Nur für starke Männer? Die ersten Heeresbergführerinnen der Bundeswehr

Angesichts der Diskussion über den Bundeswehr-Werbespot für starke Männer und der damit verbundenen Geschlechterdebatte kommt diese Mitteilung der Gebirgsjägerbrigade 23  heute sehr passend:

Die ersten Heeresbergführerinnen Deutschlands
Soldatinnen aus Bad Reichenhall und Mittenwald werden die ersten Heeresbergführerinnen der Bundeswehr

Am vergangenen Freitag wurden in Mittenwald 13 Soldaten nach bestandenem Lehrgang zum Heeresbergführer ernannt, drei davon stammen aus dem Gebirgsjägerbataillon 231 in Bad Reichenhall. Erstmals in der Geschichte der Bundeswehr haben zwei Frauen den längsten und forderndsten Lehrgang an der Gebirgs- und Winterkampfschule erfolgreich absolviert.


Oberfeldwebel Beatrice Soyter wird zu einer der beiden ersten Heeresbergführerinnen der Bundeswehr ernannt. (Foto: Sebastian Kollert)

An diesem verregneten Freitag haben sie es geschafft: Nach fast einem Jahr Ausbildung und einer Vielzahl von Prüfungen wurden dreizehn Teilnehmer des 53. Heeresbergführerlehrgangs von Brigadegeneral Johann Langenegger zum Heeresbergführer ernannt, erhielten ihr Abzeichen von ihrem Hörsaalleiter Major Schwegler und ihr Bergführerbuch aus den Händen von Oberst Görsch, dem Schulkommandeur der Gebirgs- und Winterkampfschule Mittenwald. Unter ihnen waren Oberleutnant Rene Grözinger, Oberfeldwebel Michael Schmid und Oberfeldwebel Beatrice Soyter aus Bad Reichenhall. Zusammen mit Oberfeldwebel Christin Schindler aus Mittenwald sind die letztgenannten die ersten Heeresbergführerinnen der Bundeswehr. Dabei hätten beide „die Anforderungen mit Bravour erfüllt und die Ausbilder und Kameraden tief beeindruckt“, erwähnte Oberst Görsch beim feierlichen Appell vor dem Offizierkasino in Mittenwald lobend. Das Lehrgangsniveau blieb unverändert hoch. „Das ist unbedingt notwendig, weil die Anforderungen der Natur keinen Unterschied zwischen Mann und Frau machen“, erklärte der Oberst.

Der Lehrgang selbst begann mit dem viermonatigen Sommerteil im Mai 2011 und beinhaltete das Führen in Fels und Eis in Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich, Hubschrauberrettung und auch die Sprengausbildung. Im fünfmonatigen Winterteil von Dezember 2011 bis April 2012 erwarben die Teilnehmer die Qualifikation Ski-Instructor. Daneben standen Wasserfallklettern, Schneedeckendiagnose und das Führen von Hochtouren im Wettersteingebirge, Allgäu und in Andermatt in der Schweiz auf dem Programm. Die schönsten Erfahrungen für Beatrice Soyter waren die Hochtouren und die Gratwanderungen in Chamonix in Frankreich. „Vor dieser Kulisse unter diesen Anstrengungen bestehen zu können, war eine beeindruckende Erfahrung“, berichtete sie bescheiden. Die Zusammenarbeit und das Zusammenleben mit ihren männlichen Kameraden erwies sich als unkompliziert. Für Beatrice Soyter war das auch nie ein Thema: „Am Berg zählt der Zusammenhalt der Menschen, über Dienstgradgruppen und menschliche Stärken und Schwächen hinweg.“

50 Gedanken zu „Nur für starke Männer? Die ersten Heeresbergführerinnen der Bundeswehr

  1. T.Wiegold | 24. April 2012 – 13:49 – –

    […]Sehe gerade eine passende Meldung: Die ersten zwei Heeresbergführerinnen der Bundeswehr.[…]

    Da dies ein in der Tat ganz besonderer Personenkreis ist, ist das tatsächlich ein sehr geeignetes und schönes Beispiel, was man mit harter, fordernder Ausbildung alles aus dem entsprechendem, aber natürlich auch für diese AVR geeignetem-und das sind viele, Männer wie Frauen garantiert nicht-, Personalkörper herausholen kann.

    Zitieren möchte ich aus bekannten Gründen nicht, aber auf den letzten Satz im Artikel ganz besonders verweisen, denn exakt darum geht es. Und das Bild bzw. die Angetretenden verdeutlichen dies auf ihre, so unnachahmliche und sympathische Gebirgsjäger-Art-und-Weise..

    [Hinweis: Habe mir jetzt die Mitteilung direkt von der Gebirgsjägerbrigade 23 besorgt, zitieren etc. ist also kein Problem. T.W.]

  2. Und wie immer sieht die Uniform bsondern schei**e aus. Wenn ich mir den Chef und die Typen im Hintergrund anschaue, bekomme ich echt das grausen. Zumal ihre Jacke auch zwei drei Nummern zu groß erscheint.

  3. Haters are gonna hate. Romans Kommentar verdeutlicht das sehr schön.

    Ansonsten sollte das THEORETISCH ja jetzt allen, die immer behaupten, es gäbe Sachen, „die Frauen nun mal einfach nicht können“, zeigen, dass das Blödsinn ist. Oder muss es jetzt erst offiziell die erste Frau beim KSK geben? (inoffiziell scheinen sie sich ja immer wieder Frauen aus anderen Truppenteilen „ausleihen“ für Einsätze… kann das jemand bestätigen?)

  4. ?

    @ Marlene

    Ich habe gar nichts zur Eignung der Frau gesagt, nur dass die Uniform aller Beteiligten erbärmlich aussieht.

  5. @Roman

    …also ehrlich, Truppe ist Truppe und nicht WaBat. Grundform trägt man in derTruppe doch nur alle paar Monate fuer ein paar Stunden. Wir brauchen Killer und keine dressmen und Modells. Uniform ist wahrscheinlich deswegen büschen zu gross, weil der Lehrgang natürlich eher Abnahme- als Mit- oder Zunahmeeffekte physiologisch generiert.
    Vielleicht sollte ich die Damen Bergführerinnen für ein paar Tage zu mir nach Norwegen einladen zur Belohnung, dann koennen sie mal mit deutschen, norwegischen und anderen internationalen Bergkämpfern zusammen kommen.

  6. Warum knicken die GebJ eigentlich immer die Mütze vorne ein?
    Um das Heeresabzeichen zu verstecken? ;)

  7. @Sachlicher
    „Unnachahmliche Gebirgsjäger-Art“ ja stimmt, hoffentlich ist da außerhalb dieser Truppe anders. „Sympathisch“ finde ich diesen Haufen Verkleideter bei einem doch zumindest für die beiden Personen im Vordergrund offenbar wichtigen Vorgang nicht.

