen gescheiterten Putsch gegen Chavez in Venezuela gegeben.)
    b. im zweiten Schritt aufgestachelte Bauersöhne aus unterpriviligierten Gegenden die in „Flüchtlingslagern“ (die Presse hat keinen Zutritt) in der Türkei ausgebildet werden und von aussen mit Waffen und Geld versorgt werden.
    3. Transnationale Salafisten die im Dienst der „guten Sache“ und für den dicken Scheck aus Riad jeweils anreisen um das sektiererische Element mit Terrorakten anzuheizen.

    Wer das obige für eine verrückte Konspirationstheorie hält möge bitte folgende Dinge lesen:

    Seymour Hersh (der My Lai und Abu Graib aufgedeckt hat) schrieb 2007 im New Yorker ein längeres Stück über diese Pläne: The Redirection:

    To undermine Iran, which is predominantly Shiite, the Bush Administration has decided, in effect, to reconfigure its priorities in the Middle East. In Lebanon, the Administration has coöperated with Saudi Arabia’s government, which is Sunni, in clandestine operations that are intended to weaken Hezbollah, the Shiite organization that is backed by Iran. The U.S. has also taken part in clandestine operations aimed at Iran and its ally Syria. A by-product of these activities has been the bolstering of Sunni extremist groups that espouse a militant vision of Islam and are hostile to America and sympathetic to Al Qaeda.

    Die Dienstvorschrift für die Green Barrets deren Zweck als U.S. Spezialeinheit der Umsturz feindlicher Regime ist: Special Forces Unconventional Warfare (2010, (pdf)

    1-1. The intent of U.S. UW efforts is to exploit a hostile power’s political, military, economic, and psychological vulnerabilities by developing and sustaining resistance forces to accomplish U.S. strategic objectives. Historically, the military concept for the employment of UW was primarily in support of resistance movements during general-war scenarios. While this concept remains valid, the operational environment since the end of World War II has increasingly required U.S. forces to conduct UW in scenarios short of general war (limited war).
    1-2. Enabling a resistance movement or insurgency entails the development of an underground and guerrilla forces, as well as supporting auxiliaries for each of these elements. …

    Wenn man die Vorschrift liest stellt man fest das der Aufstand in Syrien tatsächlich in großen Teilen diesem Lehrbuch folgt. Zufall? Ich glaube das nicht.

    Zu dem Hintergrund der saudische und quatarischen Elemente empfehle ich ein aktuelles Stück von Alistair Crooke, ehemaliger MI6 Nahostagent: Towards a new Arab cultural revolution

    The „Awakening“ is taking a turn, very different to the excitement and promise with which it was hailed at the outset. Sired from an initial, broad popular impulse, it is becoming increasingly understood, and feared, as a nascent counter-revolutionary „cultural revolution“ – a re-culturation of the region in the direction of a prescriptive canon that is emptying out those early high expectations, and which makes a mockery of the West’s continuing characterization of it as somehow a project of reform and democracy.

  26. Obigem, sofern es freigegeben wird, ist noch folgendes hinzuzufügen.

    Assad hat noch immer sehr grosse Unterstützung in der Bevölkerung:
    Dies sind nicht nur die Minderheiten, sondern auch sunnitische gebildete Schichten die auch vile Führungspositionen in der Regierung besetzen. Die Armee, der Regierungsapparat und die Verwaltung sind intakt und es hat kaum Überläufer zu den Rebellen gegeben.

    Assad hat auf die Anliegen der Demonstranten reagiert:
    Die Verfassung wurde nach Vorbild der französischen Verfassung umgeschrieben. Das Monopol der Baath Partei wurde gestrichen. Die Verfassung wurde von einer Mehrheit in einem Referendum angenommen. Es wurde ein neues Parlament gewählt und eine neue Regierung gebildet. Die großen Oligarchen mussten einige ihrer Monopole abgeben.

    Wenn man die „westliche“ Medienberichterstattung, untermalt mit oftmals gefälschten Propagandavideos der Opposition, anschaut wird man obiges natürlich nicht erfahren. Da wird auch noch nach 15 Monaten das Ein-Mann Büro aus London mit seinen täglichen Todeszahlen zitiert. In denen sind immer nur „tote Zivilisten“ und „tote Assad Schergen“ aufgezählt. Tote Rebellen gibt es da nicht, das sind ja alles „friedliche Demonstranten“.

