Das neue Heer: Ab Herbst 2012 (teilweise) in Strausberg

Dass das Deutsche Heer künftig von Strausberg aus geführt wird, ist mit der Neustrukturierung der Bundeswehr klar. Dass das neue Kommando Heer – gebildet aus dem bisherigen Führungsstab des Heeres, dem Heeresamt und dem Heeresführungskommando – schon zum 1. Oktober den Dienst beginnen soll, noch nicht so ganz – es geht offensichtlich schneller als gedacht:

Unter teilweiser Heranziehung von Aufgaben und Personal des Führungsstabes, des Heeresführungskommandos und von Teilen des Heeresamtes wird am 1. Oktober 2012 die Aufstellung des „Kommando Heer“ erfolgen. Ziel ist der Abschluss dieser umfänglichen Organisationsmaßnahme zum 31. März 2013. Das „Kommando Heer“ als neuer Stab des Inspekteurs des Heeres (InspH) und einzige Höhere Kommandobehörde im Organisationsbereich ist zukünftig die einzige Ansprechstelle im Heer für das Bundesministerium der Verteidigung. Es wird Planungs-, Führungs-, Lenkungs- und Kontrollaufgaben für den InspH wahrnehmen, sowohl gegenüber den unmittelbar nachgeordneten Kommandobehörden der Truppenstruktur als auch gegenüber den mit der Durchführung von Fachaufgaben befassten Dienststellen.

heißt es in der dritten Ausgabe der Informationen zur Neuausrichtung Heer vom Februar.

Allerdings wird es nicht ganz so schnell gehen, wie der Kollege Peter Lausmann heute in der Rhein-Zeitung schreibt: Koblenzer Heeresführungskommando wird bis zum Herbst aufgelöst. Das ist zwar einerseits richtig, weil, siehe oben, zum 1. Oktober das neue Kommando Heer die Arbeit aufnimmt. Andererseits bleiben, so sagt mir heute das BMVg, vorerst erhebliche Teile des neuen Kommandos am alten Standort Koblenz – weil in Strausberg noch nicht die Infrastruktur, sprich, die Räume für alle verfügbar sind. Und ich vermute, bei diesen zwei Standorten Koblenz und Strausberg wird es noch eine Weile bleiben.

(Ganz subjektive Bemerkung: Die Bezeichnung von Strausberg als bei Berlin ist ein wenig euphemistisch – immerhin dauert die Fahrt von Strausberg-Nord nach Berlin-Mitte gut eine Stunde. Egal ob mit Auto oder S-Bahn.)

35 Gedanken zu „Das neue Heer: Ab Herbst 2012 (teilweise) in Strausberg

  1. „Die Bezeichnung von Strausberg als bei Berlin ist ein wenig euphemistisch – immerhin dauert die Fahrt von Strausberg-Nord nach Berlin-Mitte gut eine Stunde.“

    Die Fahrt von Marzahn nach Tempelhof dauert 1 1/2 Stunden (mit den Öffentlichen). Das is IN Berlin. So gesehen is Straußberg ziemlich nah dran…

  2. Viel interessanter bei besagtem Artikel ist, dass der Befehlshaber HFüKdo in den vorzeitigen Ruhestand geht. Das dreiviertel Jahr hätte er jetzt auch noch durchziehen können.

  3. Wie sieht es denn bei den anderen TSK/ OrgBereichen aus? Insbesondere bei der Luftwaffe ist wohl der Umzug nach Gatow nicht so schnell zu erwarten.

  4. @T.W.:
    Ist die gesamte dritte Ausgabe der Informationen zur Neuausrichtung Heer verfùgbar? Die Feinplanung hat ja auch noch weitere spannende Felder.

  5. Es erschließt sich mir nicht so ganz, wie man auf die grandiose Idee kommen konnte, sich für Strausberg als Standort des Neuen Heereskommandos zu entscheiden. Es wird aus Teilen des Führungsstabes des Heeres, des Heeresführungskommandos und des Heeresamtes gebildet. Deren Standorte Bonn, Koblenz und Köln haben nicht nur als Bundeswehrgarnisonen eine lange Tradition, sondern auch eine exzellente militärische Infrastruktur (für viel Geld in den letzten Jahrzehnten geschaffen) und eine für das Heer zentrale Lage. Die Mitarbeiter, die von dem Umzug betroffen sind, und ihre Familien haben dort ein sehr gutes Wohnumfeld mit ausgezeichneten Bildungseinrichtungen und Arbeitsplätzen für Familienangehörige. Strausberg ist so, wie es sich auf dem Bild in T.W.s Artikel darstellt. Zudem scheinen sich dort weit überproportional die Unbelehrbaren des untergegangenen DDR-Regimes zu tummeln. Vielleicht hilft mir einmal jemand auf die Sprünge, warum man dort hingeht und was Strausberg den anderen genannten Standorten voraus hat. Ich fürchte aber, es lässt sich in leichter Abwandlung ein Zitat aus der Kaiserzeit anwenden: „Majestät hatten drei Möglichkeiten; Majestät wählte die Vierte.“

