Deutscher Kosovo-Kommandeur: „KFOR kann Straßensperren nicht mit Gewalt räumen“

Lesetipp zum Thema Kosovo: Nachdem in den vergangenen Wochen von KFOR selbst wenig zu hören war, hat sich jetzt der KFOR-Kommandeur, der deutsche Generalmajor Erhard Drews, ausführlich im Interview mit Bundeswehrmedien geäußert.

Das ganze Interview – in zwei Teilen – hier:

Kosovo braucht politische Lösungen (1)

Kosovo braucht politische Lösungen (2)

Eine der Kernaussagen:

Das Militär ist schwerlich in der Lage – KFOR hat auch nicht die Absicht – die Straßensperren mit Gewalt zu räumen. Das liegt daran, dass der Widerstandswille der Bevölkerung derart stark ausgeprägt ist, der durch kriminelle Netzwerke und auch durch die Regierung in Belgrad unterstützt wird, dass wir davon ausgehen, dass bei einer Räumung der Sperren – die Mittel dafür haben wir – in mindestens der gleichen Geschwindigkeit neue Sperren entstehen. Das könnten wir zurzeit nicht verhindern.

Tatsächlich stellen die Sperren nur das physikalische Hindernis dar. Die politischen, die mentalen Hindernisse in den Köpfen der Menschen werden ja nicht durch das Militär, sondern können nur durch die Politik angesprochen werden.

 

33 Gedanken zu „Deutscher Kosovo-Kommandeur: „KFOR kann Straßensperren nicht mit Gewalt räumen“

  1. Danke für den sehr guten Lesetip. Ansonsten hat Herr GenMaj Drews alles gesagt:
    […]Tatsächlich stellen die Sperren nur das physikalische Hindernis dar. Die politischen, die mentalen Hindernisse in den Köpfen der Menschen werden ja nicht durch das Militär, sondern können nur durch die Politik angesprochen werden.[…]

  2. ich kann nur hoffen, dass unsere soldaten (orf) zu weihnachten und neujahr zu hause sind. glauben tue ich es leider nicht =(

  3. @ Prediger | 22. November 2011 – 21:05–[…]Ist der Passus “freedom of movement” etwa zwischenzeitlich aus der UNSCR 1244 gestrichen worden?[..]

    Nein, ist er nicht. GenMaj Drews trotz dem Recht hat.

  4. „GenMaj Drews trotz dem Recht hat.“ Yoda, sind Sie das?

    Aber Spaß beiseite…

    Vielleicht muß man die Aussage des COMKFOR im Zusammenhang hiermit sehen:
    „Koha Ditore reports that the Kosovo Security Forces (KSF) is expecting to receive permission to call itself an army in the near future. “The formal approval for this recommendation from the North Atlantic Council can be expected in the coming months”, said KFOR Commander Erhard Drews in the ceremony of the command change of Kosovo Security Force.“
    (Quelle: UNMIK Media Monitoring v. 23.11.11)

    P.S.: Nett ist auch die Kriegsrhetorik aus Belgrad: http://www.b92.net/eng/news/politics-article.php?yyyy=2011&mm=11&dd=23&nav_id=77453

  5. @ Prediger | 23. November 2011 – 11:40 —

    […]Yoda, sind Sie das?[…]

    Nein. Das sehen Sie daran, dass ich seinerzeit falsch lag bzw. optimistischer rhetorisierte, Sie hingegen richtig lagen bzgl. der Folgeentwicklung und mit Ihrem Pessimismus.

    Ich bleibe dennoch dabei: Eine politische Lösung ist anzustreben. Die Inkaufnahme von Toten und Verletzten, die evtl.-Sie sehen mich also verbessert :-) – im Zuge dessen zu verzeichnen wären, halte ich persönlich für nicht gerechtfertigt: ganz gleich bei wem bzw. auf welcher Seite.

    Daraus folgt auch, dass ich jeglicher Kriegsrhetorik nichts, aber auch gar nichts in diesem Zusammenhang abgewinnen will-egal welcher Seite, also auch der Ihrigen nicht. Davon unberührt bleibt das grundsätzliche Verständnis im Sinne von verstehen, nicht im Sinne von akzeptieren, warum sie passiert bzw. ausgesprochen wird.