    @Roman
    Abgesehen von der Wortwahl volle Zustimmung.

    @Klabautermann
    Nicht nur im Wachbataillon sollte man bei der Musterung zumindest „anständig“ dastehen. Und die nennen das ja weiter oben immerhin einen „feierlichen Appell“.

  8. Also bezüglich Uniform. Die Kameradin Oberfeldwebel ist, wenn man vor ihr steht, eben sehr zierlich und klein. Was wie man sieht augenscheinlich nicht arg viel mit ihrer Leistungsfähigkeit zu tun hat. Sauber! und meinen Glückwunsch. Bevor man wieder in die allg. Diskussion über AVRs für oder ohne Frauen abschweift wäre es wohl hinträglicher die beiden HBF (w) als Role Models zu nehmen und endlich mal einen Maßstab für Frauen zu generieren.

    Das ist ein – wie ich finde – sehr grundlegendes Problem. Niemand hat den Frauen mal gesagt – was sie wirklich können müssen, oder was man von ihnen erwartet. „Das Gleiche wie von den Männern“ ist eben Unsinn zumindest in der Breite. Aber da hat man nun mal welche die es geschafft haben einen Hochwertlehrgang zu absolvieren und eine der höchsten Qualifikationen in der Bw zu erwerben. Aus diesen, den Frauen mit EK/EK2, den Pilotinnen etc. etc. etc. muss nun das geschaffen werden was wir Männer doch schon von Tag 1 an hatten: Vorbilder, und zwar welche mit denen man(n) (respektive Frau in diesem Fall) auch identifizieren kann. Das dies bisher nicht der durchtrainierte Oberfeldwebel der Infanterie mit zugehakten Armen und Bürstenschnitt für die kleine Annika war ist wohl selbstredend. Hab auch noch keinen männlichen Soldaten getroffen der offenbart hat „So wie die Stabsärztin, oder die Frau Oberfeldwebel XY so möchte ich auch mal sein“

  9. Wenn die Frau Oberfeldwebel den Lehrgang vollumfänglich – d.h. ohne irgendwelche „gegenderten“ Abstriche bei den Leistungsanforderungen bestanden hat, verdient sie großen Respekt!

    Frauen sollten grundsätzlich in allen Verwendungen denkbar sein – mit der klaren Maßgabe, dass die Leistungsanforderung für alle „Bewerber_Innen“ gleich sind.
    Diese Anforderungen sollten allein an der vollumfänglichen Fähigkeit zur Auftragserfüllung in der geplanten Verwendung ausgerichtet sein und nicht für irgendwelche Quoten verwässert werden.

    Der Respekt für derartige Leistungsträgerinnen würde sich automatisch einstellen!

    Eine Verwässerung der Anforderungen in den Bereichen, (Infanterie, Spezialkräfte etc.) in denen eine bestimmte körperliche Leistungsfähigkeit zwingend erforderlich ist – nur um politisch gewollte Gender-Quoten zu erzielen hielte ich für grob fahrlässig.

    ———————————
    Bei 1.60 und 55 Kilo stellt sich mir automatisch die Frage, ob sie das volle Marschgepäck inklusive Bewaffnung etc. bewältigt und ob sie in der Lage wäre einen verletzten Kameraden mit 90 kg und einer Größe von 193 cm zu bergen.

    Leider wäre das ja nicht der erste PR (und Karriere-) geile Vorgesetzte, der auf Krampf die erste Frau in einer bestimmten Verwendung vorzeigen wollte.

  10. Oh mein gott hängt hier ein gleich mehrfach bornierter Haufen rum.

    Ja, unser DA Grundform sieht mistig aus – gern zugegeben. Das aber in allen Truppengattungen. Um im Ton einiger Vorposter zu bleiben: Ziemlich schw** finde ich das Schiffchen oder Tellergroße rote Barrets.
    Es ist doch alles mehr oder weniger Geschmackssache. Und die Erübrigt sich mit der Anwendung des Wortes „Uniform“.

    Ja, die Wortwahl „feierliche Übergabe“ oder so ähnlich lässt in der Umsetzung in Bildern zu wünschen übrig. Ich persönlich finde, Feierlichkeit misst sich nicht ausschließlich im Bild sondern im Rahmen, der einer Veranstaltung gegeben wird. Die Außerdienststellung einer ganzen Truppengattung sieht auf den zahlreichen Bildern gruselig aus – in der Realität war das schon irgendwie bewegend – auf die ein oder andere Art.
    Nicht Dabeigewesene mögen sich einer Kommentierung enthalten – ich war auch nicht dabei.

    Die Einladung nach Norwegen… ich weiss, daß wenigstens eine der Damen diese Einladung gern annehmen wird, der Poster Klabautermann wende sich über TW gern an mich – ich bin gespannt welche Realisierbarkeit eine solche Einladung hat. Könnte es vielleicht sogar sein, dass diese eine der beiden Damen eventuell schonmal längere Zeit in Norwegen unterwegs war? Hmmm….
    SERE ist da so ein Stichwort – man weiss es (offenbar) nicht….

    Im übrigen: auf „dem Lehrgang“ nimmt niemand ab. Eine Art körperlicher Exklusivität ist aufgrund der hohen physischen Belastung im sportlichen Bereich über Jahre hinweg mehr oder weniger Vorraussetzung für den Lehrgang, da schon das Anwärter-Programm dafür sorgt, dass sich der teilnehmende menschliche Körper in einem hochgradig fitten – und damit „GQ-tauglichen“ Zustand befindet.

    Selbstverständnis als Gebirgsjäger im Allgemeinen… Ich bin sicherlich als Kieler kein Fan dieses unserer Truppengattung anhaftenden bayerisch-volkstümelnden Bergführer-Hypes, aber in manchen Fällen bestimmen Klima und Gelände die Arbeit – und da sehen einige hervorragende Soldaten sehr alt aus.

    @Marlene:
    Nicht nur inoffiziell werden weibliche Soldaten mit in Missions genommen – besonder die Feldjägertruppe sticht hier hervor. Ich nenne mal als Stichwort die Durchsuchung von weiblichen Verdächtigen in einem islamischen Umfeld.

    @Sascha Stoltenow:
    Ich wage zu bezweifeln dass Sie die Leistungen eines Bergführers – übrigens einer Zweitverwendung, eine der beiden ist ganz regulär Infanteriefeldwebel und Gruppenführer, auch im Einsatz – zu erbringen im Stande wären.

