Verdacht auf sexuelle Übergriffe: Deutlich mehr Fälle in der Truppe gemeldet


In der Bundeswehr wurden im vergangenen Jahr in 234 Fällen ein Verdacht auf Sexualstraftaten gemeldet, gut 80 Prozent mehr als die 128 Meldungen des Vorjahres. Entsprechende Zahlen der Funke-Mediengruppe bestätigte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am (heutigen) Samstag. Unter den gemeldeten Fällen waren auch 14 vollzogene oder versuchte Vergewaltigungen – fast drei mal so viele wie 2016 gemeldet.

Das Ministerium sieht diese Steigerung allerdings nicht zwingend als Zeichen für mehr sexuelle Übergriffe in der Truppe. Angesichts einer erhöhten Sensibilisierung seien mehr Fälle gemeldet worden, die zuvor nicht angezeigt worden wären. Faktisch habe sich also vor allem die Dunkelziffer verringert: Wir gehen nicht davon aus, dass es einen sprunghaften Anstieg gegeben hat, sagte ein Sprecher. Die vorläufige Statistik enthalte zudem offensichtlich einige doppelt gemeldete Fälle. weiterlesen

Sexualdelikte bei der Truppe: Die nicht ganz so aussagekräftige Statistik

Die Überschrift klingt erst mal knackig: 520 Sexual-Delikte bei der Bundeswehr titelt die Bild-Zeitung heute (Link aus bekannten Gründen nicht). Das Verteidigungsministerium hat daraufhin schnell die Statistik veröffentlicht (die wohl auch in der Antwort auf eine Bundestagsanfrage enthalten ist). Schauen wir mal genauer drauf:

In den Jahren 2006 bis 2012 wurden folgende Verdachtsfälle auf Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung in der Bundeswehr gemeldet:

Bw-Sexualverdacht_20130813

Im Zeitraum 2006 bis 2012 wurden im Rahmen von Disziplinarverfahren sowohl  Dienstvergehen im Zusammenhang mit sexuellen Fehlverhalten, die nicht den Tatbestand einer Straftat erfüllen, als auch Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (StGB §§ 174 -184) disziplinar geahndet. weiterlesen