Vier sind gekommen…

Wo wir gerade über die Nachwuchswerbung sprechen: Vier Freiwillige, meldet die Thüringer Allgemeine, haben sich zum Einstellungstermin 1. Mai beim Kreiswehrersatzamt in Erfurt gemeldet.

Nun ist der 1. Mai, darauf weisen auch die Erfurter hin, kein allzu bekannter Einstellungs/Einberufungstermin. Und die Hoffnung richtet sich auf den 1. Juli: Für den Termin hätten sich doch schon 90 gemeldet. Im Vorjahr seien es für den gleichen Termin 120 gewesen.

Dazu fällt mir nur ein: 90 zu 120 sind 75 Prozent. Klingt erst mal gut, bis man bedenkt, dass Thüringen bislang eines der Länder mit dem höchsten Aufkommen an Freiwilligen ist – oder vielleicht war? Und wer sich bis jetzt noch nicht für den Dienst bei der Truppe entschieden hat – wird er das in den nächsten Wochen tun? Schauen wir mal.

(Wie schon in einem Kommentar gesagt: Wegen eines Trauerfalls in der Familie bin ich derzeit mit anderen Dingen gut ausgelastet – und ich danke für Verständnis, dass hier in diesen Tagen von meiner Seite reduzierter Grundbetrieb angesagt ist. Von Seiten der Leser und Kommentatoren ja dankenswerterweise nicht.)

47 Gedanken zu „Vier sind gekommen…

  1. Das liegt bestimmt nicht an den überragenden Werbefilmchen der Truppe, die es schafft, drei Minuten über einen Fallschirmjäger zu produzieren (http://bit.ly/mra0fQ), in denen weder Fallschirme, noch Flugzeuge und Hubschrauber vorkommen, von Sprungdienst ganz abgesehen. So langsam bin ich es überdrüssig immer wieder Beuys zu zitieren, aber hier ist es wieder angebracht: „Wer nicht denken will, fliegt raus!“

  2. Na ja, das garantiert doch eine sehr individuelle Ausbildung. Auf jeden Fall eine bessere Ausbilder-Azubi- Ratio als in allen unseren Schulen und Unis …

  3. Dann wollen wir mal hoffen, dass von den Vieren keiner einen Spreizfuß hat oder gegen Gräserpollen allergisch ist.

  4. Ich denke nicht, dass die mangelnde Begeisterung für den freiwilligen Wehrdienst allein oder auch nur nur zum überwiegenden Teil auf schlechter Werbung beruht.
    Es bieten sich nur sehr viele, vermeintlich oder tatsächlich attraktivere Alternativen und
    dazu kommt: Wer geht schon gerne zu einem Arbeitgeber der gerade X-viele Stellen abbaut und unbestimmt viele Filialen schließen will?
    Unsicherheit hemmt alle Bemühungen.

  5. > „Wer geht schon gerne zu einem Arbeitgeber der gerade X-viele Stellen abbaut und unbestimmt viele Filialen schließen will?
    Unsicherheit hemmt alle Bemühungen.“

    Ich zum Beispiel. Seit nun über einem Jahr. Die wälzen meine Bewerberakte immernoch.

  6. @JeffCostello: So gesehen, ja, die Unfähigkeit handwerklich und inhaltlich gute Kommunikationsarbeit zu machen, entspricht der Organisation. Oder anders gesagt: so wie sie kommuniziert, ist die Bundeswehr.

  7. Ich weiß gar nicht was Ihr habt. Fallschirmjäger sind in aller Regel zuerst einmal Infanteristen. Und Fallschirm springen macht relativ betrachtet ja nur einen geringen Anteil der Ausbildungszeit aus. Insofern finde ich es durchaus nicht unterrepräsentiert.
    Gut, vielleicht hätte man noch auf die Notwendigkeit der Mut´s zum Sprung hinweisen können. Aber was soll´s? Der Fallschirm ist ein Verbringungsmittel, nicht das bestimmende Element der Verwendung.

