In eigener Sache: Zitieren leicht gemacht

Das mit den Zitaten ist immer so eine Sache, und hier bei Augen geradeaus! droht das in jüngster Zeit in den Kommentaren ein wenig außer Kontrolle zu geraten (so dass ich eingreifen muss). Deshalb eine kurze Übersicht, wie in den Kommentaren zitiert werden kann und sollte – aus einem ganz einfachen Grund: Wenn es wegen zu ausführlicher Zitate Ärger mit dem Urheberrecht geben sollte, habe ich den. Und eventuelle Kosten obendrein. Nicht der – pseudonyme – Kommentator.

Deswegen kurz zusammengefasst:

• Wenn aus Texten von Zeitungen, Online-Nachrichtenseiten etc. zitiert wird, bitte den Umfang beachten. Als Faustregel gilt die vorherrschende Meinung, dass drei Sätze plus Überschrift ok sind (so sagt es auch die Süddeutsche Zeitung in ihren Leitlinien: Einfaches Zitieren unserer Texte ist immer erlaubt, solange sich die Länge des Zitats im Rahmen hält. Drei Sätze plus Überschrift und Vorspann halten wir dabei für eine gute Grenze.)

• Unter Umständen ist es sinnvoller, die Aussage eines Textes kurz (!) mit eigenen Worten zusammenzufassen.

• Bei Links gilt hier bei Augen geradeaus! eine etwas andere Regelung, als die Süddeutsche sie empfiehlt: Links zu deutschen Verlags-Webseiten finden angesichts des angestrebten Leistungsschutzrechts der Verleger nicht statt, mit wenigen Ausnahmen (im Grunde ist es schon dreist von der SZ, das gesetzlich garantierte Zitatrecht mit dem Verlangen nach Verlinkung zu koppeln und gleichzeitig ein gesetzliches Leistungsschutzrecht für Übernahme von Überschrift und Links zu betreiben).

• Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten und ausländische Medien-Webseiten können (und sollen gerne) zusätzlich zum Zitat verlinkt werden – aber auch da sollten Zitate nicht länger als die genannte Überschrift plus drei Sätze sein.

• Pressemitteilungen (zum Beispiel von Bundeswehr, Ministerien, NATO, aber auch von Unternehmen), die ausdrücklich zur Veröffentlichung bestimmt sind, können natürlich in voller Länge zitiert und auch verlinkt werden (da ist dann eher die Frage, ob das in der Länge überhaupt nötig ist). Das gilt übrigens auch für Pressemitteilungen mit redaktionellen Vorabmeldungen von Zeitungen über die dpa-Tochter OTS, die für ihr Angebot festlegt: Das hier veröffentlichte Material ist – ggfs. im Rahmen der jeweils genannten Nutzungsbedingungen – frei zur redaktionellen Verwendung sowie zur persönlichen Information des Nutzers. (Sollte dafür ein Verlag das Leistungsschutzrecht geltend machen, wäre wohl Betrugsabsicht zu vermuten.)

Ich hoffe, das ist alles hinreichend durchschaubar – ich find’s doch auch nicht lustig, in den Kommentaren komplett eingestellte Zeitungsgeschichten auf Zitat-Länge zu kürzen…

 

Mit Leistungsschutzrecht: Kein Wehrbeauftragter, kein General

Regelmäßige Leser von Augen geradeaus!, die auch sonst die verteidigungspolitische Berichterstattung verfolgen, werden es in den vergangenen Tagen vielleicht gemerkt haben: Es gab zwei Themen, die gut hierher gepasst hätten, die ich aber – bewusst – nicht aufgegriffen habe. Zum einen die Kritik des Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus an der Mitte der Woche veröffentlichten Feinausplanung der Bundeswehr in der Passauer Neuen Presse, zum anderen das durchaus interessante Interview der Welt mit dem Befehlshaber des Einsatzführungskommandos, Generalleutnant Rainer Glatz.

Das hatte in beiden Fällen einen recht einfachen Grund. Bereits seit Mitte März bin ich hier im Blog dazu übergegangen, Berichte aus deutschen Printmedien nicht mehr zu verlinken, keine Textauszüge zu veröffentlichen und höchstens, wenn wirklich nötig, nur unter Angabe der Quelle möglichst kurz und zusammenfassend zu zitieren oder zu referieren: Damals verständigte sich die Berliner Regierungskoalition darauf, ein so genanntes Leistungsschutzrecht einzuführen, dass voraussichtlich Links und Textauszüge kostenpflichtig machen soll. Seit gestern ist ein (Referenten-)Gesetzentwurf für dieses Leistungsschutzrecht bekannt, der in seiner Unschärfe viele Fragen offen lässt, aber grundsätzlich bestimmt:

Der Hersteller eines Presseerzeugnisses (Presseverleger) hat das ausschließliche Recht, das Presseerzeugnis oder Teile hiervon zu gewerblichen Zwecken öffentlich zugänglich zu machen.

