U.S. Congressmen meet Afghan Northern Alliance reps in Berlin (update)

Now that’s something I’m not sure what to make of: The German foreign ministry confirmed today that U.S. Congressmen and representatives of the Afghan Northern Alliance have met in Berlin. As a foreign ministry spokesman officially said (here’s my quick&dirty translation, see original in German below):

The foreign ministry (Auswärtiges Amt) is aware that yesterday and today, on invitation by the Aspen Institute, representatives of the U.S. Congress and representatives of the Afghan Northern Alliance have met in Berlin. This event took place in the sole responsibility of the Berlin Aspen Institute. The German government has not been part of these talks.

At the Bonn Conference on December 5, 2011, the international community has committed itself to a political solution for Afghanistan; the peace and reconciliation process and its results have to be based on the principles laid down in article 18 of the conclusions of said conference. Based on this international consensus, the German government does not share diverging demands of conference participants.

So far, I haven’t seen any reports on the Berlin meeting – and not quite sure what this means. Maybe there’ll be some more info later…

(Here’s the original foreign office statement:

Dem AA ist bekannt, dass auf Einladung des Aspen Instituts in Berlin gestern und heute Gespräche zwischen Abgeordneten des US-Kongresses und Vertretern der afghanischen Nord-Allianz stattgefunden haben.
Die Veranstaltung wurde in eigener Verantwortung durch das Aspen-Institut Berlin vorbereitet und durchgeführt. Vertreter der Bundesregierung haben an diesem Meinungsaustausch nicht teilgenommen.
Die internationale Gemeinschaft hat sich auf der Bonner Afghanistan-Konferenz am 05. Dezember 2011 im Konsens zur Notwendigkeit einer politischen Lösung für Afghanistan bekannt, wobei der Friedens- und Versöhnungsprozess und sein Ergebnis auf den in Paragraph 18 der Konferenzschlussfolgerungen genannten Prinzipien beruhen müssen. Auf der Grundlage dieses internationalen Konsenses teilt die Bundesregierung die hiervon abweichenden Forderungen der Konferenzteilnehmer nicht.)

Update: Meanwhile, my readers are adding some info (thanks a lot!):

Here (from the comments) links to pics from a press conference with Representative Dana Rohrabacher:

Rep Loretta Sanchez, Rep Dana Rohrabacher, Chair of the House Foreign Affairs Subcommittee on Oversight and Ahmad Zia Massoud, Chairman of the National Front, from left, attend a press conference after a meeting of members of U.S. congress with the Northern Alliance Leaders on Afghan Strategy in Berlin Monday, Jan. 9, 2012.

U.S. Representative Dana Rohrabacher (L) and Afghan Chairman of National Front Ahmed Zia Massoud shake hands during a news conference after talks between U.S. members of Congress and Northern Alliance representatives in Berlin January 9, 2012.

However, for the moment can’t find any news story with these pics…

Also interesting is the official reference to the Aspen Institute. Indeed there’s a conference going on in Berln, co-hosted by the Aspen Institute and the Konrad Adenauer Foundation (which has close ties to Angela Merkel’s Christian Democratic Union); on the list of speakers is the German government’s special envoy for Afghanistan, Michael Steiner. But then, neither the U.S. Congressmen nor the Northern Alliance representatives can be found on the list of participants… So the Aspen Institute seems to have chaired a separate conference at the same time? (Maybe we’ll read about it, as journalists from Der Spiegel, Deutschlandradio, Neue Zürcher Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung had been invited to the Aspen/Konrad Adenauer Foundation conference…)

Update 2: Now here’s the Reuters story on this meeting.

Update 3: Rohrabacher’s web site has this info.

19 Gedanken zu „U.S. Congressmen meet Afghan Northern Alliance reps in Berlin (update)

  1. So überraschend ist das doch gar nicht! Das Deutschland (neben Dubai) in der Vergangenheit immer wieder Ort von verhandlungen zwischen OMF und USA war ist doch hinlänglich bekannt. Auch die Nordallianz (Dostum und Konsorten) wird integraler Bestandteil einer Lösung sein müssen. Ethnienproblematik etc. So why the surprise?