    Der Grund ist ganz einfach: Der politische Rahmen steht eben mitnichten, UN-Resolution hin oder her-beide Seiten unterlaufen sie noch dazu mal mehr, mal weniger gekonnt, aber stets. Und ohne diesen Rahmen würde der Einsatz KFOR`s bzgl. freedom of movement zur Sinnlosigkeit degradiert, oder kurz: Ohne geeignete politische Flankierung ist die eventuelle Konsequenz daraus-die ich skizzierte- schlichtweg sinnlos. Ohne mich generell über die Sinnhaftigkeit von Auslandseinsätzen/ Kampfhandlungen, usw. austauschen zu wollen: Der sinnlose Einsatz von Soldaten zum Kampf ist abzulehnen -generell so wie auch im Einzelfall, also hier eher zutreffend- insofern ich eben GenMaj Drews in seiner Lagebeurteilung bzw. seinem durchschimmernden Entschluss Recht gebe.

    Stimmte der Rahmen, sind die politischen Flanken gezogen, dann sähe das anders aus. SÄHE, sieht es aber nicht.

    Ansonsten hoffen Sie bitte lieber, dass Medwedew/ Putin keinen Gefallen daran finden werden, die 21.733 im Kosovo lebenden Serben, die dies beantragten, zu russischen Staatsbürgern zu machen. Dann würde der fast schon diebischen Freude seitens der Kosovo-Albaner darauf, dass die Serben einstecken müssten, mit hoher Wahrscheinlichkeit ein ganz, ganz bitteres Erwachen folgen.

    Russische Staatsbürger, oder als „Auslandsrussen“ betrachtete Personen, greift auch im Jahre 2011/ 12 niemand (mehr) ungestraft an und zwingt sie ohne Kompensation mal zu rein gar nichts (mehr), Anmerkung: die ZAR -Staaten und Georgien können Ihnen ihre bittere Lektion, die sie in den letzten Jahren diesbezüglich lernen mussten, sicher gern mitteilen.-und bitte: dazu muss man nicht Yoda sein und auch kein Fan serbischer und/ oder russischer Außenpolitik bzgl. des Kosovos.

  6. @Sachlicher

    Das Yoda bezog sich auf den eigentümlichen Satzbau…

    „Daraus folgt auch, dass ich jeglicher Kriegsrhetorik nichts, aber auch gar nichts in diesem Zusammenhang abgewinnen will-egal welcher Seite, also auch der Ihrigen nicht.“

    Dürfte ich fragen, welche Seite denn die meinige ist? Bin ich jetzt etwa eine eigene Mikrokonfliktpartei?

    „Ansonsten hoffen Sie bitte lieber, dass Medwedew/ Putin keinen Gefallen daran finden werden, die 21.733 im Kosovo lebenden Serben, die dies beantragten, zu russischen Staatsbürgern zu machen. Dann würde der fast schon diebischen Freude seitens der Kosovo-Albaner darauf, dass die Serben einstecken müssten, mit hoher Wahrscheinlichkeit ein ganz, ganz bitteres Erwachen folgen.“

    Wieso sollte ich persönlich das hoffen? Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, daß Sie mir hier irgendetwas unterstellen möchten…

    „Russische Staatsbürger, oder als “Auslandsrussen” betrachtete Personen, greift auch im Jahre 2011/ 12 niemand (mehr) ungestraft an und zwingt sie ohne Kompensation mal zu rein gar nichts (mehr), Anmerkung: die ZAR -Staaten und Georgien können Ihnen ihre bittere Lektion, die sie in den letzten Jahren diesbezüglich lernen mussten, sicher gern mitteilen.-und bitte: dazu muss man nicht Yoda sein und auch kein Fan serbischer und/ oder russischer Außenpolitik bzgl. des Kosovos.“

    Schöner Disclaimer am Ende. Ich frage jetzt mal nicht, warum Sie sich zu diesem genötigt sahen… Ansonsten frage ich Sie, ob Sie tatsächlich daran glauben, daß Rußland aufgrund von max. 50.000 K-Serben den 3.Weltkrieg vom Zaun brechen wird?

  7. @ Prediger | 23. November 2011 – 13:15
    […]…Das Yoda bezog sich auf den eigentümlichen Satzbau…[…]

    Betonungsgründe.

