Luftwaffe verlegt Tankflugzeug für Kampf gegen ISIS nach Jordanien (m. Korrektur)

Der von der Bundesregierung beschlossene Abzug deutscher Soldaten vom türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik ist einen weiteren Schritt vorangekommen: Das bislang von Incirlik aus eingesetzte Tankflugzeug wurde am (heutigen) Sonntag auf die jordanische Luftwaffenbasis Al Azraq verlegt und soll bereits in den nächsten Tagen von dort zur Unterstützung der internationalen Anti-ISIS-Koalition starten. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte einen entsprechenden Bericht von Spiegel Online.

Bereits kurz nach dem Kabinettsbeschluss Anfang Juni war ein Vorkommando der Luftwaffe in Jordanien mit der Vorbereitung der Verlegung befasst. Die Einsatzunterstützung durch Luftbetankung mit einem Airbus A310 MRTT (Multirole Transport Tanker, Foto oben) wie sie im aktuellen Mandat vorgesehen ist, kann vergleichsweise einfach von einem anderen Flugplatz aus stattfinden: Im Unterschied zu den Aufklärungs-Tornados, die bislang ebenfalls von Incirlik zu Aufklärungsflügen über Syrien und dem Irak starten, sind die Tankflugzeuge nicht auf die umfangreiche technische Infrastruktur insbesondere zur Auswertung der Luftaufnahmen angewiesen.

Die Tornados sollen deshalb nach Angaben des Ministeriums noch bis Ende Juli in der Türkei stationiert bleiben und dann zunächst nach Deutschland zurück verlegt werden. Spätestens ab Ende Oktober Korrektur: Spätestens im Oktober ist ihr Einsatz von Al Azraq aus vorgesehen, wenn dann auch die Technik wie zum Beispiel die Ground Exploitation Station, die Auswerteeinheit für die Aufklärungsergebnisse, ebenfalls in Jordanien aufgebaut wurde. Generalinspekteur Volker Wieker hatte dazu im Deutschlandfunk erklärt, er erwarte, dass wir sicher Ende September, Anfang Oktober die Aufklärungseinsätze von Jordanien aus bestreiten werden.

Die Verlegung aus der Türkei nach Jordanien hat keinen militärischen, sondern ausschließlich politischen Hintergrund. Die Türkei hatte in dem angespannten Verhältnis zu Deutschland Abgeordneten den Bundestages den Besuch bei Bundeswehrsoldaten in Incirlik verboten. Die Entscheidung der Bundesregierung war im Wesentlichen von Forderungen aus dem Parlament bestimmt; der Bundestag hatte den Kabinettsbeschluss auch nachträglich unterstützt. Da im Mandat kein Stationierungsort genannt ist, war für die Verlegung kein neuer formaler Parlamentsbeschluss nötig.

(Archivbild: Das Tankflugzeug vom Typ Airbus A310 MRTT landet auf dem Flugfeld der Air Base Incirlik in der Türkei im Rahmen der Operation Inherent Resolve am 10.12.2015 – Bundeswehr/andrea Bienert)

41 Kommentare zu „Luftwaffe verlegt Tankflugzeug für Kampf gegen ISIS nach Jordanien (m. Korrektur)“

  • FK70   |   09. Juli 2017 - 13:10

    Gibt es in Jordanien eigentlich zusätzliche Herausforderungen in Sachen Stationierung? Oder kann sich unsere Luftwaffe problemlos andocken. Die Erkundung verlief bekanntlich positiv, aber nach einiger Zeit ist man bekanntlich immer etwas schlauer. So war es bekanntlich auch in Mali. Vielleicht ist ein Insider unter uns, der zum aktuellen IST etwas schreiben kann.

  • closius   |   09. Juli 2017 - 13:33

    Warum sollen die Tornados erst nach Deutschland zurück verlegt werden, um dann erst nach Jordanien zu gehen? Denn dies ist ein großer Umweg. Oder sollen die Maschinen ausgetauscht werden gegen andere Tornados, falls die Luftwaffe 6 Ersatzmaschinen aufbieten kann?

  • Klauspeterkaikowsky   |   09. Juli 2017 - 14:00

    @FK70
    Was der Platz hergibt, hier.
    https://en.wikipedia.org/wiki/Muwaffaq_Salti_Air_Base
    Da auch das Air Transport Command präsent ist, sollte ein Tanker kein Problem sein.

