Dokumentation: Britisch-französische Nuklearabschreckung für Europa
Die Debatte über die künftige nukleare Abschreckung in Europa hat spätestens mit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump so richtig Fahrt aufgenommen – auch wenn die USA bislang zu dem Schutz Europas mit Atomwaffen stehen. Aber eine europäische Eigenständigkeit wird immer lauter diskutiert, und dazu gehört eine neue Ankündigung Frankreichs und Großbritanniens: Sie würden, so erklären sie, als Nuklearmächte auf eine extreme Bedrohung Europas gemeinsam reagieren.
Die Erklärung ist in der Ankündigung eines ausgeweiteten Verteidigungs- und Sicherheitsabkommens enthalten, dass Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Kier Starmer am (heutigen) Donnerstag bei Macrons Besuch in London unterzeichnen wollten. Die Passage zur atomaren Abschreckung im Wortlaut:
The Prime Minister and President Emmanuel Macron will also today agree to deepen their nuclear cooperation and work more closely than ever before on nuclear deterrence.
In an important step forward for the UK-France nuclear partnership – a newly signed declaration will state for the first time that the respective deterrents of both countries are independent but can be co-ordinated, and that there is no extreme threat to Europe that would not prompt a response by both nations.
As such, any adversary threatening the vital interests of Britain or France could be confronted by the strength of the nuclear forces of both nations. Co-operation between both countries on nuclear research will also deepen, while working together to uphold the international non-proliferation architecture.
The UK and France are Europe’s only nuclear powers, with deterrents that contribute significantly to the overall security of NATO and the Euro-Atlantic.
Interessanterweise steht in der (britischen) Mitteilung dazu nicht die Nuklearpolitik im Vordergrund. Sondern die Ausweitung der Zusammenarbeit bei konventionellen Waffen – und die Arbeitsplätze, die so in Großbritannien entstehen oder gesichert werden sollen.
(wird ggf. ergänzt)
(Foto: Macron während des Staatsbesuchs am 9. Juli beim Empfang für das Bankett des Mayor of London – Sergeant Rob Kane/MoD/Crown Copyright 2025)
Interessant, gerade der letzte Punkt. Für Großbritannien ist die nukleare Abschreckung nicht so prägend für das Selbstbild wie für Frankreich. ständig drückt der finanzielle Schuh, und in den Ecken lauern Corbyn und Farrage. Auf ein starkes Engagement beider wäre zu hoffen. Hoffentlich überlebt die Partnerschaft die Radikalisierung in beiden Ländern.
Die Franzosen haben doch als einzige ein 100% unabhängiges Deterrent was die wissenschaftliche und technologische Wertschöpfung betrifft? Meine zwischen den Zeilen zu erkennen, dafür interessiert man sich in London.
@T.W: steht da wirklich, dass wenn Litauen existentiell bedroht wird, dass dann gezündet wird? Wo fängt eine existenzielle Bedrohung an, wo hört sie auf? Links oder rechts von Rhein, dem Dnjepr?
[Ich hab‘ nur aus der Mitteilung zitiert – die Interpretation liegt da in der Tat bei den beiden Ländern. T.W.]
@ AoR sagt:10.07.2025 um 14:23 Uhr
„Wo fängt eine existenzielle Bedrohung an, wo hört sie auf? Links oder rechts von Rhein, dem Dnjepr?“
Eben; erst einmal nur blumige Erklärungen. Die beiden unterzeichnenden Herren haben nur noch eine geringe Restlaufzeit und die Nachfolger werden es vermutlich anders sehen.
UK hat keine eigenständige Nukleare Abschreckung. Die Raketen sind von den USA „geleased“ und können auch nur in den USA Einsatzfähig gehalten werden, genauso wie die Sprengköpfe die Made in USA sind.
Wollen die USA verlieren die Britten innerhalb von 12 Monaten 100% ihrer Nuklearen Kapazitäten.
Frankreich hingegen ist EU Mitglied und kann 100% seiner A-Waffen und Trägersysteme selbst herstellen und warten und hat auch taktische Nuklearwaffen im Arsenal.
Statt auf amerikanische sollte man auf französische Waffen setzen und das europäisch finanzieren.