    Das Deutschland offenbar als „neutral ground“ gilt ist natürlich auch bezeichnend ;)

  2. Jein. Von Gesprächen mit den Taliban, auch in Deutschland, ist immer wieder die Rede. Eine offizielle Bestätigung für amerikanische Gespräche mit Vertretern der Nordallianz habe ich dagegen bislang noch nicht gesehen…

  3. Ich habe letzte Woche darüber etwas gelesen, weiss aber leider nicht mehr wo. Das
    ganze ist aber schon seit Mitte 2010 im Gange.

    Siehe McClatchy Meeting with Karzai opponents highlights U.S. policy dispute 16.8.2010

    Treiber ist der Abgeordnete Rohrabacher der schon in den 80ern in Afghanistan involviert war.

    Es geht wohl darum eine „alternative Strategie“ aufzubauen. Der Traum ist etwa so: der Süden und Osten wird den Taliban überlassen und der Norden wird autonom aufgebaut. Dort werden dann auch die permanenten U.S. Basen für die nächsten hundert Jahre eingerichtet.

    Zwei Pressefotos von heute aus Berlin:

    Rep Loretta Sanchez, Rep Dana Rohrabacher, Chair of the House Foreign Affairs Subcommittee on Oversight and Ahmad Zia Massoud, Chairman of the National Front, from left, attend a press conference after a meeting of members of U.S. congress with the Northern Alliance Leaders on Afghan Strategy in Berlin Monday, Jan. 9, 2012.

    U.S. Representative Dana Rohrabacher (L) and Afghan Chairman of National Front Ahmed Zia Massoud shake hands during a news conference after talks between U.S. members of Congress and Northern Alliance representatives in Berlin January 9, 2012.

  4. Zu den Abzugsplänen der US Armee gibt es auch ein Artikel auf Bloomberg:

    http://www.bloomberg.com/news/2012-01-06/obama-returns-to-bush-plan-to-cut-u-s-combat-brigades-in-europe-in-half.html

    “My understanding is that there will remain two brigades,” Hammond said in an interview yesterday in Washington after meeting U.S. Defense Secretary Leon Panetta for their first talks at the Pentagon since they each took office.

    Also 2 von 4 Army Brigaden ziehen aus Europa ab.

    [Ben: Evtl. im falschen Thread gelandet? T.W.]

  5. @b

    Danke für die Info.

    Merkwürdigerweise gibt es zwar diese Fotos, aber bislang finde ich keine Geschichte dazu,

    Und inzwischen liegt mir auch das Programm der Konferenz von Aspen Institute (und Konrad-Adenauer-Stiftung) vor; allerdings tauchen alle diese Personen in der Liste der Konferenzteilnehmer nicht auf…

  6. @T.Wiegold allerdings tauchen alle diese Personen in der Liste der Konferenzteilnehmer nicht auf…

    Tarnen und täuschen nennt man das in der BW.

    zum Hintergrund:
    Rohrabacher ist Republikaner hat aber durchaus einige von der Parteilinie abweichende (manchmal spinnerte) Positionen (typisch für Republikaner aus Kalifornien). Es ist i.d.R. nicht offizielle Politik was er betreibt sondern eher gegen den Strom schwimmen (oder Unsinn).

    Den Irakern hat er z.B. gesagt sie sollten bitte den USA die Kosten für den Krieg und die Besatzung ersetzten.

    Zum Thema Afghanistan war er gegen den „Surge“ und meint generell (soweit ich das verstehe) das die Afghanen ihre Angelegenheiten selber in einem föderalen System auskaspern sollen.