    Insgesamt…
    Ich kann kaum glauben dass ich hier eine Lanze für die Bergführer brechen muss, aber was hier bisher geschrieben wurde zeigt eine Einstellung, die ich sogar als Benutzer der Formulierungen „Brigade Rückwärts“ oder „Dornröschen-Brigade“ kaum nachvollziehen kann.

    @Thelamon:
    Ein gendering (nettes Wort :-) ) findet nicht statt.
    Ich habe erlebt, dass o.g. Frau Oberfeldwebel das geforderte Gepäck inklusive Waffen und Munition ganz ganz locker beweältigt hat.
    Berghaus mit Füßen sieht zwar komisch aus, aber ich denke dass das nicht der springende Punkt ist…

    Natürlich wollen Vorgesetzte bestimmte Personen in bestimmten Verwendungen – aber ich kann dem geneigten Leser versichern, dass es in diesem Fall – und den diskutieren wir hier – nicht so ist.

    P.S.: Wir knicken die Mütze aus demselben Grund vorne ein, aus dem viele Angehörige der PzLBrig 9 im Dingo ein schwarzes Barrett oder eine „Pissrinne“ in der Feldmütze tragen.
    Mit anderen Worten: Macht man halt so – oder nicht. Steht irgendwo ein Verbot davon?

  11. @karlchen:

    Off-topic-Nachfrage: die Begriffe sind mir nie untergekommen. Betiteln diese „Spitznamen“ etwas die GebJgBrig23?

    @Topic:

    Tja, jetzt könnten sich einige Poster aus der langen Diskussion über Frauen in Kampfverwendungen wohl einige Gedanken machen.

  12. Ganz ehrlich, mir geht es auch auf die Nerven, dass die Bundeswehr den Formaldienst abgeschafft hat! Und die 37/10 scheint auch nur ein „Anhalt“ zu sein.

    Warum haben denn der KDR und die Frau OFw den „Großen Diener“ an und der Rest nicht? Beiden passt offensichtlich auch das Koppel nicht. Keiner der Beteiligten hat was von „Blick frei geradeaus gehört“ und der Herr am rechten Bildrand Platz gleich aus seiner Uniform. Nicht das es bei der Marine anders aussieht … und das alles hat ja auch nichts mit Wachbataillion zu tun, wenn ich zu XY Bank gehe, sehen die ja – in der Regel – auch nicht aus als wenn den der Anzug noch nie im Leben gepasst hätte. Es hat halt auch etwas mit Öffentlichkeitsarbeit zu tun.

    Wie auch immer! Kompliment an die Kameradinnen für die erbrachte Leistung! Das sollte ja trotz allem im Mittelpunkt stehen!

  13. Dass Frauen im Bergsteigen herausragende Leistungen bringen, ist doch nicht neu. Ich nenne nur: Gerlinde Kaltenbrunner, Edurne Pasaban und Oh Eun-sun.

  14. @ Mariner: genau das ist ja der springende Punkt! Dass die Uniform nicht bescheiden aussehen muss, beweist ein Blick aufs Wachbtl. Jeder einzelne Soldat kann dafür Sorge tragen, dass die Uniform ordentlich sitzt, dass die Schuhe blank geputzt sind, das Hemd ordentlich gebügelt ist und man einen vernünftigen Haarschnitt trägt, so dass das Barett, die Bergmütze etc. anständig sitzt.
    Dies scheint aber offensichtlich den heutigen Bundeswehrsoldaten zu überfordern. Wenn dann noch hinzukommt, dass dem Soldaten jegliche Körperspannung abhanden gekommen ist und er wie ein Fragezeichen in der Formation steht, siehts halt so aus, wie es häufig zu sehen ist.
    Und übrigens: wir könnten eine noch so schöne Uniform haben, wenn der BMI jenseits von gut und böse liegt, sieht man auch in der schneidigsten Uniform aus wie ein vollgesch……. Strumpf… ;)
    Wer will, darf mich jetzt zerreissen mit den bekannten „wir haben ganz andere Probleme“-Argumenten!

  15. @karlchen

    lol….ich werd mal morgen früh meine hauseigenen Gebirgsjäger/Bergführer auf meine Einladungsidee ansetzen……..

    @T.W. Sie dürfen meine @ddi gern an @karlchen weiter geben…

  16. @klabautermann

    wir wollen uns doch nicht streiten :-)
    Ich persönlich finde Norwegen ausgesprochen attraktiv; Wenn es da Kontakte gibt, die über die diesjährige Einladung zur Nutzung von TrpÜbPlätzen und Lehrgangsangeboten hinausgeht hoffe ich inständig über TW einen Kontakt herstellen zu können.

    @TW auch meine Email-Adresse darf ausdrücklich Klabautermann zur Verfügung gestellt werden – ich bitte sogar darum.

    mkG

  17. Jetzt lässt sie sich noch nen Bart wachsen, kaut Kautabak, zieht ihre Uniform wie ein Schlumpf an, voilá, perfekt! Blümchenbrigade lässt grüßen.

  18. Diese bundesdeutsche Verkrampftheit beim „Battle of the Sexes“ ist doch immer wieder lustig. Und hier gibt’s nun schon den zweiten „Gender-“ Artikel…

    Es ist doch gar nicht so schwer:
    1) Männer und Frauen sind nicht gleich! Oder seit wann können Männer Kinder gebären?
    2) Männer und Frauen sind sehr wohl vor dem Gesetz gleich und gleichberechtigt.
    3) Es darf niemand wegen seines Geschlechts diskriminiert werden. Wenn also z.B. bei Eignungstests für Männer und Frauen unterschiedliche Kriterien angewandt werden, also beispielsweise bei physischen Leistungstests die Anforderungen an Frauen geringer sind, als die bei Männern, dann ist das eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Da die Bundeswehr beim PFT für Männer und Frauen unterschiedliche Leistungstabellen hat, liegt hier ein klarer Fall von geschlechtsspezifischer Diskriminierung vor. Dies gehört abgeschafft.
    4) Die Leistungsanforderungen der Bundeswehr ergeben sich aus der Einsatzrealität. Wer eine bestimmte Eignung erreicht/nachweist, muss dafür eine bestimmte Leistung erbringen – unabhängig vom Geschlecht.
    5) Wenn Frauen bestimmte Leistungen nicht erbringen, die Männern aber abgefordert werden und die diese bringen, dann sind diese Frauen halt raus.
    6) Das multimodale (körperliche) Leistungsprofil für extremere Kampfeinheiten wird nur sehr selten von Frauen erbracht (Siehe Foto). Denen, die es schaffen, ist zu gratulieren, denn gemäß 1) haben sie eine Leistung erbracht, die einer Frau nun mal naturgegeben schwerer fällt, als einem Mann. Dies festzustellen, hat im Übrigen nichts mit Diskriminierung zu tun.
    7) Wenn ein Soldat Befehle nicht befolgen will, und dies mit seinem Geschlecht begründet, ist das ein Grund für einen Rauswurf.
    8) Ein Kommandeur hat bei einem Einsatzbefehl selbstverständlich zu beachten, ob das Geschlecht der ausführenden Soldaten ggf. eine Rolle spielt. Wenn hier Frauen oder Männer aus einer bestimmten Einsatzrolle herausgenommen oder herausgehalten werden, so ist das zu akzeptieren. Jedes Geschlecht hat geschlechtsspezifische Stärken und Schwächen, die oft genug mit der konkreten Person nicht einmal was zu tun haben, sondern durch das Einsatzgebiet etc. bedingt werden. Selbstverständlich muss der Kommandeur dafür gute Gründe haben, die aber nicht mit gutmenschlichen Gender- Beauftragten diskutiert werden müssen, sondern sich an den Realitäten der Welt und des Einsatzprofils messen lassen müssen. Die Rekrutierung/Ausbildung von Soldaten (m/w), für die es mit dem ausgebildeten Profil keine sinnvolle Verwendung gibt, ist aus Kostengründen zu unterlassen.