  • Christian S.   |   09. Juli 2017 - 14:02

    @closuis: ich habe das so verstanden, dass durch Abbau der Infrastruktur für die Aufklärungstornados (z.B. erwähnte Ground Exploitation Station) in der Türkei und ihrem anschließenden Aufbau in Jordanien einen gewisse Lücke entsteht, während derer die Tornados nicht eingesetzt werden können. Es bringt halt nichts, Ziele zu fotografieren, wenn man diese Bilder anschließend nicht auswerten kann. Diese Zeit verbringen die Tornados in Deutschland.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   09. Juli 2017 - 15:34

    Mossul, Zentrum sunnitischer Araber im Irak zu beiden Ufern des Tigris, ist genommen, erste Einwohner kehren in zwischen auch in den Westen zurück. (FAZ.net)
    Auch Brett McGurk, U.S. Sonderbeauftragter im IRAK zum Kampf gegen Daesh spricht von einem „Sieg“ in der ehemaligen Kalifats-Hochburg.
    Die Stadt ist geschleift. Verbliebene Kämpfer, sind am frühen Morgen beim Versuch über den TIGRIS schwimmend zu entkommen erschossen worden.

    Ar-Raqqa sieht in Laufe des Sommers gleichem Schicksal gegenüber.
    http://www.raqqa-sl.com/en/2017/07/04/isis-strongholds-are-collapsing-but-the-group-still-remains/ In Raqqa sollen sogar verantwortliche Führer von Daesh die Seiten wechseln, um ihren Kopf zu retten.
    „… several ISIS leaders have abandoned the terrorist group completely and are now working with the so-called ‘YPG anti-terrorism forces’ in order to help them identify ISIS fighters/supporters who may be hiding among legitimate displaced persons“.

    Was jetzt, CJTF OIR (http://www.inherentresolve.mil/) … was jetzt, denn:
    OUR MISSION war
    Combined Joint Task Force – Operation INHERENT RESOLVE (CJTF-OIR), by, with and through regional partners, is to militarily defeat DA’ESH in the Combined Joint Operations Area in order to enable whole-of-coalition governmental actions to increase regional stability.
    Unterm Strich lässt sich feststellen, zu weiten Teilen „mission accomplished“, zumindest tritt Daesh im offenen Gefecht nicht mehr auf, es fehlen Kräfte und Mittel.
    Die Kämpfer des angeblichen Kalifats sind zurückgedrängt auf die unterste Stufe der Guerilla: Anschläge, Hinterhalte, ggf noch Handstreiche, Selbstmordattentate, schlicht der Terror des „kleinen“ Mannes, so unangenehm auch für Betroffene.
    Es ist also zu fragen, welche Folgeaufträge für die JaBo der Coalition, denn:
    – Daesh zerschlagen,
    – Assads SAA samt IRN und schiitische Helfershelfer/Hesbollah stehen unter RUS Schutz,
    – Waffenstillstand in der SYR Südhälfte!
    Sofern ggf OIR unmittelbar keinen KAMPFauftrag mehr haben sollte, welche Auftragslage dann für unsere TORNADOs ab Oktober, bis dahin wird auch a-Raqqa gefallen sein.

  • FK70   |   09. Juli 2017 - 17:35

    @KPK: Danke für den Link. Ihre Anmerkung zur Auftragslage ab Oktober ist sicher nicht falsch. Mal sehen, wie sich die Lage insgesamt bis dann entwickelt hat. Hat jemand eigentlich schon etwas für die Zeit nach dem „Militär“ gelesen? Wie soll es dort weitergehen?

  • Matthias Hake   |   09. Juli 2017 - 20:18

    nach dem Sieg oder „Sieg“ in Mossul ist „vielleicht“ ein weiterer Einsatz nicht mehr notwendig, und vielleicht auch mittlerweile absehbar. könnte kosten sparen, die nicht notwendig sind. immer das machen was notwendig ist, nicht immer das was „politisch“ erforderlich ist, damit man beteiligt ist.

  • Klauspeterkaikowsky   |   10. Juli 2017 - 10:22

    Waffenruhe in südsyrischen Provinzen Da’ra, Quneitra und Suueida hält bislang.
    Währenddessen setzt sich Genfer Friedenskonferenz zu Syrien fort.
    Kernfrage: Wie halt ich es mit Assad?
    http://www.deutschlandfunk.de/syrien-neue-friedens-verhandlungen-in-genf.1939.de.html?drn:news_id=766790
    Parallel zu Genf wird stets noch in Astana verhandelt, ohne USA, mit dem Iran.