    Ich nehme das Treffen nicht ernst. Die Chancen das das offizielle Politik wird was Rohrabacher meint sind gering. Sollte Obama aber die nächste Wahl verlieren muss man gucken ob Rohrabacher in einer offiziellen Position oder im Kongress als Komiteechef landet. Dann könnte eventuell einiges von seinen Ideen hochköcheln. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist heute ziemlich niedrig.

  7. @ T.Wiegold

    Halten Sie es wirklich für sinnvoll, diese Dinge in die Öffentlichkeit zu tragen? Es sind eine ganze Reihe Leute unterwegs, die versuchen, Frieden zu organisieren. Gerade beim Thema Afghanistan braucht es diskreter Möglichkeiten, miteinander zu reden. Für solche Gespräche ist es oft sinnvoll, wenn sie hinter verschlossenen Türen stattfinden und nicht dem Blitzlichtgewitter unserer Medienwelt ausgesetzt sind.
    Es gibt nun mal Dinge, die vollkommen richtig und in Ordnung sind, trotzdem aber erschwert werden, wenn jemand den medialen Scheinwerfer darauf richtet.

    Berichterstattung wie hier führt dann zu Beiträgen wie dem von b. Die Unterstellung, dort würde ein Zerschlagungsplan für Afghanistan erarbeitet etc. gießt Öl in den zentralasiatischen Schwelbrand und dient letztlich einigen falsch spielenden Pakistanern. Der Organisation von Frieden dient das nicht.

  8. @Sun Tzu

    Wenn die Herren (und wohl auch eine Dame) Fotografen von Associated Press und Reuters einladen und das Auswärtige Amt dazu öffentlich etwas sagt, kann wohl kaum davon die Rede sein, dass ich etwas in die Öffentlichkeit tragen würde. Den medialen Scheinwerfer haben die schon selbst drauf gerichtet.

  9. Wenn die USA aus Afghanistan abziehen, werden die dort allenfalls Trainingscamps mit der Afghanischen Armee unterhalten, niemals eigene Basen. Für eine US Basis in Afghanistan bräuchte man eine sichere Überland oder Überwasser Verbindung in die USA. Jede Schraube nach Afghanistan einzufliegen ist zu teuer. Die Verbindung über Pakistan ist der Albtraum. Die Nördlichen Nachbarn schrecken auch nicht davor zurück, der USA eine Logistik Route zu zumachen. Vielleicht träumen irgendwelche Theoretiker von dauerhaften US Basen in Afghanistan. Die US Militärs dürften den Wahnsinn nicht mit machen.

  10. @ T.Wiegold

    Unser AA ist gegenwärtig halt ein Problemministerium. Leider wird es (meiner Meinung) von einem eitlen Gockel mit begrenzten analytischen Fähigkeiten geführt. Der kann es halt nicht ertragen, wenn da in Deutschland versucht wird, Probleme zu lösen und er nicht mit am Tisch sitzen darf (vermute ich mal). Herr Westerwelle hat halt schon beim Thema Libyen ausgiebig gezeigt, was für ein Elefant im Porzellanladen er sein kann. Schon die Formulierung „Dem AA ist bekannt …“ ist ja verräterisch und sagt viel über den unerfreulichen Zustand des AA aus. Ein souveränes Ministerium hat solche Betonungen seiner selbst nicht nötig.

    Oft werden zu solchen Veranstaltungen auch einzelne Journalisten geladen, die aber wissen, dass sie daraus keine große Story machen sollten. Schon um den Vorwurf der Geheimbündelei zu vermeiden, ist das wichtig – Menschen wie b haben bei solchen Dingen ja oft eine rege Fantasie. Nur wissen diese Journalisten dann eben auch, warum es für die Sache ggf. sinnvoll ist, keinen großen Aufmacher daraus zu machen.

  11. A number of US congressmen, including Dana Rohrabacher, a few months ago presented a bill to Congress on the need to make Afghanistan’s governing mechanism more participatory and fair. He and another cogressman met a number of Afghan politician in Germany in August 2010 also.