  6. @H.K.L.
    Straßburg ist nah an der HKL (= Berlin), die Heeresführung will nah an der Politik sein – sehen und gesehen werden.

  7. @Memoria
    Die Absicht der Heeresführung beschreiben Sie in Ihrer Anmerkung sicherlich zutreffend. Aber zumindest die reine Flugzeit von Bonn nach Berlin beträgt auch nur 1 Stunde; da hält sich der Zeitverlust gegenüber Strausberg in Grenzen. Die Heeresführung täte angesichts der neuen Konstellationen jedoch ohnehin besser daran, die „HKL“ nicht in Berlin zu suchen, sondern sich zuvörderst um die Truppe zu kümmern. Da gäbe es reichlich Betätigungsfelder.
    Nur nebenbei bemerkt: Mit meinem Pseudonym wollte ich eigentlich nicht auf die HKL anspielen. Es hat mehr mit meinem tatsächlichen Namen zu tun.

  8. @H.K.L.
    Volle Zustimmung, dass eine Hinwendung zur Truppe dringend notwendig wäre, aber wer interessiert sich denn schon für die Basis?
    Zumal wenn man vorallem GI werden will…

  9. Warum Straussberg ?

    Sicherlich wollen alle Führungsstäbe möglichst nah beim Ministerium sein. Dies ist imhO jedoch nicht der einzige Grund.
    Es ist bundeswehrtechnisch eine gigantische Völkerwanderung losgetreten worden.
    Alle gutentwickelten Regionen mussten bluten, zugunsten der Regionen in Randlagen und vor allem zu gunsten des bevölkerungstechnisch „ausblutenden“ Osten der Republik
    Also die Luftlandeschule von Altenstadt nach Oldenburg, das SKUKdo von Köln-Wahn nach Erfurt, die Sanis von München nach Bonn, das neuaufzustellende Lw Kdo von Köln nach Gatow, die Heeresflieger CH 53 von Rheine nach Holzdorf, das Marineführungskommando von Glücksburg als Neuaufstellung Mar Kdo nach Rostock.

    Dies alles macht auf dem Papier vielleicht Sinn, als wirtschaftspolitische Förderung von unterentwickelten Regionen, aber aus verteidigungspolitischer Sicht ist dies ein Rohrkrepierer. Gut funktionierende Strukturen werden zerschlagen, erfahrenes Personal löst sich von der Bw, innerlich und / oder äußerlich.
    Die Bw ist auf dem Weg den Thilo Sarrazin als Titel für sein Buch gewählt hat, nicht „Deutschland schafft sich ab“, sondern die „Bw schafft sich ab“ durch ständiges Umorganisieren und dem Verlust von personeller Erfahrung und Identität der handelnden Personen.

  10. @Georg
    Ich kann diese Argumente nicht nachvollziehen.

    Der ganze Köln-Bonn-Koblenzer Sumpf gehörte sowieso schon seit JAHREN aufgelöst.

    Ob nun Strausberg wirklich der richtige Ort ist, darüber kann man streiten.

    Ich z.B. hätte mir Dresden gewünscht, in der Albertstadt ist genügend Platz und neben MHM, OSH und Garnisonkirche wäre das echt klasse gekommen.

    Aber diese ganze Kritik am Umziehen oder Pendeln…

    Das gehört nun einmal zu unserem Beruf hinzu und jetzt trifft es auch mal die Stabstäter in Bonn-Köln-Koblenz.

    Gut so!

    @all
    Bedauerlich finde ich allerdings, dass der Begriff Inspekteur nicht angegangen wurde. Bei einem Ministeriumsangehörigen ging der ja gerade noch. Aber als Führer einer höheren Kdo-Behörde ist er wirklich überhaupt nicht mehr sinnvoll und passend… :(

  11. @ Thomsen

    In diesem Falle ging es um das Anerkennen als Kriegsdienstverweigerer nach Art. 4 Abs. 3 S1 GG. Kurz auch KDV genannt.