  • TOM   |   10. Juli 2017 - 15:33

    Kann es wirklich sein, dass wir nur Personal und Material für einen(!) solchen Minimaleinsatz haben?

  • Fux   |   10. Juli 2017 - 15:39

    @Tom 15:33 …. Breite vor Tiefe (aka „alles können wollen, aber nichts so richtig“) … nothing more to say ;-)

  • uli   |   10. Juli 2017 - 18:12

    @Fux
    Zitat Generalleutnant a.D. Dieter:
    „Mit der jetzt verffebtlichten Zeitplanung wird die eingeschränkte Einatzfähigkeit deutscher Streitkräfte gleich mehrfach deutlich…….
    Das Vertrauen unserer Partner in den deutschen Beitrag im ampf gegen den IS wird leiden.“
    http://www.hansheinrichdieter.de/html/eingeschraenkteeinsatzfaehigke.html

  • uli   |   10. Juli 2017 - 18:14

    Korrektur:
    jetzt veröffentlichten

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   10. Juli 2017 - 20:11

    Falls irgendjemand von den klar formulieren Feststellungen des GenLt Dieter überrascht sein sollte, wäre dies geeignet, mich zu überraschen. (Und eigentlich überrascht mich in dieser Armee, leider, rein gar nichts mehr)!
    Die Streitkräfte wurden seit der Wiedervereinigung einer Unzahl voreiliger, nicht zu Ende gedachter und vorzeitig abgebrochener sowie strategisch dilettantischer Strukturreformen unterzogen.
    Zugegebenermaßen habe ich mich nahezu ausschließlich in der (erweiterten) Schlammzone bewegt, Einblicke in höherwertige Einsichten der möglicher Logik von HStru V, 1990 – 1992, bis HStru 2011 (2017 immer noch nicht vollständig erreicht) aus eigener Erfahrung, fehlen.
    Wenn hier bei AG und anderswo teilweise erstaunt zur Kenntnis genommen werden muss, dass
    – für die Abstellung eines PzGrenBtl in eine VJTF weite Teile der PzGrenTr DES GESAMTEN HEERES geplündert werden müssen
    – zur Aufstellung eines vstkPzGrenBtl (+/-) zu eFP nach Litauen Monate ins Land gehen und mit den „Europäischen Großmächten des Landstreitkräfte-Einsatzes“ wie NLD, BEL und NOR, knapp sechs (6) Monate nach Beginn der Verlegung die Einsatzbereitschaft kurz vor dem ersten Kontingentwechsel gemeldet wird und
    – der frisch in Einführung befindliche SPz PUMA nicht annähernd bei erwartbaren 100% Verfügbarkeit steht,
    dann, ja dann, haben das Heer, der GenInsp, alle IBuK und Kanzler/innen seit 1990 sich an der außenpolitischen Sicherheit Deutschlands, soweit es Militär betrifft, versündigt.

    Deutschland war, ist und wird eine zentraleuropäische Mittelmacht bleiben, deren militärischer Markenkern geografisch bedingt die Landstreitkräfte sind, was keiner Erwartung des Verzichts auf Lw und Marine entsprechen darf.
    Kern und Wesen von Landstreitkräften sind gepanzerte Kampftruppen, samt erforderlichem „Zubehör“ (sorry @Hans Schommer) wie PzArt, PzPi, HFla, HAufkl und luftgestützter PzAbw.

    Beginnend mit dem DtUstgVbd Somalia (1993 -94) begann, im Höhepunkt bei ISAF setzte die Kannibalisierung der gepanzerten Kampfkraft des Heeres ein.
    Viele warnten vor der AFGHANISIERUNG des Heeres, infanterielastig (sorry@Koffer), reduziert bis hin zur Unfähigkeit im Können zur Führung des Gefechts/Einsatzes der verbundenen Waffen/Kräfte.
    (Allein schon das Aufgeben des Begriffs „Gefecht“ und Übergang zum unverbindlichen „Einsatz“ stellt eine sträfliche Vernachlässigung von „Kampf“ dar, was Wesen des Heeres ist).
    Die Leugnung jeglicher Bedrohung, „von Freunden umgeben/umzingelt“, ergab in der Folge eklatanten Abbau bei Zahlen der Gefechtsfahrzeuge, in der Aufklärungsfähigkeit und im taktischen Lufttransports sowie, wesentlicher noch; in der Führer-/Unterführerausbildung hin zum gepanzerten Gefecht!
    Kurz: Wir haben Wesentliches nicht mehr, wir können Wesentliches nicht mehr (oder nur kleinteilig), die finanzielle Ausstattung krankt immer noch, der Personalumfang … na ja …, und, die Rüstungsindustrie kann bzw will nicht mehr.
    Das dann vier Monate ins Land gehen um LUMPIGE 5 Lfz samt Zub von A) nach B) zu verlegen, ist ein Thema für Schilda. Entschuldigungen darf es dazu nicht geben.
    Das Erreichen der 2%-Zusage, die übrigens keine Aufrüstung darstellt, sondern hoffentlich zur materiell abgesicherten Erfüllung von 86a führt, wird Besserungen erbringen, in der Zeitachse.