    […]Dürfte ich fragen, welche Seite denn die meinige ist? […]

    Ja, natürlich. Ich ordne Sie der pro-Kosovo-Albaner Seite zu. Wichtig ist für Sie bitte nur diesbezüglich, mir aber bitte abzunehmen, dass ich das nicht als „Negativurteil“ äußere.

    […]Bin ich jetzt etwa eine eigene Mikrokonfliktpartei?[…]

    Soweit ich das weiß und wissen kann: nein.

    […]Wieso sollte ich persönlich das hoffen?[…]

    Weil das grundsätzlich jeder hoffen sollte, der für die Durchsetzung kosovo- albanischer Interessen ist. Da ich Sie grundsätzlich zu diesem Personenkreis zähle, schrieb ich es so-auch das: keine Wertung, und nicht dass dies sehr wichtig wäre für Sie: ich betrachte das als legitim, sollten Sie sich explizit positionieren.

    […] Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, daß Sie mir hier irgendetwas unterstellen möchten… […]

    Ich unterstelle nicht, ich benenne. Und das nach folgendem Muster:
    Sie schreiben, ich interpretiere und schreibe, sie interpretieren und schreiben…typisch für „Blog-Unterhaltungen“, dass man nicht unmittelbar nachfragen kann: wie war das jetzt konkret gemeint.

    Ich halte es aber für durchaus zulässig, Sie dahingehend zu interpretieren, dass Sie a) die Kosovo-Serben als Hauptschuldige für das Dilemma ausmachen und b) auch eine militärische „Lösung“ pro Kosovo-Albaner für geeignet betrachten.

    Sollte ich hier falsch liegen, korrigiere ich das unmittelbar.

    […]Ich frage jetzt mal nicht, warum Sie sich zu diesem genötigt sahen […]

    Nur zu. Sollte ich etwas nicht wissen, werde ich Ihnen das frank und frei mitteilen, sollte ich im Nachhinein falsch liegen, so werde ich das gern zugeben, wie Sie lesen konnten und sollten Sie mich widerlegen/ verbessern, usw. ist auch das für mich unproblematisch zuzugeben und im Anschluss zu korrigieren.

    […]Ansonsten frage ich Sie, ob Sie tatsächlich daran glauben, daß Rußland aufgrund von max. 50.000 K-Serben den 3.Weltkrieg vom Zaun brechen wird?[…]

    Neben der allgemeinen Diskussion, ob dies überhaupt eine mögliche Konsequenz daraus wäre, und um einmal die Chance zu nutzen abzuschweifen:

    Es hat weder die Russische Administration unter Medwedjew/ Putin, noch den seinerzeitigen, inzwischen pensionierten, Befehlshaber des nordkaukasischen Militärbezirks, GenOberst Sergej Makarow (Серге́й Афана́сьевич Мака́ров), besonders interessiert oder gar in der Operationsführung beeinflusst, dass US-Militärberater 2008 in Georgien waren, Bush Präsident war und die möglichen Konsequenzen daraus, ebenso wie die Rhetorik der USA im Allgemeinen und die der NATO im Besonderen in der russisschen Diskussion auf eher freundliches Desinteresse stießen.

    Und dass die Hauptakteure im Ossetien-Konflikt 2008: 76-я гвардейская Черниговская Краснознамённая десантно-штурмовая дивизия (76Гв.вдд)-76. Luftlandedivision- nicht nur Kriegsgeschichtsstudium (z.B. Teilnahme an der Operation Zitadelle, Belgorod-Charkower Operation, usw.) betreibt , sondern als Bestandteil der 58-я армия (58.Armee) in Tschetschenien tatsächlich etwas aktuelles dazugelernt zu haben scheint, sowie das beteiligte Специальные батальоны „Восток“ и „Запад“ (Spezialkräftebataillon „Ost“, „West“), die davor unter anderem 2006 im Libanon erfolgreich und geräuscharm nicht nur auf einmal da waren, sondern auch ebenso agierten, lässt die Russen nicht gerade ängstlicher sein.