    Die beiden Kläger haben einen Antrag auf Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer gestellt. Sie haben also Verweigert!

    Art 4 GG:
    (3) Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.

  12. „Der ganze Köln-Bonn-Koblenzer Sumpf gehörte sowieso schon seit JAHREN aufgelöst.“

    Aber das sind doch „gut funktionierende Strukturen“ ;)

  13. @ Koffer, @ Rekom

    Welche Strukturen funktionieren und welche nicht kann man erst im Nachhinein beurteilen. Meine Erfahrung ist, man soll das Neue nicht loben, bevor man es praktisch ausprobiert hat.
    Wir haben angeblich kein Geld um die Bw in der bisherigen Größe zu finanzieren. Gut, dann reduziert man eben die Kopfstärke. Nur warum lässt man dann ein Großteil der Garnisionen quer durch die Republik umziehen, wenn an jedem aufzunehmenden Standort Infrastruktur fehlt und kein Geld zur Herstellung der Infrastruktur vorhanden ist ?
    Warum verlegt denn Mercedes nicht von Untertürkhein nach Rostock ? Schon mal darüber nachgedacht, obwohl die Betriebskosten in den neuen Bundesländern mit neuen Personal viel günstiger wären als im „Ländle“ ?
    Was eine Organisation im Stande ist zu leisten, definiert sich über gut ausgebildetes Personal, gute Organisation und gute intrinsiche Motivation mit Sinnerfüllung der Tätigkeit für jeden einzelnen Mitarbeiter. Wie schaut es bei der Bw aus ?
    Wie oft muss der motivierte 35- 45 jährige Soldat noch umziehen, um demotiviert zu sein ?
    Wie oft muss er noch erleben, dass Deutschland keine Rüstungsbeschaffungspolitik sondern eine nationale Industriesubventionspolitik betreibt ?
    Wieviel Strukturreformen muss er noch mitmachen und die Sinnlosigkeit der Maßnahmen, die sich vor seinen Augen abspielen verdrängen, bis endlich eine vernünftige Strukturreform gemacht wird ?

  14. @Flieger
    In vorliegenden Fall ging es NICHT um die Anerkennung als KDV!

    Sondern vielmehr darum, dass im Rahmen eines Verfahrens“tricks“ Bw und Bundesamt für den Zivildienst den fraglichen SanOffz das Recht abgesprochen hatten überhaupt einen Antrag zu stellen.

    Aus meiner Sicht sind die beiden mit allergrößter Wahrscheinlichkeit einfach wieder nur mal Typen deren „Gewissen“ erwachte als „gewisse Gründe“ (nämlich das abgeschlossene Studium) zu dazu „zwangen“.

    Unabhängig davon war aus meiner Sicht diese These des BMVg immer abwegig, denn ein SanOffz ist in erster Linie ja dennoch Offz und deswegen behaupten er würde gar keinen Kriegsdienst mit der Waffe leisten fand ich eher drollig als sinnvoll (das hätte ja noch die sowieso schon weit verbreitete These mancher SanOffz unterstützt sie seinen gar nicht in erster Linie Offz, sondern in erster Linie Arzt).

    Dennoch, ob die beiden im konkreten Fall jetzt verweigern dürfen, muss jetzt erst noch entschieden werden.

    @Georg
    Umziehen gehört zu unserem Beruf.

    Jeder der aus welchen Gründen auch immer etwas anderes behauptet ist entweder im Betriebsrat (ähh. Tschuldigung im Personalrat) oder hat unseren Beruf nicht verstanden.

    Und so teuer sind die Umzüge von Stäben auch nicht. Das bißchen Infrastruktur was da zu schaffen ist, zahlt eine Brigade im Jahr durch Übungsvorhaben und Munition. Locker!

    Ausgenommen sind hier die Verlegungen der Heereflieger etc. Die sind natürlich teurer aufgrund der erheblichen Investitionen, die teilweise notwendig sind.

    Aber auch das ist ja überschaubar. Es handelt sich ja hier nicht um alle fliegenden Verbände der Bw, sondern um EINEN CH53 Verband – über dessen Sinn sicherlich diskutieren werden kann.