  12. es kann nicht die aufgabe der presse sein, sich gedanken machen zu müssen wie man die politik unterstützen kann.
    .
    wenn die ihren scheiss nicht geheim halten können (so sies überhaupt versucht haben), dann ist das nich des Herrn Wiegolds problem.
    .
    wenn etwas von öffentlicher relevanz ist, erwarte ich, von der presse davon unterrichtet zu werden. punktaus.

  13. keine wunde das die Ami mit verbrecher von Norden allianz über teilung afghanistan sprechen wer mit so ein verbercher wie Dostem und seine Bande sprecht darf nicht von Menchenrechte und demokratie sprechen jetzt kennen wir sie was sie in Afghanistan wollen wir afghanen werden nicht zu lassen das diese verbrecheriche plan zu verwirklichen .

  14. @ markus | 09. Januar 2012 – 21:53

    Herr Wiegold hat ja eigentlich eine ganz gesunde Einstellung, wenn es darum geht, zu entscheiden, ob schweigen vielleicht besser ist. Bei den Unruhen im Balkan hat er ja durchaus nachvollziehbar bestimmte Sachverhalte tabuisiert, da es eben möglicherweise Rückkopplungen in den Konflikt hinein hätte haben können und möglicherweise Menschen gefährdet hätte. Im Prinzip halte ich das für eine verantwortungsvolle und richtige Herangehensweise.
    Gerade deswegen habe ich mich über diesen Bericht gewundert.

    Zitat: „es kann nicht die aufgabe der presse sein, sich gedanken machen zu müssen wie man die politik unterstützen kann.“

    Bei Fragen von Krieg und Frieden sehe ich das anders. Hier sollte Presse verantwortungsvoll mit sensiblen Nachrichten umgehen – ohne dabei jedoch ihre Kontrollfunktion zu verlieren. Wenn es um Menschenleben und Erreichung von Frieden geht, müssen alle an einem Strang ziehen. Militäreinsätze sind schließlich keine Sandkastenspiele. Weite Teile der aktuellen Opposition im Bundestag haben dies allerdings auch noch nicht verstanden …
    Zudem befindet man sich hier in einem Bereich, den man weder geheim halten noch an die große Glocke hängen sollte. Man muss hier eben auf die Urteilsfähigkeit aller Beteiligten setzen.

  15. Great Job, I hope Northern Alliance leaders bring change in our country.
    ‚Karzai government cannot survive without NATO‘ so lets support the leaders not the puppet.

  16. @Sun Tsu – Es ist lächerlich das sie meinen Journalisten sollten Informationen über Treffen gewisser Leute unterdrücken wenn diese zu ihren Treffen offiziellen Pressekonferenzen abhalten.

    AP: Afghan opposition urges caution in peace talks with Taliban

    By Associated Press, Published: January 9

    BERLIN — Three prominent Afghan opposition leaders on Monday warned against trusting the Taliban in peace talks, saying they are “not honest.”

    Former Gen. Abdul Rashid Dostum and two other members of the Afghan National Front said it would be “naive” to exclude the possibility that the Taliban are using negotiations to assuage the United States government while troops are being withdrawn, while planning to “resurge” after they are gone at the end of 2014.

    The comments come a week after the Taliban announced plans to open a political office in Qatar to hold talks with the U.S.

    The Afghans met with a group of four members of the U.S. House of Representatives in a follow-up to a December conference in Bonn for private talks not sanctioned by the U.S. State Department.

    Asked about the meeting, the State Department said it had suggested to the members of Congress they should meet Afghan representatives in Afghanistan and not in Germany.

    “We also believe it’s always best when our members of Congress can see a broad cross section of Afghan political leaders, not just a slice,” spokeswoman Victoria Nuland said. “But it’s within their right to meet with whomever they’d like.”</blockquote<

    Dan in Kabul zur Einordnung: ‘Cuz You Can’t Spell Peace Without “Dostum”

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