  8. „Schon jetzt liegen dem Erfurter Kreiswehrersatzamt rund 90 Bewerbungen vor. Das entspreche bereits fast der Anzahl jener 120 Soldaten, sie sich zum 1. Juli des Vorjahres freiwillig bei der Bundeswehr verpflichtet hatten. „Darunter sind auch viele Abiturienten, die etwa Wartesemester überbrücken müssen“, so Bocker. “

    HAHA!

    Dann bleiben die sicher freiwillig bis zum Vertragsende, wenn das Studium naherückt.

  9. @Jester

    Dann könnte man den Piloten anstatt grinsend im Eurofighter ja auch beim De-Briefing zeigen oder in dabei filmen wie er seinen Groundcheck macht…. ;)

    Wenn man Fallschirmjäger als Werbemittel sieht, dann will man den auch springen sehen, genauso wie bei jedem Grenni auch ein Marder mit im Bild ist oder bei den Marinierten ein Böttchen. ;)

  10. @Jester: Der richtige Titel für diesen Filmbeitrag wäre „Infantrist im Orts- und Häuserkampf“, und es macht einen fundamentalen, nämlich identitätsstiftenden Unterschied ob ich dort mit einem 2-Tonner, einem Fuchs, einem Marder oder im Fallschirmsprung hinkomme. Das eine ist nicht „besser“ als das andere, aber halt: anders.

  11. Obwohl ich ja finde, das (ausser bei SpezKr) der Fallschirmsprung ein Relikt aus vergangenen Zeiten ist und keine Relevanz mehr besitzt – sorry Jungs, ist aber so. Massenabsprünge im Gefecht wird es wohl nie wieder geben, also freundet euch mit eurem „neuen“ Transportmittel Heli an. Und nur aus „Kreta-Romatik“ heraus weiterhin kostenintensive und sinnfreie Ausbildung zu betreiben werden wir uns bald auch nimmer erlauben können… Ja, ich weiss – Ketzer und so…

  12. @ T. Wiegold

    Herzliches Beileid.

    @ Voodoo

    Ketzer! :)

    Nein. Grundsätzlich ist die Überlegung richtig, dass Fallschirmsprünge in erster Linie Verletzte bei Übungen produzieren. ABER: In vielen Ländern gelten Fallschirmjäger als Hauptrekrutierungspool von Anwärtern für Spezialkräfte. Von der Warte aus gesehen, ist es also gut, wenn es wenigstens ein Regiment Fallschirmjäger gibt, welche somit als Träger einer Fähigkeit gelten und Bewerber produzieren können, welche eben nicht noch mit dem Fallschirm vertraut gemacht werden müssen. Man sollte aber, da kommt wieder die Zustimmung, die Fallschirmsprungausbildung nicht jedem FWDL’er (Verzeihung) verpassen, um einen Lehrgang voll zu bekommen, sondern eben nur angehenden Fallschirmjägern. Dazu lohnt es sich, die Rolle der Fallschirmjäger noch etwas zu schärfen. Näher an die Ranger oder Royal Marine Commandos ran, das ist machbar.

    Back on Topic:

    Ja, es wird weniger Bewerber geben. Der Schritt ins Soldatenleben ist groß und gelingt nicht jedem (ich bin da so ein Beispiel, selbst als gedienter ^^). Der Bundeswehralltag ist bekannt und wirkt da nicht gerade hilfreich. Somit war der Wehrdienst ein geniales Rekrutierungsmittel, da die Leute den Laden in einer Gruppe Neulinge und unter gewissem Zwang kennen und vielleicht auch schätzen gelernt haben, was so nun schwieriger werden kann.

  13. Das erledigt sich eh mit den Standortauflösungen, denn passenden – weil freien – Luftraum gibt es über Deutschland kaum noch.

