‚War is Boring‘: So ’ne Art Paywall

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Die Arbeit der Kollegen von War is Boring aus den USA, vor allem des Initiators David Axe, lese ich schon seit Jahren. Eines der interessantesten Blogs zum Thema Militär und Verteidigungspolitik – auch wenn die inzwischen, seit ihrem Umzug zu der Plattform medium.com, nicht mehr wie früher ein Blog im eigentlichen Sinne sind. Aber gerade deshalb verfolge ich auch mit Interesse deren neue Strategie zur Finanzierung der journalistischen Arbeit: Seit ein paar Tagen gibt es auf der Webseite zwei Artikel pro Tag kostenfrei zu lesen – und den dritten dann nur für zahlende Abonnenten, die mit fünf US-Dollar im Monat dabei sein müssen.

Nun hat sich War is Boring in den vergangenen Jahren ziemlich verändert, was nicht nur in der Veränderung des Claims zum Ausdruck kommt (früher war der Untertitel: We go to War so you don’t have to, jetzt heißt es professionell-langweiliger: From drones to AKs, high technology to low politics, exploring how and why we fight above, on and below an angry world). Mit der Wahl von medium.com als Publikationsplattform ist auch die offene Kommentarmöglichkeit des Blogs entfallen, vor allem aber: Inzwischen schreiben ziemlich viele Leute für War is Boring, wie die Liste unter dem Abonnements-Aufruf belegt.

Allein schon deshalb kann ich Augen geradeaus! nicht mit War is Boring vergleichen; hier ist es nach wie vor ein Ein-Mann-Unternehmen (mit aushäusiger Unterstützung bei der Technik und der Kommentarmoderation). Aber auch die neue Art der Finanzierung bei den US-Kollegen ist etwas, was ich zwar mit Interesse beobachte, jedoch für dieses Blog nicht einführen möchte: Eine Beschränkung auf zahlende Abonnenten wäre vielleicht ein Gebot der wirtschaftlichen Vernunft, würde aber die breite Beteiligung der hier entstandenen Community doch ziemlich einschränken.

Deshalb nutze ich den Hinweis auf War is Boring (die ich zur Subscription unbedingt empfehle!) noch mal ganz schamlos dafür, für das Strassenmusik-Modell von Augen geradeaus! zu werben: Ich schreibe hier das, was ich für wichtig halte, und ich freue mich über jeden, der diese journalistische Arbeit mit einem Wurf in den Hut unterstützt, ob einmalig oder – was mir natürlich lieber ist – wiederkehrend. Denn außer von meinen Unterstützern gibt’s für dieses Blog kein Geld – nicht von Verlagen, nicht von Institutionen, nicht über Werbung.

Für den Wurf in den Hut gibt’s auch eine Bankverbindung:

Thomas Wiegold
IBAN: DE62700222000020060182
BIC: FDDODEMMXXX
(FIDOR Bank)
Verwendungszweck: Augen geradeaus

Danke für die Aufmerksamkeit…

 

 

 

4 Kommentare zu „‚War is Boring‘: So ’ne Art Paywall“

  • Peter Popel   |   16. April 2015 - 8:20

    Herr Wiegold, ich geb’s gerne. Denn: Ich habe was zu lesen, kann Kommentare geben, lesen und ertragen, bekomme interessante Infos und der Blick weitet sich. Und da wir auch immer an die Nachrichtendienste unserer Partner denken, haben wir mit diesem Blog ein beruhigtes Gewissen.

  • Franz S.   |   16. April 2015 - 9:52

    Kein interessantes Konzept, finde ich. Die Süddeutsche ist auch kürzlich auf dieses Modell umgeschwenkt (10 Artikel pro Woche kostenfrei).

  • T.Wiegold   |   16. April 2015 - 10:52

    Es ist einfach immer die Frage, wie man journalistische Arbeit finanzieren kann. Da muss jeder den für sich besten Weg finden … und ich setze halt auf freiwillige Zuwendungen.

  • Benedikt   |   16. April 2015 - 12:18

    Das Modell funktioniert mit Cookies. Wer das umgehen will, löscht die Cookies einfach. Viele Surfen im Privaten Modus des Browsers, wo alle Cookies bei schließen des Browsers gelöscht werden. Das Modell ist wegen der leichten Umgehung auch freiwillig.