    Aber jetzt gleich wieder auf die Tränendrüse zu drücken ist doch typisch deutsch. Bei uns ist das Glas immer halb leer…

  15. @ Koffer

    Diejenigen, die die unbedingte Umzugsfähigkeit und Willigkeit eines Soldaten immer am stärksten betonen, sind nach meiner Erfahrung diejenigen, die in den letzten 15 – 20 Jahren im Köln-Bonner Raum stationiert waren und mit der Familie seit dieser Zeit nicht mehr umgezogen sind. Wenn es bei Ihnen anders sein sollte umso besser !

    Die überwiegende Mehrheit der Soldaten die ich kenne, haben einfach nach 5 – 10 Versetzungen in ihrem Berufsleben die Schnauze voll !

  16. @ Koffer

    Haha da hab ich wohl daneben gedacht.

    Ja es ging um das generelle Recht.
    Ja sie werden verweigern. ( So es denn genehmigt wird)
    Ja das passiert immer ganz „plötzlich“ nach dem Studium^^

    Solche Leute kenne ich auch.

    Und nein ich finde das nicht gut.

  17. @ Rekom

    Meine Aussage zu den bisherigen Strukturen bezog sich eher auf truppennahe Strukturen wie das CH-53 Geschwader, bw-interne Instandsetzungseinrichtungen wie Lw-Instandhaltungsgruppen und eigene Ausbildungseinrichtungen wie die Technischen Schulen der Lw. Diese Strukturen funktionieren.
    Wenn sie verlegt oder aufgelöst sind wird sich raus stellen, was dann z.B. in Holzdorf mit der CH-53 noch funktioniert und so weiter.

  18. @Georg
    Nur zur Vollständigkeit halber: ich bin in den letzten 15 Jahren 7x umgezogen – vielen Dank der Nachfrage.

    Meiner Erfahrung nach sind diejenigen die über die Umzieherei ständig rumheulen im Regelfall Gewerkschafter, StO-Offiziere, Personalratsmitglieder oder Kommunalvertreter.

    Es gehrt nun einmal zu unserem Beruf dazu. Ende aus Micky Mouse.

    Neulich hörte ich einen Vortrag des Auswärtigen Amtes zum höheren auswärtigen Dienst:
    „Wenn Sie zu uns kommen, dann werden Sie garantiert in den nächsten 30 Jahren 20 Jahre im Ausland verbringen. Die Stehzeit bei uns auf Dienstposten liegt im Regelfall bei 2 bis 3 Jahren. Wir tun alles mögliche für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, aber Sie müssen sich klar werden, dass der Punkt kommen wird wo entweder Ihre oder die Karriere Ihres Lebenspartners dran glauben wird. Klären Sie diese Frage rechtzeitig mit Ihrem Partner ob Sie und er das wirklich wollen.

    Und wenn Sie nicht zu diesen Konditionen bereits sind bei uns zu dienen, dann ist der auswärtige Dienst nicht das richtige für Sie.“

    So einfach, klar und präzise formuliert das das AA.

    Warum können wir das nicht genauso ehrlich und kompromisslos machen?

    Natürlich bin ich für Umzugshilfen, natürlich bin ich für Wahlmöglichkeit TG/UKV, natürlich bin ich für priorisierte und geförderte Kindergartenplätze, natürlich bin ich für Arbeitsmöglichkeiten der Lebenspartner im Streitkräfte-Umfeld.

    Aber das ändert doch dennoch nichts an der Tatsache, dass ein Offizier der nicht alle ca. 3 Jahre bereit ist versetzt zu werden und ein Feldwebel der nicht bereit ist alle ca. 5 Jahre versetzt zu werden den Beruf wechseln sollte!

    Und das Bermudadreieck Köln-Bonn-Koblenz was sie so beklagt haben ist hier ehrlich gesagt in den letzten genau zu gut davon gekommen, genauso wie die Kameraden im Flottenkommando die sich da teilweise seit Jahrzehnten festgebissen haben!

    Von daher ist hier mein Mitleid eher begrenzt…

  19. @Koffer
    Natürlich muss ein Soldat auch bereit sein umzuziehen oder temporär im Ausland zu dienen. Darum geht es hier jedoch nicht. Jede Verlegung von Truppenteilen oder Dienststellen reduziert für längere Zeit deren Effizienz. Wer sie ohne zwingende militärische Begründung hin- und herschiebt, schadet der Bundeswehr. Und wer ohne Not Personal hin- und herschiebt, verletzt nicht nur seine Fürsorgepflicht, sondern handelt unvernünftig. Denn die dann unvermeidlichen Folgen hat „Georg“ aus meiner Sicht treffend beschrieben.