  14. Ein Segen für Deustschland, dass im Osten die Menschen noch zur Staatstreue erzogen wurden. Die Westdeutschen würden doch lieber garnicht oder wenn dann nur in der US-Armee dienen wollen. In dieser ideologischen Verblendung liegt der Hund begraben. Die Nachkriegsgehirnwäsche in Westdeutschland ist das Problem. Das deutsche Wesen ist gewesen. Punkt. Da ändern Sprüche der Amis wie, die Deutschen müssen wieder kämpfen lernen, nichts. Die Deutschen wollen nicht mehr kämpfen, auch nicht für amerikanische Interessen.

  15. bin gerade in Frankfurt am Main,
    welche Deutschen meinen sie?:) es fällt mir schwer einen zu finden hier:(

    MkG

  16. …ach ja…in dem östlichem Teil DEU´s…hmm… mal schauen, wer könnte sich da jetzt bewerben….;););)

    …leider nicht die „Gewollten“:(
    Evtl. die, die ansonsten weniger Hartz4 bekommen würden als bei diesem Job.
    Naja,…4 ist besser als 0 ;)

    MkG

  17. Im DLF gabts heute morgen ein kurzes Stück von Rolf Clement über „Schnupperaktionen“ im Saarland. Kommt leider über ein „ganz interessant“ nicht hinaus, es scheint aber als wäre die dortige Einheit nicht ganz einverstanden mit der Art wie das BMVg dieses Thema angeht. http://goo.gl/7oJ0X

  18. @UmPp: Deutsche sind nicht nur die, die deutsch aussehen, und die Stichprobe am Haubtbahnhof ist nicht wirklich repräsentativ. Bevor das hier aber sarrazineske Züge bekommt, ein Hinweis: Lesen wir uns mal die Namensliste der in Afghanistan (und andernorts) Gefallenen durch – das sind nicht nur WASP-Namen (White Anglo-Saxon Protestants). Etwas mehr Offenheit könnte auch Deutschland nicht schaden.

  19. @ Janosch

    Das geht ja mal gar nicht. Wer hat das genehmigt, wie können die sich selbst bewegen? Und außerdem, böse Bundeswehrwerbung in einer Abizeitung, da muss man klagen!

    Und dann regionale Bewerber auch noch regional einsetzen. Was soll das? Wenn das Mode macht, dann würde dass die Berufszufriedenheit sicherlich steigern und das wollen wir nicht.

    Zur Strafe kürzen wir den beteiligten Diensstellen erstmal den Papieretat.

  20. @Vodoo
    Ich dachte da kommt jetzt mehr Gegenwind aus der Reihe „Brecht ihm die Beine….“ bzw. „Spalter“…

    @Stefan
    Richtig, was für ein Segen…Die Staatstreue in der DDR. Da begegnet mir in meiner Familie (ich bin böser Wessi, meine Frau guter Ossi) aber recht wenig von. Aber vielleicht muss man nur in der richtigen Institution in der richtigen Position gedient haben, nicht wahr?
    Mein Schwiegervater hat das alles ganz toll gefunden, als er und viele andere auf einmal ’89 an die Grenze „durften“. Und meine Schwiegermutter dann mit drei Kindern zu Hause, ohne ansatzweise zu wissen, wo ihr Mann ist und was er gerade macht. Da kam Staatstreue pur auf. Ich kann mich jedesmal kaum halten wenn mir diese Treue entgegen weht….
    So viel zum Thema ideologische Verblendung…die gibt es ja wohl immer noch in unterschiedlichster Ausprägung. Diese ewige Diskussion ist ein Grund dafür, das Osten und Westen nicht zusammen wächst. Ich kann diese Vergleiche nicht mehr hören.