    Im Gegenteil-und ohne Glorifizierung sei hier ganz sachlich festgestellt: wenn Medwedjew/ Putin wollen ist die 76., morgen vielleicht nicht, aber nächste Woche, wohl nicht komplett wie 1979 eine andere Division in einem anderen Land http://www.mgfa.de/pdf/ZMG_Heft%204_2009%20s.01-32%20niedrig.pdf , aber ganz sicher mit Hauptkräften im Kosovo. Das kann diese Division (wieder). Man muss das schlichtweg so festhalten.

    Und sollten Sie nicht unberechtigt einwerfen wollen: ja, aber nur auch per Bahn. Und dann muss man durch die Ukraine und durch NATO-Gebiet (z.B. durch Rumänien). Ich darf Sie an Präsident Wiktor Janukowytsch -wenngleich die UKraine generell schwer auszurechnen ist- genauso erinnern, wie an das Verhalten Rumäniens gegenüber Serbien 1998 (Stichwort: Umgehung des Öl-und Treibstoffembargos).

    Sie können daraus Ihre Schlüsse ziehen, ich ziehe die meinen. Um eines aber klar zu verdeutlichen, auch wenn sich der Eindruck leicht aufdrängt: Ich möchte hier kein klein klein oder was wäre wenn anfangen, oder diskutieren wer denn jetzt toller ist, besser ist und weiter p… kann, und natürlich weiß ich um die Schwachpunkte der Russischen Streitkräfte nur zu genau. Aber um es nochmal zu verdeutlichen: es ginge hier dann eben nicht mehr um 50.000 K-Serben, aus russischer Sicht aber immerhin, sondern um 50.000 K-Russen.

    Allgemeiner Tenor derzeit -nmE- in Moskau: Man will die K-Frage unbedingt friedlich lösen, aber die Interessen der K-Serben gewahrt sehen. Oder anders: Man wird sich die ersten 10, 20 toten Serben noch anschauen, den 21. aber nicht mehr.

    Welche Infos GenMaj Drews in seiner Lagebeurteilung beeinflussen, weiß ich aber nicht, ob es allgemein wichtig ist, was ich schrieb, bezweifle ich -nicht zuletzt, weil ich Optimist bin. Ich hatte, wie erwähnt, lediglich Lust einmal abzuschweifen.

    P.S.: Die kyrillischen Bezeichnungen stellen keine persönliche Eitelkeit dar, sondern sollen Ihnen die Recherche erleichtern, sollten Sie diese durchführen wollen.

  8. @Sachlicher

    Ich fasse Ihre Ausführungen mal kurz zusammen: Wer für die Durchsetzung des erteilten Auftrages ist, ist pro-k-albanisch und ansonsten Ruhm und Ehre der glorreichen Roten Armee.

  9. @ Prediger | 23. November 2011 – 16:05 –nein. Und so lassen sich meine Posts auch nicht interpretieren, noch dazu ich explizit darauf hinwies:
    – der „Auftrag“ eben vorrangig (auch) eine politische Dimension hat, die erst noch die Voraussetzungen für einen militärischen, noch dazu langfristige erfolgreichen, Einsatz zu schaffen hätte,
    -nichts glorifizieren zu wollen/ zu dürfen.

    Das dürfen Sie gerne überlesen und, ganz offensichtlich, eingeschnappt sein, dass ich Sie in die Sympathiegruppe der K-Albaner einordnete, aber das ist nun egal.

    Und wenn dann hieß der Spruch: Слава и честь Советской Армии – Ruhm und Ehre der Sowjetarmee, wahlweise in der ehemaligen DDR zur Gedenksteinbeschriftung auch: Ruhm und Ehre den Helden der Sowjetarmee. Es sei noch bemerkt, dass dies (ost)deutsche Sprucherfindungen waren und dass mit Красная Армия: Rote Armee lediglich Heer und Luftwaffe erfasst waren, die Gesamtstreitkräfte stets Советская Армия (СА)/ Sowjetische Armee hießen, wie Sie auch unschwer an den Schulterstücken der Chargen und UoP`s erkennen konnten.

    Dass weder die Russischen Streitkräfte, noch ein Bestandteil der Russischen Streitkräfte nicht den Beinamen „Rote Armee“ tragen, auch nicht im Volksmund, ist bekannt.

    Aber das nur am Rande.

