Die „Gorch Fock“ ist gerettet

Auch wenn die Diskussion über das Segelschulschiff Gorch Fock hier in den letzten Beiträgen und Kommentaren von ganz anderen Themen geprägt war wie der Debatte über Frauen in den Streitkräften insgesamt… sollte nicht untergehen, was die so genannte Pommerin-Kommission heute dem Verteidigungsminister empfohlen hat:

Einstimmig empfiehlt die Kommission die Fortsetzung der seemännischen Basisausbildung auf dem Segelschulschiff Gorch Fock auf der Grundlage ihrer Forderungen.

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, und der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Axel Schimpf, kommen basierend auf den Berichten der Staatsanwaltschaft Kiel, der Havariekommission der Marine und des Amtschefs des Marineamtes zu einer gleichlautenden Empfehlung. Dies entspricht auch der überwiegenden Haltung des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages in seiner letzten Sitzung vor der parlamentarischen Sommerpause sowie weiterer Abgeordneter, die sich mit dem Thema befasst haben.

Minister de Maizière erklärte heute nach Übergabe des Berichtes: „Auf Grundlage dieses breiten Konsenses habe ich grundsätzlich entschieden, dass die Gorch Fock ihren Auftrag als Ausbildungsschiff der Marine fortsetzen wird. Ab wann und mit welchen Veränderungen dies geschehen wird, legt der Generalinspekteur zusammen mit der Marineführung fest. Hierzu ist es zunächst notwendig, den vorliegenden Bericht weiter auszuwerten und mit den internen Überlegungen zur zukünftigen seemännischen Ausbildung abzugleichen.“

Jetzt müsste man mal in den Bericht reingucken, was sich im Detail ändert. Ein paar Empfehlungen und vor allem Weisungen der Marine gibt es ja schon.

8 Kommentare zu „Die „Gorch Fock“ ist gerettet“

  • TomTom   |   15. Juli 2011 - 16:31

    Die einzig richtige Entscheidung, zum Glück darf zumindest die Marine ein kleines Stück Tradition bewahren.

  • JeffCostello   |   15. Juli 2011 - 20:14

    Geldverschwendung!
    Aber was kann man von einer Marine erwarten, die Selbstversenkung als größte Leistung tradiert.

  • MFG   |   16. Juli 2011 - 0:54

    @JeffCostello
    Naja, zur offiziellen Traditionslinie gehört eher Selbstversteigerung als Selbstversenkung…

    Aber für Geldverschwendung halte ich die GF auch. Die Unterhaltung über Sinn und Unsinn der Ausbildung ist ja in der GF-Diskussion dank der ganzen unsinnigen „Gender“-Streiterei abgesoffen.

  • Zivi a.D.   |   16. Juli 2011 - 10:53

    Entschiedener Widerspruch: Da reichen ja meine kümmerlichen und weit zurück liegenden Erfahrungen als Jollensegler: Solange das Militär schwimmende Einheiten hat, braucht sie Offiziere (m/w) die „Seemannsschaft“ haben. Und das lernt sich wohl doch am Besten auf so einem Großsegler. Das hat m.E. wenig mit irgendeiner Tümelei zu tun. Wenn die schon lange vorher erkennbaren Schwachstellen in der Strukturierung der Ausbildung behoben werden, gibt es keinen Grund an der GF zu rütteln.

  • Stefan   |   16. Juli 2011 - 22:25

    Segel setzten scheint für die Ausbildung zukünftiger Schiffsoffiziere angesichts der Antriebsprobleme der K130 eine Alternative zu sein. ;-)

  • MFG   |   16. Juli 2011 - 23:48

    @Zivi a.D.
    Da ich selbst in den Genuss der GF gekommen bin, kann ich mir darüber wohl eher als Sie ein Urteil erlauben. Was ich dort gelernt habe, war ziemlich wenig: auf Befehl an irgendwelchen Tampen reißen, Putzen, Bügeln, Pönen und Klappe halten. Und ob die Marine das jetzt „seemännische Grundausbildung“, „nautisches Basismodul (?)“ oder wie auch immer nennt, der Inhalt wird wohl so ziemlich derselbe bleiben. Nützlich ist die Ausbildung jedenfalls nicht, Seemannschaft lernt man eher auf kleinen Booten, auf denen man selbst Entscheidungen treffen muss und die Auswirkungen unmittelbar erlebt.

  • BausC   |   17. Juli 2011 - 10:58

    Es wird wieder jemand aus dem Mast fallen. Und dann?

  • TomTom   |   17. Juli 2011 - 11:32

    @BausC: Es werden auch weiterhin Menschen auf dem Weg zur Arbeit im Auto sterben. Arbeit verbieten? Bedingungsloses Grundeinkommen und sonst bleibt jeder zu Hause?
    Ich habe es schonmal geschrieben: Der Soldatenberuf ist in sich gefährlich. Wer nicht bereit ist, dieses Risiko einzugehen, sollte kein Soldat werden.

    @MFG: Nachdem die Marineschule sich zunehmend von den Dienstsegelbooten verabschiedet, bleibt wohl bald nur noch die GF.

    @all: Auf der Gorch Fock wird Seemannschaft gelehrt, Kameradschaft durch die Enge an Bord erzwungen, es entsteht ein Crew-Geist wie es sonst nur schwer möglich wäre.
    Zum Glück wurde die Entscheidung über die Fortsetzung der Ausbildung an Bord von Leuten getroffen, die wissen wovon die Rede ist.
    In den Diskussionen hier im Blog reden (leider) bei diesem Thema viele wie ein Blinder von der Farbe und daher ohne den nötigen Sachverstand.