Die französische M51.3 Rakete kann mit geringen Modifikationen auch von Landgestutzten Silos verschossen werden und trägt 8-10 MREV’s tragen. Um Russland abzuschrecken bedarf es etwa 1500 Sprengköpfe um Herrn P. die eigene totale Zerstörung zu garantieren…
Also etwa 150 Raketen in Silos plus die U-Boot gestützten.
Bei kosten von ~53.000.000€ pro Rakete könnte Europa für einen geringen zweistelligen Milliarden Betrag seine Nukleare Abschreckung selbst in die Hand nehmen…. Indien mit einer Milliarde Bürger macht das mit weniger als 250 Nuklearwaffen.
Ich würde lieber die Kohle nach Paris überweisen im Bewusstsein das die ein eigenes Interesse haben den Kontinent zu verteidigen auf dem sie leben als in Amerika wie ein verlitterter Penner behandelt zu werden.
Sehe da auch kein Problem in Büchel eine französische Sicherungskompanie für die Sonderwaffen zu stationieren. Wenn eine ASMP unter eine Rafal passt, passt die auch unter einen Eurofighter und für die Piloten ist es auch kein Oneway Ticket wie bei der B-61 im Schleuderwurf.
Vor kurzem hatte ein Ex-Mig-Pilot der NVA ( DDR ) in seinen Erinnerungen darauf hingewiesen das in den 1980ern jede siebte Mig 21 atomar bestückt werden konnte. Dazu musste vorher aber noch ein Aufhängungsholm getauscht werden aufgrund der hohen Masse der „Sondermunition“. Die lagerte zu hunderten auf DDR Gebiet in Bunkern.
Es gab damals Übungen mit Schleuderwürfen ( schnell steil nach oben, dann Ausklinken der Bombe ), alles aber natürlich mit leichten Dummys und ohne den „Atom-Holm“. Jedem DDR-Piloten war klar was da simuliert wurde, Benannt wurde das aber nicht…
Dergestalt zog sich das durch den ganzen Warschauer Pakt.
Der „Westen“ war nicht weniger umtriebig. Wo heute geschätzt 20 nukleare Bomben in Büchel liegen lagerten früher erst tausende ( ab den 1960ern ), dann hunderte A-Sprengköpfe ( bis in die 1980er ) alleine auf dem gesamten Gebiet der alten BRD. Absolut gruselig.
Büchel wird übr. gerade umgebaut für die neuen F35. Das bedeutet aktuell zwar Bomben im Sonderdepot auf dem Gelände, aber nicht verwendbar bis 2027 da auch die Startbahn saniert wird. Darüber redet niemand wirklich…
Den alten, damals noch glaubhaften, Atomschutzschirm der USA zu ersetzen ohne selbst gegen alle möglichen Verträge ( mit der eigene Bombe ) zu verstoßen gleicht der Quadratur des Kreises.
Man versucht es jetzt mit den beiden anderen europ. Mächten. Eine ähnlich glaubhafte Abschreckung wie damals wird das aber nicht werden.
Von der Friedensdividende ist immerhin der weitgehende Abzug der atomaren Sprengköpfe geblieben. Auch diese aktuelle Nachrüstung mit neuen Mittelstreckenrakten bzw. Cruise Missiles wird nicht-atomar diskutiert…
Auch wenn das Russland iskandermässig nicht so sieht, eine atomare Rüstungsspirale wie früher ist gottseidank nicht in Sicht.
Man hofft das bleibt so…
Küstengang01 sagt: 10.07.2025 um 15:29 Uhr
„Ich würde lieber die Kohle nach Paris überweisen im Bewusstsein das die ein eigenes Interesse haben den Kontinent zu verteidigen auf dem sie leben…“
Wie schon @AoR betont hat, wo fängt denn das französiche Verteidigungsinteresse an, am Dnjepr oder am Rhein?
So ganz nebenbei, auf dem Kontinent, auf dem die Franzosen leben, leben auch die meisten Russen.
@Apollo 11
Mich würde interessieren in wie weit das Einsatzkonzept der B-61 (bisher: Freifallbombe, wird wohl eine Art „Gleitbombe“ werden) überhaupt noch aktuell ist.
Aus meiner Sicht versenken wir hier sehr (extrem) viel Geld in veraltete Technik auf die wir bzgl. des Trägersystems (F-35) auch nicht unbeschränkt Zugriff haben.