    „Früher war mehr Lametta….“

    Zurück zum Thema:
    Ich habe da meine Theorie bezüglich Aussetzung der Wehrpflicht.
    Provokant und etwas abwegig, ich weiss, aber durchaus möglich.
    Wenn auf einmal festgestellt wird, dass die Regeneration der Truppe und darüber hinaus der gesamte freiwillige Dienst nicht genug Interessenten findet, sehe ich die Aussetzung der Wehrpflicht auf einmal ganz schnell wieder zurückgenommen.
    Und da wird noch nicht mal unbedingt der Wehrdienst das auschlaggebende sein, sondern der Freiwillge Dienst wird da Druck ausüben.
    Ich bin gespannt was das nächste Jahr so bringt…
    So lange die Eckpfeiler der Struktur nicht entsprechend valide formuliert sind, und da ist der 18.05. der erste Stichtag, wird sich an den Bewerberzahlen so schnell nichts ändern. Denn auch die derzeitige Stimmung und Unsicherheit in der Truppe ist hier ein erheblicher Multiplikator (die sind zwar drin, aber bei allem Gewese um neue Bewerber sollten die Soldaten in „Lohn und Brot“ bei all dem nicht vergessen werden). Dazu brauchen die potentiellen Freiwilligen nur einen Blick auf die Beiträge in diesem Blog zu werfen. Das ergibt ein gutes Bild.
    Da hilft dann auch kein Pathos, Glanz und Glorie, keine Staatstreue und was sonst noch alles so dazu gehören soll…..Denn am Ende kann ich davon keine Rechnungen bezahlen und keine Familie ernähren. Klingt komisch, ist aber so.

  21. Kann NMWC in vielem nur zustimmen. Die Werbeaktionen des BMVg ist meiner Meinung nach seltsam bis nutzlos. Aber ob die von Sascha Stoltenow vorgestellten Werbeideen zu viel mehr Bewerbern führen würden? Ich denke es mangelt nicht nur an Werbekompetenz sondern auch an einem geeigneten Angebot. Werbung kann nur dann effizient sein, wenn sie den beworbenen nicht blenden will sondern die Vorteile/Möglichkeiten des beworbenen ins Licht rückt. Die BW bzw. das BMVg) muss einiges tun um die Bundeswehr attraktiv zu machen. Dann wird es auch mit den Bewerberzahlen (bei geeigneter Werbung) aufwärts gehen.

  22. @Janus: Richtig. Und: einer der – zugegeben immateriellen – Vorteile der Bundeswehr ist, trotz notwendiger und berechtigter Kritik, der Sinn, den die Angehörigen empfinden können. Es gibt keine andere Institution in Deutschland, die gleichermaßen für einen Dienst am Land steht, und die für fast alle offen ist. Polizei und Feuerwehr sind etwas restriktiver, THW, DRK, etc. sind mindestens ebenso sinnvoll, aber sehr stark auf ehrenamtliches Engagement angewiesen, so dass das Gesamtpaket, dass die Bundeswehr bieten kann, durchaus attraktiv ist.

    Genau hier setzen meine Texte an. Nicht, um zu blenden, sondern um an etwas zu appellieren, dass in den fraglosen Widirgkeiten und Verwaltungsalpträumen nicht nur das Entmutigende sieht, sondern das zu Gestaltende.

    Da muss nicht jeder mitmachen. Da soll noch nicht mal jeder mitmachen, aber nur eine Bundeswehr, deren Führung (politisch wie militärisch) sich Anerkennung zur Leitidee macht (und auch liefert, bspw. Weihnachtsgeld) und dies auch kommuniziert, ist überhaupt attraktiv.

  23. Die Werbung ist sicherlich nicht unwichtig aber im Vergleich, zu den Multiplikatoren aus der Truppe, nebensächlich. Es wird, egal mit wieviel Werbung, nicht gelingen gegen diese Mauer anzurennen. Wo ich hinhöre heißt es, geh nicht zum Bund, mach lieber was Anderes, überleg dir das lieber nochmal usw. Kümmert euch um die Menschen die dienen dann braucht ihr euch über den Nachwuchs nicht zu sorgen.