    Zur Uniformdiskussion: Die BW hat einige – sagen wir – nicht wirklich vorteilhafte Uniformen. Da mit der Abschaffung der Wehrpflicht öffentliches Erscheinungsbild noch wichtiger geworden ist, sollte man vielleicht darüber nachdenken, einige Uniformen zeitgemäß zu überarbeiten. Auch wenn es nur um eine Oberflächlichkeit geht: Coole Uniformen machen das rekrutieren leichter, gerade bei Frauen ;-)… niemand möchte sich für seine Berufskleidung schämen müssen, insbesondere wenn das dann die besondere „Vorzeigebekleidung“ sein soll!

    Die Fähigkeit, Pressefotos zu inszenieren, die klasse aussehen und beeindrucken, könnte eventuell auch noch ausgebaut werden. Diese „Schlachtordnung Hühnerhaufen vor Dachrinnenrohr mit alter Markise“ im Hintergrund vermittelt jetzt nicht gerade den Eindruck einer disziplinierten Truppe mit besonderen Fähigkeiten. Ist das wirklich ein offizielles BW-Foto oder stammt das von einem verdeckten Mitarbeiter der Antimilitaristen Deutschlands, der die BW als Deppentruppe darstellen will?

  19. @PW1

    Ich wuerde es mal anders herum sehen….. wenn dass hier unsere einzigen Probleme sind, dann muss ja um die Streitkraefte herum alles in Ordnung sein!

    Die beiden Frauen schaffen mit ihren 11 Kameraden den Heeresbergfuehrerschein, eine der wohl anspruchvollsten Ausbildungen (neben KSK, Jetpilot usw….der geneigte Leser kann hier auch seine Ausbildung eintragen) in den Streitkraeften…….und dann wird hier die Uniform diskutiert….

    Hierzu gibt es im uebrigen einen Schluesselsatz in der ZDv 37/10 , den viele immer ueberlesen:

    Ziffer 104
    „Den jeweiligen Anzug befiehlt der Disziplinarvorgesetzte oder der Vorgesetzte, der
    den Dienst anordnet.“ Damit waeren formal saemtliche Kommentare an den dort anwesenden Kdr zu richten…..
    und natuerlich ist auch niemand daran gehindert, nein er ist sogar als Vorgesetzter (wenn die VVO greift) aufgerufen einen etwaigen Mangel, wenn er ihn feststellt, abzustellen bzw als Kamerad den anderen darauf hinzuweisen, dann aber vorort und persoenlich….. hier finde ich es einfach arrogant und ganz ehrlich gesagt kleingeistig!

    Ich wuensche den neuen Bergfuehrern alles Gute!

  20. @Soenke und SunTzu

    Danke ;-) Nun brauch ich doch nicht in die FU 6 zum sanity check

  21. @karlchen: Wie es aussieht, hat das Blogsystem von tw meine Ausgeichnung meines Kommentars als ironisch verschluckt. Hätte man aber drauf kommen können ;-) Ich fand es auf jeden Fall angemessen, dass der Ski-Lehrer meines Sohnes in Oberstaufen HBF war, und kann sehr wohl einschätzen, welche Leistung damit verbunden ist, ist es doch quasi beinahe unmöglich, den Lehrgang zu bestehen, wenn man nicht in einer Schneewehe mit Skiern an den Füßen geboren wurde …

  22. Ich wette, keiner (!!!) der supertollen Diskutanten hier mit den verkrampften Kommentaren ist auch nur annähernd in der Lage, die Leistungen der Frau Oberfeldwebel mit ihrem erfrischenden Lächeln zu erbringen. Also einfach mal den Mund halten und etwas akzeptieren, was vielleicht nicht so nahtlos ins eigene Weltbild passt.

    Und auch das Ablenkungsmanöver mit der Uniform fruchtet nicht. Es gibt neben Bügelfalten und blank gewienerten Knobelbechern auch andere (und zugleich wichtigere) Kriterien, welche den Geist einer Truppe und ihre militärische Fähigkeit bestimmen. Die Gebirgstruppe weiß sehr wohl, was Disziplin, Kameradschaft und Durchhaltevermögen bedeuten und auf was es in kritischen Lagen wirklich ankommt, und sie braucht da in der Regel keine Belehrungen.

  23. @ KeLaBe

    Oha. Das Totschlagargument kommt wieder aus der Kiste. Wie kleingeistig. Andererseits kann man tausende Soldatinen aufzählen die nicht dazu in der Lage waren oder wären. Darum geht es aber nicht. Hier haben wir zwei schöne Beispiele u ohne die Frauen selber kennen zu können, bin ich sehr wohl angetan von ihren Leistungen. Daraus aber induktiv ableitend, das Frauen im Regeldienst für das Feld der HBF oder in den Kampftruppen allgemein geeignet sind, kann ich nicht. Es stehen aber zu viele Beispiele dagegen. Deduktiv betrachtet wankt natürlich auch das Gebilde der Allgemeinen Nichteignung. Das Beispiel von T.W. bezüglich irgend einer Zugführerin ist meines Erachtens nicht so geeignet. Dies liegt aber primär an den Aufgaben eines ZgFhr. Nun fehlt noch eben die positive Eignung von Soldatinen im Gefecht, insbesondere im infanteristischen Angriff. Wie dem auch sei. Darum geht es aber nicht primär. Was fehlt, wurde schon mehrmals klar angesprochen: zutreffende (also möglichst erfahrungsbasierende) Vorgaben, was ein Soldat auf welchen Dienstposten aushalten muss. Und über diesen Kamm werden dann eben alle gescherrt. Wenn es dann Frauen schaffen, dann ist das halt so. Dann sollte eben nur noch darauf geachtet werden, dass diese Anforderungen regelmäßig geschafft werden. Da haben dann doch einige Kameradinnen ihre nachvollziehbaren Probleme.