@Segestes sagt:
10.07.2025 um 16:51 Uhr
…So ganz nebenbei, auf dem Kontinent, auf dem die Franzosen leben, leben auch die meisten Russen…
Nach der Logik bräuchte es aufgrund der Globalen Ostwind Drift in der Stratosphäre eh keine Nuklearen Schutzschirm… Die Russen bekommen ja eh den Fallout ab.
…Wie schon @AoR betont hat, wo fängt denn das französiche Verteidigungsinteresse an, am Dnjepr oder am Rhein?…
Tja nach dem Motto können wir uns also abbücken und für Puten die A****backen spreitzen und ihm Gleitgel bereitstellen. Oder selbst aus dem Atomwaffensperrvertrag aussteigen und unsern Drachenschatz von 80 Tonnen Plutonium in was nützliches verwandeln… können bestimmt in Israel Jericho Raketen bestellen, die machen gerne gute Geschäfte mit uns.
Auch beim Amerikanischen Schild war immer die Frage ob der greift wenn Moskau nur Mittel- und Kurzstrecken Waffensysteme innerhalb von Europa einsetzt.
Ist eben wie in der Kirche man muss schon fest im Glauben sein. Sonst schreckt auch das Fegefeuer nicht.
[Sie arbeiten noch am Ton, da bin ich ganz sicher. T.W.]
Ich würde es begrüßen, wenn wir diese nukleare Zusammenarbeit auf die EU ausdehnen können.
#Thomas Melber:
https://www.twz.com/air/far-more-powerful-b61-13-guided-nuclear-bomb-variant-joins-u-s-stockpile
Das ist die brandneue, im Mai 2025 vorgestellte B 61-13. Wie zu sehen keine Gleitbombe, sondern Freifall.
Auffällig vor allem die neue einstellbare Sprengkraft von 10 kt bis 340 kt.
Der Vorgänger B 61-12 hatte noch 0,3 kt bis 50 kt.
Die neue Bombe hat also DEUTLICH mehr Wumms.
Ist wie üblich eine Wasserstoffbombe mit Plutoniumkern als Primärzündsatz. Sehr schlankes Design wie der Vorgänger. Oh, Mann… Man hört sich schon an wie ein Atomwaffendealer…
Ich vermute die fast 5x so hohe max. Sprengkraft im Gegensatz zum Vorgänger ist bedrohungsbedingt. China & Russland ?
Was wirklich veraltet erscheint ist in der Tat das Trägersystem ( verglw. lahme Mach 1+ Jets im Gegensatz zu flotten Mach 20+ Mittel- und Langstreckenraketen.
Hat aber den Vorteil viele F35 an die NATO verkaufen zu können…
Um es mal mit den übertragenen Worten von Friedrich Merz auszudrücken:
Wenn man sich nicht die Hände schmutzig machen will ( die eigene Bombe ) nimmt man eben was man bekommt…
Eine gewisse Abschreckungswirkung ist bei 340.ooo.ooo kg TNT-Äquivalent ( oder 340 kt, mehr als 20 Hiroshima-Bomben ) nicht zu verleugnen.. Veraltetes Trägersystem hin oder her…
Küstengang01: „Ich würde lieber die Kohle nach Paris überweisen im Bewusstsein das die ein eigenes Interesse haben den Kontinent zu verteidigen auf dem sie leben als in Amerika wie ein verlitterter Penner behandelt zu werden.“
Ich glaube die Idee hatten die Franzosen auch schon, weshalb sie jetzt 80% vom FCAS-Workshare für Frankreich haben wollen.
@Apollo 11
Die Sache mit „mehr Wumms“ sehe ich kritisch, die min. 10 kt bedeuten, daß die B61-13 keine rein taktische Nuklearwaffe mehr ist.
„Gleitbombe“ nahm ich an, da eine GPS-Steuerung eingebaut werden soll. Für mich sind Freifallbomben einfach obsolet und somit die nukleare Teilhabe so wie sie jetzt aufgesetzt ist.