  24. @Sascha Stoltenow
    Stichwort „sarrazineske Züge“ und „offener werden“ im Zusammenhang mit dem Freiwilligenthema: Jede Zeit und jedes System hat seine ganz speziellen Floskeln. Mit realen Problemen haben sie aber in diesem Fall wenig zu tun.

    Die Feuerwehr z.B. hat vielerorts enorme Probleme, weil sie in Räumen mit zu geringem Anteil deutscher Bevölkerung kaum noch Freiwillige findet. Als Grund hört man, dass die Idee des selbstlosen Dienstes für die Gemeinschaft bei Gruppen, die sich nicht mit der Gemeinschaft identifizieren, schwer vermittelbar sei. Überhaupt gelte bereits diese Idee in diesen Gruppen als „zu deutsch“. Darüber hinaus hätte die Feuerwehr v.a. im Nahen Osten einen traditionell niedrigen Stellenwert, weshalb es immer häufiger vorkomme, dass die Feuerwehr bei Einsätzen in bestimmten Räumen (auf formal deutschem Territorium) nur noch mit Polizeischutz operieren könne. In sofern bin ich durchaus für mehr Offenheit bei den Problemgruppen. Mehr Offenheit und Identifikation mit Deutschland in diesen Gruppen würde bestimmt auch der Bundeswehr ganz neue Freiwilligenpotentielle eröffnen. Umgekehrt hört man aber gerade von Polizisten, dass die Propagierung von immer mehr „Offenheit“, „Vielfalt“ etc. gegenüber diesen Gruppen den umgekehrten Effekt habe. Dies würde als Schwäche ausgelegt und führe zu Verachtung, was sich in immer mehr Gewalt und Widerstand gegen Beamte äußere.

    „Lesen wir uns mal die Namensliste der in Afghanistan (und andernorts) Gefallenen durch – das sind nicht nur WASP-Namen (White Anglo-Saxon Protestants). Etwas mehr Offenheit könnte auch Deutschland nicht schaden.“

    Offenbar ist die Bundeswehr doch bereits so offen, dass sie sich tapferen Deutschen mit Vornamen wie Sergei oder Oleg nicht verschließt. Sonst würden deren Namen ja auch kaum in den Gefallenenlisten auftauchen. Die Offenheit von Menschen mit Vornamen wie Can, Yussuf (oder Alice und Claudia) für die Bundeswehr wird sich umgekehrt ebenfalls an deren Repräsentanz in den Gefallenenlisten erkennen lassen. Bislang sind diese Gruppen nach diesem Indikator ja noch deutlich unterrepräsentiert, was die Bereitschaft zum treuen dienen und tapferen verteidigen angeht.

    Der Verweis auf den WASP-Begriff finde ich nur in sofern hilfreich, als dass er zeigt, wo die „Diversity“-Unkultur ihren Ursprung hat. Immerhin hat diese auch in Deutschland dazu geführt, dass „white heterosexual males“ die einzige Bevölkerungsgruppe sind, die man sozial akzeptiert als Problem darstellen darf.

  25. @Orontes: Wenn die Propagierung von „Offenheit“ meint, Standards abzusenken, geht der Schuß nach hinten los, in der Tat. Und was das Ranwanzen an solche Zielgruppen angeht, verlasse ich mich voll auf den Kameraden Bushido, der das richtiger Weise als Schwäche auslegt. Andererseits: Ist man mit Hartz IV nicht auch schon in einer Art im Staatsdienst? Legen wir also das Doppelte drauf, und biten richtige Arbeit an ;-)

  26. Die „Werbung“ im Beitrag ist echt gut gemacht. Respekt.
    Es wurde aber schon angesprochen in den Kommentaren: Das Produkt ist mangelhaft, so stark der Wunsch zum Dienen ausgeprägt ist, nach der dritten unbefriedigenden Nachricht aus dem KWEA/PersABw (beliebig fortzusetzen) gibt man einfach auf.
    Kein Unternehmen der Privatwirtschaft könnte sich so ein schlechtes Personal- und Bewerbermanagement leisten, wie es die Institution Bw tut! Leider muss man das so sagen, und daran ändert auch keine so tolle Werbung oder Kampagne, wie sie derzeit im Print- und Online-Bereich der Springer-Medien läuft. Schade, Chance verpasst.