  27. @b

    Bravo, gut gemacht! ….und vielen unserer Bündnispartner sind unsere guten Handelsbeziehungen in den Mittleren Osten ein Dorn im Auge. Wenn wir dann doch mal die Ausfuhr von Gütern mit dem Hinweis auf die Verletzung von Menschenrechten verweigerten, dann war mit Sicherheit einer unserer Partner selbstlos zu Stelle und sprang (oft mit weniger guten Produkten) für uns ein! P.S. Dieselabgase fordern wohl mehr Menschenleben durch in Europa durch Blasenkrebs als irgend eine andere Gefahr. Aber da müsste man auf kosten von bestehenden Unternehmen investieren und neu gesetzliche Regelungen gegen bestimmende Interessen schaffen. Ernsthafte Sicherheitspolitik ist eben mehr als der Einsatz von Waffen in fremden Ländern.

  28. @b:
    Den Nachweis, dass USSF (nicht SpecOps) in Syrien Aufständische anleiten bleiben sie schuldig. Nicht dass es ausgeschlossen wäre, aber sie stellen Vermutungen als Fakten dar.
    Dass SF für UW vorbereitet sind, ist seit deren Aufstellung so – vor bald 60 Jahren…

  29. @ b | 13. Juni 2012 – 21:37
    Berichten Sie direkt aus Syrien oder wo lesen Sie die unüberprüfbaren News ;-))

    Durch die derzeit launchierten Meldungen, Kinder, Kirche etc. wird die Welt auf ein neues militärisches Eingreifen eingestimmt .. ist sicher schon verabredet.
    Und natürlich wird hier wieder nur der Luftraum gesichert oder ähnliches …

  30. Seymour Hersh ist aber nun wirklich ein journalistischer Hochstapler der übelsten Sorte. Er hat ja auch schon freiweg zugegeben, dass er bisweilen Dinge einfach nur erfindet.

    Und Hersh zu Folge hegen die Amerikaner schon seit 10 Jahren die Absicht, übermorgen in den Iran einzumarschieren.

  31. @Memoria – wenn ich einen „Nachweis“ erbringen könnte hätte die U.S. Truppe einen ziemlich schlechten Job gemacht.

    „Looks like a duck, walks like a duck, talks like a duck … “ oder auch lucky we didn’t step in.

    Der legendäre BBC Dokumentarfilmer Adam Curtis hat vor einem Jahr mal die Geschichte Syriens nach dem zweiten Weltkrieg in Worten und Bildern zusammengestellt.

    THE BABY AND THE BAATH WATER

    Seine Geschichte fängt mit dem CIA (damals noch OOS) Umsturz der demokratischen syrischen Regierung 1947/48 an. (Oh – wussten Sie nichts von? Was wissen Sie denn über Syrien?) Es folgte Chaos auf Chaos bis Assads Vater die Macht übernahm und für Ausgleich in der Gesellschaft sorgte. Der Ausgleich ist jetzt bedroht.

  32. @b:
    Sie stellen ihre Vermutungen trotzdem als Fakten dar – während Sie bei Anderen bei Behauptungen stets auf Quellen bestehen.
    Seien Sie dann doch auch selbst so konsequent und stellen Sie nicht Beweisbares nicht als unumstößliches Faktum („3 Gruppen des Angriffs… „) dar.

  33. Dass „b“ bezüglich der aktuellen Situation in Syrien massiv Pro-Assad Propaganda verbreitet sollte mittlerweile jedem klar sein.
    Aber dieses Juwel muss man doch noch mal hervorheben:
    „b | 13. Juni 2012 – 21:59
    @Memoria – wenn ich einen “Nachweis” erbringen könnte hätte die U.S. Truppe einen ziemlich schlechten Job gemacht.“

    Kennen Sie die Theorie vom „Zionist Occupied Government“? Der unwiderlegbare Beweis für diese Theorie ist laut ihren Anhängern, dass es keine Beweise gibt, da diese beseitigt wurden. Parallelen erkennbar?
    Bekommen Sie für Ihre Tätigkeit eigentlich Geld oder sind Sie „ehrenamtlich“ tätig?

