Der nächste Frachter…

Die Piratenlage am Horn von Afrika habe ich in jüngster Zeit ziemlich vernachlässigt (aus verschiedenen Gründen, unter anderem weil ich derzeit sehr viel unterwegs bin). Deshalb nur der Hinweis: Es geht unverändert weiter; nach wie vor können die somalischen Piraten Kaper-Erfolge verzeichnen. Und wie bislang immer öfter in der Arabischen See, nahe der Hauptschiffahrtsrouten in den Persischen Golf.

Wie heute morgen den Frachter Dover (Panama-Flagge, griechischer Eigner) im Norden der Arabischen See. Angesichts der Zusammensetzung der Crew – ein Russe, drei Rumänen, 19 Filipinos – dürfte sich die öffentliche Aufmerksamkeit dafür in der westlichen Welt wieder sehr in Grenzen halten.

Nachtrag: Das wiederum lenkt die öffentliche Aufmerksamkeit in Europa auf die Piraten: Drei dänische Kinder samt Eltern in der Hand der Seeräuber – wenn auch die Details noch weitgehend unbekannt sind.

8 Gedanken zu „Der nächste Frachter…

  1. Jetzt frage ich mich als Laie: Warum bildet man denn nicht Konvois a la 2.WK ? (Die hatten damals ja wohl auch eher unter U-Booten zu leiden, etwas was die somalischen Piraten nicht haben.)

  2. @Rado
    Private Dienstleister tun bereits jetzt mehr zur Abwehr von Piraterie als die weitgehend ineffektiven staatlichen Anbieter.
    Auch in Nordafrika spielen solche Dienstleister eine größere Rolle als westliche Staaten, wenn es um Evakuierung westlicher Staatsbürger geht. Die hier viel beachtete Evakuierung von ein paar Europäern mit zwei Transalls fällt im Gesamtrahmen kaum ins Gewicht. Firmen wie SOS International, Control Risks oder Blue Mountain haben bislang weitaus mehr westliche Staatsbürger aus Libyen aus z.T. wesentlich schwierigeren Situationen evakuiert. Das Vorgehen deutscher Behörden ist vergleichsweise behäbig, langsam, begrenzt und im Vergleich zum Ressourcenansatz wenig effektiv.

  3. @ Orontos

    Na die haben ja auch genug Handgeld dabei, um die Start- und Landegebühren zu bezahlen. :-/

    Und sie müssen mehr oder weniger das Geld rechtfertigen, das sie kosten und wenn sie Mist bauen, dann leidet ihr Ruf und der ist ja in deren Branche Gold wert. Und vmtl. sind alle in der Firma Militärs ohne Generalstabsausbildung^^

  4. @engltr: Ein Konvoiregime wie im WK II ist aus verschiedenen Gründen nicht möglich. Zum einen ist das „Traffic Volume“ viel zu hoch (16.000-20.000 Schiffe/Jahr durch den Golf von Aden allein – zum Vergleich die Konvoizahlen u.a. http://www.wlb-stuttgart.de/seekrieg/konvois/konvois-frames.htm), zum anderen ist eine internationale Arbeitsteilung kaum denkbar (im Weltkrieg waren es die Alliierten, die den gemeinsamen Schutz und die Konvois stellten). Abgesehen davon ist die Gefährdung durch Piraten eine völlig andere als die durch U-Boote/Überwassereinheiten.

  5. Ein Nachtrag: Wie bereits heute morgen in der Berliner Morgenpost zu lesen ist zusätzlich zur „Dover“ auch ein dänisches Segelboot in die Hände der Piraten gefallen.
    Dies geht etwas unter, laut BILD drohen die Piraten bereits mit der Tötung der Geiseln, darunter wohl auch 2 Kinder.

Kommentare sind geschlossen.