  27. Ein Can, Achmed oder wie auch immer wird hier nicht zum Wehrdienst auftauchen, wenn er glaubt damit seine „wahre“ Staatsbürgerschaft zu verlieren.

  28. @Roman
    „Ein Can, Achmed oder wie auch immer wird hier nicht zum Wehrdienst auftauchen, wenn er glaubt damit seine “wahre” Staatsbürgerschaft zu verlieren.“

    Der Fairness halber muss man sagen, dass es durchaus einzelne Personen aus diesem Kulturkreis gibt, die (anders als z.B. auch als „Migranten“ bezeichnete Volksdeutsche aus Osteuropa, die stark vertreten sind) über das früher gesetzlich geforderte Minimum dienen. Wer z.B. aufgrund entsprechenden Hintergrunds einen wertvollen Dienst als Sprachmittler in Afghanistan leistet verdient dafür soviel Anerkennung wie jeder andere deutsche Soldat auch. Vielleicht verdient er sogar mehr Anerkennung, da die Entscheidung zum Dienst für Deutschland in seinem Umfeld oft eher ungern gesehen wird.

    Was aber die Nachwuchsgewinnung angeht: Ich vermute, dass entsprechende Soldaten davon genervt sind, bei jeder Gelegenheit in den Vordergrund gestellt zu werden, weil die Bundeswehr mit ihnen krampfhaft demonstrieren will, wie weltoffen, modern, kultursensibel und durchgegendert etc. sie doch ist, siehe u.a. http://www.flickr.com/photos/augustinfotos/5630671231/

    Der Dienst als Soldat bedeutet im Idealfall jedoch für alle Soldaten (egal ob Frank, Omar oder Sergei), dass sie ihre Individualität zurückstellen und Teil einer Gemeinschaft werden, in der solche Dinge keine Rolle mehr spielen sollten, weder als Privileg noch als Nachteil. Dem Vernehmen nach soll gerade dieses Gleichheitsideal den Dienst als Soldat für Minderheiten in manchen Staaten ja gerade attraktiv machen.

  29. Na hoffen wir mal, dass der jungen Dame noch jemand zeigt, wie man seine Dienstgradschlaufen trägt….

  30. Komisch, „Can“ und „Achmed“ haben sich bereits bei mir gemeldet, als ich noch Chef war. Etwas weniger Pauschalisierung würde der Betrachtung gut tun – und was ist den bitte wahre Staatsbürgerschaft?

    Meinen sie da die Mitbürger, die z.B. türkische Flaggen an Auto und Schlüsselbund tragen, türkisch als Amtssprache ansehen, aber die deutsche Staatsbürgerschaft im Pass haben? Sollten sie die meinen, stimme ich zu – zumal diese Gruppe selbst in der Türkei unerwünscht ist, da sie nicht die Werte vertreten, die in der Türkei als Anstand gelten.

  31. Fotografen bei der Bundeswehr sind, wie in allen anderen Armeen auch, dafür da um z.B. Kriegseinsätze zu dokumentieren, bei der Öffnung von Massengräbern die Beweise festzuhalten, Kriegsgefangene abzulichten und weitere erfreuliche Motive zu suchen. Das sie nebenbei Passbilder anfertigen oder bei Beförderungen und Jubiläen die Glücklichen festhalten, können sie nebenbei erledigen. Oder doch nicht?

