Vorerst kein Einsatz vor Iran: Fulda und Mosel zurück ins Mittelmeer
Angesichts des wieder aufflammenden Angriffskrieges der USA gegen Iran wird ein internationaler Einsatz zum Minenräumen in der Straße von Hormus immer unwahrscheinlicher – und die beiden in die Region entsandten Kriegsschiffe werden abgezogen. Das Minenjagdboot Fulda und der Tender Mosel sollen allerdings vorerst nicht nach Deutschland zurückkehren, sondern im Mittelmeer weiter auf einen Einsatz warten.
Die beiden Boote waren im Juni zusammen mit dem britischen Versorger Lyme Bay, der für Minenjagd umgerüstet wurde, durch den Suezkanal und ins Mittelmeer eingelaufen (Foto oben). In Djibouti warteten sie darauf, wie angekündigt für Minenräumeinsätze in die Straße von Hormus fahren zu können.
Allerdings hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius bereits Anfang Juli angekündigt, dass die Mision vermutlich nicht zustande kommen würde. Am (heutigen) Donnerstag gab das Ministerium den Abzug von Fulda und Mosel bekannt:
Lage in der Straße von Hormus bleibt volatil
Minenjagdboot FULDA und Tender MOSEL verlegen in das Mittelmeer
Die Bundesregierung hat entschieden, unsere Einheiten in den kommenden Tagen in das östliche Mittelmeer zu verlegen. Ein Vorhalten der Kräfte in der Region vor dem Hintergrund der volatilen politischen Lage, der unwahrscheinlichen kurzfristigen Herstellung des sog. ‚permissive environment‘ und folglich eines nicht absehbaren zeitnahen Einsatzbeginns stellt eine vermeidbare Belastung der technischen Systeme dar.
Wir halten unsere Kräfte in einer Verlegebereitschaft und werden Sie wieder in das Operationsgebiet verlegen, sobald belastbare Indikatoren für einen zeitnahen Missionsbeginn vorliegen. Bis dahin werden wir im östlichen Mittelmeer und damit nahe des Einsatzraumes die Einsatzbereitschaft unserer Kräfte erhalten und den Ausbildungsstand durch Nutzung von Trainingsmöglichkeiten mit unseren internationalen Partnern weiter erhöhen.
Unser Vorgehen ist mit unseren Partnern abgestimmt und wir sind weiterhin entschlossen unseren Beitrag mit den angezeigten Fähigkeiten zu leisten, sobald die Voraussetzungen für den Einsatz gegeben sind und der Deutsche Bundestag seine Zustimmung erteilt hat.
Worauf das Ministerium nicht einging: Der Rückweg durch das Rote Meer ist in den vergangenen Tagen noch ein wenig riskanter geworden. Die Houthi-Milizen im Jemen haben als Verbündete des Iran erneute Angriffe auf die Schiffahrt angekündigt. Und vorerst ist unklar, ob die beiden deutschen Einheiten wie auf der Hinfahrt den Schutz eines auf Luftverteidigung spezialisierten britischen Zerstörers genießen. Denn für die Abwehr von Angriffen mit Raketen oder Drohnen sind weder Fulda noch Mosel ausgerüstet.
(Foto: Der britische Zerstörer HMS Dragon, l., eskortiert das britische Versorgungsschiff Lyme Bay, rechts vorne, dahinter die Mosel und die Fulda, bei der Einfahrt in das Rote Meer aus dem Suez-Kanal am 21. Juni 2026 – LPhot Damien Bye/UK MOD Crown Copyright News / Editorial Licence)
Letzte Kommentare