Noch ein Gefechtsfeld für die Amis: Facebook, Twitter & Co.

Während die Bundeswehr jetzt damit anfängt, Expertise auch für den Auftritt in den sozialen Medien wie Facebook, Twitter und ähnlichem einzukaufen, planen die USA schon den InfoWar dort. Social Media in Strategic Communications heisst das – geplante – Programm, das die Kollegen vom Danger Room ausgegraben haben. Der doppelte Zweck: Trends in den social media erkennen, wenn sie US-Truppen im Einsatz gefährlich werden könnten. Und rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu starten.

Mit anderen Worten: Die ultimative Propagandamaschine. Oder, nicht so böse ausgedrückt: Warum hat die Truppe in diesem Bereich bislang keine Sensoren und Effektoren? Das muss man doch ändern.

7 Kommentare zu „Noch ein Gefechtsfeld für die Amis: Facebook, Twitter & Co.“

  • b   |   15. Juli 2011 - 21:39

    „Warum hat die Truppe in diesem Bereich bislang keine Sensoren und Effektoren? Das muss man doch ändern.“

    Hat sie doch schon. Oder wo kommen die ganzen Twitter und Youtube „Revolutionen“ in Ländern mit sehr mikrigem Internet her? Man redet nur nicht darüber.

  • NMWC   |   15. Juli 2011 - 21:51

    Hatte es bei Sascha Stoltenow im Bendler-Blog schon mal erwähnt.
    Wenn das Gefechtsfeld für solche Dinge mitgenutzt wird bzw. der Infowar so aussieht, dann viel Spaß:
    http://blog.usni.org/2011/07/12/navy-on-sexual-assault-serious-or-posturing/

  • chickenhawk   |   15. Juli 2011 - 22:57

    Ich denke, man muss da ein wenig unterscheiden:

    Das deutsche Verteidigungsministerium will einfach nur seine Öffentlichkeitsarbeit im Internet professionell gestalten.

    Das DARPA-Projekt hingegen will Methoden entwickeln, um die in einer unvorstellbaren Größenordnung anfallenden Daten/Informationen der Social Media systematisch zu analysieren und daraus Erkenntnisse gewinnen.

    Epidemiologen nutzen Statistiken darüber, wie oft und an welchen Orten bei Google nach bestimmten Krankheiten gesucht wird dazu, um Vorhersagen über den Verlauf von Krankheitswellen zu machen (vgl. z. B. http://is.gd/P1IbqA ).

    Social Media sind eine außerordentlich wertvolle neue Quelle der Open Source Intelligence ( http://en.wikipedia.org/wiki/Open_source_intelligence ).

  • T.Wiegold   |   15. Juli 2011 - 23:11

    @chickenhawk

    ertappt ;-)

  • chickenhawk   |   16. Juli 2011 - 0:00

    @T.Wiegold

    Ich habe übersehen, dass es durchaus nicht nur um Datenauswertung geht, sondern auch um aktive Einflussnahme.

    Die US-Streitkräfte ziehen offenbar in Betracht, sogenanntes „Astroturfing“ zu betreiben. Informationen darüber gelangten Anfang des Jahres durch eine Indiskretion an die Öffentlichkeit:

    http://blogs.computerworld.com/17852/army_of_fake_social_media_friends_to_promote_propaganda

    Demnach will die US Air Force (durch die 6th Contracting Squadron auf der MacDill AFB in Tampa, Florida) „Persona Management Software“ beschaffen, also Software, mit der man bei Twitter, Facebook usw. unter fiktiven Identitäten auftreten kann.

    Bei so etwas sollte man sich freilich tunlichst nicht erwischen lassen, da man sich sonst leicht pr-mäßig in den eigenen Fuß schießt.

  • Sascha Stoltenow   |   16. Juli 2011 - 0:31

    Folgt man dem Beitrag von Dietger Lather im Sammelband „Den Krieg erklären“ (http://www.peterlang.de/index.cfm?event=cmp.ccc.seitenstruktur.detailseiten&seitentyp=produkt&pk=58190&concordeid=261311) zu dem auch ich einen Artikel beisteuern durfte, gibt es einige Praktiker, die dafür plädieren, die bisherigen Trennungen aufzuheben. Richtig, wie ich finde, aber so mancher wird schon wieder scharf die Luft durch die Zähne ziehen.

  • Daniel Lücking   |   16. Juli 2011 - 16:30

    Das ein Monitoring stattfinden sollte, stelle ich nicht in Frage und befürworte ich ausdrücklich. Aber aktives Campaigning kann nicht funktionieren.

    Schon deshalb, weil die Bundeswehr mit ihren eigenen Auftritten bisher nicht über den Status einer Link-Schleuder (siehe Twitter) heraus kommt und auch auf Bundeswehr.de allenfalls Hochglanz-PR liefert.

    Die Medien zitieren Geheimberichte, der Wehrbeauftragte prangert Ausrüstungsmängel an und die Bundeswehr selbst ignoriert Kritik in Buchform konsequent. Obgleich es in der Truppe oftmals heißt <> scheint die Standardantwort des Ministers zu sein „Ist nicht so!“ sobald Kritik aufkommt.

    Fazit:

    Wer eine aktive Nutzung der Social Media Kanäle plant, die auch Effekte erzielen soll, muss erst Mal zum verlässlichen Lieferanten von Information werden. Der Artikel „Kein Wort zum Major!“, Journalist 7/2011 spricht Bände.

    Wenn der Content nicht verlässlich ist, dann gibt’s im Netzt nur zwei mögliche Effekte:

    1. die Community lacht über den Contentgeber
    2. wenn es nicht zum lachen taugt, versumpft es im in der Bedeutungslosigkeit.

    Freue mich auf wiki’s im Stil von „GuttenPlag“ die sich damit auseinander setzen…