    @ SM
    Das kann man so oder so sehen. Die Uniform sieht grottig aus, wird zudem schlecht getragen. Daraus kann man per se nicht das eine oder andere ableiten. Durchaus aber, das mit einer besser gestalteten Uniform und besseren Umgang mit dieser ihre Inhaber sich mit ihr bestimmt mehr identifizieren könnten. Unsere Partner in der NATO haben da schöne Beispiele.

  24. @ Roman

    Welches „Totschlagargument“ sprechen Sie mit Ihrer großgeistigen Erwiderung an? Ich bin mir nicht bewusst, auch nur irgendeine These induktiv oder deduktiv abgeleitet zu haben. Ich habe mir nur erlaubt, die erfreuliche Leistung einer frisch gebackenen Heeresbergführerin zu würdigen und gegen so manche offenkundige Neider zu verteidigen.

    Aber lesen Sie doch bitte einfach noch mal in Ruhe meinen Kommentar – wobei ich mir nicht verkneifen kann, auf den zweiten Satz besonders hinzuweisen.

  25. @Roman
    Danke.
    Dass die Folkloretruppe dieses Bild schönredet und sogar noch operationell oder sonstwie begründet, hatte ich nicht anders erwartet.
    Meine These ist hingegen, dass Vordergrund und Hintergrund aus böswilligen Motiven aus zwei verschiedenen Fotos zusammenkopiert worden sind. Dafür spricht der unterschiedliche Anzug und die unterschiedliche Körperspannung. Ich kann mir selbst beim Heer nicht vorstellen, dass dies ein offizielles, zur Veröffentlichung freigegebenes Bild ist.

  26. Die Wand bleibt die Wand, man wird wohl kaum eine Frauenversion in den Fels gemeißelt haben. Also: Hervorragende Leistung an die Absolventen und vor allem die Absolventinnen, denn um die Damen geht es hier ja vorrangig.

    Es ist natürlich klar, dass eine solche Schlagzeile die alte Diskussion über Frauen in Kampftruppen auslöst und das Gezeter losgeht. Ich für meinen Teil bin da auch durchaus konservativ, aber nicht dogmatisch. Vor allem zeigen diese Beispiele, dass es auch in der Bundeswehr 1A Soldatinnen gibt. Man erinnere sich im Übrigen daran, dass wohl die wenigsten männlichen Soldaten ihr eigenes Körpergewicht hinreichend unter Kontrolle halten können, nich wahr?

  27. @ KeLaBe

    Ihr Argument bzw. die Behauptung:

    „…keiner (!!!) der supertollen Diskutanten hier mit den verkrampften Kommentaren ist auch nur annähernd in der Lage, die Leistungen der Frau Oberfeldwebel mit ihrem erfrischenden Lächeln zu erbringen.“

    Ich muss nicht im Weltraum gewesen sein um zu wissen, das man dort oben nicht die Tür ohne Anzug aufmachen sollte.

    @ Sailor1995

    Das hatte ich auch schon gedacht, gerade da im Hintergrund das Koppel fehlt und der Typ rechts eher eine graue Leggings trägt. Aber vmtl. ist dies der Schulstab oder so, also der übliche grottige alteingesessene Haufen, den es an jeder Truppenschule gibt.

    @ Niklas

    Blödes Argument, da es auch zum Anfressen/Antrinkes der berühmten Bürowampe einige Zeit braucht. Aber wenn kalrchen die Soldatin kennt, kann er sie vielleicht in 10 Jahren überreden, sich nochmal hier zu präsentieren. Vielleicht kann man ja dann auch erkennen, dass der Zahn der Zeit dann doch an vielen Leuten nagt, egal welcherlei Geschlechts.

  28. Es scheint, dass einige bei dem Thema meinen, so richtig die Sau rauslassen zu müssen. Den Ton finde ich teilweise erschreckend… Wäre nett, wenn sich das wieder normalisieren würde.

  29. @T.Wiegold,
    es zeigt sich aber was in der Truppe so schwelt. Darüber wird hinter vorgehaltener Hand schon lange gesprochen. Was in diesem Zusammenhang einfach nervt und letztlich lebensgefährlich ist, dass die Vorgaben von Politikern kommen, die schlicht keine Ahnung haben. Frau Künast & Co glorifizieren das Frauenbild in einer Art und Weise, die nicht zutrifft und dem sie selbst und eben viele andere Frauen nicht gerecht werden. Das würde umgekehrt für Männer genau so gelten. Herr Wiegold ich vermute, dass sie sehr überrascht von der Reaktion auf ihren kleinen Artikel sind. So ist es eben immer wenn man auch bei diesem sensiblen Thema einfach nicht auf die Menschen hört die es betrifft. Wenn ich Vorbehalte gegenüber einer Soldatin habe, heißt das doch noch lange nicht, dass ich was gegen Frauen habe. Als Soldat möchte ich meinen Auftrag erfüllen, wenn ich aus meinen Erwägungen heraus und meiner Erfahrung zu der Entscheidung gelange, dass geht mit einer Frau nicht dann muss ich es lassen. Ich wiederhole mich dahin gehend gerne, es geht um Menschenleben. Wenn dahin gehend ein DAX-Konzern, trotz 40%iger Frauenquote im Vorstand, in den Konkurs geht sind das für mich Peanuts. Das sind meine Beweggründe und diese mögen genau so falsch oder richtig sein wie andere. Insofern kann ich mich nur bei ihnen und anderen die ggf. anderer Meinung sind bedanken. Ich sage es aus tiefster Überzeugung mal mit
    Voltaire:

    „Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“

  30. @ BausC

    Ihr Kommentar klingt schon weitaus sachlicher als so manch anderer. Trotzdem weiß ich nicht so recht, auf was Sie letztlich hinauswollen. Daher eine kurze Erwiderung:

    Wenn Sie ausdrücken wollen, man müsse in Personalauswahl und Ausbildung in den Kampftruppen extrem hohe Anforderungen stellen hinsichtlich körperlicher und psychischer Leistungsfähigkeit (und beides gehört m.E. untrennbar zusammen), dann bin ich voll bei Ihnen. Wobei ich hinzufüge (was Sie bestimmt unterstreichen), dass diese Hürden für alle (Männer wie Frauen) gelten müssen.