    Der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi hat am heutigen Nachmittag den Sieg in MOSSUL erklärt.
    Daesh im Zweistromland ist als staatsgefährdende Größe damit Geschichte, auch wenn Einzelne noch ihren Einzug in die „dschanna“, das muslimische Paradies, mit SO-IED (Suicied operated IED) finden werden.
    Die Zukunft des Iraks gehört einer Verständigung von Kurden, Schiiten und Sunniten unter militärischer Absicherung. Erste Rufe nach UN-Peace Keeping Forces wurden bereits laut.
    Ein Deutschland mit erklärtermaßen (beide Regierungsparteien) größerer internationaler Verantwortung wird sich dem entziehen können?

  • T.Wiegold   |   10. Juli 2017 - 20:23

    Es hat bestimmt sachliche Gründe, warum der Dieter-Eintrag jetzt, ca. drei Wochen nach Erscheinen, hier geteilt und dann intensiv diskutiert wird? Weil die Verlegung aus Incirlik hier noch nie Thema war?

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   10. Juli 2017 - 20:52

    Schätze @Herr Wiegold, mit Ihrem Anwurf bin ich das Objekt.
    Fall Sie aufrechnen mögen, die Anzahl meiner Beiträge zu mehreren Incirlik/Syrien etc Fäden ist feststellbar hoffentlich nicht oberflächlich.
    Der Dieter-Beitrag umreißt Wesentliches im Kern mit dem Satz: „Mit der jetzt veröffentlichten Zeitplanung wird eingeschränkte Einsatzfähigkeit deutscher Streitkräfte gleich mehrfach deutlich“.
    Er geht damit unter die Oberfläche und greift langfristige Ursachen an, politische Ursachen und Entscheidungen. Diese bedürfen nachhaltig der Herausstellung, gerade in ihrer SiPo unterlegten Dimension angesichts der Lage im Baltikum und der Zurückhaltung der Trump-Administration: Die Frage muss nämlich gestellt werden, wie lange USAREUR in bisherigem Umfang präsent bleibt, sofern DEU (nicht nur finanziell) den notwendigen Erwartungen nicht entspricht.
    Spätestens dann steht schließlich der Lackmusstest für DIE Zentralmacht in Europa an.

  • uli   |   10. Juli 2017 - 21:17

    @T.W.
    Seit erscheinen des Dieter-Eintrags (18.6.17) hätte er thematisch lediglich zu „Bundestag unterstützt Verlegung von Incirlik nach Jordanien“(21.6.17) gepaßt. Hier glaubte ich ihn besser aufgehoben.
    Außerdem halte ich ihn auch nach drei Wochen nicht für unwahrer. Sollte ich Ihnen irgendwie auf den Schlips getreten sein, mea culpa.

  • closius   |   10. Juli 2017 - 21:42

    T.Wiegold: Ich habe Herrn Generalleutnant a.D. Dieter hier bisher nicht zitiert, weil ich diesen für etwas rechtslastig halte und mir deshalb hier keine Rüge einfangen wollte.

    Seine Kritik daran, daß die BW Wochen braucht, um ein Tankflugzeug zu verlegen und wieder einsatzfähig zu machen oder gar Monate braucht, um die Aufklägrungstornados wieder einsatzfähig zu haben, ist vollkommen berechtigt und interessant finde ich, daß er den Verdacht äußert, die europäische Arbeitszeitverordnung könnte mitschuld daran sein, daß die Tornados 3 Monate nicht fliegen können sollen.

    In Wirklichkeit lenkt die BW bisher erfolgreich von der Frage ab, wer im Ministerium, der Luftwaffe oder beim Beschaffungsamt ist schuld daran, daß die BW nur eine Auswertungsstation für die Aufklärungsflugzeuge hat und warum wurde dieses Versagen nicht wenigstens dadurch gemildert, daß Auswertungsstationen/Gefechtsstände nachgekauft worden sind?