@Thomas Melber
Ich wundere mich schon länger, dass man noch immer an der Nuklearen Teilhabe festhält, weil sie in meinen Augen militärisch keinen Sinn macht. Laut TWZ hat die F-35 eine EINSATZreichweite von gut 1.200 km, da kann man sich leicht ausrechnen, wo die in Büchel stationierten Atombomben detonieren werden. Nicht in Russland, sondern vermutlich auf Bündnisgebiet! Eine Tankfüllung reicht gerade mal aus, um bis zur polnisch-belarussischen Grenze zu kommen. Zwar kann die F-35 in der Luft aufgetankt werden, aber das könnte in einer Gefechtssituation misslingen, weil die dafür notwendigen Tankflugzeuge vielleicht zu verletzlich sind (Luftabwehr in Kaliningrad einkalkulieren, die S-400 deckt fast den gesamten polnischen Luftraum ab).
@Küstengang01
„Um Russland abzuschrecken bedarf es etwa 1500 Sprengköpfe um Herrn P. die eigene totale Zerstörung zu garantieren…“
Ist das nicht total überdimensioniert? In Russland gibt es 168 Städte, die mehr als 100.000 Einwohner haben, die könnte man schon mit dem jetzt vorhandenen nuklearen Potenzial Frankreichs und/oder Großbritanniens vernichten. Ist das nicht bereits Abschreckung genug? Die französischen Sprengköpfe auf U-Booten sollen z.B. eine Sprengkraft von 100 bzw. 150 kt haben, das reicht für eine ganze Stadt völlig aus. Wozu also 1.500 Sprengköpfe? Um à la Donald Trump prahlen zu können: Meiner ist größer?
@ Apollo 11 und Thomas Melber
Die B61-13 ist kein simpler Nachfolgetyp zur B 61-12, sondern dient zur Harmonisierung (Ersatz B 61-7) und Ersatz der Typen B 83 für den Einsatz von strategischen Bombern der nuklearen Triade der USA.
Es ist bisher nicht vorgesehen, daß die B 61-13 für die nukleare Teilhabe via F 35-A verfügbar gemacht werden sollen. Dafür ist bisher nur die B 61-12 vorgesehen mit max. 50 kt yield rate, aber mit verbesserter Zielgenauigkeit (CEP 30 m) als guided bomb.
https://media.defense.gov/2023/Oct/27/2003329624/-1/-1/1/B61-13-FACT-SHEET.PDF
https://www.energy.gov/nnsa/articles/nnsa-completes-assembly-first-b61-13-nuclear-gravity-bomb-ahead-schedule
„A mainstay of the air leg of the United States’ nuclear Triad, the B61 is the longest-serving and most versatile weapon in the U.S. nuclear stockpile. While the B61 family can be delivered by a broad range of fighter and bomber aircraft, the B61-13 will only be certified for delivery by strategic bomber aircraft and deployed from bases in the continental United States.“
@Michael Schöfer sagt:
11.07.2025 um 11:18 Uhr
…Wozu also 1.500 Sprengköpfe? Um à la Donald Trump prahlen zu können: Meiner ist größer?…
Da haben sie Nukleare Abschreckung nicht verstanden. Es müssen unter allen Umständen genug „Vögel“ in die Luft kommen und auch im Ziel einschlagen können damit sie Glaubhaft ist. Wenn der Gegner anfängt sich auszurechnen das er aus einer Kombination überraschender Erstschlag und exelenter Raketenabwehr nur geringe eigene Schäden zu erleiden dann wirkt die Angstwaffe nicht mehr. Also braucht man etwa das 10 fache an Bomben damit man den Feind auch noch vernichtend schlagen kann wenn es ihm gelungen ist 90% der Trägersysteme und Bomben abzufangen oder unschädlich zu machen… 10% kommen durch und verderben den Tag.
Nur die Gewissheit der eigenen totalen Vernichtung hält einen Feind vom Erstschlag ab.
@Küstengang01
Ich möchte mich auf die globale Ostwinddrift beschränken. Die gibt es zwar generell aber nicht immer. Manchmal weht der Wind auch von Ost nach West, wie wir am Beispiel Tschernobyl lernen mussten.
Es hat sich nichts geändert, entweder die Völker Europas vom Ural bis zum Atlantik finden einen Modus Vivendi der Zusammenarbeit oder gehen gemeinsam unter. Diese Erkenntnis der 1970er Jahre ist auch heute noch aktuell.
Resi1984 sagt:
„…Es ist bisher nicht vorgesehen, daß die B 61-13 für die nukleare Teilhabe via F 35-A verfügbar gemacht werden sollen…“
Korrekt. Kann sich aber natürlich ändern. Und wenn wird das wohl als NATO TOP SECRET eingestuft werden.