    Wenn Sie hingegen darauf abzielen, Frauen a priori von bestimmten Verwendungen auszuschließen nach dem Motto „Was nicht sein darf, das nicht sein kann“, dann widerspreche ich Ihnen entschieden. Die toughe Heeresbergführerin der Titelstory mag eine Ausnahme sein, und es gibt sicherlich nicht sehr viele ihrer Qualität, aber sie dient eben doch als ein leuchtendes Beispiel dafür, was möglich ist.

    Und noch ein Gedanke: Effiziente Aufgabenerfüllung ist sicherlich geboten für die Bw. Das kann niemand bestreiten. Denn es geht in der Tat um Menschenleben. Kein Zweifel. Aber es geht auch um ein Menschenbild (Recht und Freiheit des deutschen Volkes), das zu verteidigen Kern unseres soldatischen Auftrages ist. Effizient zu sein ist als alleiniges Kriterium zu kurz gesprungen.

    Wenn die Grundphilosophie vom Staatsbürger in Uniform stimmen soll, dann müssen (!) die in unserer Verfassung verankerten Grundrechte auch in der Bundeswehr zur Anwendung kommen – es sei denn, sie sind durch den Gesetzgeber ausdrücklich ausgeschlossen. Es lohnt also z.B. ein Blick in Art 3 des GG. Aber noch einmal: Gleichberechtigung darf nicht verwechselt werden mit Gleichheit. Und das wird noch allzu oft verwechselt – nicht nur in der Bw.

  31. @BausC und @KeLaBe

    Beide Ihre Kommentare sind ganzheitlich schlüssig, zutreffend und auf den Punkt.
    Der Punkt ist: rechtfertigt eine nicht-existenzielle Bedrohung des ‚Recht und Freiheit des Deutschen Volkes‘ die selbe Einschränkung der grundgesetzlichenn Rechte und Pflichten des deutschen Soldaten wie der reale Verteidigungsfall.
    Wenn wir das bejahen, dann werden wir da enden als Staat, wo die USA heute sind: Die Streitkräfte als Staat im Staate – insbesondere außerhalb CONUS – mit nur minimal effektiver, eher dekleratorischer, politischer und zivil juristischer Kontrolle durch Administration, Kongress und ziviler Judikative.
    Wenn wir das verneinen, dann dürfen Regierung und Bundestag eben nicht mehr die ‚Bündnisverpflichtung‘ realpolitisch über das Grundgesetz stellen.
    An anderer Stelle hier im Blog wurde mir um die Ohren gehauen, dass
    das ‚treue dienen‘ das ‚tapfer verteidigen‘ beinhaltet.
    bullshit…..das ist eben nicht so, bzw. nicht mehr seit 1991 spätestens…..
    Fazit: entweder der 87er wird geändert oder immer mehr Soldaten werden dem Dilemma sich entziehen, bzw. es wird eben keiner mehr Soldat.
    Das Volk stimmt immer auch mit den Füßen ab. Und auch deutsche Soldaten sind Teil des Deutschen Volkes…und kein Volk im Volke wie in den USA.

  32. @KeLaBe

    Die Verteidigungspolitischen Richtlinien (VPR) 2011 geben den Anspruchsmaßstab für Personal in den Streitkräften vor:

    „Die Befähigung zum Kampf als höchster Anspruch an Personal, Material und Ausbildung ist der Maßstab für die Einsatzbereitschaft.“

    @Sachlicher hat an anderer Stelle auf die Erfahrungen der kriegserfahrenen IDF hingewiesen: „Die Israelis haben festgestellt, dass ihr weibliches Personal in der Infanterie besser, effektiver und gewissenhafter ausbildet als der männliche Teil, der aber besser, effektiver und gewissenhafter kämpft. Und da Eignung/ Leistung/ Befähigung für die IDF jeden Tag essentiell, weil überlebenswichtig, ist, teilte man das so ein. Alles andere wird ihr mE gern angedichtet.“

    Ich hatte darauf verwiesen, das andere kriegserfahrene Nationen für Frauen die Verwendung in „Kampffunktionen“ (A.Steinkamm, Frauen im militärischen Waffendienst, S.462/3) ausschließen.

    Es geht also nicht darum, Frauen den Weg in die Streitkräfte zu versperren, sondern darum, wie Frauen aufgrund ihrer Eignung und Leistung am besten in Streitkräften einsetzbar sind. Dabei ist größtmögliche Effizienz die Richtschnur und „höchster Anspruch“, wie es die VPR zutreffend vorgeben.

    Was diese Fragen mit den Artikel 3 GG (Gleichheit vor dem Gesetz) zu tun haben, erschließt sich mir nicht.

  33. Zunächst: Hr Wiegold hatte meinen Post verschoben von: Sachlicher | 24. April 2012 – 13:48 http://augengeradeaus.net/2012/04/nachwuchswerbung-nur-fuer-starke-maenner/#comments und auf diesen Post war dieser hier auch bezogen.

    Dann: Sowohl Roman (denke ich) als auch ich (weiß ich) bezogen sich auf die Angetretenden im Hintergrund, nicht auf die Frau Oberfeldwebel. Ich wüsste nicht, was es an Ihrer Uniformtrageweise und Ihrem Auftreten zu monieren gäbe.

    Die Diskussion hier etwas in die Richtung Anzugsordnung beeinflusst zu haben, bedaure ich sehr. Die Kritik von Soenke Marahrens | 24. April 2012 – 21:58 nehme ich mir also an, aber nicht ohne zu reflektieren, dass es durchaus zulässig wäre/ ist, bei Bildern mit Außenwirkung einen angemessenen Schick einzufordern, weil sie neben der Außen- auch Vorbildwirkung intern haben und dies auch nicht kleingeistig ist. Davon unbenommen bleibt, dass jeder Vorgesetzte einen Mangel ansprechen und abstellen lassen muss-egal welche Bilder im Umlauf sind.

    Dann: Ich hatte meine Glückwünsche an die Besteher vergessen. Also an alle Besteher meinen tiefen Respekt und meine Glückwünsche.

    @ Sailor1995 | 24. April 2012 – 16:00
    […]“Unnachahmliche Gebirgsjäger-Art” ja stimmt, hoffentlich ist da außerhalb dieser Truppe anders. “Sympathisch” finde ich diesen Haufen Verkleideter bei einem doch zumindest für die beiden Personen im Vordergrund offenbar wichtigen Vorgang nicht. […]

    Zugegeben, Ihre Argumente, dass man bei einem so wichtigem Antreten auch schick ist, sind schwer von der Hand zu weisen. Ich werde Gebirgsjäger obgrund ihrer außerordentlichen Leistungsbereitschaft und -fähigkeit, sowie für ihre zum Teil besonderen Charaktere dennoch weiterhin sympathisch finden und Respekt zollen-und Sie dürfen das weiterhin als Messen mit zweierlei Maß kritisieren, denn ja: meine Frauen und Männer hätten nie so dagestanden. Dass dem Kdr in diesem Moment aber anderes als wichtiger erscheint, möchte ich hier akzeptieren.