Juristische Analysen des Entwurfs gibt es hier und hier und hier. Natürlich ist ein solcher Entwurf noch nicht das verabschiedete und in Kraft getretene Gesetz. Es zeichnet sich aber ab, dass die deutschen Verleger ihren Wunsch erfüllt bekommen, die kostenfreie Verlinkung der von ihnen veröffentlichten Texte zu unterbinden (auch wenn es vermutlich eine gerichtlich zu klärende Frage sein wird, wo bei Textauszügen die Abgrenzung zu einem legitimen Zitat liegt). Und um den gewerblichen Zweck von Augen geradeaus! im Sinne dieses Gesetzes zu belegen, reichen schon die PayPal- und Flattr-Buttons auf dieser Seite.

Kurz und knapp: Für ein – im Vergleich zu bekannten Nachrichtenseiten – kleines Blog wie Augen geradeaus! mit um die 20.000 Zugriffen pro Tag und nach wie vor (zu) schmaler Refinanzierungsbasis ist die Gefahr, schon beim Verweis auf Inhalte auf solchen Verlegerseiten abgemahnt und zur Kasse gebeten zu werden, nicht tragbar. Deshalb finden hier in den Einträgen wie in den Kommentaren auch weiterhin keine Verlinkungen und Text-Widergaben von Seiten deutscher Printmedien statt (mit zwei Ausnahmen, die ich unten erläutere). weiterlesen

Die Sache mit den Links und den Zitaten

Und noch mal ein Eintrag in eigener Sache, nach den Entwicklungen der vergangenen Tage noch mal nötiger geworden: Die aktuelle, von den deutschen Verlegern und folglich auch von der Koalition verschärfte Debatte um ein Leistungsschutzrecht für die Verleger, aber auch der Umgang mit Zitaten zwingen mich leider dazu, bei Verlinkungen und Zitaten in meinen Blogeinträgen und ebenso in den Kommentaren eine etwas andere policy zu fahren.

Beim Leistungsschutzrecht ist die Debatte noch leicht verworren, einen ersten Überblick gibt es hier.

Als Konsequenz muss leider gelten, dass bei Augen geradeaus! bis auf Weiteres keine Webseiten deutscher Printmedien mehr verlinkt werden. Wenn auf einen Bericht in einem deutschen Printmedium Bezug genommen wird, dann nur als kurze eigene Zusammenfassung: Die Hintertupfinger Zeitung berichtet heute, dass Eckernförde Heimathafen des ersten deutschen Flugzeugträgers wird.

Weiterhin verlinkt werden können natürlich Originalquellen (immer der beste Weg; z.B. eine Originalmitteilung der Bundeswehr), öffentlich-rechtliche Webangebote (ARD, ZDF), andere Blogs sowie ausländische Medien. Gerade Meldungen aus der New York Times oder der Washington Post finden sich gerne bei SpOn und anderen wieder, da verstehe ich ohnehin nicht, warum bislang SpOn verlinkt wird und nicht gleich die Ursprungsmeldung aus der NYT.

Etwas knapper müssen wir auch alle – ich schließe mich genau so ein wie die Kommentatoren – bei der Wiedergabe wörtlicher Zitate werden. Eine britische Quelle, noch dazu ohne genaue Quellenangabe, über drei bis vier Absätze zu zitieren, kann gewaltig schief gehen. Bei deutschen Quellen ebenso. Ich bitte deshalb darum, die Wiedergabe von Zitaten möglichst knapp zu halten (Ausnahme natürlich: es ist eine offen zur Verfügung stehende Originalquelle, z.B. eine ISAF-Mitteilung oder eine Ministerrede), um nachteilige Folgen zu vermeiden (die würden ja dann mich treffen…).

Leider werde ich künftig auch bei den Kommentaren verschärft auf diese Dinge achten müssen – und muss mir vorbehalten, ggf. einen Kommentar zu bearbeiten, zu verändern oder zu kürzen, wenn ich Probleme befürchten muss. Das Ganze dient vor allem dazu, Augen geradeaus! nicht durch unbedachtes Handeln in (m)einen wirtschaftlichen Ruin zu treiben.

Ich hoffe sehr auf Ihr/euer Verständnis…

(Ein kleiner Nachtrag: Der Kollege Kai Biermann hat das Thema Leistungsschutzrecht bei Zeit Online sehr schön und nachvollziehbar analysiert. Fast hätte ich ihn verlinkt, bis mir einfiel… siehe oben.)