    Aber laut den hier in AG veröffentlichten letzten Rüstungsbeschaffungen hat es die Luftwaffe versäumt, Auswertungsstationen nachzukaufen oder nachzubestellen, um in Zukunft sich solche Peinlichkeiten zu ersparen.

  • T.Wiegold   |   10. Juli 2017 - 21:52

    Sorry, gar so drastisch war es nicht gemeint. Ich hab‘ mich nur gewundert, dass es jetzt hochkommt; die Fakten waren ja auch hier schon vor Wochen Thema.

  • Jan   |   11. Juli 2017 - 7:37

    @closius: Wie kommen Sie denn darauf, dass es nur eine Auswertestation gibt? Das sich im Einsatz befindende Geschwader stemmt drei Einsätze gleichzeitig, weil Aufklärung sicher eine wichtige Komponente ist, sich aber politisch wohl auch besser verkaufen lässt.

    Es hat weniger die SAZV damit zu tun, als der bekannte Umstand, dass eine politisch hochbrisante Entscheidung die Grundlage für den Umzug ist, welche letztlich jede Art von detaillierter Planung eines Umzuges im Vorhinein verboten hat.

    „Die Luftwaffe“ wie hier teilweise geschrieben wird, muss sich nicht dafür schämen. Es sind politische Rahmenbedingungen, die so noch nicht dagewesen sind, die den Umzug erschwert haben. Das fängt bei der Wahl des Flugplatzes schon an.

    Im Deutschlandfunkt wurde vor kurzem der Umzug nach Jordanien mit dem Umzug des Ministeriums von Bonn nach Berlin verglichen. Ich kann nicht fassen, welche Ahnungslosigkeit bez. der Erfordernisse für die Verlegung herrscht.

  • Hans Dampf   |   11. Juli 2017 - 8:34

    @ Jan:

    Kann es sein, dass sich die Zahl drei, die Sie in Bezug auf die Auswertestationen nennen, durch die drei Systeme (1 x Heron AFG, 1 x Heron Mali, 1 x Tornado in TUR) erklärt? Falls ja, gäbe es trotzdem für den Einsatz des Tornado eben nur eine. Falls nein, bitte ich um „Erleuchtung“.
    Bezüglich der Ahnungslosigkeit: Benötigen die RAF, die USAF oder die Armee de l’air ebenfalls mehrere Monate, um bei vergleichbaren Bedingungen (Ort des Fliegerhorstes, Anzahl der Luftfahrzeuge u.ä.) den Flugbetrieb wieder aufnehmen zu können? Falls ja, keine weiteren Fragen. Falls nein: Wieso können die das und wir nicht?

  • closius   |   11. Juli 2017 - 8:43

    @Jan: Soweit ich mich erinnere, war die Auswertestation bei einer Übung oder Manöver in Spanien und musste für den Einsatz in der Türkei zurück geholt werden. In Mali ist keine Auswertestation im Einsatz, weil die Auswertung aus Deutschland erfolgt.

    Ob in AFG noch eine Auswertestation ist, weiß ich nicht. Aber selbst wenn es zwei geben würde, sind wir in drei Einsätzen und haben damit auf jeden Fall zu wenige Auswertestationen. Was will denn die Luftwaffe denn machen, wenn demnächst noch irgendwo einer weiterer Einsatz hinzukommt und Deutschland wieder nur vor allem aufklären will? Spätestens dann muss die Luftwaffe öffentlich den Offenbarungseid leisten.

    Wenn man keine Bomben schmeißen will, dann müsste man mindestens die Zahl der Aufklärungsflugzeuge und die Anzahl der Auswetungsstationen bzw. Gefechtsstände erhöhen.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   11. Juli 2017 - 18:42

    N-TV
    Debut in https://en.wikipedia.org/wiki/Muwaffaq_Salti_Air_Base heute!
    Tankflugzeug der Bundeswehr hat ersten Einsatz seit dem Abzug vom türkischen Stützpunkt Incirlik absolviert.
    Der Airbus A310 MRTT betankte im Luftraum über dem Irak und Syrien mehrere Flugzeuge der Militärkoalition, die in den beiden Ländern im Rahmen Counter Daesh eingesetzt sind.

    [Die Originalmeldung der Bw:

    Deutsches Tankflugzeug erstmals von Jordanien aus gestartet
    T.W.]