    @ Thelamon | 24. April 2012 – 19:12 – –
    Sie schreiben über einen Personenkreis, der sich mit Fug und Recht das EK-Abzeichen, an dem schon viele Frauen wie Männer scheitern, auf die Unterhose hinten mittig nähen kann. Ja, ich erlaube mir das genau so einzuschätzen und zu bewerten.

    Auf 3500m aufwärts entscheidet nur eins: man kann oder nicht, weil es ist, wie es der Kdr ausdrückte: „Das ist unbedingt notwendig, weil die Anforderungen der Natur keinen Unterschied zwischen Mann und Frau machen“. Das macht dieses Ergebnis der beiden weiblichen Portepees so brauchbar, um aufzuzeigen, dass Eignung, Leistung und Befähigung kein Statement der Personalentwicklung aus der Mottenkiste ist, sondern state of the art.

    @ Jas | 24. April 2012 – 16:00 – –
    […]und endlich mal einen Maßstab für Frauen zu generieren.[…]

    Die beiden haben sich ganz unbestritten zu Vorbildern gemacht, nicht zuletzt mit Bestehen dieses Lehrgangs. Aber sie eignen sich nicht als Maßstab und auch nicht als Gratmesser. Dazu sind sie, nun ja, zu außergewöhnlich, auch: zu außergewöhnlich gut. Sie haben etwas geschafft, woran so exorbitant viele schlichtweg scheitern müssten, als dass dies nicht unweigerlich bei viel zu vielen Angehörigen der Streitkräfte ein Gefühl des Scheiterns produzieren müsste.

    Ich hätte den HBF nicht mal zu meinen besten Zeiten auch nur angehen brauchen. Die Vorbildnahme eines HBF a la`: das willst du auch mal können/machen, wäre für mich wenig zweckdienlich gewesen, der Respekt aber Ehrensache. Das zu zugeben bzw. so deutlich zu schreiben, ist für mich vollkommen unproblematisch. Ich konnte und kann anderes, als gescheitert muss ich mich zweifelsfrei nicht ansehen, der ein oder andere Moment des Respekts von anderen TSK/ Truppengattungen war drin.

    Was man evtl. also aussagen könnte, wäre, dass jede und jeder die Chance hat die Herausforderungen seiner Truppengattung zu meistern und aufzusteigen, wenn sie/ er Leistung an erste Stelle stellt, stellen kann.

    @ KeLaBe | 25. April 2012 – 10:56 – – –
    […]Wenn Sie hingegen darauf abzielen, Frauen a priori von bestimmten Verwendungen auszuschließen nach dem Motto “Was nicht sein darf, das nicht sein kann”, dann widerspreche ich Ihnen entschieden. Die toughe Heeresbergführerin der Titelstory mag eine Ausnahme sein, und es gibt sicherlich nicht sehr viele ihrer Qualität, aber sie dient eben doch als ein leuchtendes Beispiel dafür, was möglich ist.[…]

    Wenn Herr Wiegold eine Betriebsanleitung für die Bedienung seines Forums uploaden würde, hätte ich es unterstrichen. So schließe ich mich an.

    Sun Tzu | 24. April 2012 – 21:46
    […]Diese „Schlachtordnung Hühnerhaufen vor Dachrinnenrohr mit alter Markise“ im Hintergrund vermittelt jetzt nicht gerade den Eindruck einer disziplinierten Truppe mit besonderen Fähigkeiten. […]
    Auch hier können Sie mich gern kritisieren, für mich ist es normales Gebirgsjäger-Understatement.

    @ klabautermann | 24. April 2012 – 15:43
    […]…also ehrlich, …und keine dressmen und Modells. […]
    Mich deucht die U-Bootflotille auf ersten Landgang nach 4 Monaten und die Gebirgsjäger ab einer gewissen Höhe tätig haben etwas gemein…

    […]Uniform ist wahrscheinlich deswegen büschen zu gross,[ …]
    Ich finde die Uniform nicht zu groß.

    […]Vielleicht sollte ich die Damen Bergführerinnen für ein paar Tage zu mir nach Norwegen einladen zur Belohnung, […]
    Ich würde es sehr begrüßen, ermöglichte man den Bestandenen des Lehrgangs Heeresbergführer eine Weiterbildung mit Belohnungscharakter in Norwegen.

  34. Politikverdruss | 25. April 2012 – 12:11
    […]Was diese Fragen mit den Artikel 3 GG (Gleichheit vor dem Gesetz) zu tun haben, erschließt sich mir nicht.[…]

    Wir stimmen mit den Darstellungen in Ihrem Post überein. Ich meine aber auch, dass KeLaBe das GG, Artikel 33 (2)

    (2) Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte.

    ebenso wenig wie Sie in Abrede stellt. Mehr noch ich das Ergebnis Ihrer beiden Herleitungen als wichtiger ansehe, als die Herleitung selbst.

    @ klabautermann | 25. April 2012 – 11:39
    […]An anderer Stelle hier im Blog wurde mir um die Ohren gehauen, dass
    das ‘treue dienen’ das ‘tapfer verteidigen’ beinhaltet.[…]

    Sie erleben mich etwas verwirrt. Warum sollte das Tapfer verteidigen im Eid nicht (mehr) zentraler Bestandteil soldatischen Selbstverständnisses sein? Oder habe ich es einfach falsch verstanden?

  35. Die Diskussion könnte auch ein Symptom für die Identitätskrise einer „aussterbenden“ Spezies sein, der des Kriegers. Er wird noch gebraucht, aber immer weniger.

    Ich weiß nicht genau, wie derzeit die Tooth-to-tail-ratio der Bundeswehr in Afghanistan ist, aber die Zahl derer, die den Kampf an den Gegner tragen ist deutlich geringer als die Zahl derer, die sie dabei unterstützen. Hinzukommt, dass sich auch in der Bundeswehr immer mehr Bereiche „entkörperlichen“, sprich, die durchschnittlich „bessere“ männliche Physis seltener gebraucht wird in einer Armee, in der Drohnen aus dem Wohnzimmer gesteuert werden können. Diese abnehmende Bedeutung des Kämpfers steht allerdings in einem krassen Missverhältnis zu den Belastungen, die er zu tragen hat und den Risiken, denen er ausgesetzt ist. Daran ändert auch die Gefährdung des Nachschubs in den aktuellen Konflikten nur wenig.

