Mercedes-Wölfe in Nordkorea

Beim gestrigen Begräbnis des nordkoreanischen Diktators Kim Jong Il fiel den Fernsehzuschauern auf, dass der Trauerzug von etlichen deutschen Luxuslimousinen begleitet wurde – Mercedes-Wagen, zum Teil recht neue Modelle, fuhren in der Trauerparade mit. Was auch einige deutsche Medien zu Nachfragen veranlasste: Schließlich gibt es diverse Embargo-Vorschriften gegen Nordkorea. Offensichtlich gelangten die Fahrzeuge über Zwischenhändler ins Land oder stammten aus chinesischer Ko-Produktion.

Allerdings, und das ist den meisten nicht aufgefallen, waren auf den Bildern nicht nur Luxuslimousinen des deutschen Automobilkonzerns zu sehen. Ein geschätzter Ex-Kollege wies mich darauf hin, dass auch ganz andere Mercedes-Modelle prominent im Bild waren:

Screenshot: ZDF heute journal 28. Dezember 2011

Auf den Videos, zum Beispiel im ZDF heute journal, waren eindeutig mehrere Mercedes-Geländewagen zu erkennen, das Auto, das bei der Bundeswehr als Wolf und auch bei den Streitkräften etlicher anderer Staaten im Einsatz ist.

Nun kann für diese Fahrzeuge die gleiche Erklärung wie für die Limousinen gelten – zumal der Mercedes G seit Jahrzehnten auch zivil vermarktet wurde und ein typisches Jägerauto war. Auffällig ist es trotzdem, dass der nordkoreanische Soldat einen Wolf fährt…

(Und, um bei den Proportionen zu bleiben: Nein, das hat nicht die Qualität von G36-Gewehren, die in Libyen auftauchen.)

12 Kommentare zu „Mercedes-Wölfe in Nordkorea“

  • mwk   |   29. Dezember 2011 - 22:45

    Naja – der auf dem Bild ist ein alter, ziviler G-Typ.
    Der nette olive Farbton und die schwarzen PVC-Schutzleisten sprechen gegen einen mil. Wolf.
    Btw: Das Entfernen der Überrollbügel ist auch sehr intelligent.

  • icharbeitegen   |   29. Dezember 2011 - 22:52

    @mwk:
    die Schutzleisten sind auch an der mil Version…
    im übrigen dürft es kein Problem bereiten Versionen von Puch oder Peugot aus Prestigegründen optisch umzurüsten. Wenn da mehr als zwei Hände voll im Land rumfahren fängt es an nteressant zu werden…
    Visuell so ohne Überrollbügel erinnert mich das Fahrzeug eher an im Bergbau verwendete Versionen.

  • Hekto   |   29. Dezember 2011 - 22:54

    Inwiefern wäre Daimler bzw Mercedes-Benz überhaupt bei einem (hypothetischen!) Deal mit Nordkorea informiert oder beteiligt? Die G-Klasse wird bekanntlich in Lizenz bei Magna in Österreich gefertigt und fährt bei den Ösis ja auch unter der Bezeichnung Puch G als milit. Ausgabe im Bundesheer.
    Zudem ist es in meinen Augen einfach lächerlich da schon wieder die übliche Sau durchs Dorf zu treiben, nach dem Deutschland ja mit allen ganz bösen Diktatoren handele. Jedes aber auch wirklich jedes Ding kann auf etlichen Umwegen in jedes Land kommen. Was hat das schon zu heißen, wenn da nun ein paar G-, S- und E-Klassn im Konvoi dabei sind?

  • Sven Regener   |   29. Dezember 2011 - 23:07

    Würde sich die bornierte Menschheit besser fühlen wenn man da Ladas, Dacias oder Kias fahren sehen würde? Man muss es einfach mal pragmatisch sehen. Die Menschen vor Ort sind so oder so arm dran. Wenn man das als „given fact“ akzeptiert, dann muss man nur noch versuchen die verfügbare Kapitalmasse abzuschöpfen. So funktioniert er nun mal der ach so segensreiche Kapitalismus!

  • Moritz   |   30. Dezember 2011 - 2:09

    Alles was es in China zu kaufen gibt, findet sich irgendwann in Nordkorea.
    Die Grenzkontrollen und die Embargoüberwachung sind ein Witz

  • Andreas   |   30. Dezember 2011 - 10:46

    warum grenzkontrolle und embargoüberwachung?china beteiligt sich nicht am embargo gegen NK,die können denen verkaufen was immer die wollen.

  • vera   |   30. Dezember 2011 - 10:54

    Einfach mal danke, weil du mich darauf hingewiesen hast, worauf ich ’sonst noch‘ achten muss.

  • McKenzie   |   30. Dezember 2011 - 14:21

    Selbst Erich Honecker fuhr auf der Pirsch gerne mit seiner staatlichen Jagdkarosse gerne mal mit dem Sterne-Geländewagen des Klassenfeindes durch die brandenburgischen Wälder.
    Da gab es auch keinen Aufschrei, sondern nur munteres Gelächter.
    Genauso habe ich jetzt beim Trauermarsch in Norkorea gelacht als ich die „Gs“ in den Bildern der Nachrichten erspäht hatte.

  • Dante   |   01. Januar 2012 - 19:51

    @Sven Regener
    Nun denke ich mal dass die Leute auch dort nicht wie Damals hinterm Mond leben oder total Psycho sind oder den schönen Rosen nachtrauern. Es wird schon Chinesische Derivate geben. Nicht dass da noch nen Stern ins Wasser fällt, und der Mond hinterher.
    P.s und Immerschön e.crime hören

  • Dante   |   01. Januar 2012 - 19:54

    @Sven Regener
    Nun denke ich mal dass die Leute auch dort nicht wie Damals hinterm Mond leben oder total Psycho sind oder den schönen Rosen nachtrauern. Es wird schon Chinesische Derivate geben. Nicht dass da noch nen Stern ins Wasser fällt, und der Mond hinterher.
    P.s und Immerschön e.crime hören. und nein das habe ich nur einmal gesagt

  • Dante   |   01. Januar 2012 - 19:55

    sorry das vorherige wurde nicht geladen

  • Martin   |   01. Januar 2012 - 20:13

    @McKenzie: Honecker fuhr auf der Pirsch Range Rover. Aber das nur am Rande :-)