Bundeswehr beendet Luftbetankung über Mali

In meinem derzeitigen low ops Modus geht so was schon mal unter: Am (gestrigen) Freitag hat die deutsche Luftwaffe die Unterstützung französischer Kampfjets über Mali mit ihrem fliegenden Tanker vorerst eingestellt – gut vier Monate, nachdem sich die Deutschen mit ihrem Airbus A310 MRTT (Multi Role Transport Tanker) erstmals an der Luftbetankung der Franzosen beteiligt hatten. Der Tanker bleibt aber in Bereitschaft, wie die Bundeswehr mitteilte:

Der im Rahmen der Mission MINUSMA in Dakar/Senegal eingesetzte deutsche Multi-Role Transport Tanker (MRTT) vom Typ Airbus A-310 wurde am 12. Juli um 13 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit zurück nach Deutschland verlegt. weiterlesen

Mali: Französische Aufklärungsmission bei der Operation Serval

Zu diesem Video gibt es leider (bislang) keine ergänzenden Informationen, nur den Titel: Mission de reconnaissance du CPA20 – Aufklärungsmission des Commando Parachutiste de l’air, bei der französischen Operation Serval in Mali.

Vielleicht kommt ja später noch mehr dazu, ich stelle es erst mal ein, weil ich das Ambiente interessant finde…

 

 

Und es gibt doch Kämpfe in Mali: Französischer Fremdenlegionär gefallen

Die französische Intervention in Mali, die Operation Serval, bleibt seit ihrem Beginn am 11. Januar seltsam ungreifbar: Berichte von Auseinandersetzungen gibt es weiterhin nur aus den offiziellen Mitteilungen aus Paris und gelegentlich aus Informationen aus Mali selbst. Unabhängige Beobachter, vor allem Journalisten, können nicht überprüfen, ob und wie es tatsächlich zu Gefechten kommt.

Dass tatsächlich weiterhin ein Krieg dort herrscht, wird nur in Einzelfällen deutlich: am (gestrigen) Dienstag ist ein französischer Fremdenlegionär gefallen. Nach offiziellen Angaben bei einer Aufklärungsmission im unzugänglichen Adrar des Ifoghas-Gebirge im Nordosten Malis. Der Belgier Harold Vormezeele ist der zweite französische Tote seit Beginn der Operation; bei dem Gefecht mit islamistischen Rebellen sollen 20 von ihnen getötet worden sein. Verlässliche Informationen über die Verluste auf Seiten der Islamisten gibt es allerdings nicht.

(Foto: Französische Armee)

 

Mali? Unübersichtlich.


Ein Leutnant der malischen Streitkräfte und ein französischer Soldat in der Region Markala (Foto: Französische Armee/EMA/ECPAD)

Die Lage in Mali bleibt unübersichtlich – und gegen die militärischen Operationen der Franzosen und der malischen Armee war der Einmarsch der Amerikaner im Irak eine öffentliche Veranstaltung. Ganz offensichtlich werden (die meisten) Journalisten von malischen und/oder französischen Soldaten von der Frontlinie ferngehalten. Eine öffentliche Wahrnehmung dessen, was am Boden passiert, kann nicht stattfinden (mir ist bewusst, dass manche meiner Leser das für gerechtfertigt halten; ich halte das bei einem militärischen Einsatz einer Demokratie für ein Problem).

Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat auch bereits dagegen protestiert, dass Journalisten mehr als 100 Kilometer von der Kampfzone entfernt gestoppt werden. Übrigens nicht nur Reporter – auch der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen wird der Zugang zu der zeitweise umkämpften Stadt Konna verweigert.

Vor diesem Hintergrund ist es kaum möglich einzuschätzen, was in Mali derzeit tatsächlich passiert. Zwar gibt es offensichtlich, wie einem Bericht der Nachrichtenagentur Associated Press zu entnehmen ist, auch embedded Journalists bei den französischen Truppen: David Bache, a freelance journalist embedded with the French marines, said that around 100 soldiers had taken positions at the bridge, setting up a camp, where they have parked 18 armoured vehicles, mounted with artillery including 90mm cannons. Die Nachrichten werden dennoch dominiert von den offiziellen Mitteilungen der französischen Streitkräfte und den spärlichen Informationen, die Journalisten von Telefonkontakten in den umkämpften oder von den islamistischen Rebellen gehaltenen Regionen erhalten. Tatsächlich berichten lässt sich derzeit offensichtlich nur aus der Hauptstadt Bamako, wo Korrespondenten immerhin das Eintreffen zusätzlicher Truppen aus Frankreich oder anderen afrikanischen Staaten beobachten können.

Unterm Strich: eine saubere Einschätzung der Lage in dem westafrikanischen Land ist derzeit kaum möglich. Und alle Meldungen über Kämpfe, über die Operation Serval insgesamt sind vorerst mit Vorsicht zu betrachten. Seit meinem ersten Eindruck am vergangenen Montag hat sich da kaum etwas geändert.

Die Luftwaffe hat unterdessen übrigens ihren Mali-Einsatz begonnen – und die Transall, die für den Transport afrikanischer Truppen nach Bamako zur Verfügung stehen sollen, bringen bei der Anreise natürlich auch etwas für die Franzosen mit: Bei Paris sollen sie, teilte die Luftwaffe mit, Sanitätsmaterial für die französischen Truppen laden. Nicht dass jemand auf die Idee käme, damit käme Deutschland einer Bitte Frankreichs um Unterstützung nach. Vorsorglich steht die Erklärung dabei:

Um den verfügbaren Transportraum zu nutzen, wird auf den Verlegeflügen nach Afrika auf Anfrage des European Air Transport Command (EATC) Sanitätsmaterial der französischen Streitkräfte transportiert. Wie alle Lufttransporteinsätze aus Deutschland heraus wird auch dieser Flug durch das EATC im niederländischen Eindhoven koordiniert. Das am 1. September 2010 aufgestellte EATC ist eine multinationale Kommandobehörde der belgischen französischen, niederländischen, und deutschen Luftstreitkräfte. Seine Hauptaufgabe ist die Führung der Transport- und Tankflugzeuge der beteiligten Nationen. Das EATC basiert auf einer deutsch-französischen Initiative und ist ein erfolgreiches Beispiel für „pooling and sharing“ innerhalb der Europäischen Union. Es erlaubt nationale Fähigkeitslücken zu kompensieren und Kapazitätsengpässe aufzufangen. Deutschland hat alle Transportflugzeuge dem EATC unterstellt.

Nun gut. Hauptsache, soll das wohl heißen, es kann uns keiner Unterstützung der Franzosen unterstellen.

Ich hätte noch eine Bitte: An diesem Wochenende bin ich viel unterwegs, und, da die Deutsche Bahn immer noch keinen regulären Internetzugang anbietet (schon gar nicht auf den Strecken ab Berlin), nur sehr punktuell online. Für Hinweise auf wichtige Entwicklungen in den Kommentaren bin ich dankbar.