Kein 1. Advent für den Weihnachtsmann (sagen die Amis)

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Tja, da ist das nordamerikanische Luftverteidigungskommando NORAD knallhart: Die inzwischen traditionelle Beobachtung des Weihnachtsmanns NORAD tracks Santa beginnt am 1. Dezember. Egal ob der 1. Advent schon einen Tag zuvor ist…

Schauen wir also morgen mal nach.

NH90: Ein Unfall, ohne Folgen

Am 19. Juni dieses Jahres gab es beim Flug eines NH90-Transporthubschraubers der Bundeswehr über Termez in Usbekistan einen Zwischenfall. Die Folgen der massiven technischen Störung werden, sagen wir mal vorsichtig, unterschiedlich bewertet: Nach einer Explosion im Triebwerk, der Auslösung der Feuerlöschanlage und darauf folgenden Fehlfunktionen davon völlig unabhängiger Komponenten stufte die Truppe den Zwischenfall als flugsicherheitsgefährdende Störung ein. Rund fünf Monate später untersuchte ein Team aus Bundeswehr und Herstellerfirma Airbus Helicopters die Maschine, die immer noch in Termez steht. Nach deren ersten Erkenntnissen wurde der Flugbetrieb mit allen NH90 der Bundeswehr kurzfristig gestoppt, dann kam der Flugsicherheitsausschuss der Bundeswehr zu der Einschätzung, dass es sich um einen Einzelfall gehandelt habe.

Das Thema und viele Details sind hier bei Augen geradeaus! in zahlreichen Einträgen und zahllosen Kommentaren bereits ziemlich ausführlich debattiert worden (siehe unter anderem hier, hier, und hier), an diesem Wochenende hat es auch die großen Medien erreicht. Der Spiegel berichtet von Zweifeln an der Sicherheit, die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS, Link aus bekannten Gründen nicht) überschreibt ihren Bericht simpel mit: Flugangst. Und zitiert Reinhard Schlepphorst, den Vorsitzenden der Interessengemeinschaft des fliegenden und luftfahrzeugtechnischen Personals der Transport- und Hubschrauberverbände (IGTH), mit dem Satz: Die Soldaten zweifeln an der Zuverlässigkeit des Helikopters und misstrauen den Einschätzungen der offiziellen Stellen.

Vielleicht auch deshalb, weil die Entscheidung des Ausschusses, der Zwischenfall sei nur als Einzelfall zu bewerten und kein grundsätzliches Problem dieses Hubschraubertyps, zeitlich recht nah an einer anderen Entscheidung lag: weiterlesen

Zum 1. Advent: Das Rüstungs-Problem-Wochenende

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Im Lichte der ersten Adventskranzkerze lassen sich an diesem Wochenende die aktuellen Meldungen zu Problemen mit Ausrüstung der Bundeswehr nachlesen. Am (gestrigen) Samstag das Dauerthema G36; am heutigen Sonntag sind der Eurofighter und, erneut, der Hubschrauber NH90 dran.

Beim Kampfjet Eurofighter geht’s diesmal nicht um technische Probleme, sondern allein ums Geld: Heftige Nachzahlungen, so berichten mehr oder weniger übereinstimmend der Spiegel vorab und die Welt, will die Herstellerfirma Airbus dafür geltend machen, dass die Bundeswehr deutlich weniger Eurofighter als ursprünglich vereinbart abnimmt. Der Verzicht auf die so genannte Tranche 3b und damit die Reduzierung von 180 auf 140 Maschinen könnte deutliche Strafzahlungen kosten – strittig ist allerdings die Höhe. weiterlesen

Und wieder das G36

Es gibt wieder was Neues vom Sturmgewehr G36, der Standardwaffe der Bundeswehr. Die seit April 2012 laufende Debatte, ob das Gewehr mehr als erwartbar unzuverlässig trifft und ob daran die Waffe oder doch nur bestimmte Munition Schuld ist, ist um eine neue Variante reicher: Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung vom (heutigen) Samstag gibt es Hinweise, dass das Verteidigungsministerium versucht haben soll, nachteilige Berichte nachträglich zu schönen.

Der Kollege Christoph Hickmann hat da einen Stapel Akten bekommen. Unter anderem sei in der Rüstungsabteilung des Ministeriums ein Bericht aus der zuständigen Wehrtechnischen Dienststelle mehrfach nachgearbeitet worden: weiterlesen

Die russische Flotte vor England: Ohne Signal durch den Kanal

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Auf hoher See ist es ähnlich wie… nein, nicht wie vor Gericht, sondern wie im internationalen Luftraum. Die Meldungen, dass ein russischer Flottenverband sich im Ärmelkanal tummelt, hat am (heutigen) Freitagmorgen eine öffentliche Aufmerksamkeit erfahren, die an Invasionsvorbereitungen glauben ließ. Dabei war zunächst nur eine russische Agenturmeldung die Basis:

A squadron of ships from the Russian Navy’s Northern Fleet is holding drills in the English Channel, the Western Military District’s press service said Friday in a statement.
„Today, a squadron of ships and support vessels from the Northern Fleet … have passed the narrowest part of the English Channel in the Strait of Dover and have entered a bay near the mouth of the River Seine,“ the press service said.

Nun sind solche Schiffsbewegungen, auch von Kriegsschiffen, ebenso wie die Nutzung des internationalen Luftraums durch Kampfflugzeuge kein rechtliches Problem, sondern eines der – politischen und öffentlichen – Wahrnehmung. Und da war natürlich die Aussage veranstalten Manöver im Ärmelkanal genau das richtige. Auch wenn die russischen Schiffe vermutlich völlig in Übereinstimmung mit dem Seerecht entweder internationale Gewässer oder die vorgesehene innocent passage durch die Hoheitsgewässer anderer Staaten genutzt haben (was die USA übrigens weit exzessiver als zum Beispiel die Deutsche Marine ausnutzen).

Mittlerweile gibt’s auch die Bestätigung der Briten, dass eines ihrer Patrouillenboote den russischen Verband begleitet hat: weiterlesen

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