  32. Männer…..
    bitte mehr Sachlichkeit. Polemisieren ist hier nicht das Richtige, es geht weder um Wessi oder Ossi oder DDR, noch um Migration.
    Der Punkt ist doch, wie die Bw ihre stagnierenden Bewerberzahlen auffangen kann. Mit der schlecht plazierten und wenig zielgruppenorientierten Werbung scheinbar nicht, denn sonst könnte man sich vor Interessenten kaum noch retten. Ist es nicht vielmehr fehlende Perspektive für den „Kurzdiener („W 9″ plus bis SaZ 4)“ im Anschluss an seine Verpflichtungszeit, die mangelhafte pekunäre Ausstattung, ein fehlender Bonus für geleistete Einsätze (siehe GBR oder NLD= 6 Monate Einsatz—6 Monat früher nach Hause unter voller Bezahlung) oder schlechte Versorgung im Verletzungsfall (ich weiß… es ist besser als vorher)? Und nicht zu vergessen: Heimatbindung (Stationierung) und die zzt. existierende Unsicherheit über die Zukunft der Bw?
    Ich konstatiere mal positiv: es wird sich spätestens im 2. Halbjahr 2012 verbessern. Und es wird noch besser, wenn die Bw über die eben benannten Dinge nachdenkt und sie angeht.
    @T.Wiegold: mein Beileid

  33. @Juliett-Foxtrott
    „Der Punkt ist doch, wie die Bw ihre stagnierenden Bewerberzahlen auffangen kann. Mit der schlecht plazierten und wenig zielgruppenorientierten Werbung scheinbar nicht, denn sonst könnte man sich vor Interessenten kaum noch retten.“

    Das impliziert, dass es ein ausreichend großes Reservoir geeigneter Bewerber überhaupt noch gibt. Die Bundeswehr hätte kurz- bis mittelfristig jedoch schon aus demographischen Gründen selbst bei Beibehaltung der Wehrpflicht Probleme gehabt, ihre personelle Stärke aufrechtzuerhalten. Der Anteil der Wehrunwilligen oder -Untauglichen scheint zudem von Jahr zu Jahr zu steigen. Man muss also aus einem immer kleiner werdenden Reservoir schöpfen.

    Zusätzliche materielle Anreize ändern daran nur wenig und können zudem mit dem Risiko verbunden sein, falsche Zielgruppen anzusprechen, die in erster Linie nur versorgt sein wollen. Auch andere eingeschlagene Wege wie Senkung der Standards scheinen eher kontraproduktiv zu sein, wenn das Ziel einsatzfähige Soldaten sind.

    An einer wesentlich kleineren Bundeswehr führt m.E. daher kein Weg vorbei. Jetzt wäre ein geeigneter Zeitpunkt, um u.a. über sicherheitspolitische Bescheidenheit (weltweit an nicht-notwendigen Einsätzen beteiligt zu sein passt nicht mehr zum vergreisenden und schrumpfenden Deutschland) und ganz neue Konzepte nachzudenken. Ein solches Konzept könnte eine kleine Rumpfarmee sein, deren Struktur darauf ausgerichtet ist, innerhalb von kurzer Zeit bei Fortsetzung der Wehrpflicht zu verteidigungsfähiger Stärke aufzuwachsen. Staatliche Bescheidenheit in Deutschland leider jedoch noch nie eine Lobby gehabt.

  34. @T.Wiegold: Dann hoffen wir mal, dass sich Jule nach ihrer Ausbildung zur Fotografin als Offizieranwärterin bewirbt, an der Universität der Bundeswehr in München Wirtschaft und Journalismus studiert, bevor sie dann einen Einsatzkameratrupp übernimmt. Es gibt weniger attraktive Karrierewege ;-)