    Und wenn dann noch das letzte Refugium des Kämpfers, in vielen Fällen aus politischen Gründen, entmännlicht werden soll, ist nicht nur das Scheitern der Frauen absehbar, sondern auch der Frust der Männer. Dass die Lautstärke der Diskussion dabei die tatsächliche Fallzahl bei weitem übersteigt, ist ein weiteres Indisz, dass es hier vor allem um einen ideologischen Kampf geht.

  36. @ klabautermann

    Prima Idee. Laden Sie die HBF ruhig ein. Aber wenn sie kommen: Gehen Sie dann bitte mit (eine Frage des Vorbilds), so weit Sie können. Norwegen bietet beste Möglichkeiten, sich in schwierigem Gelände und unter extremen Wetterbedingungen zu beweisen.

  37. @sachlicher

    nun, vielleicht weil eine normative soldatische Selbstverständnisvorgabe – wie treu dienen = tapfer verteidigen – eben nicht mehr mit der täglich zu lebenden, erlebenden Dienstreue in Einklang zu bringen ist??
    Ob als ORF Soldat für KFOR oder als DDO und NATO Abteilungsleiter…….
    Anspruch und Realität sind einfach zu weit auseinander……
    Vielleicht bin ich ein Artefakt, aber ich war und bin immer zuerst deutscher Staatsbürger, dann deutscher Soldat und dann Soldat im Bündnis……und ich bin durchaus in der Lage, diese 3 Rollen klar zu differenzieren…..

  38. @ klabautermann | 25. April 2012 – 12:49 – –

    Danke für die Antwort. Sorry, ich hatte Ihr Statement lediglich falsch verstanden.

  39. @KeLaBe

    also ehrlich…..ich bin als 60jähriger Marineoffizier natürlich auch in gewissen Traditionen verhaftet, die da in meinem Fall lauten : Berge nur von unten, Kirchen nur von außen und Kneipen nur von innen. Ich geh dann bei den norwegischen Kneipen vorbildlich vorran, die norwegischen Berge überlass ich meinem obersten Bergführer ;-))

  40. @ klabautermann

    Okay, verstanden und akzeptiert. Ein weiteres leuchtendes Beispiel für optimales Zusammenwirken im Sinne individueller Einzelfähigkeiten ohne Ansehen von Rang, Namen und Geschlecht. Womit wir wieder beim Thema wären …

  41. @Sachlicher,

    vielen Dank dafür, dass Sie für KeLaBe die Beantwortung meiner an ihn gerichteten Frage übernommen haben.

    GG 33/2 würde ich nie in Frage stellen. Es geht ja auch nicht darum, den Frauen den Militärberuf zu verweigern. Wenn jemand dafür einträte, dann stellte er sich gegen GG Art 3.

    Es stellt sich also die Frage, in welchem Zusammenhang mit der diskutierten Frage sieht KeLaBe das „Menschenbild“ der Bundeswehr auf dem Hintergrund des Art 3 GG berührt.

    Ich halte z.B. seine Aussage, „Effizient zu sein ist als alleiniges Kriterium zu kurz gesprungen“, in dem diskutierten Zusammenhang für nicht zutreffend. Natürlich steht die Effizienz im Vordergrund, sonst würde der GG Art 33 (2) nicht lauten:“ Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte.“

  42. @Politikverdruss

    Sie sind also der Meinung, dass der Bergführerschein ein öffentliches Amt ist ???

    Irgendwie hab ich den Eindruck, dass bei dem einen oder anderen Kommentar Gustav mit Gasthof verwechselt wird.

  43. @ Politikverdruss

    Na gut, dann erkläre ich das kurz.

    Es geht – und das ist eigentlich eine Binsenweisheit – für einen Soldaten der Bw nach meiner Überzeugung nicht nur darum, „was“ er tun und „wie“ er es tut, sondern auch um die Frage des „warum“ und „wofür“. Wenn man Letzteres ausklammert, kann man zwar als Soldat durchaus effizient sein, aber es fehlt eben etwas Unverzichtbares.

    Die Frage des „warum und wofür“ ist – so habe ich das immer gesehen – leitet sich aus dem Eid ab, ist also auf das „treue Dienen“ bezogen. Dieses wiederum zielt auf Recht und Freiheit, entsprechend unserer Verfassung (und dem darin beschriebenen Menschenbild). In dieser Verfassung spielen die Grundrechte eine zentrale und unabänderliche Rolle. Und dazu gehört eben – ob man es für gut hält oder nicht – unter anderem auch der Artikel 3. Sorry, aber so einfach ist das.

    Man kann also schlecht sagen: Okay, ich diene gerne meinem Staat und verteidige das alles tapfer, aber das in den Grundrechten verankerte Menschenbild kann ich so leider nicht innerhalb der Streitkräfte akzeptieren. Das klänge doch merkwürdig, oder?

    Aber noch einmal, um nicht missverstanden zu werden: Der Grundsatz, Aufgaben strikt nach Eignung, Leistung und Befähigung zuzuordnen, bleibt davon völlig unberührt.

  44. @Klaubautermann,

    könnte es sein, dass Sie heute Ihre Tradition „Kneipe von innen“ schon etwas übertrieben haben? Was soll denn dieses Gepolter?

    @KeLaBe,
    vielen Dank.

  45. @Politikverdruss

    sorry, wollte nun wirklich nicht persönlich werden……….

    ansonsten hab ich meinen nick schon seit 18 Jahren im i-net…ich muß also meinem persönlichen narrative (nomen est omen) treu bleiben ;-))…bin eben nicht verdrossen, sondern polterig

  46. @ klabautermann

    Unverdrossen und ein bisschen polterig: Passt gut zum Zusammentreffen mit den Heeresberrführern. Sie sollten dort mal die Optionen für eine Gebirgsmarine durchsprechen. Die Fallschirmjäger würden vor Neid erblassen.

  47. @KeLaBe

    ich hab halt seit gut einem Jahr eine ‚Truppe‘ vom Bergführer bis zum Waffentaucher, von PAO bis Cyberdefence, von A8 bis A16, von national über NATO, EU und VN Einsatzerfahrung…..da lernen sie was ;-))

    Gebirgsmarine ??

    Das wäre ja das norwegische Modell ;-))

  48. Mein lieber Schwan…

    Wären die Leute bei den richtigen Themen mal so energisch wie bei dieser Luftdiskussion, die Nation wäre gerettet :)

    Ich lehne mich derweil zurück, glaube zu wissen, dass der HBF-Lehrgang einer der anspruchvollsten seiner Art ist und führe die Lehrgangsleistungen nicht ins Unwürdige.

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