Neue Grundausbildung: „Der Soldat soll Sport als Spaß empfinden“

Hochbetrieb in der Sporthalle des Panzergrenadierbataillons 401 in Hagenow, südlich von Schwerin: Überall Soldaten im hellblauen Sportdress, die durch die Halle sprinten oder am Reck hängen. Draußen auf der Tartanbahn ziehen kleine Gruppen ihre Runde für den 1000-Meter-Lauf. Sie alle absolvieren den so genannten Basis Fitness Test (BFT) der Bundeswehr, mit dem die körperliche Leistungsfähigkeit überprüft wird.

Der BFT ist Standard in der Bundeswehr, das Trainingsgeschehen in Hagenow ist es nicht – darauf deutet schon der Container mit Fitnessgerät hin, der neben der Laufbahn steht. Soldaten hüpfen über Hindernisse, heben zu zweit schwere Trecker-Reifen oder ziehen Gewichte an einem Seil: Bei den Panzergrenadieren in diesem mecklenburgischen Standort erprobt die Truppe eine neue Form der Grundausbildung für ihre Rekruten. Fitness steht dabei in den ersten sechs Wochen für die neuen Soldaten an erster Stelle.

Das Pilotprojekt beim Panzergrenadierbataillon 401 soll ein Problem angehen, dass die Bundeswehr belastet: weiterlesen

Vorschau: Fitness für die Truppe

Am (morgigen) Mittwoch will sich Heeresinspekteur Jörg Vollmer anschauen, wie die neue, auf Fitness der Rekruten ausgerichtete Grundausbildung beim Heer aussieht. Das Panzergrenadierbataillon 401 in Hagenow in Mecklenburg-Vorpommern erprobt derzeit in einem Pilotversuch, wie die körperliche Leistungsfähigkeit der Männer und Frauen gesteigert werden kann, die neu zur Truppe kommen – und oft genug erst einmal auf den gewünschten Stand gebracht werden müssen.

Über die neue Art der Grundausbildung hatte Augen geradeaus! bereits im März berichtet: weiterlesen

„Bis heute ist die Personallage gut“

Es war schon klar, dass Bundeswehr-Generalinspekteur Volker Wieker die Meldung über den Brandbrief von Heeresinspekteur Werner Freers, der Truppe gehe der Nachwuchs aus, so nicht stehen lassen durfte. Also hat der GI auch am Samstagnachmittag reagiert.

Dabei fällt auf, wie der GI (beziehungsweise sein Sprecher im Presse-Info-Stab des Ministeriums) den Brief ein wenig, sagen wir mal, herunterzuspielen versuchen: Der Inspekteur des Heeres hat in seinem Brief an den Generalinspekteur lediglich auf mögliche Folgen hingewiesen, falls es nicht gelingt, genügend Nachwuchs zu werben – Hervorhebung im Original. Und auffällig ist auch der letzte Absatz: Die geplanten Verpflichtungsprämien und der höhere Wehrsold sollen möglicherweise bereits gezahlt werden, ehe sie im Wehrrechtsänderungsgesetz vom Bundestag beschlossen werden. Ich würde mal sagen: die Hütte brennt.

Die Erklärung des GI-Sprechers im Wortlaut:

Der Generalinspekteur der Bundeswehr hat bereits mehrfach öffentlich die strategische Bedeutung der Nachwuchsgewinnung für die Bundeswehr betont.
Der Inspekteur des Heeres hat in seinem Brief an den Generalinspekteur lediglich auf mögliche Folgen hingewiesen, falls es nicht gelingt, genügend Nachwuchs zu werben. Auf dieses Ziel richten sich die Vorschläge des Insp des Heeres und eine Vielzahl weiterer derzeitig entwickelter Maßnahmen zur Verbesserung der Attraktivität des Dienstes in den Streitkräften. Diese Maßnahmen sind Teil der vom Verteidigungsminister eingeleiteten Reform zu einer noch einsatzorientierteren Bundeswehr der Zukunft.
Bis heute ist die Personallage in allen Bereichen gut – auch bei den Mannschaften im Heer. weiterlesen