Die Bombenhalterungen sind die gleichen.
Trotzdem guter Punkt…
Ansonsten gilt:
1. Nuklearwaffen auf eigenem Boden sind ganz grundsätzlich nicht gut. Schon allein der real intendierte Hintergrund einer Bedrohungslage die das möglicherweise erfordert ist schauderhaft.
2. Im Gegensatz zu früher werden moderne Nuklearwaffen bei ungeplanten „Zwischenfällen“ immer sicherer. Bespiel Palomar in Spanien in den 1960ern mit Plutoniumverseuchung ( siehe google ). Heute nicht mehr möglich…
3. Auch wenn moderne Atombomben gegen Missbrauch geschützt, weitgehend gegen Absturz gesichert und von den USA gut bewacht werden ( “ shoot first, ask questions later “ ):
Ich kann Demonstranten vor Büchel trotzdem ein Stück weit verstehen.
4. Nichtsdestotrotz bleibt festzuhalten das es heute weltweit weniger Nuklearsprengköpfe gibt als früher und auf NATO Gebiet viel, viel weniger.
Was grundsätzlich ein Fortschritt ist.
Da kann ich mit den 20 B 61 – 12 in Büchel leben…
Einen gemeinschaftlichen, funktionierenden europäischen Schutzschild (wie eine europäische Verteidigung, fände ich sehr toll!
Ein großes Problem könnten die, z.T. berechtigten, Minderwertigkeitskomplexe und Egos von manchen Europäern sein.
Und bei der britisch-französischen Beistandserklärung musste ich unwillkürlich an die denken, die polen schützen sollte. Da hatten sie dann nicht so wirklich Lust, wenn ich mich recht erinnere. Auch die Sicherheitsgarantien von GB und FR (u.a.) gegenüber der Ukraine waren ja, m.E., leider relativ wertlos.
Nun, beide Atommächte haben sich auch darauf verständigt, die nicht-Proliferation zu zementieren. Das gölte dann ja auch für „friendly proliferation“. Hätte mich gefreut wenn die beiden etwas präziser formuliert hätten, wie ein Nuclear Umbrella für Europa/EU dann Form annähme?
Vortrag von „Dr. Doom“ alias Frank Sauer. Wohl von heute.
Droht Europa der Atomkrieg:
https://youtu.be/cujjNHveZVs?si=nH5zAvEwvs7ymQYx
Ich muss zugeben es kommt selten vor das ich einem Vortrag im Grunde ungeteilt zustimme. Das war so einer…
– Die Bedrohung ( in 5 min. in Berlin ) der nuklearen Iskander in Kaliningrad wurde seit 2018 „verdrängt“
– Die geplante Nachrüstung mit Mittelstreckenraketen ab 2026 ist eben keine Reaktion darauf, da nicht nuklear
– Die deutsche Bombe ist aus sehr vielen Gründen eben nicht die,Lösung ( aus Diktatorsicht, bspw. Kim, kann das anders aussehen…)
– Die Diskussion der Abschreckung ist stark psychologisch geprägt. Fragt man einen Psychologen heisst es immer „Ferndiagnosen sind unseriös ( Vergleich von mir )
– Abschreckung ist ein „Chicken Game“ ( Zwei Autofahrer rasen aufeinander zu, der eine wirft das Lenkrad raus um einen Punkt zu machen – Vergleich von
Frank Sauer )
– Der Diskurs mit Frankreich bzgl. Atomschirm muss zwingend geführt werden ( Frank Sauer ). Da alternativlos ( Anmerkung von mir )
Auch der Hinweis wenn nur eine Atomrakete durchkommt reicht das schon für eine Katastrophe ist völlig richtig. Das ist leider bei allen Szenarien das Damoklesschwert das über uns allen hängt… Ob die Zweifel die beim Schutzschirm der USA immer grösser werden. das Haar an dem das Schwert des Damokles hängt jetzt dünner werden lässt, wer weiss das schon…
.
Warum nicht eine EU-Komponente im atomaren Schutzschirm?
– Befehlshaber Kommissionspräsident
– Finanzierung über Eurobonds oder andere Gemeinschaftsgelder
– Verbringungsmittel und Personal unter EU-Dienstrecht, ggf. über FRA einkaufen
Keine EU-Armee, nur eine kleine Strategische Abschreckungstruppe. 12 strategische U-Boote wären mehr als genug. Dann ist im Kreml ganz schnell Ruhe mit den gefühlt täglichen nuklearen Drohungen.