  • Hans Schommer   |   11. Juli 2017 - 19:43

    Ich halte das für eine erfreuliche Erfolgsmeldung.
    Gut gemacht, Kameraden!
    Hans Schommer

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   11. Juli 2017 - 20:59

    Da tut sich was, Mogherini bei PK mit Lawrow.
    EU External Action – https://twitter.com/FedericaMog
    „EU ready to support #Syria if de-escalation implemented.
    @FedericaMog pic.twitter.com/3mrrzuN2Fz
    EU ist vorbereitet, sich mit allen verfügbaren Mitteln im syrischen Friedensprozess zu engagieren, außer militärischen.
    Mogherini ausdrücklich, „we are no military player“

    EU engagement INNERHALB der de-confliction-zone im Süden mit
    Medizinhilfe, Lebensmittelhilfe, Finanzunterstützung und in der Diplomatie.

    Mit dem Einsetzen von EU-Finanzmitteln kann der Süden rasch besseren Zeiten entgegensehen, womit der Druck in den übrigen Regionen für ähnliche Abkommen stiege.
    Bleibt die Frage, ob EU-Personal sich ohne mil/pol Absicherung in die (dann ehemaligen?) Kampfgebiete begibt? Von einer Entwaffnung oder einem Abzug der Kombattanten (Daesh, SAA, FSA, Hesbollah, Nusra-Front-syrischer Arm von al-Qaida) im Süden war bislang noch nichts zu vernehmen.

  • Eric Hagen   |   12. Juli 2017 - 10:04

    Ich gebe den juengsten RUS – US Vereinbarungen wenig Erfolgsaussichten:

    – Beteiligte State- und Non- State actors sind darin nicht eingebunden. Alle frueheren Bemuehungen um einen belastbaren Waffenstillstand sind v.a. an den Non – State Actors gescheitert, aber auch an IRN und KSA, sowie QTR.

    – Keiner der Akteure hat irgendein Kriegsziel erreicht, vielleicht OIR in der Bek. des IS ausgenommen. Aber auch hier wird sich zeigen, dass der IS mehr ist als eine Bande ungezuegelter Soeldner und Verbrecher, sondern eine anti-westlicher Gegenentwurf darstellt. Und da gibt es weder Annaeherung, noch Toleranzen.

    – Das offizielle Hauptziel der syrischen Opposition, die Entfernung des Assad – Regimes, wird durch eine dauerhafte Feuerpause/ Waffenstillstand erschwert, wenn nicht sogar obsolet gemacht. Das wird nicht akzeptiert werden. Die Provinz Derra ist eine Hochburg der militanten Opposition – hier begann alles in 2011. Eine temporare Feuerpause wird lediglich zum Atemholen verstanden.

    – Schoen, wenn die EU sich mit soft- skills einbringen wll. Wie @KPK richtigerweise fragt, ist jegliche humanitaere oder gar Wiederaufbauhilfe ohne robusten Schutz fuer die betroffenen Helfer grob fahrlaessig. Es generiert nur Opfer und politische Risikolagen.
    Fr. Mogherini mangelt es an Situational Awareness.

    – Die sunnitisch – schiitische Konfliktlinie verlaeuft durch SYR: IRN und KSA haben kein Interesse daran, ihre gewonnenen Einflusszonen einzufrieren oder gar aufzugeben. Deren Proxies vor Ort werden den Konflikt weiterhin schueren.

    – Zuletzt:: Es fehlt jegliche politische Perspektive, geschweige denn ein vereinbarter, weitgehend gemeinsam getragener Wille, an einer politischen Neugestaltung SYR und der gesamten Region mitzuwirken.

    Daher ist Fr. Mogherinis nichts weiter als das, was es ist: Gezwitscher.

  • closius   |   12. Juli 2017 - 15:21

    Die BW berichtete auf ihrer HP bereits am 30.06.(ich hatte es noch nicht gesehen und mir wäre es hier auch noch nicht als Thema aufgefallen), daß ab 2021 150 deutsche Soldaten in der Normandie stationiert werden sollen für die deutsch-französische Nutzung von Hercules-Transportflugzeugen.

    Und die Maschinen sollen nicht national oder mit nationalen Technikern betrieben werden, sondern mit gemischten Besatzungen und gemischten Technikern.