  34. @b
    „wenn ich einen “Nachweis” erbringen könnte hätte die U.S. Truppe einen ziemlich schlechten Job gemacht.“

    Die Präsenz von US-Spezialkräften in Syrien wurde schon vor Monaten durch das Leck eines Gesprächsprotokolls bekannt: http://wikileaks.org/gifiles/docs/1671459_insight-military-intervention-in-syria-post-withdrawal.html

    After a couple hours of talking, they said without saying that SOF teams (presumably from US, UK, France, Jordan, Turkey) are already on the ground
    focused on recce missions and training opposition forces. … I kept pressing on the question of what these SOF teams would be working toward, and whether this would lead to an eventual air camapign to give a Syrian rebel group cover. They pretty quickly distanced themselves from that idea, saying that the idea ‚hypothetically‘ is to commit guerrilla attacks, assassination campaigns, try to break the back of the Alawite forces, elicit collapse from within.

    Die Gründe dafür, warum deutsche oder westliche Medien diese und andere Informationen nicht aufgegriffen haben, wären interessant zu untersuchen. In anderen Zusammenhängen hat man Wikileaks-Dokumente ja auch genutzt.

    Zur Lage noch interessant: Heute hörte ich von einer kompetenten Person, die mit Bezug zur Region tätig ist, dass sich mittlerweile geschätzt bis zu 1.500 militante sunnistische Islamisten (mit steigender Tendenz) internationaler Herkunft auf Seiten der Aufständischen kämpfen würden. Diese würden durch die Saudis unterstützt und Syrien vor allem über den Irak infiltrieren. Der Kern der Al-Qaida habe Syrien zum Schwerpunkt der Aktivitäten erklärt, wie aus deren aktueller Propaganda hervorgehe. Für den Fall eines Erfolges der Aufständischen rechnet man mit massiver Verfolgung der nichtsunnitischen Minderheiten, ähnlich wie schon im Irak erlebt. Bischof Ackermann führt seine Glaubensbrüder durch die Forderung nach Unterstützung der Aufständischen also möglicherweise geradewegs zur Schlachtbank.

  35. @Orontes

    Unterstützung der nicht regierungstreuen Kämpfer durch SA auch in der Süddeutschen nachlesbar.

  36. @Elahan
    Meines Wissens nach hat kein einziges deutsches Medium über das zitierte Wikileaks-Dokument berichtet. Dabei hatte das US-Verteidigungsministerium auf direkte Nachfrage eines US-Journalisten bzgl. des Dokuments, das vom Einsatz von US-SOF in Syrien spricht, nur die Methode verurteilt, mit der es beschafft wurde, aber nicht den Inhalt dementiert.

  37. Yessas,

    aber wenigstens ist es eine sicherheitspolitische Diskussion….
    mit vielen Argumenten, auch wenn nicht alle Quellen fuer einen Aussenstehenden nachvollziehbar sind…aber nun liegen sie halt mal auf dem Tisch!

    Grundsaetzlich

    1. Was die Aussagen zum Bundespraesidenten anbelangen, die teile ich so nicht. Ich fand die Rede gut, wichtig und ueberzeugend. Und endlich mal einen Schritt nach vorne…..

    im Gegensatz zur Beten mit den „Taliban Mentalitaet“ vom Kirchentag

    2. Was Syrien anbelangt, alles interessante Theorien, aber niemand adressiert die derzeitig stattfindende humanitaere Katastrophe…
    Da hoere ich nur „lieber mal wegschauen und die anderen machen lassen..“

    und was machen wir, wenn das Ganze im Sinne b/orontes/ memoria z.B. der ueber den Libanon nach Israel schwappt….. schauen wir dann auch weiter weg….

    oder muss man dann nicht die Rede des Bundespraesidenten als Warnung verstehen…… und mit der Vorbereitung des eigenen Handelns beginnnen?

    Und auch wenn der ein oder andere hier damit argumentiert, dass er juenger sei als ich, und daher neue Gedanken habe…..

    Ich habe die Geschichte mit der 10 Jaehrigen Vorwarnzeit nie verstanden….. und mich stets bei einer neuen Krise gefragt, wann gehen die eigentlich los bzw. sind die gerade losgegangen…

    Der naechste Vtdghaushalt hat mich dann stets beruhigt….. sie waren sichtbar noch nicht angebrochen….

