‚War is Boring‘: So ’ne Art Paywall

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Die Arbeit der Kollegen von War is Boring aus den USA, vor allem des Initiators David Axe, lese ich schon seit Jahren. Eines der interessantesten Blogs zum Thema Militär und Verteidigungspolitik – auch wenn die inzwischen, seit ihrem Umzug zu der Plattform medium.com, nicht mehr wie früher ein Blog im eigentlichen Sinne sind. Aber gerade deshalb verfolge ich auch mit Interesse deren neue Strategie zur Finanzierung der journalistischen Arbeit: Seit ein paar Tagen gibt es auf der Webseite zwei Artikel pro Tag kostenfrei zu lesen – und den dritten dann nur für zahlende Abonnenten, die mit fünf US-Dollar im Monat dabei sein müssen.

Nun hat sich War is Boring in den vergangenen Jahren ziemlich verändert, was nicht nur in der Veränderung des Claims zum Ausdruck kommt (früher war der Untertitel: We go to War so you don’t have to, jetzt heißt es professionell-langweiliger: From drones to AKs, high technology to low politics, exploring how and why we fight above, on and below an angry world). Mit der Wahl von medium.com als Publikationsplattform ist auch die offene Kommentarmöglichkeit des Blogs entfallen, vor allem aber: Inzwischen schreiben ziemlich viele Leute für War is Boring, wie die Liste unter dem Abonnements-Aufruf belegt.

Allein schon deshalb kann ich Augen geradeaus! nicht mit War is Boring vergleichen; weiterlesen

Nicht schwindeln, Google!

Wie ich das mit dem deutschen Leistungsschutzrecht sehe, ist ja hier bekannt (und hat auch Konsequenzen, z.B. das in der Regel hier keine deutschen Verlagswebseiten verlinkt werden). Deswegen finde ich die jüngste Initiative von Google auch gut: Deutsche Verlage sollen künftig ausdrücklich erklären, dass ihre Webseiten bei Google News gefunden werden sollen – sonst werden sie dort nicht mehr angezeigt.

Nicht gut finde ich allerdings, wie Google den Leuten vorgaukelt, die ganzen Nachrichten des Webs abbilden zu wollen:

Google News indexiert Nachrichten, die bereits im Internet zugänglich sind. Es ist ein freier und umfassender Dienst, der nicht durch Geschäftsbeziehungen beeinflusst wird. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass alle Perspektiven vertreten sind, die der großen Medienkonzerne wie die kleiner lokaler Zeitungen oder Blogs.

Ah ja, alle Perspektiven, auch die kleiner lokaler Zeitungen oder Blogs? Nun ja, Google, mit ein bisschen Schwindeln kommt man in Deutschland, wo Internet ja als Neuland gilt, halt immer durch? weiterlesen

Jetzt abstimmen: Augen geradeaus! bei den Bobs der Deutschen Welle

 

Augen geradeaus! ist (wieder) bei einem Blog-Wettbewerb im Rennen: Bei den Bobs (das stand mal für Best of Blogs, jetzt aber für Best of Online Activism) der Deutschen Welle ist dieses Blog in der Kategorie Bestes deutsches Blog, genauer und internationaler heißt das natürlich Best Blog German, nominiert. (Wir sind ja beim deutschen Auslandssender.)

Und diesmal gibt’s auch ein Publikumsvoting, seit heute kann man abstimmen. Es würde mich ja schon freuen, wenn meine Leser da für mich stimmen würden – auch wenn es die (kleine) Hürde gibt, dass man sich für die Stimmabgabe über Facebook, Twitter oder mit OpenID namentlich anmelden muss. Die Konkurrenz ist hart, einige von den anderen Nominierten kenne ich auch persönlich – und bin gespannt…

Mein bisschen Journalismus

Manchmal müssen es gedruckte Medien sein… Britische Soldaten in einer Übungspause (Foto: Ministry of Defence/Corporal Kellie Williams via flickr unter CC-BY-NC-Lizenz)

Wer sich auch nur am Rande für Medien(themen) interessiert, hat die Hiobsbotschaften der vergangenen Tage aus dem Journalismus mitbekommen. Größere, wie die Insolvenz der Frankfurter Rundschau und die absehbare Einstellung der Financial Times Deutschland. Vielleicht auch kleinere, wie die Planung des Bonner General-Anzeigers (der Zeitung aus der Stadt mit den meisten Bundesbeamten außerhalb Berlins), seine Parlamentsredaktion zu schließen. Oder die Einstellung der Szene-Monatszeitschrift Prinz. Die Nachricht: für den Journalismus sieht es nicht gut aus. oder?

Die Gründe, warum vor allem gedruckte Medien ums Überleben kämpfen, werden an anderer Stelle von Berufeneren geführt. Aber es muss nicht zwingend eine Krise des Journalismus selbst sein – denn Journalismus existiert nicht nur in Form bedruckten Papiers.

Mein bisschen Journalismus ist vor allem dieses Blog – das Experiment, zu einem bestimmten Sachgebiet Informationen zu liefern und die Debatte darüber zu ermöglichen. Also seit ein paar Jahren schon das, was in diesen Tagen ein Blogger so formuliert: Wieviel ist es mir wert, dass ich bei einem Blog Nachrichten in einer Tiefe bekomme, die andere Online-Medien nicht leisten können?

Dazu ein kurzer Blick auf die vergangenen Tage: Die geplante Patriot-Stationierung in der Türkei war bei Augen geradeaus! schon am 4. November ein Thema – da hatte das die breite Medienfront noch lange nicht erreicht. weiterlesen

Blogzuwachs: morgenlage.de

Da bin ich ja gespannt: Soeben hat der Kollege Marco Seliger sein neues Blog morgenlage.de freigeschaltet.

Ich freu mich über den Zuwachs bei den sicherheitspolitischen Blogs in Deutschland und bin voller Erwartung. Ob sich der Kollege bewusst ist, dass der Titel seines Blogs schon Erwartungen auch quantitativer Art erweckt?

Und, hey, Marco! Zu einem Blog gehören Kommentare. Echt jetzt. Denk noch mal drüber nach. Ach, geht ja doch, sehe ich jetzt. Jetzt wieder nicht…

(Preview-Bild vor der Freischaltung – muss also nicht unbedingt mit dem Original übereinstimmen.)

Disclosure: Seliger ist Chefredakteur von loyal, dem Magazin des Reservistenverbandes, für das ich auch manchmal schreibe.

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