Deutscher Offizier in UN-Beobachtertruppe in Syrien

Vor ein paar Wochen war es noch Spekulation (und die Verwirrung um eine finnische Uniform machte das nicht besser), dass ein deutscher Soldat Mitglied der UN-Beobachtertruppe in Syrien ist. Schon damals hatte ich Hinweise, aber keine Bestätigung, dass ein Bundeswehr-Offizier im Auftrag der Vereinten Nationen dort tätig ist. Seit der heutigen ARD-Tagesschau (danke für den Leserhinweis in den Kommentaren) ist es bestätigt:

(Screenshot Tagesschau 10.05.2012)

Unter der Voraussetzung, dass der von der Tagesschau genannte Name stimmt (und zum Zweifel gibt es bislang keinen Grund): Hagen Peukert ist nach dem, was über ihn im Internet zu finden ist, Berufssoldat und Buchautor (unter dem Pseudonym Eric Hagen, obwohl er bei Lesungen unter richtigem Namen auftrat). Er gehört zum Militärstab der Vereinten Nationen.

Sein Heimatblatt, die Weilburger Zeitung, widmete ihm im vergangenen Jahr einen langen Artikel mit Hinweisen auf seine soldatische Tätigkeit: „Es war 2003“, erinnert sich der 50-Jährige an eines seiner erlebnsreichsten Jahre. „Nur ein paar hundert Meter“ sei Top-Terrorist Osama Bin Laden wahrscheinlich von ihm entfernt gewesen. Peukert war mit mehreren deutschen Soldaten in Afghanistan – ganz in der Nähe der pakistanischen Grenze – eingesetzt.

Ehe jetzt weitere Verwirrung einsetzt: Mit der Frage, ob Deutschland Bundeswehrsoldaten in diese Beobachtermission entsendet, hat das nichts zu tun. Es gab und gibt immer wieder Soldaten, die in einem Dienstverhältnis zur UN stehen, aber bei solchen Missionen ihre nationale Uniform anziehen.

4 Kommentare zu „Deutscher Offizier in UN-Beobachtertruppe in Syrien“

  • Tom   |   11. Mai 2012 - 12:57

    Gibt es dafür eine nähere Erklärung: „… 2003 … Peukert war mit mehreren deutschen Soldaten in Afghanistan – ganz in der Nähe der pakistanischen Grenze – eingesetzt.“

    Pakistan ist vom RC North doch etwas entfernt?

    Zumal wenn er gemäß Amazon 2003 auch in Bolivien bei der „Ausreiseunterstützung“ mitgewirkt hat.

  • Roman   |   11. Mai 2012 - 13:15

    Glaskugel an:
    Er kann Teil eines Verbindungskommandos zu bestimmten Stäben oder Einrichtungen gewesen sein oder eines Vorauskommandos, das bestimmte Gebiete erkundet hat. Denn die Entscheidung das RC North zu übernehmen, ist hoffentlich sorgfältig abgewogen worden. Unser Material für Kabul und später im Norden kam vorwiegende über Routen aus PAK, das muss koordiniert werden. Zudem fanden und finden regelmäßig Luftransporte außerhalb des RC North statt. Auch diese müssen durchgeführt und begleitet werden. Meines Wissens nach sind noch immer Fernmelder im Süden eingesetzt, vielleicht gehört er ja dazu?

    Und eine Tätigkeit im Rahmen der UN und EU wäre ja auch möglich.
    Glaskugel aus.

  • Tom   |   11. Mai 2012 - 14:48

    Ok, ich habe statt der Glaskugel mal den von T.W. erwähnten Artikel des „Weilburger Tagesblatt“ online gelesen – hätte man ja auch gleich machen können. :-(

    Das erklärt ein paar Dinge bzw. lässt dem fachkundigen Leser zwischen den Zeilen nur noch wenige Deutungsalternativen. Lesenswert!

  • Tom   |   16. Mai 2012 - 13:35

    Die Bundesregierung hat heute beschlossen, bis zu zehn Bundeswehrsoldaten als Militärbeobachter nach Syrien zu entsenden. Aktuell steht die Entsendung eines (weiteren) Stabsoffiziers an.
    http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2012/05/2012-05-16-milit%C3%A4rbeocbachter-syrien.html?nn=391850