  35. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob wir wirklich junge Menschen in diese selten dämlich denkende Organisation holen wollen…
    Heute wurde ich durch die BWI mit neuem IT-Material bedacht.
    Das Konzept erscheint leider so überhaupt nicht durchdacht und am Nutzer vollkommen vorbei zu agieren. Es ist wirklich sehr frustrierend für mich und ich bin echt schlecht gelaunt.
    Beispiel gefällig?
    Vorher hatten wir einen PDA, der mit einer GPS-Maus als Navigationssystem genutzt werden konnte, da wir alle täglich wechselnde Schulen anreisen.
    Nunmehr wurde der PDA ausgetauscht und ich habe ein System, das komplett nackig ist. Keine GPS-Maus mehr, kein Anschluss an Ziggi-Anzünder im Auto, keine Karten-Software (die alte war schon fast 10 Jahre alt und ein Update nicht in Sicht, aber besser als nichts).
    Der neue PDA könnte meine Mails des LoNo-Account (die BW-Variante von Outlook) lokal speichern. Jedoch kann ich vom PDA keine Mails versenden.
    Eigentlich kann man den PDA nur als teuren Briefbeschwerer nutzen….

    Was würden wohl junge Soldaten sagen, wenn sie merken, dass das Geld für Gefechtsdienst nicht vorhanden ist, aber unnütz Geld für solch ein IT-Mist rausgeschmissen wird???

  36. @ Onkel

    Ich wollte es erst nicht glauben, als ich Ihren Komentar gesehen habe, aber es ist war. Zu blöd sich anzuziehen, zu blöd der Fotograph (auch eine Frau), zu blöd der Redakteur (Angaben ohne Dienstgrad, vielleicht sogar Beamte der Wehrverwaltung) und zu blöd für der Leser, der nirgendwo sich einfach über den Fehler beschweren kann.

  37. @ Onkel
    @ Roman

    … Gefreiter Bootsmannanwärter….

    helfen Sie bitte kurz mal meinem Gedächtnis, wo hier der Fehler liegt.

  38. Oh verdammt, sie haben Recht, Frau Münkemüller, und wir, lieber Roman, haben Unrecht.

    Danke für den Hinweis, zu meine Zeit gab es keine Gefreiten Bootsmannanwärter. Da war man entweder Gefreiter UA oder „Neckermannbootsmann“. Wer Gefreiter war, musste erstmal UA sein, Unteroffizier werden und dann Feldwebel. Daher hatte ich gemeint, sie sei OG UA und hätte die Schlaufen falsch aufgefädelt.

  39. Hallo liebe Blogger, die Werbung ist gar nicht so wichtig. Solche Beispiele wie@Jugendoffizier nennt, lassen Soldaten den Kamm schwillen und damit machen sie Werbung.

  40. @BausC: Nicht die Werbung an sich ist wichtig, sondern die Inhalte. Die müssen so sein, dass sie die Organisation provozieren und orientieren. Sie müssen die Organisation so zeigen, wie sie sein soll, nicht wie sie ist. Der Mist, den @Jugendoffizier erlebt, ist typisch für eine Organisation, die den Einzelnen nicht in Verantwortung nimmt, sondern alle rumdödeln lässt.

    Das heißt auch, dass Werbung eine Verbindung schafft, zwischen dem, was ist und dem, was sein soll, und es ist leicht auszurechnen, dass es preiswerter und wirksamer ist, Sinn und Anerkennung zu vermitteln, statt Geld zu überweisen. Ein einfaches Rechenbeispiel: Wenn wir den gesuchten 15.000 Freiwilligen jeweil 1.000 Euro mehr versprechen, kostet das 15 Mio., wobei dann diese Botschaft noch nicht kommuniziert ist. Eine Kampagne, die Sinn und Anerkennung vermittelt, und über die diskutiert wird, hat für das gleiche Geld eine deutlich höhere Wirkung, sogar für due Hälfte des Geldes – wenn sie nicht von Schokolade-Werbern zusammendilletiert wird.

    Und natürlich muss auch der Dienstherr liefern, sei es, dass Weihnachtsgeld zu zahlen, oder aber klare Kante zeigen, und sagen, dass und warum er es nicht tut. Das Rumgeeiere ist tödlich, nicht die Entscheidung.

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