Vor Somalia wird scharf zurückgeschossen

Während in Deutschland noch darüber debattiert wird, ob deutsche Handelsschiffe (wie auch immer man das definiert) in den Piraterie-gefährdeten Gewässern am Horn von Afrika von bewaffneten Soldaten oder Polizisten geschützt werden sollten, werden da unten längst Fakten geschaffen. Kurzer Blick auf einige Zwischenfälle der vergangenen Tage, die das Piracy Reporting Centre des International Maritime Bureau auflistet:

22. April: Pirates in a skiff armed with guns approached a tanker underway. At a distance of around 5-10 metres they opened fired upon the tanker. Onboard security team retaliated and the pirates aborted the attack after five minutes of exchanging fire.

23. April: Four armed security team took their position at aft and the C/O maintained the bridge communication. As the fastest boat, doing 25 knots, closed to 300 metres three armed pirates were seen. On the orders of the Master the armed security team onboard fired warning shots when the boat closed to around 200 metres. The pirates aborted the attempted attack and moved to their mother vessel.

24. April: The security team onboard fired warning shots when the skiffs close in about 0.5nm. The pirates fired back at the tanker and aborted the attempted attack.

24. April: Master increased speed manoeuvred away from mother vessel and skiff and enforced anti-piracy measures and managed to out run the skiff. Armed security team were onboard. No shots fired.

Leider nennt das IMB nicht die jeweilige nationale Zuordnung – Flaggenstaat und Land der Reederei – des jeweiligen Schiffes. Aber der Trend ist erkennbar: Bewaffnete Sicherheitsteams fahren auf immer mehr Handelsschiffen mit, die am Horn von Afrika unterwegs sind. Interessant wäre eine Statistik, die die Zahl der Feuergefechte mit solchen Sicherheitsteams in Relation setzt zur Zahl erfolgreicher/misslungener Kaperversuche…

2 Gedanken zu „Vor Somalia wird scharf zurückgeschossen

  1. MdB Otto, Staatssekretär in Berlin im BWiMin(?) schreib mir in einer E-Mail, die BuReg setze auf die Stärkung der somalischen Übergangsregierung und die Ausbildung von deren Soldaten in Kenia. Für die aktuelle Piratenlage hatte er keine Option. So kann man sich auch vor der Realität verstecken.
    Mein persönlicher Vorschalg ist radikal: wir oder am Besten die Saudis engagieren Xe – die größte private Sicherheistfirma, zaheln 100 Mio. Dollar und lassen das Piratenwesen so erledigen. Die bisher gezahlten Lösegelder hätten wir einsparen können zusätzlich zu den meisten Flottenkosten. Doch offiziell wird keiner aus der westlichen Welt diese Lösung unterstützen. Das Grundproblem Somalias ist damit natürlich nicht gelöst, aber eine Machtübernahme durch die fundamentalistischen Islamisten lässt sich sowieso nicht verhindern. Wir sollten die unabhängigen Regierungen von Puntaland und andere mehr unterstützen, um ein Gegengewicht zu bilden.

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