    Grundsätzlich sei noch bemerkt: Dass Sie mir die gedankliche Verwendung des Spruchs Ulbrichts (Ruhm und Ehre der Sowjetarmee) bei der Eröffnung des Ehrenmals im Treptower Park unterstellen bzw. mir unterstellen, die gedankliche Adaption des Nazispruchs: „Ruhm und Ehre der glorreichen Waffen SS“ vorgenommen zu haben, bzw. mir unreflektierte Bewunderung der russischen/ sowjetischen Streitkräfte unterstellen: geschenkt, wenngleich nichts davon der Fall war/ ist.

    Nicht zuletzt Ihr letzter Post keine tiefergehenden Ausführungen enthalten, erschließt sich mir nicht, worauf Sie hinaus woll(t)en. Es interessiert mich von nun an aber auch nicht mehr.

  10. @Sachlicher

    „Ruhm und Ehre unserer heldenhaften Roten Armee, die die Unabhängigkeit unserer Heimat behauptete und den Sieg über den Feind errungen hat!

    Der Oberste Befehlshaber
    Marshall der Sowjetunion
    J. Stalin

    9. Mai 1945“

    Habe ich doch glatt glorreich und heldenhaft verwechselt…

  11. Richtig, der „Kosovo braucht politische Lösungen“. Eine politische Lösung sehen mehr als 20 000 Kosovo-Serben in der russische Staatsbürgerschaft.

    „Das ist eine beispiellose Situation, wenn eine so große Zahl von Menschen – 22 000 Kosovo-Serben – auf einmal die russische Staatsbürgerschaft beantragen.“

    „… zeuge von einer Krankheit und den Methoden, mit welchen „der Westen die Geschichte des Kosovo zu heilen versucht“, sowie davon, wie die westlichen Länder die Resolution des Weltsicherheitsrates 1244 verletzen.“

    Dazu mehr:
    http://de.rian.ru/politics/20111123/261538663.html

    @Prediger | 23. November 2011 – 13:15
    Zitat: „Ansonsten frage ich Sie, ob Sie tatsächlich daran glauben, daß Rußland aufgrund von max. 50.000 K-Serben den 3.Weltkrieg vom Zaun brechen wird?“

    Hat es mit dem Georgienkrieg auch nicht getan. Die NATO schaute nur hilflos zu. Daran wird sich sicher zukünftig auch nichts ändern, denn das militärische Kräfteverhältnis ändert sich täglich zugunsten Russlands. Russland rüstet auf, die NATO-Staaten leider ab.

    Die Russen schicken schon Kriegschiffe vor die syrische Küste, „um ein Libyenscenario zu verhindern“.

  12. @Stefan

    „Hat es mit dem Georgienkrieg auch nicht getan. Die NATO schaute nur hilflos zu. Daran wird sich sicher zukünftig auch nichts ändern, denn das militärische Kräfteverhältnis ändert sich täglich zugunsten Russlands. Russland rüstet auf, die NATO-Staaten leider ab.“

    Äpfel und Birnen: Im Kosovo befindet sich eine massive NATO-Militärpräsenz . Eine militärische Intervention der Russen zugunsten der K-Serben betrachte ich persönlich als reine Utopie. Aufrüstung der Russen hin oder her, auf ausländische Finanzmittel sind sie dennoch angewiesen und diese werden sie wohl kaum für das Kosovo riskieren.

    P.S.: Rußland hat die Anfrage der K-Serben bereits eindeutig beschieden, allerdings nicht im gewünschten Sinne der Antragsteller: „Serbs from Kosovo should be accepted to the program of repatriation of Russians. Serbs are not foreigners to us. This is a nation that can find a second homeland in Russia and precisely because of that the repatriation program should be applied.“
    http://www.b92.net/eng/news/politics-article.php?yyyy=2011&mm=11&dd=16&nav_id=77355

  13. @Prediger | 23. November 2011 – 18:28
    Warten wir es mal ab. Und was den Bedarf an ausländischen Finanzmitteln angeht, so hat Russland Währungsreserven von über 500 Milliarden, Deutschland dagegen über 2000 Milliarden Schulden. Von dem noch ärmeren Rest der EU mal ganz zu schweigen. Sollte Russland wirklich Geld benötigen, so hilft China sicher gern aus. Auf EU und Amerika sind die Russen sicher nicht angewiesen und woher sollten diese das Geld wohl nehmen, wenn nicht auch von China.