    Nur am Rande: Was eine Diskussion über ein Urteil des BVerwG zur Frage der Kriegsdienstverweigerung von Sanitätsoffizieren mit dem hier diskutierten Artikel T.W.s zu tun hat, erschließt sich mir nicht.

  20. @H.K.L.
    Sie haben recht. Wer ohne Sinn verlegt verschwendet Resourcen und verletzt die Fürsorge.

    Aber die Führungsstäbe mussten sowieso aus der Harthöhe raus, von daher ist es egal ob die nun nach Koblenz ziehen oder nach Strausberg.

    Und von daher höre ich als Truppenmann, der an Versetzung gewohnt ist hier bisher nur Besitzstands/Gewerkschafter-Argumente von weinerlichen Stabstätern.

    Eine Ausnahme ist die Sache mit dem Heeresfliegerregiment. Hier gibt es sachliche Argumente Pro und Contra.

  21. @MD

    Danke für den Hinweis – Die Überschrift Bundeswehr reaktiviert stillgelegte Korvetten ist allerdings entweder irreführend oder als kleine Gemeinheit gegenüber der Marine gedacht ;-)

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  22. Neues vom Heer:
    Bei sondereinheiten.de gibt es Neues zur Feinplanung. Das ArtLehrBtl 345 soll demnach eine Kampfdrohnenbatterie bekommen. Da werden die strukturellen Weichen für WABEP gestellt. Wir haben ja sonst keine Sorgen.
    Bald müsste die Feinplanung ja auch veröffentlicht werden.

  23. @Koffer
    Ich will die Diskussion nicht endlos verlängern, aber ihre Aussage, die Führungsstäbe der TSK hätten ohnehin die Hardthöhe verlassen müssen, ist zumindest missverständlich. Die Führungsstäbe werden ja bekanntlich aufgelöst; aber das neue Heereskommando, das sich ja aus Elementen des FüH, des HFüKdos und des Heeresamtes zusammensetzt, hätte selbstverständlich, wie es beim Kommando der SKB ja auch der Fall ist, auf der Hardthöhe bleiben können. Dies war auch eine der betrachteten Optionen. Aber auch an den beiden anderen Standorten Koblenz und Köln gibt es im Gegensatz zu Strausberg funktionierende Strukturen mit allem, was dazu gehört. Dies hätte die Aufstellung des neuen Kommandos signifikant erleichtert. Stabsoffiziere arbeiten ja nicht im luftleeren Raum. Daher bleibt es meine Auffassung, dass die Aufstellung des Heereskommandos in Strausberg ohne zwingende militärische Begründung mit gravierenden Nachteilen behaftet – auf Deutsch: keine gute Entscheidung – ist.

  24. Mal wieder spät, aber dennoch: Woher stammt eigentlich die Mär, dass das ständige Umziehen zum Berufsbild des Soldaten gehöre? Hat das nicht viel mehr mit der örtlichen Verfügbarkeit von Plan- und Haushaltsstellen zu tun. und ist diese Gott-gegeben? Ist es so, dass die räumliche Nähe zu Berlin in einer Zeit der Globalisierung, einer Zeit in der es üblich ist, das Konzerne durch Videokonferenzen etc. die interne und externe Kommunikation regeln, es erforderlich ist, Soldatenfamilien zu entwurzeln? Und haben die Betroffenen dann nicht Anspruch auf tragfähige Begründungen? Dieser Aspekt der Neuausrichtung wird mit Bekanntgabe der Feinausplanung noch einen bis jetzt nicht überschaubaren Teil der Bundeswehrangehörigen betreffen. Es wird spannend sein, zu beobachten, wie sich das auf die Motivation der Bundeswehrangehörigen auswirkt, falls es da überhaupt noch Spielraum gibt. Oder ist bei den vorstehenden Beiträgen nur die kleine Gruppe der Berufsoffiziere des Truppendienstes betrachtet worden, deren „erforderlicher“ Verwendungsaufbau zu häufigen Versetzungen ( in der Regel mit Einverständnis der Betroffenen) führt? Ich habe große Sorge, dass diese Neuausrichtung – oder besser der Versuch- Schäden hinterlässt. Schäden, die mittelfristig dazu führen, dass es sehr schwer werden wird noch geeigneten Nachwuchs zu gewinnen.Das gilt für alle Laufbahnen. Und Schäden bei den im Dienst befindlichen Bundeswerangehörigen, die sich oft wie Spielsteine in einem „Risiko“-Spiel fühlen: Jeweils nach seinem Zug, darf man die Spielsteine neu verschieben. Der Unterschied ist: Spielsteine fragen nicht nach dem „warum“ .