Zur Erinnerung: Dort wo zu Sowjetzeiten RUS Soldaten standen, haben die Nachbarstaaten entweder ein eigenes Nuklearwaffenprogramm oder eine Mitgliedschaft in der NATO (Mongolei mal ausgenommen).
@ Pauvre pecheur:
Jop, das wäre doch was. Man könnte auch über zusätzliche Red-Card Holder sprechen. Ein Rotierender General o.Ä.
@Küstengang01:
Sehr richtig. Oder wie es im Popcornkino der 80er plakativ formuliert wurde: „The only winning move is not to play!“
Der hauptsächliche Nachteil ist, dass man, um wirklich sicher zu gehen, dass keiner „spielt“, das teure und häßliche „Spielzeug“ trotzdem vorhalten muss.
Der durchaus erstrebenswerte Traum, dass ausnahmslos alle Menschen über Nacht vernünftig werden, ihre Nuklearwaffen wegschmeißen und wir quasi Hand in Hand im Hopserlauf glückselig durch die Farne und Schlehen tanzen, wird sich angesichts der aktuellen Lage (aber auch der generellen Erfahrung mit der menschlichen Natur) wohl leider absehbar nicht realisieren lassen.
@ Metallkopf Wir sollten unser Geld in die Entwicklung eines globalen Blitzdingsgeräts investieren. Das geht wahrscheinlich schneller als dass die Menschheit von selbst vernünftig wird. Die Erde ist weit und breit der einzige bewohnbare Planet und die angebliche Krone der Schöpfung hat nichts besseres zu tun, als sich gegenseitig umzubringen. Die Menschen sind B-Ware. Da hat der Produzent Mist gebaut. War wohl Montag.
Man könnte ganz grundsätzlich konstatieren das eine Lebensform die solch ein Chaos auf dem eigenen Planeten anrichtet nicht ansatzweise geeignet ist andere Planeten zu besiedeln die grundsätzlich auch noch lebensfeindlich sind. Stichwort Mars.
Da würde eine größere unkluge Handlung reichen für die komplette Kolonie-Auslöschung bei der lebensfeindlichen Umgebung.
Den Optimismus von Elon hätte ich gern…
Küstengang01 sagt:
10.07.2025 um 15:29 Uhr
„UK hat keine eigenständige Nukleare Abschreckung. Die Raketen sind von den USA „geleased“ und können auch nur in den USA Einsatzfähig gehalten werden, genauso wie die Sprengköpfe die Made in USA sind.“
Das stimmt so nicht. Die Raketen, die Atomreaktoren der Uboote, und teile der Sprengköpfe sind US Technologie.
Die Sprengköpfe stammen aber nicht aus den USA. Die erste Stufe ist ein GB Design, die zweite Stufe ist vom US W76 abgeleitet und das Wiedereintrittsvehikel auch. Dieses Frankensteingebilde nennt man „Holbrook“.
Die müssen dringend ersetzt werden. Der Nachfolger wurde auf den Namen Astraea getauft.
Die „Absicherung“ kommt da gerade recht, da noch nicht abzusehen ist, ob der Zeitplan noch irgendwie zu halten ist.
Es wird wohl wie bisher laufen, erste Stufe GB Design, zweite Stufe 100%ige Kopie des US Designs W93 und das Wiedereintrittsvehikel ist auch wieder US Technik.
Allerdings hat GB seine Nuklearindustrie voll an die Wand gefahren und es gibt quasi keine Einrichtungen mehr, die für Forschung, Entwicklung und Herstellung der Sprengköpfe genutzt werden können.
Und da sich die Nuklearmächte verpflichtet haben keine Nukleartests mehr durchzuführen, muss da sehr viel geforscht werden.
Probieren geht über studieren, ist nicht mehr möglich.
Es gibt aber ein 15 Jahre altes Abkommen mit Frankreich, welches dabei hilft.
Man teilt sich die Forschungseinrichtung EPURE.
UK-France Nuclear Weapons Coop
https://www.armscontrolwonk.com/archive/203104/uk-france-nuclear-weapons-coop/
Dennoch rechnet man mit Kosten in Höhe von 15 Mrd Pfund.