  38. @Soenke Marahrens
    „und was machen wir, wenn das Ganze im Sinne b/orontes/ memoria z.B. der ueber den Libanon nach Israel schwappt….. schauen wir dann auch weiter weg….“

    Ohne internationale Unterstützung v.a. durch die Saudis und die USA wäre der Aufstand in Syrien vermutlich nicht soweit eskaliert. Wenn man aus einer Stabilitätsperspektive heraus argumentiert, ist die Schlußfolgerung daraus doch nicht die Aufständischen noch stärker zu unterstützen, sondern ihre Unterstützung einzustellen. Verweigerung der Unterstützung der Aufständischen durch Deutschland wäre nicht „wegschauen“, sondern Handeln im eigenen Interesse. Die syrische Regierung bedroht keine deutschen Interessen, aber ein von militanten sunnitischen Islamisten kontrolliertes Syrien mit chaotischen Verhältnissen wie in früheren Zielen ähnlicher Interventionen (Irak, Libyen…) und Flüchtlingsströmen in Richtung Europa schon.

  39. Orontes | 13. Juni 2012 – 22:52
    Die Präsenz von US-Spezialkräften in Syrien wurde schon vor Monaten durch das Leck eines Gesprächsprotokolls bekannt: http://wikileaks.org/gifiles/docs/1671459_insight-military-intervention-in-syria-post-withdrawal.html

    Ich würde aber zumindest mal die Möglichkeit in den Raum stellen, dass sich da bei der Firma Stratfor jemand gewaltig aufplustert. Vermutlich muss er auch irgendwie darlegen, was er so den lieben lange Tag an seinem Schreibtisch in Washington treibt.

    Außerdem wurde ja auch schon generell die Authentizität der Stratfor-Emails in Frage gestellt.

    Sicher kann man nicht ausschließen, dass sich amerikanische SOF auch auf syrischem Boden tummeln (haben sie auch schon vor Jahren während des Irak-Krieges getan).

  40. @ Soenke M.:
    „…im Sinne b/orontes/ memoria…“
    Verstehe nicht wie ich in diese Reihenfolge komme, da ich mich lediglich zur Quellenlage von b geäussert habe.
    Zur mal für die Chronik.

  41. @söhnke

    Ja ja das Alter … ;-)

    Gehen Sie mal davon aus das die 10 Jahre Vorwarnzeit ein frommer Wunsch sind und, wenn es wirklich dazu kommt, wir wahrscheinlich mit runtergelassenen Hosen erwischt werden…

    Leider werden die dann Handelnden wieder lernen müssen, was in der Zwischenzeit aufgrund Sparwut / Sparzwang an Wissen verloren geht, leider mit Blut :-(

    Ich kann diese ganze Jammerei von wegen „XY was hat es gebracht ausser …“ langsam nicht mehr hören.

    Als der Konflikt in ASTAN begann wurden die Militärs gefragt : „Wie viele Soldaten braucht ihr ?“

    Bei der Antwort haben die Politiker hyperventilierend, da politisch nicht realisierbar, abgelehnt ;-)

    Genauso ist es mit den ROE oder deren politisch korrekten nationalen Umsetzung.
    Die Liste lässt sich beliebig verlängern ;-)

    Das sind die Ursachen für die suboptimale Erfüllung der verschiedensten Einsätze ;-)

    Der Einsatz von Militär ist die Ultima Ratio dessen Folgen bis zum bitteren Ende zu bedenken sind, nur wenn ich zum Entschluß komme Soldaten in den Einsatz zu senden, dann sollte man es richtig machen und nicht so halbherzig wie KFOR / ISAF und all die anderen Einsätze.

    Und ja, dann wird es schmutzig, das ist der Preis des Einsatzes von Streitkräften.
    „Sauberer Krieg“ existiert nur in den Köpfen von Phantasten.

    Nur deshalb zu sagen : „Ist nicht mein Problem“, ist angesichts der bitteren Realitäten in der Welt keine Lösung.

    Deutschland ist nicht die Insel der Glückseligkeit, die autark vom restlichen Geschehen der Welt existiert.

    Egal wie, wir müssen uns Entscheiden was wir wollen, dazu hat der Bundespräsident aufgerufen, nicht mehr und nicht weniger.

  42. @StFwdR:
    Bei den ROE war es genau anders herum:
    Die Abgeordneten wollten ändern, aber die Generalität wiegelte viel zu lange ab.
    Vorne weg Schneiderhan.

  43. @Memoria

    Jepp aus vorauseilendem Gehorsam ;-)

    Im Elfenbeinturm des Ministeriums lebt es sich eben anders als in der Schlammzone.
    Und Powerpoint unterscheidet sich auch vom real live ;-)

  44. @Memoria

    Sorry, bin beim Scrollen durcheinander gekommen….

    ich wollte mit der Aufzaehlung auch nicht Gleichheit der Meinungen darstellen, sondern den aufgespannten Bogen beschreiben ;-)

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