    „Die größte Herausforderung wird mit Sicherheit sein, in Deutschland Personal zu finden, das sich bereit erklärt, sich auf das Abenteuer Frankreich einzulassen.“ wird in dem Artikel ausgeführt. Mal sehen ob die Transall Piloten und Techniker sich in die Normandie versetzten lassen?

    [Ach ja, das wäre hier doch auch mal ein Thema. Wie z.B.

    hier: http://augengeradeaus.net/2016/10/ergaenzung-zum-a400m-deutschland-und-frankreich-wollen-gemeinsam-hercules-betreiben/

    und hier: http://augengeradeaus.net/2017/02/naechster-schritt-zur-franzoesisch-deutschen-lufttransportstaffel-mit-hercules/

    und hier: http://augengeradeaus.net/2017/03/deutsch-franzoesische-hercules-staffel-bundeswehr-zugriff-auch-auf-franzoesische-maschinen/

    und hier: http://augengeradeaus.net/2017/03/geplante-ruestungsbeschaffungen-was-kommt-noch-bis-zur-wahl/

    T.W.]

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   12. Juli 2017 - 17:41

    Welcher merkwürdige Kommentator bezeichnet Frankreich / Normandie als Abenteuer?
    Oder sollte es heißen Urlaubsregion mit militär-historischer Bedeutung. SARC!

    Einzige Herausforderung wird auf jeden Fall bei „gemischten Technikern“ die Sprachanforderung SLP 3 (+++) mit FRA Technikaffinität sein, oder erwartet irgendjemand, die FRA InstFw/Offz sprächen technisches Englisch?
    Hinsichtlich gemischter Besatzungen wird Englisch sicherlich machbar sein.

    [Können wir den OT damit für erledigt erklären? T.W.]

  • closius   |   12. Juli 2017 - 18:00

    @T.Wiegold: Jetzt habe ich mich mißverständlich ausgedrückt bzw. Sie mich mißverstanden, denn daß es noch nicht Thema hier war, bezog sich nur auf den den BW-Bericht vom 30.06, daß dieser hier noch nicht Thema war.

    Natürlich aber nicht auf das Thema Hercules-Beschaffung mit Frankreich an sich, denn in Ihren Threads zu dem Thema Hercules habe ich doch selbst kräftig mitkommentiert!

  • closius   |   12. Juli 2017 - 18:08

    Zum Thema passt auf jeden Fall, daß laut BW HP heute der erste Einsatzbetankungsflug der deutschen Maschine von Jordanien aus erfolgt ist und damit das Tankflugzeug relativ schnell nach seiner Verlegung nach Jordanien wieder fliegt. Ich meine es sei erst von Mitte des Monats vorher die Rede gewesen. Dies wäre immerhin um 3 Tage unterboten.

    Oder anders ausgedrückt, drei Tage nach der Verlegung hat der Einsatz wieder begonnen.

    [Das war gestern und steht schon hier in den Kommentaren. T.W.]

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   12. Juli 2017 - 18:15

    Neue, angepasste Auftragslage für CJTF OIR in Syrien nach der Niederlage von Daesh im Irak.
    Unterstützung in ar_Raqq mit:
    – CAS,
    – Mittelbeschaffung, -bereitstellung,
    – Nachrichtengewinnung, -beschaffung
    – Aufklärung.
    Welche Aufgabe bliebe dann ab Oktober für die DEU RECON Tornados, s.a: 09. Juli 2017 – 15:34, bzw werden sie überhaupt noch gebraucht?

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   12. Juli 2017 - 19:31

    Irak – Syrien
    Das AA in der Kampfmittelräumung, wenigstens in der Vermittlerposition!
    http://www.auswaertiges-amt.de/nn_729116/EN/Aussenpolitik/Friedenspolitik/Krisenpraevention/6_Projektbeispiele/170404_Sprengfallen_IRQ.html
    AA, die UN und NGOs in der Finanzierung von „private-sector providers“.
    In diesem Jahr sind sieben Mio € eingeplant.
    Frau Mogherini hatte gestern bei https://twitter.com/FedericaMog EU-softskills in den syrischen de-confliction-zones zur Verbesserung der Sicherheits- und Versorgungslage der Bevölkerung angeboten, Kampfmittelräumung etc also auch.
    Weshalb dann keine Pioniere?