  25. @schleppi

    Es führt nur zu Demotivation in der Truppe wenn man wie bisher es nicht jedem Bewerber von Angang an klar sagt und wenn der Dienstherr nicht endlich damit beginnt echte Umzugs/Pendlerunterstützung zu gewähren!

    Wenn man es einfach als das hinnimmt was es ist (nämlich ein unabänderlich Teil des Soldatenberufes), dann könnte man erstens endlich anfangen die Folgen für de Familien abzufedern und zweitens es auch bis zu einem gewissen Grad als positiv vermarkten!

    Aber die Bw Variante es einfach in Gewerkschaftet Manier zu leugnen bringt weder den Dienstherren noch die Familien weiter!

    Um wer nicht glaubt das es unserem Beruf eigen ist, der sehr sich bitte die Amerikaner oder Franzosen an. Da ist es auch nicht anders.

    Die einzige Armee bei der das anders ist, sind die Briten! Aber solange wir nicht bereit sind deren regionales Regimentssystem zu übernehmen (was für Landser und Unteroffizier ein Foetschritt wäre!!!), hat man die Versetzungen hinzunehmen.

    Und entweder ist das Glas halb leer oder halb voll. Durch Defätismus oder Wunschdenken ändert sich auf jeden Fal nichts.

  26. @koffer
    jetzt weiß ich immer noch nicht, WARUM das zum Soldatenberuf dazugehören soll.
    Dass es häufig Versetzungen gibt, ist bekannt.

  27. @ Klabautermann
    ….oder wie es ein Kommandeur nach einem langen Vortrag von PSABw zusammenfasste, “ der ideale Soldat aus Sicht der Personalführung ist immer noch der Junggesellen mit eigenem Wohnmobil“ .

  28. @ Koffer
    Natürlich gehört ein gewisses Mass an Flexibilität zum Soldatenberuf. Aber ich bin es leid, nach jeder Legislaturperiode wegen der Selbstverwirklichungstrips unserer VMs, dafür die Konsequenzen zu tragen. Keiner kann militärisch begründen, warum gefühlte 75% dieser Armee jetzt zum x-ten mal in eine neue Struktur umorganisiert werden von denen wir seit 1990 keine mehr vollständig eingenommen haben.
    Wieviel Wissen, Erfahrung und Motivation dabei verloren ging, ist einfach unglaublich. Das reale Wissen ist nämlich in den Köpfen der Mitarbeiter und nicht in irgendwelchen Aktenordnern die weitergereicht werden.
    Und da unser aktueller Minister öffentlich ja immer so schön auf Tradition und Identifikation macht. Wer von uns hat denn noch eine „militärische Heimat“ ? Da wurde alles zu Tode organisiert.

  29. @ Insider

    Auf die Gefahr hin, ein Thema überzustrapazieren, muss ich Ihnen dennoch aus ganzen Herzen zustimmen ! Genau so ist es ! Traditionsstandorte werden landauf und landab aufgelöst, Umorganisationen der Bw werden nicht mehr Reformen, sondern Transformation genannt, weil dem Umbau kein zeitlicher Abschluss mehr anheim gestellt wird. Die wertvollste Resource die die Bundeswehr hat, nämlich den engagierten Soldaten, wird mittel- und langfristig sauer gefahren.

    Weil auch der Dienstherr mittlerweile erkannt hat, dass das Wissen und die Erfahrung eines Truppenverbandes in den Köpfen der Soldaten gespeichert ist und nicht in den Organigrammen und Powerpoint-Vorträgen, versucht man das Wissen der Mitarbeiter jetzt zu digitalisieren. Deshalb gibt es jetzt in einigen Dienststellen einen „Wissensmananger“, bzw. eine kleine Teileinheit „Wissensmanagement“ mit 2-3 Personen.
    Das Wissen einzelner Personen, z.B. an Schulen soll gesammelt, digitalisiert und online verfügbar gemacht werden.
    Zukünftig muss ein Soldat also auch wie ein Mitarbeiter in einer zivilen Firma abwägen, wieviel von seinem Wissen er oder sie der Allgemeinheit zur Verfügung stellt, ohne seinen eigenen Dienstposten zu gefährden.

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