DroneWatch: Europäische Rüstungsfirmen wollen neues Drohnen-Programm

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Wenige Tage, nachdem EADS-Chef Tom Enders publikumswirksam ankündigte, keine Konzerngelder mehr für die Entwicklung von Drohnen auszugeben, verlangen mehrere europäische Rüstungsfirmen (einschließlich EADS) ein europäisches Programm für die Entwicklung von Drohnen der MALE-Klasse (Medium Altitude, Long Endurance). Am (heutigen) Sonntag gab es dazu eine gemeinsame Erklärung der (deutsch-französischen) EADS Cassidian, (französischen) Dassault Aviation and (italienischen) Finmeccanica Alenia Aermacchi:

Munich/Paris/Turin, 16 June 2013 – EADS Cassidian, Dassault Aviation and Finmeccanica Alenia Aermacchi, having a common view on the current situation in Europe regarding MALE drones, call for the launch of a European MALE program. weiterlesen

DroneWatch: Der EuroHawk entschwebt….. jetzt endgültig?

Die Leser von Augen geradeaus! wird es nicht überraschen, was die Frankfurter Allgemeine Zeitung (Link aus bekannten Gründen nicht) heute abend auf ihrer Internetseite meldet:

Euro Hawk wird nicht zugelassen
Trotz frühzeitiger Warnungen hat das Verteidigungsministerium mehr als eine Milliarde Euro ausgegeben, um eine Aufklärungsdrohne zu beschaffen. Nun kann die Euro Hawk die Standards für eine Zulassung nicht erfüllen – nicht einmal für die Arbeit in militärischen Sperrgebieten.

Die Nachricht war absehbar, erstaunlich ist eigentlich nur, dass das vor dem für den Mittwoch erwarteten großen Knall kommt – da steht der EuroHawk nämlich auf der Tagesordnung des Bundestags-Verteidigungsausschusses. weiterlesen

Zulassungsprobleme: Der EuroHawk entschwebt

Und da sind sie wieder, die Zulassungsprobleme bei der größten Drohne der Bundeswehr: Der EuroHawk, ein unbemanntes Luftfahhrzeug in der Größe eines zivilen Airliners, wird angesichts der enormen Kosten für eine luftverkehrsrechtliche Zulassung in Deutschland und Europa wohl kaum als Serienmodell in die Streitkräfte eingeführt. Auf dieses Problem hatte ich Ende Januar schon mal hingewiesen. Jetzt, so berichtet der Tagesschau-Kollege Christian Thiels, werden die Kosten konkreter – und die deuten darauf hin, dass aus der geplanten EuroHawk-Flotte der Luftwaffe nichts wird: Rund 500 Millionen Euro zusätzlich (!) könnte es kosten, die Drohnen, die zur elektronischen Aufklärung ausgerüstet sind, in den europäischen Luftraum zu bringen. weiterlesen

So schnell fliegen die Drohnen nicht


Der EuroHawk beim ersten Testflug über Deutschland am 11. Januar 2013 (Foto: EADS)

Während die Debatte über Drohnen, also Unmanned Aerial Systems (UAS) in Deutschland sich auf die Frage konzentriert, ob sie denn bewaffnet sein sollten, dürften, müssten oder nicht, liegen die grundsätzlichen Probleme bei diesen unbemannten Luftfahrzeugen hier zu Lande ganz woanders: Bei den Zulassungsproblemen. Der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium Christian Schmidt schrieb dazu dem Grünen-Abgeordneten und Haushälter Tobias Lindner folgende erhellende Antwort auf eine entsprechende Frage (Fragetext kursiv):

Inwiefern gibt es seitens der Bundesregierung Überlegungen, die Beschaffung des Systems Euro Hawk zu stoppen bzw. zeitlich zu verzögern und welche Gründe liegen dafür vor?

Mit dem EURO HAWK Full Scale Demonstrator erfolgt derzeit eine intensive Erprobung, einschließlich der notwendigen Testflüge, um die Entwicklung abzuschließen. Für die Beschaffung von Serienflugzeugen EURO HAWK  wurde noch kein Vertrag abgeschlossen.
Der Prozess der Zulassung des ersten unbemannten Luftfahrzeugs dieser Größenordnung in Europa hat sich als deutlich aufwändiger und zeitintensiver herausgestellt als erwartet. Dies hat zu Verzögerungen geführt, die sich auch auf die Planung zur Beschaffung der Serienluftfahrzeuge ausgewirkt haben.
Eine Entscheidung zum weiteren Vorgehen zur Serienbeschaffung EURO HAWK  wird derzeit erarbeitet.

Das klingt nicht nach schnell, und es bestätigt eine Einschätzung, die ich schon länger vertrete: Die Hauptprobleme beim Thema Drohnen sind rechtlicher Natur, vor allem die Zulassung im kontrollierten Luftraum über Europa. Das erklärt auch, warum der erste Testflug später stattfand als erwartet. Und diese Probleme dürften schwerer zu lösen sein als die Frage der Bewaffnung.

Erster EuroHawk-Testflug über Deutschland

Am (heutigen) 11. Januar hat der EuroHawk, die neue Groß-Drohne der Bundeswehr, ihren ersten Testflug über Deutschland absolviert – die EADS-Tochter Cassidian veröffentlichte heute dieses kurze Video dazu.

Das ist ja das erste Mal seit einigen Monaten, dass man wieder was vom EuroHawk sieht. Geliefert worden war der unbemannte Flieger, der auf dem GlobalHawk von Northrop Grumman basiert und von EADS mit SigInt-Technik ausgestattet werden soll, gehört hatte man von dem Gerät ja eine ganze Weile nichts. Der Roll-out war bereits 2011, und eigentlich hatte der EuroHawk bereits im vergangenen Jahr an die Bundeswehr ausgeliefert werden sollen…

(Warum liest man heute eigentlich nichts von der Luftwaffe dazu?)

Nachtrag: Die Luftwaffe verweist zu Recht darauf, dass es ein Testflug der Industrie war… Dazu gibt es auch eine Mitteilung von EADS Erster Sensor-Testflug der unbemannten Plattform Euro Hawk® erfolgreich (ich werde EuroHawk dennoch in journalistischen Texten nicht mit ® schreiben), und Spiegel Online hat nachgefragt:

Wie ein Sprecher des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung (BAAINBw) erklärte, soll der “Euro Hawk”-Prototyp im letzten Quartal 2013 dem Aufklärungsgeschwader 51 “Immelmann” in Schleswig-Jagel übergeben werden – sofern es keine weiteren Verzögerungen mehr gibt.

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