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   12. Juli 2017 - 20:43

    Lufteinsatz CJTF OIR setzt sich fort, allerdings deutlich reduziert in der Frequenz.
    Alle Einsätze für den SYR Kriegsschauplatz westlich des Euphrat (Zur Erinnerung: RUS hatte sich das „verbeten“ und mit Konsequenzen gedroht) und nördlich der frisch eingerichteten de-confliction-zone in Südsyrien.
    http://www.centcom.mil/MEDIA/PRESS-RELEASES/Press-Release-View/Article/1244204/july-12-military-airstrikes-continue-against-isis-terrorists-in-syria-and-iraq/
    Ob dazu RECON Tornados von Jordanien aus erforderlich sind?

  • Thomas Melber   |   12. Juli 2017 - 21:13

    @KPK
    Weil die VN grundsätzlich an private contractors vergeben. Die Bw u.a. SK haben gar nicht die Kräfte für langjährige, großflächige Einsätze.

    ‚ist auch eine Menge Geld im Spiel.

  • Thomas Melber   |   12. Juli 2017 - 21:29
  • Klauspeterkaikowsky   |   13. Juli 2017 - 9:57

    @Thomas Melber
    VN? Sitzen als Gasthörer am Katzentisch.
    Falls „UNSYR“-Peacekeeping, irgendwann, kämen die vllt ins Spiel.
    Dort läuft derzeit ALLES RUS-USA bilateral.
    EU will sich mit softpower einbringen, ohne Schutz für diese Kräfte?

  • TomCat   |   13. Juli 2017 - 14:01

    „Ob dazu RECON Tornados von Jordanien aus erforderlich sind?“

    Nö, aber wir haben sonst ja nichts anderes.

  • Alex   |   13. Juli 2017 - 17:28

    Nun kam ja gerade heraus, dass die Technik der Tornados zwar funktioniert, allerdings Sicherheitsbedenken bestehen, dass das System übernommen werden könnte. Das liegt auf der Hand: Ingenieure wiederholen zeitlich versetzt die Fehler der Informatiker bei der Implementation. Wie wird sich dies wohl auf den Einsatz auswirken?
    Wie passt das mit die Ankündigung zusammen, mit Frankreich ein neues Flugzeug zu entwickeln?

  • closius   |   13. Juli 2017 - 17:47

    tagesschau und Spiegel online melden, daß Deutschland und Frankreich ein neues Kampfflugzeug entwickeln wollen als europäisches Projekt, welches längerfristig die bisherigen Kampfflugzeuge von Deutschland und Frankreich ersetzen soll.

    Da bin ich aber mal gespannt, ob die Rüstungskonzerne sich diesmal darüber einigen können, wer was am Flugzeug bauen darf, denn schließlich hätte es schon in der Vergangenheit nur ein europäisches Kampfflugzeug geben sollen. Aber weil man sich in den 90iger Jahren nicht darüber hat einigen können, wer welche Teile am Flugzeug bauen darf, hatte dann Frankreich allein das Rafale Kampfflugzeug entwickelt und Deutschland, England und Spanien hatten den EF entwickelt.

    Spannend wird auch sein, ob dies ein deutsch-französisches Projekt bleibt oder ob andere Länder, wie z.B. Spanien einsteigen, was bisher als einziger möglicher Partner für eine Tornado Nachfolgerentwicklung mit Deutschland genannt wurde.

  • T.Wiegold   |   13. Juli 2017 - 18:09

    Was die deutsch-französischen Absichtserklärungen bzgl. Kampfflugzeug usw. angeht: Ich bemühe mich mal um die offiziellen Aussagen von deutscher Seite; dann gibt es auch einen eigenen Thread dazu – das ist zwar interessant, aber hier ziemlich OT…

    /edit: Gibt dazu jetzt einen eigenen Thread. Kommentare bitte dort; hier lösche ich sie dann.

  • AoR   |   14. Juli 2017 - 14:16

    Ich glaube die größte Herausforderung wird sein, Bier zu erschwinglichen Preisen zu beschaffen. Libanesische Christen – meiner Erfahrungswelt zufolge – versorgen sogar saudische Hotels.

    Eins nicht tun: Zum nächsten Christen an der Ecke in Irbed oder Amman fahren und Paletten verladen. Nicht dass der gute Mann und Familienvater Besuch von den Bärtigen erhält.

    Oder das Tankflugzeug hält hin für den Auftrag… /SCNR

  • Klauspeterkaikowsky   |   17. Juli 2017 - 13:15

    Putin stationiert Truppen in südlicher de-confliction zone, Provinz Dara’a.
    https://mobile.almasdarnews.com/article/breaking-russian-forces-deploy-southern-syria/
    JOR, USA bisher nicht reagiert.