  14. @ich… ich glaube auch nicht das „unsere Jungs“ zu Weihnachten und Neujahr zu Hause sind, laut Östereicher Medien ist der Einsatz des ORF Bataillons bis Ende Dezember verlängert worden… :( schade, das es immer noch keine konkrete Aussage seitens der Bundeswehr gibt…

    Meinen größten Respekt ALLEN Soldaten die im Ausland im Einsatz sind, kommt alle gesund zurück !!!

  15. @Soldatenfreundin

    Danke für den Hinweis – haben Sie einen Link?

    (Nachtrag: Nicht mehr nötig, schon gefunden, danke.)

  16. @Prediger | 23. November 2011 – 18:28
    Der russische NATO-Botschafter begrüßt die Idee, die Kosovo-Serben nach Russland zu holen. Man müsse jedoch herausfinden ob diese überhaupt bereit dazu sind.

    Es ist also noch nichts entschieden, sonst würde es der russische NATO-Botschafter sicher wissen, auch wenn dies nicht seine Entscheidung ist. Rußland hat die Anfrage der K-Serben also noch keineswegs beantwortet.

  17. @Prediger | 23. November 2011 – 20:18
    Haben Sie das Märchen von den aus den Brutkästen gerissenen kuwaitischen Frühchen und den irakischen Massenvernichtungswaffen geglaubt? Ich anfangs ja. Seit dieser Zeit gehe ich sehr vorsichtig mit derartigen Quellen um.

  18. Stefan, die Brutkastengeschichte geht auf die Organisation Citizens for a Free Kuwait und die PR-Agentur Hill & Knowlton zurück; die WMD nicht zuletzt auf den BND, der einem unzuverlässigen Informanten aufgesessen ist.
    Und was hat das jetzt mit RFE zu tun?

  19. Vor etwa 2 Wochen gab es im Öffentlichkeitsbericht der Bundeswehr eine Aussage, dass im November um eine Verlängerung des Einsatzes des ORF-Bataillons seitens der Nato entschieden werden würde. Von deutscher Seite seie man bemüht die Soldaten jedoch noch vor Weihnachten und dem Jahreswechsel nach Deutschland zurückzuverlegen. (ich kann es nur sinngemäß wiedergeben, da ich den Bericht nicht zur Hand habe)
    In den nachfolgenden 2 Berichten stand nichts mehr dazu.

    Aus dem Interview von Herrn Drews im zweiten Teil:
    „Zudem haben wir darüber hinaus ja noch das Reserve-Bataillon im Einsatz, welches vermutlich vorübergehend weiterhin im Einsatz bleiben wird.“ …

    … ich bin gespannt, denn Anfangs sprach man von „ein paar Wochen“, irgendwo las ich etwas von 30 Tagen, mittlerweile sind es 16 Wochen… to be continued…

  20. „Deutsche Soldaten“ und „Weihnachten zu Hause“ hat in unserer (Militär-)Geschichte noch nie geklappt… umso trauriger, das man sich mal wieder nicht traut, es auch auszusprechen.

  21. Neben der Einsatzdauer des aktuellen Kontingents (ich sag mal über den Daumen bis maximal 6,5 Monate – also letzter Slot raus NLT Mitte Januar) stellt sich auch die Frage Einlagerung des ORF-Materials (dauert mindestens 2 Wochen) oder Ablösung in der Stellung durch ein Folgekontingent? Bisher ist m.E. keine Entspannung in Sicht, die einen Abzug der Verstärkungskräfte rechtfertigen würde, es sei den man schreibt dem Winter eine abkühlende Wirkung auf Menschenmassen zu. Hat man aber eine gebundene Reserve müsste man eigentlich auch eine Neue schaffen?
    Fragen über Fragen – hat da noch jemand mehr Informationen?

  22. @Soldatenfreundin

    die Soldaten haben teilweise schon Rückflugtermine bekommen u meines Wissens rückt das nächste Battalion nach, aber offiziell hat sich noch keiner geäußert…, schade eigentlich

  23. @Soldatenmutter, @Soldatenfreundin

    Ich bin da dran und versuche, eine offizielle Aussage zu bekommen…

Kommentare sind geschlossen.