Piraten-Abwehr: Falscher Alarm, eigene Wachmannschaft oder die Iraner?

Bei allen Seeleuten, die durch die Piratengebiete am Horn von Afrika bis hinauf ins Arabische Meer fahren, ist die Anspannung natürlich groß. Wer jederzeit mit einem bewaffneten Angriff rechnen muss, sieht auch vieles als einen Angriff.

Deshalb wird wohl eine Weile unklar bleiben, was gestern tatsächlich mit der Maerks Texas, einem Frachter unter US-Flagge, im nordöstlichen Golf von Oman passiert ist.

Vielleicht das, was Reuters gestern abend berichtete:

Pirates in the Gulf of Oman attacked the Maersk Texas, a U.S.-flagged cargo ship, but onboard guards repelled them, Maersk Line Ltd, a unit of Danish shipping and oil group A.P. Moller-Maersk, said on Wednesday.

Oder was die Finanznachrichtenagentur Bloomberg erfuhr?

Iran’s navy helped a U.S.-flagged cargo ship that was attacked by pirates off the United Arab Emirates, according to the vessel’s owner, Maersk Line Ltd. The Iranian navy was the first to respond to the initial distress call from the Maersk Texas, Kevin Speers, senior director of marketing at Maersk Line, said by phone today. The vessel was attacked by several skiffs and armed guards on board returned fire, the company said in an earlier statement.

Angesichts einer solchen politisch heiklen Story – iranische Marine rettet US-Handelsschiff vor Piraten! – ist ja denkbar, dass das zunächst nicht soo offensichtlich werden sollte. Aber vielleicht gilt ja auch, was Bloomberg ebenfalls berichtet:

The European Union’s counter-piracy force said it had reviewed the incident and determined there was “no case of piracy and it’s a false alarm,” Timo Lange, a spokesman for Northwood, England-based EU Navfor, said by phone today.

 

1 Gedanke zu „Piraten-Abwehr: Falscher Alarm, eigene Wachmannschaft oder die Iraner?

  1. Also gerettet haben die Iraner das Schiff offensichtlich nicht!
    Sie sollen lediglich den Notruf als erster beantwortet und Ratschläge gegeben haben.

    Die australische Fregatte HMAS Melbourne startete jedoch sofort ihren Bordhubschrauber, woraufhin sich die Piratenboote zurückzogen.

    Ebenfalls relativiert wurde eine Meldung, dass es sich um 30 Piratenboote gehandelt haben soll. Es waren eher 3 bis 5, der Rest waren friedliche Fischer.

    SPIEGEL Online weiß sogar, dass es bei der iranischen Hilfeleistung ein Kriegsschiff
    eingesetzt wurde. Dies ist vermutlich nicht richtig. Ich nehme an, dass eine Küstenfunkstelle des Iran den Kontakt aufgenommen hatte.

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