Jung&Naiv: Nordkorea, und die Sache mit den Atommächten

Folge 33 von Jung und Naiv mit Tilo Jung: Diesmal haben wir über Nordkorea gesprochen, das aktuelle Säbelrasseln, und sind dann sehr schnell auf Atomwaffen und Atommächte gekommen:

(Noch ist übrigens die Krautreporter-Kampagne für Jung und Naiv noch nicht am Ziel…)

Nachtrag: Da ist mir ein blöder Fehler unterlaufen, den ich zu entschuldigen bitte: Der Iran ist Unterzeichnerstaat des Atomwaffensperrvertrages, beigetreten noch zu Zeiten des Schahs…

Immer schärfere Töne aus Nordkorea

070401 Panmunjeom3

Es ist am anderen Ende der Welt, es betrifft – noch – europäische oder deutsche Sicherheitspolitik nicht direkt, aber es macht Sorgen: Nordkorea verschärft seine Drohungen gegen den Westen und vor allem gegen die USA, immer schrillere Töne kommen aus Pjöngjang:

We formally inform the White House and Pentagon that the ever-escalating U.S. hostile policy toward the DPRK and its reckless nuclear threat will be smashed by the strong will of all the united service personnel and people and cutting-edge smaller, lighter and diversified nuclear strike means of the DPRK and that the merciless operation of its revolutionary armed forces in this regard has been finally examined and ratified.

gibt Reuters im Wortlaut eine Erklärung der nordkoreanischen Armee aus dem englischen Dienst der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA wieder.

Das Problem ist ja: niemand kann wirklich einschätzen, ob und wenn ja wann rhetorisches Getöse in eine tatsächliche Absicht mündet. Die USA sehen nach den Worten ihres Verteidigungsministers Chuck Hagel eine klare Gefahr für Südkorea, Japan und die USA.

(Noch ist es, wie gesagt, kein direkt deutsches Thema – aber dieses Zündeln in Fernost wollte ich hier zumindest schon mal als Thema einbringen.)

Nachtrag: Die, äh, Informationen aus Nordkorea gibt es auch auf Deutsch.

(Foto: Ein Blick von Süd- nach Nordkorea an der Waffenstillstandslinie bei Panmunjeom – Driedprawns at en.wikipedia via Wikimedia Commons)

 

Mercedes-Wölfe in Nordkorea

Beim gestrigen Begräbnis des nordkoreanischen Diktators Kim Jong Il fiel den Fernsehzuschauern auf, dass der Trauerzug von etlichen deutschen Luxuslimousinen begleitet wurde – Mercedes-Wagen, zum Teil recht neue Modelle, fuhren in der Trauerparade mit. Was auch einige deutsche Medien zu Nachfragen veranlasste: Schließlich gibt es diverse Embargo-Vorschriften gegen Nordkorea. Offensichtlich gelangten die Fahrzeuge über Zwischenhändler ins Land oder stammten aus chinesischer Ko-Produktion.

Allerdings, und das ist den meisten nicht aufgefallen, waren auf den Bildern nicht nur Luxuslimousinen des deutschen Automobilkonzerns zu sehen. Ein geschätzter Ex-Kollege wies mich darauf hin, dass auch ganz andere Mercedes-Modelle prominent im Bild waren:

Screenshot: ZDF heute journal 28. Dezember 2011

Auf den Videos, zum Beispiel im ZDF heute journal, waren eindeutig mehrere Mercedes-Geländewagen zu erkennen, das Auto, das bei der Bundeswehr als Wolf und auch bei den Streitkräften etlicher anderer Staaten im Einsatz ist.

Nun kann für diese Fahrzeuge die gleiche Erklärung wie für die Limousinen gelten – zumal der Mercedes G seit Jahrzehnten auch zivil vermarktet wurde und ein typisches Jägerauto war. Auffällig ist es trotzdem, dass der nordkoreanische Soldat einen Wolf fährt…

(Und, um bei den Proportionen zu bleiben: Nein, das hat nicht die Qualität von G36-Gewehren, die in Libyen auftauchen.)